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10 Kommentare zu „Eunuchen für das Himmelreich. Katholische Kirche und Sexualität. (Dr. Uta Ranke-Heinemann)“
Entlarvend und genial Dieses Buch steckt voller Informationen, die man für völlig unglaublich hält, die aber fundiert belegt werden. Es ist absolut aberwitzig, was sich katholische Moraltheologen im Laufe der Jahrhunderte bis heute ausgedacht haben, um Menschen zu bevormunden und um ihre Machtstellung zu festigen. Die Schriften des heiligen Augustinus, des heiligen Thomas von Aquin und vieler anderer Heiliger und nicht ganz so heiliger Kirchenväter (Kirchenmütter gibt es ja nicht) stecken voller Pornographie. In unglaublicher Überheblichkeit wird das Leben der Menschen in einem Bereich reglementiert, von dem die Zölibatäre ja eigentlich keine Ahnung haben können.
Was dabei an Verteufelung der Sexualität und an Verachtung für die Frauen herausgekommen ist, erfährt man in diesem Buch auf anschauliche Weise. Frau Ranke-Heinemann nimmt dabei kein Blatt vor den Mund und schildert die perversen Auswüchse katholischer Sexualmoral auf drastisch Weise. Das Buch ist ausgesprochen unterhaltsam zu lesen. Für Katholiken sollte es Pflichtlektüre sein; die meisten von ihnen wissen im Zweifel nicht, welche abenteuerliche Ansichten von ihrer Kirche heute noch vertreten werden!
Äußerst mutig und überzeugend! Endlich findet jemand den Mut, anhand von Fakten den Nachweis zu führen, dass der sogenannte Zölibat für den Vatikan nichts weiter als ein ökonomischer Machtfaktor ist. Anhand dieser intelligenten Dokumentation müsste jeder noch so gläubige Christ zum Nachdenken angeregt werden und erkennen, dass viele Dinge, die in der katholischen Kirche praktiziert werden, keinesfalls in Sinne Jesu sind!
Dieses Buch ist absolut empfehlenswert, denn es ist nicht mehr hinzunehmen, wie mit der Angst der Menschen seit dem 4. Jahrhundert n.Chr. umgegangen wird.
Entlarvend und genial Dieses Buch steckt voller Informationen, die man für völlig unglaublich hält, die aber fundiert belegt werden. Es ist absolut aberwitzig, was sich katholische Moraltheologen im Laufe der Jahrhunderte bis heute ausgedacht haben, um Menschen zu bevormunden und um ihre Machtstellung zu festigen. Die Schriften des heiligen Augustinus, des heiligen Thomas von Aquin und vieler anderer Heiliger und nicht ganz so heiliger Kirchenväter (Kirchenmütter gibt es ja nicht) stecken voller Pornographie. In unglaublicher Überheblichkeit wird das Leben der Menschen in einem Bereich reglementiert, von dem die Zölibatäre ja eigentlich keine Ahnung haben können.
Was dabei an Verteufelung der Sexualität und an Verachtung für die Frauen herausgekommen ist, erfährt man in diesem Buch auf anschauliche Weise. Frau Ranke-Heinemann nimmt dabei kein Blatt vor den Mund und schildert die perversen Auswüchse katholischer Sexualmoral auf drastisch Weise. Das Buch ist ausgesprochen unterhaltsam zu lesen. Für Katholiken sollte es Pflichtlektüre sein; die meisten von ihnen wissen im Zweifel nicht, welche abenteuerliche Ansichten von ihrer Kirche heute noch vertreten werden!
Eine gelehrte Dokumentation von 20. Jahrhunderten Schlafzimmerdiktatur und Frauendiffamierung Im katholischen Weltkatechismus von 1992, welches für alle Katholiken auf der ganzen Welt verbindlich ist, heißt es: “Jeder Getaufte ist zur Keuschheit berufen… Bei der Taufe verpflichtet sich der Christ, in seinem Gefühlsleben keusch zu sein.” ( Nr. 2348 ) Auch die Verheirateten sind berufen, “in ehelicher Keuschheit zu leben; die anderen leben keusch, wenn sie enthaltsam sind.” ( Nr. 2349 )
Dieses Diktat aus “lustfeindlicher, zölibatärer Eheverachtung und Jungfräulichkeitsmanie” hat unter Papst Johannes Paul II. seinen Höhepunkt erreicht. Die katholische Theologin Uta Ranke-Heinemann, die als erste Frau der Welt einen Lehrstuhl für katholische Theologie innehatte und die als erste Frau auch ihn wieder verlor, weil sie die Jungfrauengeburt theologisch und nicht biologisch deutete (während der Papst nicht müde war, immer wieder die “immerwährende Jungfräulichkeit” Marias, ihre jungfräuliche Unversehrtheit vor der Geburt, während der Geburt und nach der Geburt zu betonen), hatte bereits in der Rede am 16. Januar 1982 in der Frankfurter Paulskirche, anlässlich des 90. Geburtstags von dem evangelischen Theologen und Pazifisten Martin Niemöller geäußert, dass es in der katholischen Kirche an “Unterscheidung der Geister fehlt, wenn z. B. fiktiven Kindern mehr Schutz vor der Empfängnisverhütung zuteil wird, als realen Kinder vor der Hölle der Schlachtfelder, in jener irrealen und unerträglichen Überbewertung sexueller Normverstöße gegenüber den wirklichen Verbrechen, so als ob die eigentlichen Frevel der Menschheit sich in den ehelichen Schlafzimmern vollzögen und nicht auf den Kriegsschauplätzen.”
Nachdem sie 1987 exkommuniziert wurde, veröffentlichte sie 1988 mit “Eunuchen für das Himmelreich” eine geistreiche Anklage gegen die zölibatären Männer, die bis heute Frauen diffamieren und die Sexualität zu unterdrücken versuchen. Dieses Buch wurde ein internationaler Bestseller und wurde auch von der ausländischen Presse mit Begeisterung aufgenommen.
In der mittlerweile 22. Auflage wird die Lust-, Sexual- und Frauenfeindlichkeit der katholischen Männerkirche bis Johannes Paul II. in diesem Streifzug durch die Kirchengeschichte überdeutlich.
Während es in den Evangelien keinen Ausspruch Jesu gegen die Prostitution, kein Wort über Homosexualität, Masturbation, Unzucht, vor- und außerehelichen Geschlechtsverkehr gibt, wurde in den nächsten Jahrhunderten die menschliche Sexualität ein “Opfer einer ganz speziellen Form theologischer Wissenschaft… eines besonderen Auswuchses der Theologie, nämlich der Moraltheologie”, betrieben von zölibatären, lust-, sexual- und frauenfeindlichen “Schlafzimmerkontrolleure(n) und Eheverkehrspolizisten”.
Bereits in den ersten Jahrhunderten breitete sich “das Jungfräulichkeitsideal im Christentum aus”. Dabei hat der christliche Sexualpessimismus heidnische, antike Wurzeln, der sich aber nicht wie später im Christentum aus “Sündenfluch und Sündenstrafe” ableitete, “sondern vorwiegend aus medizinischen Vorstellungen”. Insbesondere die Gnosis spielte hier eine wichtige Rolle, von dessen Leibfeindlichkeit der Katholizismus angesteckt wurde, “sosehr er von Anfang gegen die Gnosis kämpfte”. Im Judentum des Alten Testaments findet sich der Sexualpessimismus dagegen nicht, und so verdammte das jungfräuliche Christentum schon sehr früh das fleischliche Judentum, wenn z. B. der Kirchenvater Chrysostomus 387 die Juden als “fleischlich”, “geil” , “verflucht” verleumdete.
Mit Augustinus, dem größten der Kirchenväter verschmolz die Lust- und Sexualfeindlichkeit mit dem Christentum zu einer systematischen Einheit. “Seine Bedeutung für die Sexualmoral des Christentums ist unbestritten und maßgebend für die Pillenverdammungen Pauls VI. (1968) und Johannes Paul II. (1981)”. Neben Augustinus ist Thomas von Aquin in der katholischen Sexualmoral bis heute die Autorität geblieben. Beide waren sich insbesondere in der Frauendiffamierung und -geringschätzung einig, wie eigentlich alle Kirchenväter und Kirchenlehrer. Im Anschluss an Augustinus war für Thomas die Frau lediglich Hilfe zur Zeugung und nützlich im Haushalt. Für das Geistesleben des Mannes sei sie ohne Bedeutung. Wie recht hat Ranke-Heinemann, wenn sie resümiert: “Nimmt man die Repressionen gegen die Frauen, ihre Zurückdrängung, Diffamierung und Verteufelung alles in allem, so bedeutet die ganze Kirchengeschichte eine einzige lange Kette männlicher bornierter Willkürherrschaft über die Frau …Die Unterordnung der Frau unter den Mann ist ein Postulat der Theologen während der ganzen Kirchengeschichte geblieben, und auch in der Männerkirche von heute ist sie immer noch als gottgewollt dogmatisiert”.
