Schöner Schein: Commissario Brunettis achtzehnter Fall (Donna Leon)

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16 Kommentare zu „Schöner Schein: Commissario Brunettis achtzehnter Fall (Donna Leon)“

  1. Felicitas sagt:

    Wie immer wurden meine Erwartungen erfüllt
    Ich hatte es mir ganz fest vorgenommen: Ich warte! Auch wenn der wie immer sehnsüchtig erwartete neue Roman von Donna Leon schon jetzt erschienen ist, ich warte mit dem Lesen bis Juli. Denn im Juli fahre ich an den Gardasee und natürlich auch nach Venedig, kann den Krimi also lesen, während ich am Ort des Geschehens bin, einen Espresso vor mir - ganz klar, ich warte. Aber da ich das Buch nun schon habe, kann ich wenigstens den Klappentext lesen. Klingt interessant. Na ja, wenn ich das Buch schon einmal in der Hand habe (und Diogenes-Bücher habe ich so gern in der Hand dieses handliche Format, dieses schöne Papier, dieser herrliche Geruch eines druckfrischen Buches!), kann ich ja wenigstens den ersten Absatz

    Es beginnt mit einer Abendeinladung bei Brunettis Schwiegereltern, bei der er der ihm bisher unbekannten Franca Marinello gegenübersitzt, die Superliftata genannt wird, weil ihr Gesicht so stark operiert ist, dass jegliche Mimik unmöglich ist. (Man merkt, dass Donna Leon etwas gegen Schönheitsoperationen hat.) Aber Brunetti ist von der Frau völlig fasziniert, denn sie liest zu seinem großen Erstaunen Cicero und Ovid und so kann er endlich einmal über die Bücher reden, die er liebt. (Seine Frau Paola ist ja bekanntlich ein eingefleischter Fan von Henry James). Gut, dass Paola so verständnisvoll ist

    Der zweite Strang des Romans dreht sich um illegale Mülltransporte. Brunetti wird um Amtshilfe gebeten, aber der hilfesuchende Kollege wird kurz darauf ermordet aufgefunden. Wie immer herrlich daneben ist die Reaktion des Vice-Questore Patta (eine meiner Lieblingsfiguren): Er hat doch einen recht vernünftigen Eindruck gemacht. Wie konnte er sich einfach so umbringen lassen?. Zum Totlachen ist die Beschreibung von Pattas winterlicher Kleidung.

    Neben Patta tauchen natürlich auch die anderen gewohnten Charaktere wieder auf, ergänzt durch eine attraktive neue Kollegin, die Brunetti gefährlich werden könnte, wenn er nicht genau wüsste, was er an seiner Paola hat. Was Paola auch bewusst ist: Ich koche. Die unterhaltsamen ehelichen Dialoge finden am Ende, nach der überraschenden Vereinigung der beiden Handlungsstränge, ihren Höhepunkt in einem der feministischen Vorträge Paolas, die einer Mörderin am liebsten einen Orden verleihen möchte.

    Leider kommt die kulinarische Seite diesmal ein wenig zu kurz, ebenso wie das Lokalkolorit. Dafür entschädigen aber die philosophischen Betrachtungen, die meine Leseliste jetzt um Cicero und Ovid erweitert haben.

    Wie jedes Jahr werden meine Erwartungen an den neuen Brunetti-Krimi nicht enttäuscht. Liebevoll gezeichnete Charaktere, ein wunderbarer Schauplatz (diesmal ungewohnt verschneit), und eine solide Krimihandlung, deren Spannung nicht auf möglichst blutigen Gruseleffekten beruht, sondern auf einer realistischen Darstellung der gesellschaftlichen Verhältnisse und des menschlichen Umgangs miteinander.

