Die Asche meiner Mutter: Irische Erinnerungen (Frank McCourt)
“Schlimmer als die gewöhnliche unglückliche Kindheit ist die unglückliche irische Kindheit”, schreibt Frank McCourt in Die Asche meiner Mutter. “Schlimmer noch ist die unglückliche katholische irische Kindheit.” Willkommen, also, zum Gipfel der unglücklichen katholischen irischen Kindheit. 1930 in Brooklyn als Kind der erst kurz zuvor eingewanderten Iren Malachy und Angela McCourt geboren, wuchs Frank in Limerick auf, nachdem seine Eltern wegen der schlechten Aussichten in Amerika nach Irland zurückgekehrt waren. Es stellte sich bald heraus, daß die Aussichten in der alten Heimat auch nicht besser waren — nicht mit Malachy als Vater. Er ist ein chronisch arbeitsloser und nahezu arbeitsunfähiger Alkoholiker und erscheint wie die Vorlage vieler unserer beleidigenden Klischees vom betrunkenen irischen Mann. Fügen wir dem ganzen noch bittere Armut, häufige Todesfälle und Krankheit hinzu, haben wir alle Voraussetzungen für eine wahrhaft schwierige Kindheit. In McCourts fähigen Händen liefert dieser Stoff glücklicherweise auch alle Voraussetzungen für eine bezwingende Erzählung.
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Schlagworte: Frank McCourt
3. August 2009 um 11:17 Uhr
Wärmstens zu empfehlen!
Das ist wohl eines der besten Bücher die ich je gelesen habe! Man taucht völlig in die Welt des kleinen Jungen ein. Sicherlich keine leicht Kost, aber jeder, der anspruchsvolle Bücher mag, sollte sich dieses Buch unbedingt holen! Wer sich für Irland interessiert erfährt hier viel über die Vergangenheit des Landes und wie schwierig die Bedingungen dort waren. Sehr ehrlich, sehr einfühlsam und äußerst fesselnd! Nur zu empfehlen!
3. August 2009 um 11:17 Uhr
Schlimme Menschen in schlimmem Land
unter der Ägide einer schlimmen Kirche. Es ist eine Herausforderung, 538 Seiten lang mitzuleiden, wenn eigentlich immer das gleiche passiert: die unglückliche Kindheit unter traurigen, irischen, katholischen Verhältnissen. Immer wenn man meint, das Maß der Erträglichkeit sei nun erreicht, eröffnen neue Kapitel noch mehr Konflikte durch noch größere Armut und noch mehr Trostlosigkeit ad infinitum. Auch wenn vielerlei traurige Einzelheiten geschildert werden, die zentrale Figur, um die sich alles dreht, ist doch der Vater als hoffnungslos unheilbarer Alkoholiker, der ausnahmslos immer seinen Lohn in der Kneipe “verflüssigt” - falls er nicht sowieso schon wieder arbeitslos ist wegen seines Lasters. Er stürzt seine ohnehin schon sehr arme Familie tiefer und tiefer ins Elend und läßt sie buchstäblich verrecken. Seine Söhne ( der Autor und seine Brüder) halten zu ihm … irgendwie… so scheint es… während den Leser die Wut schon nach einigen gelesenen Seiten erfaßt und er ihn zum Teufel wünschen möchte. Obwohl einem die Mutter ja leid tun kann… können müßte… so richtiges Mitleid kommt bei mir dennoch nicht auf. Sie ist charakterlich ziemlich schwach, sonst hätte sie das von vornherein aussichtslose Hoffen und Harren aufgegeben und die Initiative ergriffen, ihre Kinder zu ernähren, solange sie die gesundheitlichen Voraussetzungen dazu noch hatte. Die Unterbringung der Kinder ging ja während ihrer langen Krankheit auch irgendwie. Wie sollen die entfernteren Verwandten helfen, wenn man schamhaft das eigene Elend versteckt und beschönigt. Irland und die Iren werden in dieser Story nicht eben zu Sympathieträgern…leider !