Da jeder vor- und außereheliche Geschlechtsverkehr immer Sünde ist, und da am 4. Februar 1611 das Hl. Offizium in Rom bestimmte, dass es in geschlechtlichen Dingen “keine Geringfügigkeit des Gegenstandes” gebe, betrieb und betreibt die katholische Kirche insgesamt eine Entsexualisierung der gesamten Christenheit. Davon sind auch die Homosexuellen betroffen und deswegen widmet sich Ranke-Heinemann in dieser aktualisierten Ausgabe verstärkt auch diesem Thema. Dabei stellt sie fest, dass es neben dem christlichen Terror gegenüber den Homosexuellen gleichzeitig auch eine ganz andere Geschichte von Christentum und Homosexualität gibt. Für sie ist die katholische Kirche, spätestens seit der Gegenreformation, “monosexuell strukturiert” und hat “gemäß seinem Sexualpessimismus auch die Homosexuellen entsexualisiert und sie dann in seiner frauenverachtenden Männergesellschaft kultiviert und glorifiziert”. Dabei verweist sie gleichzeitig auf den katholischen Priester Robert Arpin, der 1995 die Ansicht vertrat, dass in den USA 40% der katholischen Priester homosexuell sind. Für Ranke-Heinemann, die eine entschiedene Gegnerin des Zölibats ist, der ebenfalls heidnische Wurzeln hat und nicht auf Jesus zurückzuführen ist, der womöglich sogar verheiratet war, weil es damals allgemeine jüdische Pflicht war zu heiraten, lebt der katholische Klerus in einem “Getto der Männerkirche”, die so tun, “als ob es keine Frauen gäbe” und in dieser frauenlosen Welt “können sie keinen Blick mehr haben für die wirkliche Welt, für eine Welt nämlich voller Männer und Frauen, und das heißt eine Welt der Menschen”.
“Eunuchen für das Himmelreich” ist ein bemerkenswertes Buch. Kein anderes Werk über katholische Moraltradition gräbt so viele diskriminierende Verlautbarungen über die Frauen aus - von den Kirchenvätern, Heiligen und Moraltheologen des Mittelalters bis zu den jüngsten Päpsten. Ranke-Heinemann dokumentiert den Prozess von 20. Jahrhunderten Schlafzimmerdiktatur und Frauendiskriminierung.
Ihre mit großer Gelehrsamkeit erarbeiteten Darlegungen sind erschreckend und faszinierend.
Äußerst mutig und überzeugend! Endlich findet jemand den Mut, anhand von Fakten den Nachweis zu führen, dass der sogenannte Zölibat für den Vatikan nichts weiter als ein ökonomischer Machtfaktor ist. Anhand dieser intelligenten Dokumentation müsste jeder noch so gläubige Christ zum Nachdenken angeregt werden und erkennen, dass viele Dinge, die in der katholischen Kirche praktiziert werden, keinesfalls in Sinne Jesu sind!
Dieses Buch ist absolut empfehlenswert, denn es ist nicht mehr hinzunehmen, wie mit der Angst der Menschen seit dem 4. Jahrhundert n.Chr. umgegangen wird.
Eine gelehrte Dokumentation von 20. Jahrhunderten Schlafzimmerdiktatur und Frauendiffamierung Im katholischen Weltkatechismus von 1992, welches für alle Katholiken auf der ganzen Welt verbindlich ist, heißt es: “Jeder Getaufte ist zur Keuschheit berufen… Bei der Taufe verpflichtet sich der Christ, in seinem Gefühlsleben keusch zu sein.” ( Nr. 2348 ) Auch die Verheirateten sind berufen, “in ehelicher Keuschheit zu leben; die anderen leben keusch, wenn sie enthaltsam sind.” ( Nr. 2349 )
Dieses Diktat aus “lustfeindlicher, zölibatärer Eheverachtung und Jungfräulichkeitsmanie” hat unter Papst Johannes Paul II. seinen Höhepunkt erreicht. Die katholische Theologin Uta Ranke-Heinemann, die als erste Frau der Welt einen Lehrstuhl für katholische Theologie innehatte und die als erste Frau auch ihn wieder verlor, weil sie die Jungfrauengeburt theologisch und nicht biologisch deutete (während der Papst nicht müde war, immer wieder die “immerwährende Jungfräulichkeit” Marias, ihre jungfräuliche Unversehrtheit vor der Geburt, während der Geburt und nach der Geburt zu betonen), hatte bereits in der Rede am 16. Januar 1982 in der Frankfurter Paulskirche, anlässlich des 90. Geburtstags von dem evangelischen Theologen und Pazifisten Martin Niemöller geäußert, dass es in der katholischen Kirche an “Unterscheidung der Geister fehlt, wenn z. B. fiktiven Kindern mehr Schutz vor der Empfängnisverhütung zuteil wird, als realen Kinder vor der Hölle der Schlachtfelder, in jener irrealen und unerträglichen Überbewertung sexueller Normverstöße gegenüber den wirklichen Verbrechen, so als ob die eigentlichen Frevel der Menschheit sich in den ehelichen Schlafzimmern vollzögen und nicht auf den Kriegsschauplätzen.”
Nachdem sie 1987 exkommuniziert wurde, veröffentlichte sie 1988 mit “Eunuchen für das Himmelreich” eine geistreiche Anklage gegen die zölibatären Männer, die bis heute Frauen diffamieren und die Sexualität zu unterdrücken versuchen. Dieses Buch wurde ein internationaler Bestseller und wurde auch von der ausländischen Presse mit Begeisterung aufgenommen.
In der mittlerweile 22. Auflage wird die Lust-, Sexual- und Frauenfeindlichkeit der katholischen Männerkirche bis Johannes Paul II. in diesem Streifzug durch die Kirchengeschichte überdeutlich.
Während es in den Evangelien keinen Ausspruch Jesu gegen die Prostitution, kein Wort über Homosexualität, Masturbation, Unzucht, vor- und außerehelichen Geschlechtsverkehr gibt, wurde in den nächsten Jahrhunderten die menschliche Sexualität ein “Opfer einer ganz speziellen Form theologischer Wissenschaft… eines besonderen Auswuchses der Theologie, nämlich der Moraltheologie”, betrieben von zölibatären, lust-, sexual- und frauenfeindlichen “Schlafzimmerkontrolleure(n) und Eheverkehrspolizisten”.
Bereits in den ersten Jahrhunderten breitete sich “das Jungfräulichkeitsideal im Christentum aus”. Dabei hat der christliche Sexualpessimismus heidnische, antike Wurzeln, der sich aber nicht wie später im Christentum aus “Sündenfluch und Sündenstrafe” ableitete, “sondern vorwiegend aus medizinischen Vorstellungen”. Insbesondere die Gnosis spielte hier eine wichtige Rolle, von dessen Leibfeindlichkeit der Katholizismus angesteckt wurde, “sosehr er von Anfang gegen die Gnosis kämpfte”. Im Judentum des Alten Testaments findet sich der Sexualpessimismus dagegen nicht, und so verdammte das jungfräuliche Christentum schon sehr früh das fleischliche Judentum, wenn z. B. der Kirchenvater Chrysostomus 387 die Juden als “fleischlich”, “geil” , “verflucht” verleumdete.
Mit Augustinus, dem größten der Kirchenväter verschmolz die Lust- und Sexualfeindlichkeit mit dem Christentum zu einer systematischen Einheit. “Seine Bedeutung für die Sexualmoral des Christentums ist unbestritten und maßgebend für die Pillenverdammungen Pauls VI. (1968) und Johannes Paul II. (1981)”. Neben Augustinus ist Thomas von Aquin in der katholischen Sexualmoral bis heute die Autorität geblieben. Beide waren sich insbesondere in der Frauendiffamierung und -geringschätzung einig, wie eigentlich alle Kirchenväter und Kirchenlehrer. Im Anschluss an Augustinus war für Thomas die Frau lediglich Hilfe zur Zeugung und nützlich im Haushalt. Für das Geistesleben des Mannes sei sie ohne Bedeutung. Wie recht hat Ranke-Heinemann, wenn sie resümiert: “Nimmt man die Repressionen gegen die Frauen, ihre Zurückdrängung, Diffamierung und Verteufelung alles in allem, so bedeutet die ganze Kirchengeschichte eine einzige lange Kette männlicher bornierter Willkürherrschaft über die Frau …Die Unterordnung der Frau unter den Mann ist ein Postulat der Theologen während der ganzen Kirchengeschichte geblieben, und auch in der Männerkirche von heute ist sie immer noch als gottgewollt dogmatisiert”.
Da jeder vor- und außereheliche Geschlechtsverkehr immer Sünde ist, und da am 4. Februar 1611 das Hl. Offizium in Rom bestimmte, dass es in geschlechtlichen Dingen “keine Geringfügigkeit des Gegenstandes” gebe, betrieb und betreibt die katholische Kirche insgesamt eine Entsexualisierung der gesamten Christenheit. Davon sind auch die Homosexuellen betroffen und deswegen widmet sich Ranke-Heinemann in dieser aktualisierten Ausgabe verstärkt auch diesem Thema. Dabei stellt sie fest, dass es neben dem christlichen Terror gegenüber den Homosexuellen gleichzeitig auch eine ganz andere Geschichte von Christentum und Homosexualität gibt. Für sie ist die katholische Kirche, spätestens seit der Gegenreformation, “monosexuell strukturiert” und hat “gemäß seinem Sexualpessimismus auch die Homosexuellen entsexualisiert und sie dann in seiner frauenverachtenden Männergesellschaft kultiviert und glorifiziert”. Dabei verweist sie gleichzeitig auf den katholischen Priester Robert Arpin, der 1995 die Ansicht vertrat, dass in den USA 40% der katholischen Priester homosexuell sind. Für Ranke-Heinemann, die eine entschiedene Gegnerin des Zölibats ist, der ebenfalls heidnische Wurzeln hat und nicht auf Jesus zurückzuführen ist, der womöglich sogar verheiratet war, weil es damals allgemeine jüdische Pflicht war zu heiraten, lebt der katholische Klerus in einem “Getto der Männerkirche”, die so tun, “als ob es keine Frauen gäbe” und in dieser frauenlosen Welt “können sie keinen Blick mehr haben für die wirkliche Welt, für eine Welt nämlich voller Männer und Frauen, und das heißt eine Welt der Menschen”.