    Und dass ich nicht warten konnte, macht nichts ich kann das Buch ja einfach noch einmal lesen, wenn ich in Venedig bin

  2. Conni sagt:

    Wie immer wurden meine Erwartungen erfüllt
    Ich hatte es mir ganz fest vorgenommen: Ich warte! Auch wenn der wie immer sehnsüchtig erwartete neue Roman von Donna Leon schon jetzt erschienen ist, ich warte mit dem Lesen bis Juli. Denn im Juli fahre ich an den Gardasee und natürlich auch nach Venedig, kann den Krimi also lesen, während ich am Ort des Geschehens bin, einen Espresso vor mir - ganz klar, ich warte. Aber da ich das Buch nun schon habe, kann ich wenigstens den Klappentext lesen. Klingt interessant. Na ja, wenn ich das Buch schon einmal in der Hand habe (und Diogenes-Bücher habe ich so gern in der Hand dieses handliche Format, dieses schöne Papier, dieser herrliche Geruch eines druckfrischen Buches!), kann ich ja wenigstens den ersten Absatz

    Es beginnt mit einer Abendeinladung bei Brunettis Schwiegereltern, bei der er der ihm bisher unbekannten Franca Marinello gegenübersitzt, die Superliftata genannt wird, weil ihr Gesicht so stark operiert ist, dass jegliche Mimik unmöglich ist. (Man merkt, dass Donna Leon etwas gegen Schönheitsoperationen hat.) Aber Brunetti ist von der Frau völlig fasziniert, denn sie liest zu seinem großen Erstaunen Cicero und Ovid und so kann er endlich einmal über die Bücher reden, die er liebt. (Seine Frau Paola ist ja bekanntlich ein eingefleischter Fan von Henry James). Gut, dass Paola so verständnisvoll ist

    Der zweite Strang des Romans dreht sich um illegale Mülltransporte. Brunetti wird um Amtshilfe gebeten, aber der hilfesuchende Kollege wird kurz darauf ermordet aufgefunden. Wie immer herrlich daneben ist die Reaktion des Vice-Questore Patta (eine meiner Lieblingsfiguren): Er hat doch einen recht vernünftigen Eindruck gemacht. Wie konnte er sich einfach so umbringen lassen?. Zum Totlachen ist die Beschreibung von Pattas winterlicher Kleidung.

    Neben Patta tauchen natürlich auch die anderen gewohnten Charaktere wieder auf, ergänzt durch eine attraktive neue Kollegin, die Brunetti gefährlich werden könnte, wenn er nicht genau wüsste, was er an seiner Paola hat. Was Paola auch bewusst ist: Ich koche. Die unterhaltsamen ehelichen Dialoge finden am Ende, nach der überraschenden Vereinigung der beiden Handlungsstränge, ihren Höhepunkt in einem der feministischen Vorträge Paolas, die einer Mörderin am liebsten einen Orden verleihen möchte.

    Leider kommt die kulinarische Seite diesmal ein wenig zu kurz, ebenso wie das Lokalkolorit. Dafür entschädigen aber die philosophischen Betrachtungen, die meine Leseliste jetzt um Cicero und Ovid erweitert haben.

    Wie jedes Jahr werden meine Erwartungen an den neuen Brunetti-Krimi nicht enttäuscht. Liebevoll gezeichnete Charaktere, ein wunderbarer Schauplatz (diesmal ungewohnt verschneit), und eine solide Krimihandlung, deren Spannung nicht auf möglichst blutigen Gruseleffekten beruht, sondern auf einer realistischen Darstellung der gesellschaftlichen Verhältnisse und des menschlichen Umgangs miteinander.

    Und dass ich nicht warten konnte, macht nichts ich kann das Buch ja einfach noch einmal lesen, wenn ich in Venedig bin

  3. Sprague sagt:

    Routiniertes aus Venedig
    Das Besondere der ersten Commisario Brunetti Romane ist sicherlich nicht mehr vorhanden, aber lesenswert sind Donna Leons Kriminalgeschichten aus Venedig allemal - dies mal meiner Rezension voran gestellt.