So eine Geschichte, die das unterste soziale Niveau beschreibt, kann man ruhig auch mal lesen, wäre aber auch auf weniger Seiten wirkungsvoll zu entfalten, bis endlich die mühselig zusammengesparte Schiffspassage in die USA die Hoffnung weckt, daß der 20-Jährige einer besseren Zukunft entgegen sieht. Diese Hoffnung kann man aber schon wieder leichten Zweifeln unterziehen, wenn der Autor hofft, seine Familie möglichst bald nachholen zu können. Und da capo ? Vielleicht bin ich ja irgendwann unaufmerksam gewesen: Warum heißt eigentlich das Buch DIE ASCHE MEINER MUTTER ??
Man kann es sich mal ausleihen und lesen… muß man aber nicht.
3. August 2009 um 11:17 Uhr
Eine irische Kindheit.
Ein sehr interessantes, schockierendes, unterhaltsames und teilweise wirklich lustiges Buch über das Leben in Irland ab ca. 1930. Ich musste mich erst an den Schreibstil gewöhnen, ich empfand ihn erst als etwas “anstrengend”, da das Buch sehr umgangssprachlich geschrieben ist, aber genau das macht eben einen Teil des Charmes des Buches aus und nachdem ich mich daran gewöhnt hatte, wusste ich dies auch sehr zu schätzen.
Es ist wirklich interessant und spannend, wie die Familie, die in ärmlichen Verhältnissen lebt, mit ihrem Schicksal umgeht.
In diesem Buch gibt es keine glatten Charaktere, jeder hat seine Ecken und Kanten und auch das ist das Besondere an dem Buch, denn selbst den schlimmsten Trinker muss man auf eine gewisse Art und Weise mögen.
Wirklich lesenswert!
3. August 2009 um 11:17 Uhr
es ist halt kein thriller
Kurz vor meine erste Reise nach Irland bekam ich das Buch von eine Kollegin zu lesen. Ich habe allerdings was ganz anderes erwartet. Am anfang habe ich mir gedacht “och je was ist das?” Aber desto mehr ich las um so besser gefiel mir das Buch. Ich kannte schon ein bißchen die Geschichte Irlands und dass sie lange im Armut lebten, aber das Buch hat es mir erst gezeigt - wie schwer die einfache Menschen es eigentlich hatten. Das Buch ist kein Fachbuch - man darf also keine Zahlen und Fakten über Irische Geschichte erwarten. Es ist viel mehr eine Familiere Drama die auf jeden Fall lesenswert ist
3. August 2009 um 11:17 Uhr
Wie konnte dieses Buch ein Klassiker werden?
Hochgelobt und allseits beliebt scheint “Die Asche meiner Mutter” bei der breiten Masse der Leserschaft zu sein. Mir ist es leider unverständlich, wie dieses Buch solchen Ruhm erlangen konnte! Vor Jahren habe ich es angefangen zu lesen und nach gut 150 Seiten aufgegeben (und ich lese normalerweise Bücher immer bis zum Ende und habe auch schon viel schwierigere Literatur gelesen)! Selten habe ich ein so langatmiges und langweiliges Buch gelesen! Da die Stimmen aber ja mehr als positiv von diesem Buch schwärmen und man dieses Buch unbedingt gelesen haben MUSS, habe ich vor kurzem noch einmal einen neuen Anfang gewagt. Aber leider bestätigte sich meine Meinung nur noch mehr und so habe ich es auch dieses Mal nicht bis zum Ende geschafft. Vielleicht habe ich ja den grandiosen Schluss verpasst? Wie auch immer, ich werde wohl ohne diese literarische Erfahrung leben müssen - noch eine Chance bekommt das Buch für mich jedenfalls nicht! Dafür gibt es meiner Meinung nach genügend andere Bücher, die es mehr verdient haben gelesen zu werden.
3. August 2009 um 12:17 Uhr
Die Asche meiner Mutter
Mc Court erzählt eindrucksvoll über seine Kindheit im Armenviertel Irlands. Dieses Buch ist packend, man liest Seite um Seite und kann nicht aufhören. Man kann mit der Romanfigur lachen und weinen.