“Eunuchen für das Himmelreich” ist ein bemerkenswertes Buch. Kein anderes Werk über katholische Moraltradition gräbt so viele diskriminierende Verlautbarungen über die Frauen aus - von den Kirchenvätern, Heiligen und Moraltheologen des Mittelalters bis zu den jüngsten Päpsten. Ranke-Heinemann dokumentiert den Prozess von 20. Jahrhunderten Schlafzimmerdiktatur und Frauendiskriminierung.
Ihre mit großer Gelehrsamkeit erarbeiteten Darlegungen sind erschreckend und faszinierend.
Katholische Moraltheologie - menschenverachtender geht es nicht mehr! Lieblos, liebeleer, anmaßend, ja geradezu teuflisch: von Anbeginn bis in die heutige Zeit zerstörerisch und frauenverachtend.
Die Autorin berichtet aus für den Laien allgemein weniger bekannten theologischen Quellen als kompetente Professorin der katholischen Theologie über die haarsträubenden Moralvorstellungen der “geistlichen Ehebettenpolizei”, wie sie treffend formuliert.
In den Augen dieser Theologen (sie nennt eine reiche Anzahl dieser Kleriker) ist “die Ehe eine Krankenanstalt für diejenigen, die die eigentlich angesagte Jungfräulichkeit (sie gilt für Männer wie für Frauen) auf Grund ihrer Schwäche nicht schafften.” ( S.159ff)
Die Zölibatären schwingen sich zu deren Heilern auf und verkünden eine “Herrenmenschenmoral und gnadenlose sexuelle Ausbeutung der Frau.”
Was da so alles kirchlicherseits zur “Todsünde” erklärt wird, war mir nur teilweise bekannt und hinterließ mich wütend wegen der erschreckenden Unterjochung der Frauen, aber auch lauthals-lachend über die unlogisch-dümmlichen, hausgemachten Regeln einer geradezu lächerlich verknöcherten Moraltheologie der katholischen Kirche. Nicht nur Abtreibung und Verhütung sind Mord und somit “Todsünde”,sondern auch der Coitus interruptus, ja sogar die Verweigerung des Geschlechtsverkehrs in der Ehe - aus welchen Gründen spielt absolut keine Rolle - da ja der andere Partner (gemeint ist in erster Linie der Mann) dadurch in die Unzucht (sprich zum außerehelichen Verkehr) gedrängt werden könne. Im Klartext: Ehepartner sind für die sündigen außerehelichen Beziehungen des Partners zur Verantwortung zu ziehen. Auch Krankheit und drohende Todesfolge bei evtl. Konzeption sind keine Entschuldigungsgründe für eine “Pflichtverweigerung” oder einen Coitus interruptus, sondern in Kauf zu nehmen. Der Beichtstuhl -
eigentlich zur “Gewissenserleichterung” gedacht - mutierte schon in den frühen Anfängen zur Stätte pornographischer Hörspiele, in dem Priester ihre Befriedigung in der allzu deutlichen Befragung im sexuellen Themenbereich fanden. Besonders delikat war und ist, daß dadurch fantasie-ärmere Schäfchen erst auf den Geschmack gebracht wurden, so daß es bei der Beichte zunehmend spannender zuging. Aber dieser Lustgewinn war natürlich verächtlich und schwer zu ahnden.
Den Apostel Paulus nimmt die Autorin in Schutz. Bis 200 n.Chr. sei allgemein bekannt gewesen, daß Paulus - wie jeder Jude jenseits eines Alters von 20 Jahren - verheiratet war und dies auch zu sein hatte.
(Zwecks Vermeidung der Unzucht natürlich, siehe Phil.4,3) Später erst hätte man laut Autorin 1.Kor.7,1 in den Mittelpunkt der Betrachtung gerückt: “Es ist dem Mann gut, keine Frau zu berühren”. Dies sei aber als eine Frage an Paulus gerichtet, die er dann nur wiederholt, und keineswegs eine Antwort und erst recht kein zölibatärer Lehrsatz gewesen. Der noch heute eigentümlicher Weise völlig unkritisch betrachtete und zitierte Kirchenvater Augustinus steht nach wie vor mit seiner abstrusen Moraltheologie im Mittelpunkt aller Lehrmeinungen, wie auch der frauenverachtende Thomas von Aquin.
Es ist an Lächerlichkeit kaum zu überbieten, daß man es mit ihm für möglich hält, daß Kinder ohne Geschlechtsakt im Paradies gezeugt werden konnten. Später kommt Augustinus dann auf die Idee, die Erbsünde contra den verdammungswürdigen Pelagius (+418 n.Chr.) folgendermaßen zu erklären:
Im Paradies war der Penis willkürlich zu bewegen wie Hände, Arme und Füße. Seit dem Sündenfall ist Lust notwendig, damit der Geschlechtsakt vollzogen werden kann, sprich damit das Glied erigiert. Ungehorsamkeit im Paradies wird mit Ungehorsamkeit der Geschlechtsorgane bestraft - noch heute katholische Lehrmeinung nach Ranke-Heinemann. Seine Sexualphobie macht das “Lustproblem” immer wieder zum Thema- bis an das Ende seiner Tage: wenn das nicht psychisch krank ist ! !
Laut Papst Johannes Paul II gibt es sogar einen Ehebruch mit der eigenen Frau - so deklariert 1980 ( ! ! ! )
Ein Theodor Hendrik van der Velde landet mit seinem Buch “Die vollkommene Ehe” mit Unterstützung von Papst Pius XI und Hitler auf dem berühmten Index, obwohl er nichts Kirchenfeindliches geschrieben hat, sondern lediglich etwas mehr Abwechslung in das eheliche Schlafzimmer bringen wollte.
Die traditionell “zölibatäre Eheverachtung und Jungfräulichkeitsmanie” machte sich in der Empörung des Klerus denn auch prompt Luft. Da liest man doch - auch noch im 20. und 21. Jahrhundert - im Vatikan lieber dieses “wunderbare” Werk des Obermoraltheologen Bernhard Häring mit dem so vielsagenden Titel “Verunstaltung des ehelichen Verkehrs” und erfreut sich statt an einem “Christentum des Lichts” lieber am “abgedunkelten Beichstuhlgeflüster der moraltheologischen Lustverächter”. Pius XII ernennt 1950 den allermoralischsten der Moraltheologen Alfons Maria von Liguori ( 1696 - 1787) zum Patron der Beichtväter und Moralisten. Göpfert ist noch “lobend” zu erwähnen, denn durch ihn erfährt die Menschheit endlich, welche Körperteile des Menschen ehrbar, weniger ehrbar und unehrbar ( = obszön, schändlich) sind, während seit besagtem Häring (1967) und seinem “Sündenkatalog” keiner mehr sagen kann, er habe nichts von gar nichts gewußt. “Masturbierende gehen der Liebe Gottes verlustig”, verkündet Papst Paul VI. - auch unter dem Beinamen “Pillenpaul, der Antisexte” - in die Geschichte eingegangen - obwohl nirgends dergleichen in den heiligen Schriften zu lesen ist. Masturbation (fälschlich auch Onanie genannt) ist denn auch jenseits aller Handhabe oder gar wissenschaftlicher Nachweise ein mit kraß-lächerlichen medizinischen Irrtümern besetztes Thema: Die Ausübenden kommen “selbstverständlich” nach ihren außerordentlich gesundheits-schädigenden Praktiken dieser “Todsünde” geradewegs direkt in die Hölle. Die bedeutenden Ärzte Galenus (2.Jh.) und Avicenna( 11.Jh.) hatten bereits Masturbationen zur Reinigung des Körpers von schädlichem aufgestautem Samen medizinisch empfohlen, falls kein Geschlechtsverkehr stattfinden kann. Die katholische Kirche indessen hält sie für eine Todsünde, die schlimmer ist als der Inzest mit der eigenen Mutter. Hier klingt bereits die “Mütteropferungsideologie” an, die auch das Leben des Foetus in jedem Fall dem der Mutter vorzieht - egal ob er letztlich lebensfähig ist oder nicht, egal ob die Mutter dabei drauf geht oder nicht. Die Frau ist nur Gebärmaschine und hat nicht zu entscheiden, was mit ihr passieren oder eben auch nicht passieren soll. Denn die ewige Verdammnis ungetaufter Kinder gilt es zu vermeiden - koste es, was es wolle. Diese Regeln werden auch explizit auf den Kaiserschnitt ausgedehnt. Eine “kriminelle Jack-the-Ripper-Theologie”", wie sie Ranke-Heinemann treffend nennt, malt diesen grausamen Gott des Augustinus als einen Verfolger und Verdammer der Neugeborenen, die es vor ihrem Tod nicht schafften , getauft zu werden. Dieser Gott ist ein Verfolger und Quäler der Frauen - auch in unserem Jahrhundert noch. Diese bittere Wahrheit konstatiert die Autorin eindrucksvoll wie zugleich bedrückend.