    Im mittlerweile 18. Fall von Guido Brunetti, “Schöner Schein”, beginnt Donna Leon wie bereits in den letzten Romanen mit zwei parallel laufenden Handlungssträngen. Da ist auf der einen Seite die deutlich jüngere Ehefrau Franca Marinello des venezianischen Großindustriellen Maurizio Cataldo, die wegen ihres nach Schönheitsoperationen maskenhaft entstellten Gesichtes in der Klatschpresse nur Superliftata genannt wird und die Brunetti auf einem Empfang seines Schwiegervaters, Conte Falier, kennen lernt. Sie überrascht ihn mit besonders tiefgehenden Literaturkenntnissen und fasziniert ihn so sehr, dass seine Frau Paola (vollkommen zu Unrecht) Eifersucht entwickelt. Da sein Schwiegervater überlegt, mit Cataldo in Geschäftsbeziehung zu treten, bittet er Brunetti, die beiden auf ihre Vertrauenswürdigkeit zu überprüfen. Dabei erfährt Brunetti unerwartete Dinge hinter dem “schönen Schein” von Superliftata und ihrem älteren Mann.

    Gleichzeitig wird Bruneti von seinem Chef, dem immer nur auf seinen eigenen Vorteil bedachten, affektierten und ziemlich inkompetenten Vice-Questore Patta, gebeten, einem Sonderbeauftragten der Carabinieri, Maggior Guarino, Amtshilfe bei dessen Ermittlungen in einem brisanten Müllskandal zu leisten. Doch kaum befasst sich Brunetti mit dem Fall, wird Guarino inmitten der Müllverbrennungsanlagen vor den Toren Venedigs ermordet aufgefunden.

    Bei seinen weiteren Ermittlungen stösst Brunetti auch dank eines Fotos, das ihm Guarino noch vor seiner Ermordung zukommen liess, auf den zwielichtigen und gefährlichen Terrasini, der Kontakte zur Mafia vermuten lässt und der offensichtlich eine Affäre mit Franca Marinello hat, was beide Fälle zusammen führt.

    Wieder einmal greift Donna Leon aktuelle politische Themen Italiens auf - dieses mal das große Müllproblem des Landes - wer erinnert sich nicht noch an die Zeiten, als Neapel im Müllchaos versank und die italienische Regierung das Militär in den Süden zum “Aufräumen” schicken musste…. oder an die Müllfrachter, die in Afrika den hochgiftigen Sondermüll aus Europa abluden - bis der Skandal aufflog.

    Das Besondere an Donna Leon ist es, dass sie angenehm unspektakulär, aber gleichzeitig sehr vielschichtig diese Themen in ihren Roman verarbeitet. So auch in Commisario Brunettis 18. Fall. “Schöner Schein” liest sich locker und flüssig, die Sprache ist wie gewohnt einfach und trotzdem nicht zu abgedroschen. Das Ende ist anders, als man es Anfangs erwartet und auch die philosophischen Dispute Brunettis mit seiner Frau Paola sind tiefgründig und ironisch gestaltet - somit sind eigentlich alle Zutaten für einen guten Roman vorhanden.

    Dass es letztendlich aus meiner Sich nur 4 statt 5 Sterne gibt, liegt daran, dass dieses Muster so langsam Abnutzungserscheinung zeigt - die Romane Leons sind unterhaltsam und auch durchaus spannend, aber sie nutzen sich mit der Zeit ein wenig ab. Irgendwie hat man beim lesen das Gefühl des “déjà vu”. Nichts desto trotz aber lohnt sich der Kauf des neuen Falls von Brunetti “Schöner Schein”, denn die Qualität schlägt die Abnutzung ;-).

  4. Arturo sagt:

    Cosí fan tutte
    Die in Venedig lebende Amerikanerin Donna Leon schreibt offenbar jedes Jahr einen Krimi mit Commissario Guido Brunetti als Hauptfigur und dies ist nun der achtzehnte. Einige Kritiker meinen Massenproduktion zu erkennen, da sich der Kern des Figurenensembles und deren Gewohnheiten nie verändern: Brunetti ist Venezianer, liebt gutes Essen guten Wein und antike Literatur, er liebt seine Familie und seine Fälle bewegen sich oft im Milieu der Adeligen und Reichen. Ich leide noch nicht an Ermüdungserscheinungen, da die Autorin mit jedem Fall ein politisch aktuelles Thema aus Italien aufgreift. So auch hier. Wer erinnert sich nicht an den Müllskandal, als sich in Neapel die Müllberge in den Straßen stapelten, der Verzehr bestimmter italienischer Käse als gefährlich galt, in der Umgebung von Müllverbrennungsanlagen reihenweise Krebsfälle auftraten und immer klarer wurde, dass die Camorra viel Geld mit Müll verdient?