Absolut empfehlenswert
3. August 2009 um 14:00 Uhr
Eine traurige Geschichte, die zum Schmunzeln verleitet!
Bis zum Erscheinungsdatum dieses Buches war ich ein rechter Lesemuffel und habe nur das Nötigste in Büchern nachgeschlagen oder in Fachzeitschriften geblättert. Mein Vater empfahl mir dieses Buch des irischen Schriftstellers Mc Court. Ich habe es förmlich verschlungen. Die Geschichte, die zum heulen traurig ist wird in einer Art und Weise erzählt, wie man es nur tun kann, wenn man es selbst erlebt hat. Authentisch und doch nicht jammernd. Eingängig aber nicht aufdringlich. Schön und doch nicht schnulzig. Jeder, der etwas von guter Literatur hält muß dieses Buch gelesen haben! Mich hat es inspiriert.
17. August 2009 um 03:34 Uhr
Frank mc Court: Die Asche meiner Mutter
Ich hatte dieses Buch einmal vor 3 Jahren gelesen.Da Frank mc Court jetzt einen neuen Roman herausgegeben hat, wollte ich gern noch einmal die beiden zuvor erschienen Romane lesen.
Es ist ein klasse Roman.Du tauchst ein in eine fremde Welt, eine längst vergangene Zeit und bist doch sofort mitten im armseligen Leben einer irischen Familie, die täglich um das nackte Überleben kämpft.
17. August 2009 um 04:34 Uhr
buch ,günstig erworben,was Eindrücke hinterläßt
der Inhalt des Buches beschreibt das Leben einer Migrantenfamilie aus Irland die nach Amerika auswanderte um dort ein besseres Leben und Arbeit zu finden,vor dem zweiten Weltkrieg.Es gibt einen Einblick über Armut,Menschen die am Existensminimum leben und Verzweiflung,Alkoholsucht und das es immer weitergeht.
26. August 2009 um 11:00 Uhr
Die Asche meiner Mutter
Das Buch ist sehr lesenswert. Es vermittelt in nachdenklicher und manchmal auch sehr fröhlicher Form die Erlebnisse des jungen Frank Mc Court.
Ich kann dieses Buch sehr empfehlen.
3. September 2009 um 17:00 Uhr
Unbedingt lesen!!
Super!! Muss man einfach nur gelesen haben!!!
Das Buch gefällt selbst mir, wobei ich sonst nur Krimis lese…
7. September 2009 um 23:00 Uhr
Buch nach 7 Wochen noch nicht erhalten
Leider kann ich das Buch, auf das ich nun bereits seit 7 Wochen warte, nicht rezensieren.
Nach 4 Wochen wurde mir mitgeteilt, daß das Buch stärkere Mängel hat, als wie bei Amazon beschrieben.
Man wollte mir 10 % vom Preis nachlassen. Damit war ich einverstanden, doch bis heute habe ich es nicht erhalten.
Ich wollte dieses Buch gerne im Urlaub lesen, darauf werde ich wohl verzichten müssen.
Ich werde vom Kauf zurücktreten, wenn ich dieses nicht innerhalb der nächsten 4 Tage erhalte.
Das habe ich dem Verkäufer heute mitgeteilt.
16. September 2009 um 12:51 Uhr
Einmal lesen ist gut - aber reicht
Wer dieses Buch lesen möchte weil er von einer Biografie Selbstreflektion und verborgene Gefühlswelten erwartet wird enttäuscht werden. Der Autor schreibt über seine Kindheit und beschreibt sie aus der Sicht eines Kindes. Daher ist der Stil lediglich beobachtend. Man fühlt sich beim Lesen oft gehetzt da Dialoge meist ohne Absätze in einer Reihe weg geschrieben sind. Dennoch empfand ich das Buch die ersten 200 Seiten lang als eher eintönig. Immer wieder wird beschrieben wie feucht das Haus ist, wie wenig Geld da ist und wie der Vater immer und immer wieder seinen Lohn versäuft, so dass nie genug Essen im Haus ist.