Dessen ungeachtet darf und muß wohl gefragt werden: Bleibt da wieder einmal jegliche Logik auf der Strecke? Die eben noch im Mutterleib als unschuldig bezeichneten Kinder verlieren plötzlich diese ihre viel beschworene Unschuld, wenn diese armen Würmchen unschuldiger Weise in die ewige Verdammnis eingehen, falls man sie nicht sofort nach der Geburt mit Weihwasser begossen und unter Priestergemurmel getauft hat? Was ist denn das für eine seltsame Moral? Was soll denn das für ein
merkwürdiger Gott sein? Jesus selbst hat niemanden getauft, hat dies weder befohlen noch empfohlen. Er selbst wie alle nach ihm, die zu Johannes dem Täufer gingen, wurden in freier Entscheidung als Erwachsene getauft. Die Säuglingstaufe ist eine Erfindung der katholischen Kirche, mit der sie eine machtvolle seelische Erpressung vornimmt.
Ein ganz heißes Thema ist die Kooperation der katholischen Kirche mit Hitler und seinem menschenverachtenden Rassismus. Der Moraltheologe Tillmann denkt 1940 über Anstaltsgewahrsam zwecks Vermeidung geistig und erbbiologisch minderwertiger Zeugungen nach. Kardinal Faulhaber findet es eine berechtigte Notwehr, Schädlinge zu internieren: KZ statt Zwangssterilisation lautet seine Empfehlung. Auch besagter Häring schreibt noch im Jahre 1967 (! ! !) über “Verantwortete Gattenwahl” in rassistischer Weise.
Man könnte sich noch seitenlang darüber ergehen. Man lese selbst all diese sauber recherchierten Fakten nach, die nichts als die reine Wahrheit über diese katholische sogenannte “christliche” Kirche berichten, anstatt sich nach wie vor von umherreisenden, überflüssige Bücher schreibenden Päpsten milde-lächelnd für dumm verkaufen zu lassen.
Von dieser Stelle aus eine Gratulation an diese überaus mutige und kluge Frau Uta Ranke-Heinemann, deren Bücher man unbedingt lesen sollte.
Katholische Moraltheologie - menschenverachtender geht es nicht mehr! Lieblos, liebeleer, anmaßend, ja geradezu teuflisch: von Anbeginn bis in die heutige Zeit zerstörerisch und frauenverachtend.
Die Autorin berichtet aus für den Laien allgemein weniger bekannten theologischen Quellen als kompetente Professorin der katholischen Theologie über die haarsträubenden Moralvorstellungen der “geistlichen Ehebettenpolizei”, wie sie treffend formuliert.
In den Augen dieser Theologen (sie nennt eine reiche Anzahl dieser Kleriker) ist “die Ehe eine Krankenanstalt für diejenigen, die die eigentlich angesagte Jungfräulichkeit (sie gilt für Männer wie für Frauen) auf Grund ihrer Schwäche nicht schafften.” ( S.159ff)
Die Zölibatären schwingen sich zu deren Heilern auf und verkünden eine “Herrenmenschenmoral und gnadenlose sexuelle Ausbeutung der Frau.”
Was da so alles kirchlicherseits zur “Todsünde” erklärt wird, war mir nur teilweise bekannt und hinterließ mich wütend wegen der erschreckenden Unterjochung der Frauen, aber auch lauthals-lachend über die unlogisch-dümmlichen, hausgemachten Regeln einer geradezu lächerlich verknöcherten Moraltheologie der katholischen Kirche. Nicht nur Abtreibung und Verhütung sind Mord und somit “Todsünde”,sondern auch der Coitus interruptus, ja sogar die Verweigerung des Geschlechtsverkehrs in der Ehe - aus welchen Gründen spielt absolut keine Rolle - da ja der andere Partner (gemeint ist in erster Linie der Mann) dadurch in die Unzucht (sprich zum außerehelichen Verkehr) gedrängt werden könne. Im Klartext: Ehepartner sind für die sündigen außerehelichen Beziehungen des Partners zur Verantwortung zu ziehen. Auch Krankheit und drohende Todesfolge bei evtl. Konzeption sind keine Entschuldigungsgründe für eine “Pflichtverweigerung” oder einen Coitus interruptus, sondern in Kauf zu nehmen. Der Beichtstuhl -
eigentlich zur “Gewissenserleichterung” gedacht - mutierte schon in den frühen Anfängen zur Stätte pornographischer Hörspiele, in dem Priester ihre Befriedigung in der allzu deutlichen Befragung im sexuellen Themenbereich fanden. Besonders delikat war und ist, daß dadurch fantasie-ärmere Schäfchen erst auf den Geschmack gebracht wurden, so daß es bei der Beichte zunehmend spannender zuging. Aber dieser Lustgewinn war natürlich verächtlich und schwer zu ahnden.
Den Apostel Paulus nimmt die Autorin in Schutz. Bis 200 n.Chr. sei allgemein bekannt gewesen, daß Paulus - wie jeder Jude jenseits eines Alters von 20 Jahren - verheiratet war und dies auch zu sein hatte.
(Zwecks Vermeidung der Unzucht natürlich, siehe Phil.4,3) Später erst hätte man laut Autorin 1.Kor.7,1 in den Mittelpunkt der Betrachtung gerückt: “Es ist dem Mann gut, keine Frau zu berühren”. Dies sei aber als eine Frage an Paulus gerichtet, die er dann nur wiederholt, und keineswegs eine Antwort und erst recht kein zölibatärer Lehrsatz gewesen. Der noch heute eigentümlicher Weise völlig unkritisch betrachtete und zitierte Kirchenvater Augustinus steht nach wie vor mit seiner abstrusen Moraltheologie im Mittelpunkt aller Lehrmeinungen, wie auch der frauenverachtende Thomas von Aquin.
Es ist an Lächerlichkeit kaum zu überbieten, daß man es mit ihm für möglich hält, daß Kinder ohne Geschlechtsakt im Paradies gezeugt werden konnten. Später kommt Augustinus dann auf die Idee, die Erbsünde contra den verdammungswürdigen Pelagius (+418 n.Chr.) folgendermaßen zu erklären:
Im Paradies war der Penis willkürlich zu bewegen wie Hände, Arme und Füße. Seit dem Sündenfall ist Lust notwendig, damit der Geschlechtsakt vollzogen werden kann, sprich damit das Glied erigiert. Ungehorsamkeit im Paradies wird mit Ungehorsamkeit der Geschlechtsorgane bestraft - noch heute katholische Lehrmeinung nach Ranke-Heinemann. Seine Sexualphobie macht das “Lustproblem” immer wieder zum Thema- bis an das Ende seiner Tage: wenn das nicht psychisch krank ist ! !
Laut Papst Johannes Paul II gibt es sogar einen Ehebruch mit der eigenen Frau - so deklariert 1980 ( ! ! ! )
Ein Theodor Hendrik van der Velde landet mit seinem Buch “Die vollkommene Ehe” mit Unterstützung von Papst Pius XI und Hitler auf dem berühmten Index, obwohl er nichts Kirchenfeindliches geschrieben hat, sondern lediglich etwas mehr Abwechslung in das eheliche Schlafzimmer bringen wollte.
Die traditionell “zölibatäre Eheverachtung und Jungfräulichkeitsmanie” machte sich in der Empörung des Klerus denn auch prompt Luft. Da liest man doch - auch noch im 20. und 21. Jahrhundert - im Vatikan lieber dieses “wunderbare” Werk des Obermoraltheologen Bernhard Häring mit dem so vielsagenden Titel “Verunstaltung des ehelichen Verkehrs” und erfreut sich statt an einem “Christentum des Lichts” lieber am “abgedunkelten Beichstuhlgeflüster der moraltheologischen Lustverächter”. Pius XII ernennt 1950 den allermoralischsten der Moraltheologen Alfons Maria von Liguori ( 1696 - 1787) zum Patron der Beichtväter und Moralisten. Göpfert ist noch “lobend” zu erwähnen, denn durch ihn erfährt die Menschheit endlich, welche Körperteile des Menschen ehrbar, weniger ehrbar und unehrbar ( = obszön, schändlich) sind, während seit besagtem Häring (1967) und seinem “Sündenkatalog” keiner mehr sagen kann, er habe nichts von gar nichts gewußt. “Masturbierende gehen der Liebe Gottes verlustig”, verkündet Papst Paul VI. - auch unter dem Beinamen “Pillenpaul, der Antisexte” - in die Geschichte eingegangen - obwohl nirgends dergleichen in den heiligen Schriften zu lesen ist. Masturbation (fälschlich auch Onanie genannt) ist denn auch jenseits aller Handhabe oder gar wissenschaftlicher Nachweise ein mit kraß-lächerlichen medizinischen Irrtümern besetztes Thema: Die Ausübenden kommen “selbstverständlich” nach ihren außerordentlich gesundheits-schädigenden Praktiken dieser “Todsünde” geradewegs direkt in die Hölle. Die bedeutenden Ärzte Galenus (2.Jh.) und Avicenna( 11.Jh.) hatten bereits Masturbationen zur Reinigung des Körpers von schädlichem aufgestautem Samen medizinisch empfohlen, falls kein Geschlechtsverkehr stattfinden kann. Die katholische Kirche indessen hält sie für eine Todsünde, die schlimmer ist als der Inzest mit der eigenen Mutter. Hier klingt bereits die “Mütteropferungsideologie” an, die auch das Leben des Foetus in jedem Fall dem der Mutter vorzieht - egal ob er letztlich lebensfähig ist oder nicht, egal ob die Mutter dabei drauf geht oder nicht. Die Frau ist nur Gebärmaschine und hat nicht zu entscheiden, was mit ihr passieren oder eben auch nicht passieren soll. Denn die ewige Verdammnis ungetaufter Kinder gilt es zu vermeiden - koste es, was es wolle. Diese Regeln werden auch explizit auf den Kaiserschnitt ausgedehnt. Eine “kriminelle Jack-the-Ripper-Theologie”", wie sie Ranke-Heinemann treffend nennt, malt diesen grausamen Gott des Augustinus als einen Verfolger und Verdammer der Neugeborenen, die es vor ihrem Tod nicht schafften , getauft zu werden. Dieser Gott ist ein Verfolger und Quäler der Frauen - auch in unserem Jahrhundert noch. Diese bittere Wahrheit konstatiert die Autorin eindrucksvoll wie zugleich bedrückend.