    Der Commissario begleitet seine Frau Paola zu einer Abendgesellschaft seiner Schwiegereltern Conte und Contessa Falier, einer der ältesten Familien Venedigs. Allerdings tut er dies eher widerwillig, denn er kann das oberflächliche Partygeplauder der venezianischen Oberschicht nicht ausstehen. Zu seiner Erleichterung erweist sich seine attraktive Tischnachbarin Franca Marinello trotz ihrer maskenhaften Züge als unerwarteter Lichtblick. Sie ist die Gattin eines Geschäftsmanns und parliert über Dante ebenso kenntnisreich wie über Cicero und Ovid, was Brunetti als Liebhaber klassischer und antiker Literatur natürlich beeindruckt. Sie spielt später noch eine wichtige Rolle und Brunetti erfährt, dass man sie auch als “la Superliftata” verspottet weil man glaubt, sie hätte sich allzu unkritisch den Künsten der kosmetischen Chirurgie hingegeben. Commissario Brunetti aber spürt, dass sich hinter den starren Zügen von Franca Marinello Geheimnisse verbergen. Nicht anders als hinter den feinen Fassaden von Venedig.

    In derselben Nacht wird der Spediteur Ranzato ermordet. Die Ermittlungen ergeben, dass dieser undurchsichtige Geschäfte mit Maurizio Cataldo machte, dem Ehemann der Superliftata. Offensichtlich handelt es sich um illegale Giftmülltransporte in die Dritte Welt. Ausgehend vom echten Müllskandal in und um Neapel, nutzt die Autorin das Thema zu einem kritischen Rundumschlag gegen die internationale Müllmafia und deren Verquickungen bis nach Somalia und Tibet. Es geht um reale und aktuelle Probleme wie Korruption, die Camorra und Regierungskriminalität, in die weite Personenkreise verstrickt sind. Der Commissario wird gleich auf zwei Ebenen in diesen Fall verwickelt. Auf der familiären, weil ihn sein Schwiegervater bittet, Erkundigungen über Maurizio Cataldo einzuholen, da er in Betracht zieht, mit diesem geschäftliche Beziehungen aufzunehmen. Auf der amtlichen Ebene wird er um Ermittlungshilfe bei den Carabinieri gebeten, weil Mord in deren Zuständigkeitsbereich fällt, doch der hilfesuchende Kollege wird dummerweise ebenfalls ermordet. Im Verlauf der Handlung gibt uns Donna Leon durch den intellektuell feinfühligen und historisch interessierten Commissario detailreiche Einblicke hinter die Kulissen der Palazzi und ihrer Bewohner.

    Aber auch diesmal werden nicht alle der durchaus realistisch geschilderten und teilweise auf Tatsachen beruhenden Geheimnisse aufgeklärt und Brunetti muss einmal mehr erkennen, dass ein derart gut funktionierendes und mächtiges System nicht einfach zerstört werden kann. Roberto Saviano dürfte zustimmend nicken, das organisierte Verbrechen hat die kommerzielle Globalisierung längst vollzogen. In “Schöner Schein” greift Leon den Müllskandal auf ihre Art auf und verwebt dabei mehrere parallele Handlungen ineinander: das Geschäftsgebaren reicher Leute, denen beim Geldverdienen oft jegliche Moral verloren geht, die tragische Geschichte der jungen Industriellengattin und die skrupellosen Praktiken der Mafia. Auch wenn die Story um die Superliftata dabei etwas sehr rührselig ausfällt, bleibt sich Donna Leon in ihrem 18. Fall treu und präsentiert uns einen echten neuen Brunetti-Krimi.

  5. Bartram sagt:

    Wieder ein guter Krimi von Donna Leon
    Wer ein Kenner von Leon’s Büchern ist, wird dieses Buch lieben und wahrscheinlich in einem Zug durchlesen. Sie kehrt nach einigen etwas schwächeren Büchern zurück zu ihrer souveränen, den Leser fesselnden Erzählkunst. Wie mit fast jedem Buch von Donna Leon führt sie uns auch diesmal einerseits in die heile Welt der Brunettis, andererseits in die Welt des Verbrechens, der Korruption und der Bigotterie.