Dennoch ist das Buch lesenswert. Katholisches Irland der 30er und 40er Jahre aus erster Hand. Dies gewürzt mit Witz und interessanter Wortwahl. Aber einmal lesen reicht.
29. September 2009 um 20:00 Uhr
Die bewegende Kindheitsgeschichte von Frank Mc Court
Wie auch seine beiden anderen Werke ( ein rundherum tolles Land und bei Tag,bei Nacht und auch im Sommer) ist dieses ein überaus authentisch geschriebenes Werk über die in Limerick verbrachte Kindheit in den irischen Armutsvierteln. Obwohl Mc Court eine wahrlich armselige Kindheit erleben musste, versteht er es, diese wunderbar amüsant darzustellen wie kaum ein anderer Autor.So steht z.B. am Anfang des Buches:”Natürlich hatte ich eine unglückliche Kindheit, eine glückliche Kindheit lohnt sich ja kaum”. Er verzichtet auf mitleidheischende Floskeln,weiß sich wunderbar auszudrücken, Redewendungen, welche ich zuvor noch nie lesen durfte,überraschten mich positiv und erfrischend alternativ.
31. Oktober 2009 um 15:51 Uhr
Der Stil erreicht den Leser - oder auch nicht…
Dieses Buch ist in einem konsequent eingehaltenen Stil geschrieben, der - sonst wäre es ja kein Welterfolg - viele Menschen erreicht und glücklich gemacht hat.
Da ich dieses Thema “Kind männlich berichtet in der Ich-Person von seiner Kindheit” sehr faszinierend finde (genial für mich als Einstieg ins Thema “Still wie die Nacht” von Manfred Bieler), legte ich mir “Die Asche…” zu - und wurde enttäuscht. Der Stil, der sich halt deutlich von anderen Büchern unterscheidet, liegt mir einfach nicht. Nach 100 Seiten, durch die ich mich rechtens gequält habe, habe ich das Buch zur Seite gelegt… und nicht mehr angefasst.
Für mich nur ein Punkt, aber Szenerie und Thema sind schon klasse, daher am Ende 3.
Herzlichst
Brabaks
21. November 2009 um 18:34 Uhr
Eine Autobiografie - mal etwas anders
Auf dieses Buch machten mich meine Freunde aufmerksam und so war ich begierig, es endlich zu lesen. Es ist schlicht weg ergreifend und rührend, vor allem durch die natürliche Ausdrucksweise von Frank McCourt, genauso wie auch Kinder und Jugendliche sich ausdrücken würden. Es war erschütternd zu lesen, unter welcher Armut irische Familien in den Vor-und Nachkriegsjahren lebten, welchen Entbehrungen, Krankheiten und Todesfällen sie ausgesetzt waren. Das Buch brachte mich zum Nachdenken aber auch mit seinem trockenem Humor zum Schmunzeln - es ist einfach genial!!!
24. Januar 2010 um 03:34 Uhr
Die Asche meiner Mutter eine irische Kindheit
Ein Stück irische Geschichte in den 30 Jahren des 20. Jahrhunderts - die Kindheitserinnerungen McCourts werden, bei aller Dramatik und Tristesse, so humor- und liebevoll dargestellt, dass man als Leser tief berührt ist. Ich habe das Buch ungern aus der Hand gelegt - schade, dass es so schnell ausgelesen war.
24. Januar 2010 um 03:34 Uhr
Die Asche meiner Mutter eine irische Kindheit
Ein Stück irische Geschichte in den 30 Jahren des 20. Jahrhunderts - die Kindheitserinnerungen McCourts werden, bei aller Dramatik und Tristesse, so humor- und liebevoll dargestellt, dass man als Leser tief berührt ist. Ich habe das Buch ungern aus der Hand gelegt - schade, dass es so schnell ausgelesen war.
6. Februar 2010 um 21:17 Uhr
Einnfach Klasse!
Ein hochinformatives Buch und darüber hinaus noch spannend. Wer etwas über Irland in der jüngeren Vergangenheit erfahren möchte, findet hier eine spannende und anrührende Lektüre.