Dessen ungeachtet darf und muß wohl gefragt werden: Bleibt da wieder einmal jegliche Logik auf der Strecke? Die eben noch im Mutterleib als unschuldig bezeichneten Kinder verlieren plötzlich diese ihre viel beschworene Unschuld, wenn diese armen Würmchen unschuldiger Weise in die ewige Verdammnis eingehen, falls man sie nicht sofort nach der Geburt mit Weihwasser begossen und unter Priestergemurmel getauft hat? Was ist denn das für eine seltsame Moral? Was soll denn das für ein
merkwürdiger Gott sein? Jesus selbst hat niemanden getauft, hat dies weder befohlen noch empfohlen. Er selbst wie alle nach ihm, die zu Johannes dem Täufer gingen, wurden in freier Entscheidung als Erwachsene getauft. Die Säuglingstaufe ist eine Erfindung der katholischen Kirche, mit der sie eine machtvolle seelische Erpressung vornimmt.
Ein ganz heißes Thema ist die Kooperation der katholischen Kirche mit Hitler und seinem menschenverachtenden Rassismus. Der Moraltheologe Tillmann denkt 1940 über Anstaltsgewahrsam zwecks Vermeidung geistig und erbbiologisch minderwertiger Zeugungen nach. Kardinal Faulhaber findet es eine berechtigte Notwehr, Schädlinge zu internieren: KZ statt Zwangssterilisation lautet seine Empfehlung. Auch besagter Häring schreibt noch im Jahre 1967 (! ! !) über “Verantwortete Gattenwahl” in rassistischer Weise.
Man könnte sich noch seitenlang darüber ergehen. Man lese selbst all diese sauber recherchierten Fakten nach, die nichts als die reine Wahrheit über diese katholische sogenannte “christliche” Kirche berichten, anstatt sich nach wie vor von umherreisenden, überflüssige Bücher schreibenden Päpsten milde-lächelnd für dumm verkaufen zu lassen.
Von dieser Stelle aus eine Gratulation an diese überaus mutige und kluge Frau Uta Ranke-Heinemann, deren Bücher man unbedingt lesen sollte.
31. Mai 2010 um 11:00 Uhr
Entlarvend und genial
Dieses Buch steckt voller Informationen, die man für völlig unglaublich hält, die aber fundiert belegt werden. Es ist absolut aberwitzig, was sich katholische Moraltheologen im Laufe der Jahrhunderte bis heute ausgedacht haben, um Menschen zu bevormunden und um ihre Machtstellung zu festigen. Die Schriften des heiligen Augustinus, des heiligen Thomas von Aquin und vieler anderer Heiliger und nicht ganz so heiliger Kirchenväter (Kirchenmütter gibt es ja nicht) stecken voller Pornographie. In unglaublicher Überheblichkeit wird das Leben der Menschen in einem Bereich reglementiert, von dem die Zölibatäre ja eigentlich keine Ahnung haben können.
Was dabei an Verteufelung der Sexualität und an Verachtung für die Frauen herausgekommen ist, erfährt man in diesem Buch auf anschauliche Weise. Frau Ranke-Heinemann nimmt dabei kein Blatt vor den Mund und schildert die perversen Auswüchse katholischer Sexualmoral auf drastisch Weise. Das Buch ist ausgesprochen unterhaltsam zu lesen. Für Katholiken sollte es Pflichtlektüre sein; die meisten von ihnen wissen im Zweifel nicht, welche abenteuerliche Ansichten von ihrer Kirche heute noch vertreten werden!
31. Mai 2010 um 11:00 Uhr
Äußerst mutig und überzeugend!
Endlich findet jemand den Mut, anhand von Fakten den Nachweis zu führen, dass der sogenannte Zölibat für den Vatikan nichts weiter als ein ökonomischer Machtfaktor ist. Anhand dieser intelligenten Dokumentation müsste jeder noch so gläubige Christ zum Nachdenken angeregt werden und erkennen, dass viele Dinge, die in der katholischen Kirche praktiziert werden, keinesfalls in Sinne Jesu sind!
Dieses Buch ist absolut empfehlenswert, denn es ist nicht mehr hinzunehmen, wie mit der Angst der Menschen seit dem 4. Jahrhundert n.Chr. umgegangen wird.
31. Mai 2010 um 11:00 Uhr
Entlarvend und genial
Dieses Buch steckt voller Informationen, die man für völlig unglaublich hält, die aber fundiert belegt werden. Es ist absolut aberwitzig, was sich katholische Moraltheologen im Laufe der Jahrhunderte bis heute ausgedacht haben, um Menschen zu bevormunden und um ihre Machtstellung zu festigen. Die Schriften des heiligen Augustinus, des heiligen Thomas von Aquin und vieler anderer Heiliger und nicht ganz so heiliger Kirchenväter (Kirchenmütter gibt es ja nicht) stecken voller Pornographie. In unglaublicher Überheblichkeit wird das Leben der Menschen in einem Bereich reglementiert, von dem die Zölibatäre ja eigentlich keine Ahnung haben können.
Was dabei an Verteufelung der Sexualität und an Verachtung für die Frauen herausgekommen ist, erfährt man in diesem Buch auf anschauliche Weise. Frau Ranke-Heinemann nimmt dabei kein Blatt vor den Mund und schildert die perversen Auswüchse katholischer Sexualmoral auf drastisch Weise. Das Buch ist ausgesprochen unterhaltsam zu lesen. Für Katholiken sollte es Pflichtlektüre sein; die meisten von ihnen wissen im Zweifel nicht, welche abenteuerliche Ansichten von ihrer Kirche heute noch vertreten werden!
31. Mai 2010 um 11:00 Uhr
Eine gelehrte Dokumentation von 20. Jahrhunderten Schlafzimmerdiktatur und Frauendiffamierung
Im katholischen Weltkatechismus von 1992, welches für alle Katholiken auf der ganzen Welt verbindlich ist, heißt es: “Jeder Getaufte ist zur Keuschheit berufen… Bei der Taufe verpflichtet sich der Christ, in seinem Gefühlsleben keusch zu sein.” ( Nr. 2348 ) Auch die Verheirateten sind berufen, “in ehelicher Keuschheit zu leben; die anderen leben keusch, wenn sie enthaltsam sind.” ( Nr. 2349 )
Dieses Diktat aus “lustfeindlicher, zölibatärer Eheverachtung und Jungfräulichkeitsmanie” hat unter Papst Johannes Paul II. seinen Höhepunkt erreicht. Die katholische Theologin Uta Ranke-Heinemann, die als erste Frau der Welt einen Lehrstuhl für katholische Theologie innehatte und die als erste Frau auch ihn wieder verlor, weil sie die Jungfrauengeburt theologisch und nicht biologisch deutete (während der Papst nicht müde war, immer wieder die “immerwährende Jungfräulichkeit” Marias, ihre jungfräuliche Unversehrtheit vor der Geburt, während der Geburt und nach der Geburt zu betonen), hatte bereits in der Rede am 16. Januar 1982 in der Frankfurter Paulskirche, anlässlich des 90. Geburtstags von dem evangelischen Theologen und Pazifisten Martin Niemöller geäußert, dass es in der katholischen Kirche an “Unterscheidung der Geister fehlt, wenn z. B. fiktiven Kindern mehr Schutz vor der Empfängnisverhütung zuteil wird, als realen Kinder vor der Hölle der Schlachtfelder, in jener irrealen und unerträglichen Überbewertung sexueller Normverstöße gegenüber den wirklichen Verbrechen, so als ob die eigentlichen Frevel der Menschheit sich in den ehelichen Schlafzimmern vollzögen und nicht auf den Kriegsschauplätzen.”
Nachdem sie 1987 exkommuniziert wurde, veröffentlichte sie 1988 mit “Eunuchen für das Himmelreich” eine geistreiche Anklage gegen die zölibatären Männer, die bis heute Frauen diffamieren und die Sexualität zu unterdrücken versuchen. Dieses Buch wurde ein internationaler Bestseller und wurde auch von der ausländischen Presse mit Begeisterung aufgenommen.