    Der Handlungsstrang um Verbrechen und Korruption beginnt mit dem Besuch eines Carabinieri, der Brunetti bittet, ihn in einem Fall zu unterstützen, der sehr viel mit dem illegalen Handel von zumindest hoch-giftigen Abfällen zu tun hat. Später wird dann ein Mordfall daraus, als der Carabinieri im Zuge seiner Untersuchungen ermordet wird. Beginnend mit einem abendlichen Essen bei seinen Schwiegereltern, bei dem Brunetti eine schönheitschirurgisch entstellte, für ihn sehr interessante Frau trifft, entwickelt Donna Leon ihren zweiten Handlungsstrang, den sie immer mehr mit dem ersten verwebt, bis sich die Ereignisse in einer Nacht überschlagen.

    Donna Leon spart wieder einmal nicht mit gesellschaftlicher Kritik und ihre durch die Protagonisten geäußerten Ansichten haben nicht nur viel Biss, sondern regen auch immer wieder an, über diese Dinge bewusster nachzudenken.

    Diese typisch “italienischen” Verhältnisse sind ja nicht wirklich “typisch” italienisch, oder?

    Ein wirklich guter Krimi um Commissario Brunetti. Lesenwert!

  6. bethany sagt:

    Donna Leon bleibt sich auch in ihrem 18. Fall treu
    In jedem ihrer Krimis greift Donna Leon ein politisch aktuelles Thema aus Italien auf. So auch in ihrem 18. Brunetti-Fall. Wer erinnert sich nicht an den italienischen Müllskandal, als sich in Neapel die Müllberge in den Straßen stapelten, der Verzehr bestimmter italienischer Käse als gefährlich galt, in der Umgebung von Müllverbrennungsanlagen reihenweise Krebsfälle auftraten und immer klarer wurde, dass die italienische Mafia viel Geld mit Müll verdient.

    In “Schöner Schein” greift Leon dieses Thema auf ihre eigene, unaufdringliche Art auf und verwebt dabei mehrere parallele Handlungen ineinander: das Geschäftsgebaren reicher Leute, denen beim Geldverdienen oft jegliche Moral verloren geht, die tragische Geschichte der jungen Industriellengattin und die skrupellosen Praktiken der Mafia. Auch wenn die Story um “Signora Superliftata” dabei etwas sehr rührselig ausfällt, bleibt sich Donna Leon in ihrem 18. Fall treu und präsentiert uns mit “Schöner Schein” einen echten neuen Brunetti-Krimi, der neben seinem spannend-brisanten Thema nie die Schönheit Venedigs und das gute italienische Essen vergisst.

  7. Ida sagt:

    Donna Leon - Eine Institution ebenso wie Venedig
    Donna Leon liefert den mittlerweile 18. Fall mit Commissario Brunetti. Und der Leser bekommt natürlich wieder alles was von einem Brunetti zu erwarten ist: Patta mit all seinen Eigenheiten, Brunetti und seine Familie und natürlich viel Venedig mit den herrlichen Schauplätzen, der Kulinarik, den Randfiguren….und natürlich gibts auch noch eine Krimihandlung, die wie üblich sich eines auch gesellschaftlichen Themas annimmt.

    Die Fans werden sicher dafür sorgen, dass auch in Zukunft einmal im Jahr die Sehnsucht nach Venedig literarisch befriedigt wird.

    Donna Leon gilt mit ihren Venedig und Brunetti-Krimis ja wohl auch als eine der Erfinderinnen des regionalen Krimis, bei denen die Region mit ihren Schauplätzen und Eigenheiten fast so wichtig ist wie der Krimi selbst. Gerade Italien hat hier mit Veit Heinichen, Magdalen Nabb oder Andrea Camilleri ja einiges auf gleichen Niveau zu bieten. Ein Liebeserklärung an Istrien und Rovinj mit viel kriminalistischem Abenteuer bot neuerdings Marcus Koenig mit “Der Coreolanus Betrug”.

    Abschließend und Zusammenfassend: Gerade rechtzeitig zum Einpacken in den Reisekoffer gibts den neuen Donna Leon…und er wird vielen Lesern den Venedig-Urlaub noch versüssen. Solider Brunetti ohne Überraschungen.