6. Februar 2010 um 21:17 Uhr
Einnfach Klasse!
Ein hochinformatives Buch und darüber hinaus noch spannend. Wer etwas über Irland in der jüngeren Vergangenheit erfahren möchte, findet hier eine spannende und anrührende Lektüre.
16. Februar 2010 um 08:00 Uhr
Erschütternd. Traurig. Witzig. Trostlos.
Erschütternd. Traurig. Humorvoll. Trostlos. Teilweise etwas langatmig, dann wieder spannend. Ekelerregend: Diese sozialen, hygienischen, Not leidenden, hungernden Umstände. Das spricht eindeutig für den Autor, dass er dies so rübergebracht hat.
Nervig: Der x-te Pub-Besuch des Vaters, der die letzten Pennys für Alkohol einlöste. Am liebsten hätte ich ihn dort eigenhändig herausgeholt und durchgeschüttelt.
Aber letzten Endes war es wie ein Sog, wann endlich wird die Familie von einer “positiven Heimsuchung” für ihren weiteren Lebensweg überrascht …
Frage: Warum der Titel: “Asche meiner Mutter”? - konnte keinen Bezug dazu finden. Außer denen ihrer Glimmstängeln.
Allerdings habe ich etwas die geschichtlichen Hintergründe Irlands in dieser Zeit vermisst. Mit der anfänglich eher untheatralischen Sprache, eben kindgerecht, musste ich mich erst anfreunden. Über den saloppen von Ton F. McCourt und integrierten Wortwitz musste ich öfters schmunzeln.
Fazit: Lesenswert.
Sammy
Cori v.
16. Februar 2010 um 08:00 Uhr
Erschütternd. Traurig. Witzig. Trostlos.
Erschütternd. Traurig. Humorvoll. Trostlos. Teilweise etwas langatmig, dann wieder spannend. Ekelerregend: Diese sozialen, hygienischen, Not leidenden, hungernden Umstände. Das spricht eindeutig für den Autor, dass er dies so rübergebracht hat.
Nervig: Der x-te Pub-Besuch des Vaters, der die letzten Pennys für Alkohol einlöste. Am liebsten hätte ich ihn dort eigenhändig herausgeholt und durchgeschüttelt.
Aber letzten Endes war es wie ein Sog, wann endlich wird die Familie von einer “positiven Heimsuchung” für ihren weiteren Lebensweg überrascht …
Frage: Warum der Titel: “Asche meiner Mutter”? - konnte keinen Bezug dazu finden. Außer denen ihrer Glimmstängeln.
Allerdings habe ich etwas die geschichtlichen Hintergründe Irlands in dieser Zeit vermisst. Mit der anfänglich eher untheatralischen Sprache, eben kindgerecht, musste ich mich erst anfreunden. Über den saloppen von Ton F. McCourt und integrierten Wortwitz musste ich öfters schmunzeln.
Fazit: Lesenswert.
Sammy
Cori v.
7. März 2010 um 15:00 Uhr
Zeitdokument
Ich habe dieses Buch schon zwei Mal gelesen. Die eigenwillige Sprache ist faszinierend. Ich habe alles so gut nachfühlen können. Man könnte weinen, aber dann wieder lächeln. Diese bittere Armut, wird hervorragend geschildert und auch die kleinen Freunden. Das Teilen, wenn man schon nichts hat. Der versoffene Vater, der sein Pint trinkt, die Mutter, zigarettenrauchend, die Kinder ärmlichst gekleidet. Wer noch nie in Irland war, hat hier einen Eindruck, wie es mal so war. Die kalten Tage, und als der kleine Frank ins Krankenhaus musste, mit seinem Grind in den Augen.der Lungenentzündung. Man kann einfach nicht aufhören zu lesen. Ich habe auch das Folgebuch und den dritten Band von Frank Mc Court verschlungen, aber die Asche meiner Mutter war unübertroffen gut.