In der mittlerweile 22. Auflage wird die Lust-, Sexual- und Frauenfeindlichkeit der katholischen Männerkirche bis Johannes Paul II. in diesem Streifzug durch die Kirchengeschichte überdeutlich.
Während es in den Evangelien keinen Ausspruch Jesu gegen die Prostitution, kein Wort über Homosexualität, Masturbation, Unzucht, vor- und außerehelichen Geschlechtsverkehr gibt, wurde in den nächsten Jahrhunderten die menschliche Sexualität ein “Opfer einer ganz speziellen Form theologischer Wissenschaft… eines besonderen Auswuchses der Theologie, nämlich der Moraltheologie”, betrieben von zölibatären, lust-, sexual- und frauenfeindlichen “Schlafzimmerkontrolleure(n) und Eheverkehrspolizisten”.
Bereits in den ersten Jahrhunderten breitete sich “das Jungfräulichkeitsideal im Christentum aus”. Dabei hat der christliche Sexualpessimismus heidnische, antike Wurzeln, der sich aber nicht wie später im Christentum aus “Sündenfluch und Sündenstrafe” ableitete, “sondern vorwiegend aus medizinischen Vorstellungen”. Insbesondere die Gnosis spielte hier eine wichtige Rolle, von dessen Leibfeindlichkeit der Katholizismus angesteckt wurde, “sosehr er von Anfang gegen die Gnosis kämpfte”. Im Judentum des Alten Testaments findet sich der Sexualpessimismus dagegen nicht, und so verdammte das jungfräuliche Christentum schon sehr früh das fleischliche Judentum, wenn z. B. der Kirchenvater Chrysostomus 387 die Juden als “fleischlich”, “geil” , “verflucht” verleumdete.
Mit Augustinus, dem größten der Kirchenväter verschmolz die Lust- und Sexualfeindlichkeit mit dem Christentum zu einer systematischen Einheit. “Seine Bedeutung für die Sexualmoral des Christentums ist unbestritten und maßgebend für die Pillenverdammungen Pauls VI. (1968) und Johannes Paul II. (1981)”. Neben Augustinus ist Thomas von Aquin in der katholischen Sexualmoral bis heute die Autorität geblieben. Beide waren sich insbesondere in der Frauendiffamierung und -geringschätzung einig, wie eigentlich alle Kirchenväter und Kirchenlehrer. Im Anschluss an Augustinus war für Thomas die Frau lediglich Hilfe zur Zeugung und nützlich im Haushalt. Für das Geistesleben des Mannes sei sie ohne Bedeutung. Wie recht hat Ranke-Heinemann, wenn sie resümiert: “Nimmt man die Repressionen gegen die Frauen, ihre Zurückdrängung, Diffamierung und Verteufelung alles in allem, so bedeutet die ganze Kirchengeschichte eine einzige lange Kette männlicher bornierter Willkürherrschaft über die Frau …Die Unterordnung der Frau unter den Mann ist ein Postulat der Theologen während der ganzen Kirchengeschichte geblieben, und auch in der Männerkirche von heute ist sie immer noch als gottgewollt dogmatisiert”.
Da jeder vor- und außereheliche Geschlechtsverkehr immer Sünde ist, und da am 4. Februar 1611 das Hl. Offizium in Rom bestimmte, dass es in geschlechtlichen Dingen “keine Geringfügigkeit des Gegenstandes” gebe, betrieb und betreibt die katholische Kirche insgesamt eine Entsexualisierung der gesamten Christenheit. Davon sind auch die Homosexuellen betroffen und deswegen widmet sich Ranke-Heinemann in dieser aktualisierten Ausgabe verstärkt auch diesem Thema. Dabei stellt sie fest, dass es neben dem christlichen Terror gegenüber den Homosexuellen gleichzeitig auch eine ganz andere Geschichte von Christentum und Homosexualität gibt. Für sie ist die katholische Kirche, spätestens seit der Gegenreformation, “monosexuell strukturiert” und hat “gemäß seinem Sexualpessimismus auch die Homosexuellen entsexualisiert und sie dann in seiner frauenverachtenden Männergesellschaft kultiviert und glorifiziert”. Dabei verweist sie gleichzeitig auf den katholischen Priester Robert Arpin, der 1995 die Ansicht vertrat, dass in den USA 40% der katholischen Priester homosexuell sind. Für Ranke-Heinemann, die eine entschiedene Gegnerin des Zölibats ist, der ebenfalls heidnische Wurzeln hat und nicht auf Jesus zurückzuführen ist, der womöglich sogar verheiratet war, weil es damals allgemeine jüdische Pflicht war zu heiraten, lebt der katholische Klerus in einem “Getto der Männerkirche”, die so tun, “als ob es keine Frauen gäbe” und in dieser frauenlosen Welt “können sie keinen Blick mehr haben für die wirkliche Welt, für eine Welt nämlich voller Männer und Frauen, und das heißt eine Welt der Menschen”.
“Eunuchen für das Himmelreich” ist ein bemerkenswertes Buch. Kein anderes Werk über katholische Moraltradition gräbt so viele diskriminierende Verlautbarungen über die Frauen aus - von den Kirchenvätern, Heiligen und Moraltheologen des Mittelalters bis zu den jüngsten Päpsten. Ranke-Heinemann dokumentiert den Prozess von 20. Jahrhunderten Schlafzimmerdiktatur und Frauendiskriminierung.
Ihre mit großer Gelehrsamkeit erarbeiteten Darlegungen sind erschreckend und faszinierend.
31. Mai 2010 um 11:00 Uhr
Äußerst mutig und überzeugend!
Endlich findet jemand den Mut, anhand von Fakten den Nachweis zu führen, dass der sogenannte Zölibat für den Vatikan nichts weiter als ein ökonomischer Machtfaktor ist. Anhand dieser intelligenten Dokumentation müsste jeder noch so gläubige Christ zum Nachdenken angeregt werden und erkennen, dass viele Dinge, die in der katholischen Kirche praktiziert werden, keinesfalls in Sinne Jesu sind!
Dieses Buch ist absolut empfehlenswert, denn es ist nicht mehr hinzunehmen, wie mit der Angst der Menschen seit dem 4. Jahrhundert n.Chr. umgegangen wird.
31. Mai 2010 um 11:00 Uhr
Eine gelehrte Dokumentation von 20. Jahrhunderten Schlafzimmerdiktatur und Frauendiffamierung
Im katholischen Weltkatechismus von 1992, welches für alle Katholiken auf der ganzen Welt verbindlich ist, heißt es: “Jeder Getaufte ist zur Keuschheit berufen… Bei der Taufe verpflichtet sich der Christ, in seinem Gefühlsleben keusch zu sein.” ( Nr. 2348 ) Auch die Verheirateten sind berufen, “in ehelicher Keuschheit zu leben; die anderen leben keusch, wenn sie enthaltsam sind.” ( Nr. 2349 )
Dieses Diktat aus “lustfeindlicher, zölibatärer Eheverachtung und Jungfräulichkeitsmanie” hat unter Papst Johannes Paul II. seinen Höhepunkt erreicht. Die katholische Theologin Uta Ranke-Heinemann, die als erste Frau der Welt einen Lehrstuhl für katholische Theologie innehatte und die als erste Frau auch ihn wieder verlor, weil sie die Jungfrauengeburt theologisch und nicht biologisch deutete (während der Papst nicht müde war, immer wieder die “immerwährende Jungfräulichkeit” Marias, ihre jungfräuliche Unversehrtheit vor der Geburt, während der Geburt und nach der Geburt zu betonen), hatte bereits in der Rede am 16. Januar 1982 in der Frankfurter Paulskirche, anlässlich des 90. Geburtstags von dem evangelischen Theologen und Pazifisten Martin Niemöller geäußert, dass es in der katholischen Kirche an “Unterscheidung der Geister fehlt, wenn z. B. fiktiven Kindern mehr Schutz vor der Empfängnisverhütung zuteil wird, als realen Kinder vor der Hölle der Schlachtfelder, in jener irrealen und unerträglichen Überbewertung sexueller Normverstöße gegenüber den wirklichen Verbrechen, so als ob die eigentlichen Frevel der Menschheit sich in den ehelichen Schlafzimmern vollzögen und nicht auf den Kriegsschauplätzen.”
Nachdem sie 1987 exkommuniziert wurde, veröffentlichte sie 1988 mit “Eunuchen für das Himmelreich” eine geistreiche Anklage gegen die zölibatären Männer, die bis heute Frauen diffamieren und die Sexualität zu unterdrücken versuchen. Dieses Buch wurde ein internationaler Bestseller und wurde auch von der ausländischen Presse mit Begeisterung aufgenommen.
In der mittlerweile 22. Auflage wird die Lust-, Sexual- und Frauenfeindlichkeit der katholischen Männerkirche bis Johannes Paul II. in diesem Streifzug durch die Kirchengeschichte überdeutlich.
Während es in den Evangelien keinen Ausspruch Jesu gegen die Prostitution, kein Wort über Homosexualität, Masturbation, Unzucht, vor- und außerehelichen Geschlechtsverkehr gibt, wurde in den nächsten Jahrhunderten die menschliche Sexualität ein “Opfer einer ganz speziellen Form theologischer Wissenschaft… eines besonderen Auswuchses der Theologie, nämlich der Moraltheologie”, betrieben von zölibatären, lust-, sexual- und frauenfeindlichen “Schlafzimmerkontrolleure(n) und Eheverkehrspolizisten”.