  8. Bodo sagt:

    illegale Mülltransporte
    Wie gewohnt setzt sich Donna Leon mal wieder mit aktuten Problemen des italienischen Staats auseinander.

    Die Haupthandlung des Buchs sind die illegalen Müllentsorgungen der italienischen Mafia.

    Brunetti ermitttelt dieses Mal in Sachen Müll und mal wieder ist sein Chef Patta herrlich ahnungslos und überfordert.

    Als Nebenhandlung lernt Brunette die Verwandte seiner Frau kennen, die “Superliftata”, eine zur Hässlichkeit geliftete Frau.

    Aber der äußere Schein trügt und die Frau stellt sich als gebildete Philosophielibhaberin heraus. Auch das Geheimnis dieser Frau gilt es für Brunetti zu erkunden, warum sie sich so entstellt hat und welcher Art die Beziehung zu ihrem viel älteren Ehemann ist.

    Wie immer ist man von der Spitzfindigkeit Brunettis überrascht. Klasse.

  9. Rogj sagt:

    Der Commissario und der Müll
    Während sich seine Kinder Sorgen um die Luft machen, die ihnen den Atem nimmt, muss sich der Commissario mit einer Müllmafia herumschlagen, die skrupellos Problemmüll durchs Land kutschiert und da entsorgt, wo die Obrigkeit wegschaut. Wer dahinterkommt ist seines Lebens nicht mehr sicher wie der junge Carabiniere, der Brunettis Hilfe erbeten hatte. Transportunternehmen, Frachtschiffe, Geräte für Erdbauarbeiten, Lastwagen sind hilfreich bei den heimlichen Transaktionen. Und genau darüber verfügt auch ein Milliardär, der Brunettis adeligen Schwiegervater gerne zum Geschäftspartner hätte. Der Conte ist skeptisch und nicht ganz skrupellos. Er lässt seinen Schwiegersohn die Hintergründe recherchieren. Und der Commissario braucht eigentlich nur die losen Enden seiner Fälle zu verbinden, um mafiösen Verflechtungen auf die Spur zu kommen.

    Welche Rolle die bis zur Unkenntlichkeit geliftete Frau des Milliardärs, die Brunetti mit ihrer Belesenheit verzaubert, bei dem Ganzen spielt, erschließt sich erst ganz zum Schluss. Und wieder einmal kann der Commissario mit dem Ergebnis seiner Arbeit nicht ganz zufrieden sein. Zwar bezahlt der Mörder des Carabiniere mit seinem Leben, zwar wird eine tödliche Müllfuhre aufgedeckt, aber die Hintermänner bleiben im Dunkeln und der illegal entsorgte Problemmüll wird weiterhin Luft und Wasser vergiften und Menschen reich machen, die sich nicht darum scheren, was nach ihnen kommt.

    Auch Commissario Brunettis achtzehnter Fall ist weniger ein Kriminalroman als die bitterböse Abrechnung mit einer Gesellschaft, für die der schöne Schein das wichtigste ist. Wieder einmal wagt sich die Wahlvenezianerin Donna Leon an ein brisantes Thema das der international agierenden Müllmafia und verarbeitet es nach bewährter Manier zu einem gefälligen Kriminalroman vor dem pittoresk verschneiten Schauplatz Venedig. Brunetti-Fans werden nicht enttäuscht. Wer einen Krimi mit viel Action erwartet, sollte allerdings die Finger von diesem Buch lassen.

  10. Raphael sagt:

    Bitter enttäuscht
    Das war für mich das letzte Buch der Reihe, für das ich 22 Euro ausgegeben habe:

    War alles schon mal da: Familienleben, Müllmafia und der Ovidlesende Brunetti. Diemal war es mir einfach zu dick aufgetragen (der ewige Zeigefinger auf die Klassiker) und das ganze Buch zu eindimensional. Ich habe es zwar gelesen, mußte mich aber ab der Hälfte richtig zwingen, weiterzulesen, weil es wirklich langatmig und langweilig war. So schade, denn die Bücher von Donna Leon hab ich wirklich gemocht.