7. März 2010 um 15:00 Uhr
Der Phönix aus Angelas Asche
Es war Theodor Fontane, der die Frage stellte: Was soll der Roman?, und gleich die Antwort mitlieferte: “Er soll uns, unter Vermeidung alles Übertriebenen und Hässlichen, eine Geschichte erzählen, an die wir glauben. Er soll zu unserer Phantasie und unserem Herzen sprechen, Anregung geben, ohne aufzuregen; er soll uns eine Welt der Fiktion auf Augenblicke als eine Welt der Wirklichkeit erscheinen, soll uns weinen und lachen, hoffen und fürchten, am Schluss aber empfinden lassen, teils unter lieben und angenehmen, teils unter charaktervollen und interessanten Menschen gelebt zu haben, deren Umgang uns schöne Stunden bereitete, uns förderte, klärte und belehrte. (…) - Der Roman soll ein Bild der Zeit sein, der wir selber angehören, mindestens die Wiederspiegelung eines Lebens, an dessen Grenze wir selber noch standen oder von dem uns unsere Eltern noch erzählten. (…) Der moderne Roman soll ein Zeitbild sein, ein Bild seiner Zeit.”
“Mein Vater und meine Mutter hätten in New York bleiben sollen, wo sie sich kennen gelernt und geheiratet haben und wo ich geboren wurde. Statt dessen sind sie nach Irland zurückgekehrt, als ich vier war und mein Bruder Malachy drei, und die Zwillinge Oliver und Eugene waren eben gerade ein Jahr alt, und meine Schwester Margaret war tot und weg.”
Frank McCourts “Die Asche meiner Mutter”, Bestseller der mittleren Neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts, ist formell zwar kein Roman: in den Auslagen der Buchhandlungen war er zu den Sachbüchern sortiert. Aber keine Frage: das Buch las sich wie ein Roman. Und ich verschlang es, wie noch selten eines.
“Wenn ich auf meine Kindheit zurückblicke, frage ich mich, wie ich überhaupt überlebt habe”, so Frank McCourt zu Beginn seiner autobiografischen Erzählungen, seinen “Irischen Erinnerungen”, wie sich das Buch im Untertitel nennt. “Natürlich hatte ich eine unglückliche Kindheit: eine glückliche Kindheit lohnt sich ja kaum.” Der Satz “Schlimmer als die normale unglückliche Kindheit ist die unglückliche irische Kindheit, und noch schlimmer ist die unglückliche irische katholische Kindheit” wurde zum geflügelten Wort, dem gerne zitierten Satz von McCourts Schilderungen.
Frank McCourt wächst im irischen Limerick auf, nachdem seine Eltern wegen schlechter Startbedingungen aus Amerika nach Irland zurückkehrten. Es stellt sich bald heraus, dass die Aussichten in der alten Heimat auch nicht besser sind - zumindest nicht mit diesem Vater. Der Vater - auch er heißt Malachy, wie einer seiner Söhne - ein arbeitsunfähiger Alkoholiker, darum arbeitslos. Artmut, Krankheiten, Todesfälle ergänzen dies düstere soziale Umfeld. Was tun? Es gilt das Beste daraus zumachen. Und Frank McCourt tut dies auch, in dem er uns - wenn auch mit zeitlicher Verzögerung - die großartige fabulierten Berichte dieser traurigen Zeiten erstattet.
Kommen wir zur eigentlichen Hauptperson der Erinnerungen, der Titelfigur und Mutter von Frank: Angela. Sie bildet den Zusammenhalt in Erzählung und Leben. Die Mutter im Allgemeinen ist ein “Wesen weibliches Geschlechts, welches ein anderes zur Welt gebieret, oder geboren hat”, wie es in der uralten “Oeconomischen Encyclopädie” des Johann Georg Krünitz so trefflich formuliert ist. Mit fünf Kindern am Bein kämpft sich die Protagonistenmutter Angela durch Zeit und Land. “Überall prahlen oder winseln die Menschen ob des Jammers ihrer frühen Jahre, aber nichts lässt sich mit der irischen Version vergleichen: die Armut; der träge, redselige, trunksüchtige Vater; die fromme, vom Schicksal besiegte Mutter, die am Herdfeuer stöhnt; pompöse Priester; drangsalierende Schulmeister; die Engländer und die grässlichen Dinge, die sie uns achthundert lange Jahre lang angetan haben.”