Bereits in den ersten Jahrhunderten breitete sich “das Jungfräulichkeitsideal im Christentum aus”. Dabei hat der christliche Sexualpessimismus heidnische, antike Wurzeln, der sich aber nicht wie später im Christentum aus “Sündenfluch und Sündenstrafe” ableitete, “sondern vorwiegend aus medizinischen Vorstellungen”. Insbesondere die Gnosis spielte hier eine wichtige Rolle, von dessen Leibfeindlichkeit der Katholizismus angesteckt wurde, “sosehr er von Anfang gegen die Gnosis kämpfte”. Im Judentum des Alten Testaments findet sich der Sexualpessimismus dagegen nicht, und so verdammte das jungfräuliche Christentum schon sehr früh das fleischliche Judentum, wenn z. B. der Kirchenvater Chrysostomus 387 die Juden als “fleischlich”, “geil” , “verflucht” verleumdete.
Mit Augustinus, dem größten der Kirchenväter verschmolz die Lust- und Sexualfeindlichkeit mit dem Christentum zu einer systematischen Einheit. “Seine Bedeutung für die Sexualmoral des Christentums ist unbestritten und maßgebend für die Pillenverdammungen Pauls VI. (1968) und Johannes Paul II. (1981)”. Neben Augustinus ist Thomas von Aquin in der katholischen Sexualmoral bis heute die Autorität geblieben. Beide waren sich insbesondere in der Frauendiffamierung und -geringschätzung einig, wie eigentlich alle Kirchenväter und Kirchenlehrer. Im Anschluss an Augustinus war für Thomas die Frau lediglich Hilfe zur Zeugung und nützlich im Haushalt. Für das Geistesleben des Mannes sei sie ohne Bedeutung. Wie recht hat Ranke-Heinemann, wenn sie resümiert: “Nimmt man die Repressionen gegen die Frauen, ihre Zurückdrängung, Diffamierung und Verteufelung alles in allem, so bedeutet die ganze Kirchengeschichte eine einzige lange Kette männlicher bornierter Willkürherrschaft über die Frau …Die Unterordnung der Frau unter den Mann ist ein Postulat der Theologen während der ganzen Kirchengeschichte geblieben, und auch in der Männerkirche von heute ist sie immer noch als gottgewollt dogmatisiert”.
Da jeder vor- und außereheliche Geschlechtsverkehr immer Sünde ist, und da am 4. Februar 1611 das Hl. Offizium in Rom bestimmte, dass es in geschlechtlichen Dingen “keine Geringfügigkeit des Gegenstandes” gebe, betrieb und betreibt die katholische Kirche insgesamt eine Entsexualisierung der gesamten Christenheit. Davon sind auch die Homosexuellen betroffen und deswegen widmet sich Ranke-Heinemann in dieser aktualisierten Ausgabe verstärkt auch diesem Thema. Dabei stellt sie fest, dass es neben dem christlichen Terror gegenüber den Homosexuellen gleichzeitig auch eine ganz andere Geschichte von Christentum und Homosexualität gibt. Für sie ist die katholische Kirche, spätestens seit der Gegenreformation, “monosexuell strukturiert” und hat “gemäß seinem Sexualpessimismus auch die Homosexuellen entsexualisiert und sie dann in seiner frauenverachtenden Männergesellschaft kultiviert und glorifiziert”. Dabei verweist sie gleichzeitig auf den katholischen Priester Robert Arpin, der 1995 die Ansicht vertrat, dass in den USA 40% der katholischen Priester homosexuell sind. Für Ranke-Heinemann, die eine entschiedene Gegnerin des Zölibats ist, der ebenfalls heidnische Wurzeln hat und nicht auf Jesus zurückzuführen ist, der womöglich sogar verheiratet war, weil es damals allgemeine jüdische Pflicht war zu heiraten, lebt der katholische Klerus in einem “Getto der Männerkirche”, die so tun, “als ob es keine Frauen gäbe” und in dieser frauenlosen Welt “können sie keinen Blick mehr haben für die wirkliche Welt, für eine Welt nämlich voller Männer und Frauen, und das heißt eine Welt der Menschen”.
“Eunuchen für das Himmelreich” ist ein bemerkenswertes Buch. Kein anderes Werk über katholische Moraltradition gräbt so viele diskriminierende Verlautbarungen über die Frauen aus - von den Kirchenvätern, Heiligen und Moraltheologen des Mittelalters bis zu den jüngsten Päpsten. Ranke-Heinemann dokumentiert den Prozess von 20. Jahrhunderten Schlafzimmerdiktatur und Frauendiskriminierung.
Ihre mit großer Gelehrsamkeit erarbeiteten Darlegungen sind erschreckend und faszinierend.
31. Mai 2010 um 11:00 Uhr
Katholische Moraltheologie - menschenverachtender geht es nicht mehr!
Lieblos, liebeleer, anmaßend, ja geradezu teuflisch: von Anbeginn bis in die heutige Zeit zerstörerisch und frauenverachtend.
Die Autorin berichtet aus für den Laien allgemein weniger bekannten theologischen Quellen als kompetente Professorin der katholischen Theologie über die haarsträubenden Moralvorstellungen der “geistlichen Ehebettenpolizei”, wie sie treffend formuliert.
In den Augen dieser Theologen (sie nennt eine reiche Anzahl dieser Kleriker) ist “die Ehe eine Krankenanstalt für diejenigen, die die eigentlich angesagte Jungfräulichkeit (sie gilt für Männer wie für Frauen) auf Grund ihrer Schwäche nicht schafften.” ( S.159ff)
Die Zölibatären schwingen sich zu deren Heilern auf und verkünden eine “Herrenmenschenmoral und gnadenlose sexuelle Ausbeutung der Frau.”
Was da so alles kirchlicherseits zur “Todsünde” erklärt wird, war mir nur teilweise bekannt und hinterließ mich wütend wegen der erschreckenden Unterjochung der Frauen, aber auch lauthals-lachend über die unlogisch-dümmlichen, hausgemachten Regeln einer geradezu lächerlich verknöcherten Moraltheologie der katholischen Kirche. Nicht nur Abtreibung und Verhütung sind Mord und somit “Todsünde”,sondern auch der Coitus interruptus, ja sogar die Verweigerung des Geschlechtsverkehrs in der Ehe - aus welchen Gründen spielt absolut keine Rolle - da ja der andere Partner (gemeint ist in erster Linie der Mann) dadurch in die Unzucht (sprich zum außerehelichen Verkehr) gedrängt werden könne. Im Klartext: Ehepartner sind für die sündigen außerehelichen Beziehungen des Partners zur Verantwortung zu ziehen. Auch Krankheit und drohende Todesfolge bei evtl. Konzeption sind keine Entschuldigungsgründe für eine “Pflichtverweigerung” oder einen Coitus interruptus, sondern in Kauf zu nehmen. Der Beichtstuhl -
eigentlich zur “Gewissenserleichterung” gedacht - mutierte schon in den frühen Anfängen zur Stätte pornographischer Hörspiele, in dem Priester ihre Befriedigung in der allzu deutlichen Befragung im sexuellen Themenbereich fanden. Besonders delikat war und ist, daß dadurch fantasie-ärmere Schäfchen erst auf den Geschmack gebracht wurden, so daß es bei der Beichte zunehmend spannender zuging. Aber dieser Lustgewinn war natürlich verächtlich und schwer zu ahnden.
Den Apostel Paulus nimmt die Autorin in Schutz. Bis 200 n.Chr. sei allgemein bekannt gewesen, daß Paulus - wie jeder Jude jenseits eines Alters von 20 Jahren - verheiratet war und dies auch zu sein hatte.
(Zwecks Vermeidung der Unzucht natürlich, siehe Phil.4,3) Später erst hätte man laut Autorin 1.Kor.7,1 in den Mittelpunkt der Betrachtung gerückt: “Es ist dem Mann gut, keine Frau zu berühren”. Dies sei aber als eine Frage an Paulus gerichtet, die er dann nur wiederholt, und keineswegs eine Antwort und erst recht kein zölibatärer Lehrsatz gewesen. Der noch heute eigentümlicher Weise völlig unkritisch betrachtete und zitierte Kirchenvater Augustinus steht nach wie vor mit seiner abstrusen Moraltheologie im Mittelpunkt aller Lehrmeinungen, wie auch der frauenverachtende Thomas von Aquin.
Es ist an Lächerlichkeit kaum zu überbieten, daß man es mit ihm für möglich hält, daß Kinder ohne Geschlechtsakt im Paradies gezeugt werden konnten. Später kommt Augustinus dann auf die Idee, die Erbsünde contra den verdammungswürdigen Pelagius (+418 n.Chr.) folgendermaßen zu erklären:
Im Paradies war der Penis willkürlich zu bewegen wie Hände, Arme und Füße. Seit dem Sündenfall ist Lust notwendig, damit der Geschlechtsakt vollzogen werden kann, sprich damit das Glied erigiert. Ungehorsamkeit im Paradies wird mit Ungehorsamkeit der Geschlechtsorgane bestraft - noch heute katholische Lehrmeinung nach Ranke-Heinemann. Seine Sexualphobie macht das “Lustproblem” immer wieder zum Thema- bis an das Ende seiner Tage: wenn das nicht psychisch krank ist ! !