  11. Nikodemus sagt:

    Bitter enttäuscht
    Das war für mich das letzte Buch der Reihe, für das ich 22 Euro ausgegeben habe:

    War alles schon mal da: Familienleben, Müllmafia und der Ovidlesende Brunetti. Diemal war es mir einfach zu dick aufgetragen (der ewige Zeigefinger auf die Klassiker) und das ganze Buch zu eindimensional. Ich habe es zwar gelesen, mußte mich aber ab der Hälfte richtig zwingen, weiterzulesen, weil es wirklich langatmig und langweilig war. So schade, denn die Bücher von Donna Leon hab ich wirklich gemocht.

  12. Dorchen sagt:

    Commissario Brunettis Zeit ist allmählich abgelaufen…
    Als langjähriger Fan der Reihe über Commissario Brunetti habe ich mich, nachdem die letzten Bände schon recht schwach waren, voller Erwartungen auf den 18. Band gestürzt und wurde erneut enttäuscht.

    Irgendwie liest sich das ganze eher wie ein langweiliger ausgelutschter Familienroman, aber nicht wie ein Krimi.

    Von Spannung kann überhaupt keine Rede sein und die Thematik über einen Müllskandal ist vielleicht durchaus zeitgemäß, aber nicht wirklich mitreisend.

    Schade, bis vor einigen Jahren habe ich Donna Leons Bücher heiß und innig geliebt, nicht zuletzt wegen der schönen und realistischen Beschreibungen Venedigs.

  13. Birte sagt:

    Erneut schwach - meist langweilig
    Als treuer Fan dieser Reihe habe ich bereits nach den letzten Bänden erhebliche Zweifel gehabt, ob der Zenit der Serie nicht lange überschritten ist. Der Band bleibt inhaltsarm, die Figuren sind auserzählt, die Handlung unglaubwürdig und steif. Ich empfehle die Pensionierung des Commissario …

  14. Kallistus sagt:

    Gewohnte gute Unterhaltung von Donna Leon
    Der Roman ist wie immer unterhaltsam. Die klassischen Elemente von Donna Leon sind auch hier wieder enthalten: Krimi, venezianische Lebensart sowie ein kritisch reflektiertes Thema. Wer die früheren Fälle von Brunetti mag, wird auch hier sicherlich nicht enttäuscht werden.

  15. Cliff sagt:

    Schöner Schein
    Es ist wieder ein herrlicher Brunetti. Leicht geschrieben, Personen zum Angreifen dargestellt und die nötige Sozialkritik gut dosiert eingebracht, aber auch wieder die Familie gut dargestellt. Eigentlich sind die Fälle bei Brunetti gar nicht so wichtig, sondern die Beschreibung des täglichen Lebens, des Miteinanders in der Familie, wo man genau mitbekommt, die Kinder werden älter, treten nicht mehr so oft auf, sondern mehr das Zwischenmenschliche mit Paola. Einfach genial geschrieben. Dann die Hackordnung in der Questura, die Kollegen, die unterschiedlichen Behörden und ihr Umgang miteinander, das Mistrauen jedem gegenüber u.s.w..

    Ich freue mich jedes Jahr auf den neuen Band.Schöner Schein: Commissario Brunettis achtzehnter Fall

  16. Solomon sagt:

    Schöner Schein
    Es ist wieder ein herrlicher Brunetti. Leicht geschrieben, Personen zum Angreifen dargestellt und die nötige Sozialkritik gut dosiert eingebracht, aber auch wieder die Familie gut dargestellt. Eigentlich sind die Fälle bei Brunetti gar nicht so wichtig, sondern die Beschreibung des täglichen Lebens, des Miteinanders in der Familie, wo man genau mitbekommt, die Kinder werden älter, treten nicht mehr so oft auf, sondern mehr das Zwischenmenschliche mit Paola. Einfach genial geschrieben. Dann die Hackordnung in der Questura, die Kollegen, die unterschiedlichen Behörden und ihr Umgang miteinander, das Mistrauen jedem gegenüber u.s.w..

    Ich freue mich jedes Jahr auf den neuen Band.Schöner Schein: Commissario Brunettis achtzehnter Fall

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