Zurück zur Mutter. Aus der Mutter am Herdfeuer rekrutiert sich der Titel des Buches. Ein Aschenputtel der Grünen Insel. Asche liegt auf Limerick. Die Stadt, ein armes Pompeji des Nordens.
“Hauptsächlich waren wir: nass. - Draußen im Atlantischen Ozean ballten sich die Regenmassen zusammen, um langsam den Shannon hinaufzutreiben und sich auf immer in Limerick niederzulassen. Von der Beschneidung des Herrn bis Silvester durchfeuchtete der Regen die Stadt. Er schuf eine Kakophonie aus trockenem Husten, bronchitischem Rasseln, asthmatischem Keuchfauchen, schwindsüchtigem Krächzen. Nasen verwandelte er in schleimige Quellen, Lungen in prall mit Bakterien vollgesogene Schwämme. (…) / Der Regen trieb uns in die Kirche - unsere Zuflucht, unsere Kraft, unser einziges trockenes Haus. Zu Messe, Segen und Novene drängten wir uns in dicken, feuchten Klumpen zusammen, durchdösten das Geleier des Priesters, und wieder stieg Dampf auf von unseren Gewändern, um sich mit der Süße von Weihrauch, Blumen und Kerzen zu mischen. / Limerick war für seine Frömmigkeit berühmt, aber wir wussten, es war nur der Regen.”
Es ist der unterschwellige Humor, der das Buch trägt. Er war es wohl auch, der das Leben der McCourts wert und erträglich sein ließ. Die lächelnde Sozialarbeit, geboren aus den Notwendigkeiten des Daseins.
“Angela, noch nicht lange Mutter, aufgewühlt, vergaß, dass sie das Kind hielt, und ließ es ins Taufbecken gleiten - Taufe durch Untertauchen, wie bei den Protestanten. Der Messdiener fischte den Säugling heraus und reichte ihn an Angela zurück, welche ihn schluchzend tropfnass an ihren Busen drückte. Der Priester lachte und sagte, solches habe er ja noch nie gesehen, das Kind sei ja jetzt ein regelrechter kleiner Baptist und brauche kaum noch einen Priester. Dies erzürnte nun wieder Malachy, und er wollte sich auf den Priester stürzen, weil dieser das Kind als irgendeine Sorte von Protestant bezeichnet habe. Der Priester sagte, stille doch, guter Mann, du bist im Hause Gottes, und als Malachy sagte, Hause Gottes, am Arsch, wurde er rausgeschmissen, direkt auf die Court Street, weil man im Hause Gottes nicht Arsch sagt.”
Mit 6 Millionen verkauften Exemplaren wurde das Buch zu einem Weltbestseller. In Deutschland hielt sich der Titel zwei Jahre lang auf den Bestsellerlisten. Frank McCourt, Pulitzerpreisträger 1997, im Sommer 2009 aus der Welt der Literatur, in die er erst spät seines Lebens Einzug hielt, geschieden und von uns gegangen. Im Himmel der Literatur hat er ein Plätzchen.
28. März 2010 um 05:51 Uhr
locker und luftig
Dieses Buch beschreibt den Autor selber in seiner Kindheit. Also eigentlich eine Autobiografie. Man muss immer schmunzeln und oft ist es auch lustig und vorallem locker geschrieben. Aber eigentlich hat er keinen Grund dazu, denn seine Kindheit war alles andere als einfach. Aus ärmsten Verhältnissen mit vielen familiären Problemen beschreibt er sein tragisches Leben auf und sieht es immer von der positiven Seite. Immer versucht er alles optimistisch zu sehen und macht immer das Beste daraus. Hut ab, vor diesem kleinen Jungen. Der Leser wird sich fragen, wie hat der arme Kerl das alles geschafft, vorallem auch seelisch. Man sollte auf alle Taschtücher bereit halten.
Mich hat das Buch noch lange beschäftigt und habe auch den Nachfolger in der Zwischenzeit gelesen.
1. April 2010 um 22:51 Uhr
Genial Genial Genial!!
Frank McCourt ist ein herausragender Schriftsteller. “Die Asche meiner Mutter” ist so genial geschrieben, dass ich traurig war, als ich die letzte Seite las. Dieses Buch erzählt die Kindheit von Frank McCourt in Limerick; sie war geprägt von Hunger, strengen Lehrern und einem bigotischen Katholizismus. Aber ich musste sehr oft schallend lachen, weil dieses Buch so überaus witzig geschrieben ist. In der Liste meiner Lieblingsbücher belegt dieses Buch den ersten Platz!
1. April 2010 um 22:51 Uhr
Genial Genial Genial!!
Frank McCourt ist ein herausragender Schriftsteller. “Die Asche meiner Mutter” ist so genial geschrieben, dass ich traurig war, als ich die letzte Seite las. Dieses Buch erzählt die Kindheit von Frank McCourt in Limerick; sie war geprägt von Hunger, strengen Lehrern und einem bigotischen Katholizismus. Aber ich musste sehr oft schallend lachen, weil dieses Buch so überaus witzig geschrieben ist. In der Liste meiner Lieblingsbücher belegt dieses Buch den ersten Platz!
3. Mai 2010 um 17:17 Uhr
Berührt!
Traurig und berührend schreibt Frank McCourt über seine von Armut geprägte irische Kindheit. Ein zutiefst bewegender Roman, der kein Detail einer von Verzicht geprägten Welt zwischen Schlamm und feuchtem Wohnraum aulässt und den Leser in diesen Kosmos direkt hineinzieht. Große Empfehlung.
3. Mai 2010 um 17:17 Uhr
Irisches Elend in den 20-ziger Jahren des zurueckliegenden Jahrhunderts
Frank McCourt beschreibt in seinem autobiografischen Roman seine Kindheit im fruehen zurueckliegenden Jahrhundert in Irland. Nach einigen Schicksalsschlaegen in der neuen Heimat Amerika beschliesst seine Familie die Rueckkehr nach Irland. Doch das Leid und Elend hat damit kein Ende, im Gegenteil, es wird noch schlimmer. Seine Geschwister sterben, sein Vater ist ein chronischer Alkoholiker ohne die Bereitschaft, einer geregelten Arbeit nachzugehen. Die Mutter ist die einzige, die versucht, die Familie in den Slums von Limerick ueber die Runden zu bringen. Die Situation ist trostlos, ohne Aussicht auf Besserung. Trotz dieser Tristesse bewahrt sich McCourt ein Mass an Humor, das seinen Optimismus zum Ausdruck bringt. Denn nicht nur die Familie selbst ist an diesem Elend schuld und verantwortlich, es ist, so McCourt die katholische Kirche, die fuer Inzoleranz und Verlogenheit steht und die bestehenden gesellschaftlichen Strukturen Irlands auf ewige Zeiten unumstoesslich manifestiert. Bewegendes Dokument kirchlich staatlich verordneten Elends in tollem Schreibstil.
6. Juni 2010 um 11:51 Uhr
Ein Geschichtenerzähler
Frank McCourt ist ein Geschichtenerzähler! Man kan nicht anders, man muß wissen wie es weitergeht. Es ist eine traurig-schöne Lebensgeschichte, die einem nicht mehr loslässt. Man ist mittendrinn und leidet mit, aber man kann auch die kleinsten Freuden miterleben. Ein rundherum tolles Buch!
6. Juni 2010 um 11:51 Uhr
Ein Geschichtenerzähler
Frank McCourt ist ein Geschichtenerzähler! Man kan nicht anders, man muß wissen wie es weitergeht. Es ist eine traurig-schöne Lebensgeschichte, die einem nicht mehr loslässt. Man ist mittendrinn und leidet mit, aber man kann auch die kleinsten Freuden miterleben. Ein rundherum tolles Buch!