Laut Papst Johannes Paul II gibt es sogar einen Ehebruch mit der eigenen Frau - so deklariert 1980 ( ! ! ! )
Ein Theodor Hendrik van der Velde landet mit seinem Buch “Die vollkommene Ehe” mit Unterstützung von Papst Pius XI und Hitler auf dem berühmten Index, obwohl er nichts Kirchenfeindliches geschrieben hat, sondern lediglich etwas mehr Abwechslung in das eheliche Schlafzimmer bringen wollte.
Die traditionell “zölibatäre Eheverachtung und Jungfräulichkeitsmanie” machte sich in der Empörung des Klerus denn auch prompt Luft. Da liest man doch - auch noch im 20. und 21. Jahrhundert - im Vatikan lieber dieses “wunderbare” Werk des Obermoraltheologen Bernhard Häring mit dem so vielsagenden Titel “Verunstaltung des ehelichen Verkehrs” und erfreut sich statt an einem “Christentum des Lichts” lieber am “abgedunkelten Beichstuhlgeflüster der moraltheologischen Lustverächter”. Pius XII ernennt 1950 den allermoralischsten der Moraltheologen Alfons Maria von Liguori ( 1696 - 1787) zum Patron der Beichtväter und Moralisten. Göpfert ist noch “lobend” zu erwähnen, denn durch ihn erfährt die Menschheit endlich, welche Körperteile des Menschen ehrbar, weniger ehrbar und unehrbar ( = obszön, schändlich) sind, während seit besagtem Häring (1967) und seinem “Sündenkatalog” keiner mehr sagen kann, er habe nichts von gar nichts gewußt. “Masturbierende gehen der Liebe Gottes verlustig”, verkündet Papst Paul VI. - auch unter dem Beinamen “Pillenpaul, der Antisexte” - in die Geschichte eingegangen - obwohl nirgends dergleichen in den heiligen Schriften zu lesen ist. Masturbation (fälschlich auch Onanie genannt) ist denn auch jenseits aller Handhabe oder gar wissenschaftlicher Nachweise ein mit kraß-lächerlichen medizinischen Irrtümern besetztes Thema: Die Ausübenden kommen “selbstverständlich” nach ihren außerordentlich gesundheits-schädigenden Praktiken dieser “Todsünde” geradewegs direkt in die Hölle. Die bedeutenden Ärzte Galenus (2.Jh.) und Avicenna( 11.Jh.) hatten bereits Masturbationen zur Reinigung des Körpers von schädlichem aufgestautem Samen medizinisch empfohlen, falls kein Geschlechtsverkehr stattfinden kann. Die katholische Kirche indessen hält sie für eine Todsünde, die schlimmer ist als der Inzest mit der eigenen Mutter. Hier klingt bereits die “Mütteropferungsideologie” an, die auch das Leben des Foetus in jedem Fall dem der Mutter vorzieht - egal ob er letztlich lebensfähig ist oder nicht, egal ob die Mutter dabei drauf geht oder nicht. Die Frau ist nur Gebärmaschine und hat nicht zu entscheiden, was mit ihr passieren oder eben auch nicht passieren soll. Denn die ewige Verdammnis ungetaufter Kinder gilt es zu vermeiden - koste es, was es wolle. Diese Regeln werden auch explizit auf den Kaiserschnitt ausgedehnt. Eine “kriminelle Jack-the-Ripper-Theologie”", wie sie Ranke-Heinemann treffend nennt, malt diesen grausamen Gott des Augustinus als einen Verfolger und Verdammer der Neugeborenen, die es vor ihrem Tod nicht schafften , getauft zu werden. Dieser Gott ist ein Verfolger und Quäler der Frauen - auch in unserem Jahrhundert noch. Diese bittere Wahrheit konstatiert die Autorin eindrucksvoll wie zugleich bedrückend.
Dessen ungeachtet darf und muß wohl gefragt werden: Bleibt da wieder einmal jegliche Logik auf der Strecke? Die eben noch im Mutterleib als unschuldig bezeichneten Kinder verlieren plötzlich diese ihre viel beschworene Unschuld, wenn diese armen Würmchen unschuldiger Weise in die ewige Verdammnis eingehen, falls man sie nicht sofort nach der Geburt mit Weihwasser begossen und unter Priestergemurmel getauft hat? Was ist denn das für eine seltsame Moral? Was soll denn das für ein
merkwürdiger Gott sein? Jesus selbst hat niemanden getauft, hat dies weder befohlen noch empfohlen. Er selbst wie alle nach ihm, die zu Johannes dem Täufer gingen, wurden in freier Entscheidung als Erwachsene getauft. Die Säuglingstaufe ist eine Erfindung der katholischen Kirche, mit der sie eine machtvolle seelische Erpressung vornimmt.
Ein ganz heißes Thema ist die Kooperation der katholischen Kirche mit Hitler und seinem menschenverachtenden Rassismus. Der Moraltheologe Tillmann denkt 1940 über Anstaltsgewahrsam zwecks Vermeidung geistig und erbbiologisch minderwertiger Zeugungen nach. Kardinal Faulhaber findet es eine berechtigte Notwehr, Schädlinge zu internieren: KZ statt Zwangssterilisation lautet seine Empfehlung. Auch besagter Häring schreibt noch im Jahre 1967 (! ! !) über “Verantwortete Gattenwahl” in rassistischer Weise.
Man könnte sich noch seitenlang darüber ergehen. Man lese selbst all diese sauber recherchierten Fakten nach, die nichts als die reine Wahrheit über diese katholische sogenannte “christliche” Kirche berichten, anstatt sich nach wie vor von umherreisenden, überflüssige Bücher schreibenden Päpsten milde-lächelnd für dumm verkaufen zu lassen.
Von dieser Stelle aus eine Gratulation an diese überaus mutige und kluge Frau Uta Ranke-Heinemann, deren Bücher man unbedingt lesen sollte.
31. Mai 2010 um 11:00 Uhr
Katholische Moraltheologie - menschenverachtender geht es nicht mehr!
Lieblos, liebeleer, anmaßend, ja geradezu teuflisch: von Anbeginn bis in die heutige Zeit zerstörerisch und frauenverachtend.
Die Autorin berichtet aus für den Laien allgemein weniger bekannten theologischen Quellen als kompetente Professorin der katholischen Theologie über die haarsträubenden Moralvorstellungen der “geistlichen Ehebettenpolizei”, wie sie treffend formuliert.
In den Augen dieser Theologen (sie nennt eine reiche Anzahl dieser Kleriker) ist “die Ehe eine Krankenanstalt für diejenigen, die die eigentlich angesagte Jungfräulichkeit (sie gilt für Männer wie für Frauen) auf Grund ihrer Schwäche nicht schafften.” ( S.159ff)
Die Zölibatären schwingen sich zu deren Heilern auf und verkünden eine “Herrenmenschenmoral und gnadenlose sexuelle Ausbeutung der Frau.”
Was da so alles kirchlicherseits zur “Todsünde” erklärt wird, war mir nur teilweise bekannt und hinterließ mich wütend wegen der erschreckenden Unterjochung der Frauen, aber auch lauthals-lachend über die unlogisch-dümmlichen, hausgemachten Regeln einer geradezu lächerlich verknöcherten Moraltheologie der katholischen Kirche. Nicht nur Abtreibung und Verhütung sind Mord und somit “Todsünde”,sondern auch der Coitus interruptus, ja sogar die Verweigerung des Geschlechtsverkehrs in der Ehe - aus welchen Gründen spielt absolut keine Rolle - da ja der andere Partner (gemeint ist in erster Linie der Mann) dadurch in die Unzucht (sprich zum außerehelichen Verkehr) gedrängt werden könne. Im Klartext: Ehepartner sind für die sündigen außerehelichen Beziehungen des Partners zur Verantwortung zu ziehen. Auch Krankheit und drohende Todesfolge bei evtl. Konzeption sind keine Entschuldigungsgründe für eine “Pflichtverweigerung” oder einen Coitus interruptus, sondern in Kauf zu nehmen. Der Beichtstuhl -
eigentlich zur “Gewissenserleichterung” gedacht - mutierte schon in den frühen Anfängen zur Stätte pornographischer Hörspiele, in dem Priester ihre Befriedigung in der allzu deutlichen Befragung im sexuellen Themenbereich fanden. Besonders delikat war und ist, daß dadurch fantasie-ärmere Schäfchen erst auf den Geschmack gebracht wurden, so daß es bei der Beichte zunehmend spannender zuging. Aber dieser Lustgewinn war natürlich verächtlich und schwer zu ahnden.
Den Apostel Paulus nimmt die Autorin in Schutz. Bis 200 n.Chr. sei allgemein bekannt gewesen, daß Paulus - wie jeder Jude jenseits eines Alters von 20 Jahren - verheiratet war und dies auch zu sein hatte.
(Zwecks Vermeidung der Unzucht natürlich, siehe Phil.4,3) Später erst hätte man laut Autorin 1.Kor.7,1 in den Mittelpunkt der Betrachtung gerückt: “Es ist dem Mann gut, keine Frau zu berühren”. Dies sei aber als eine Frage an Paulus gerichtet, die er dann nur wiederholt, und keineswegs eine Antwort und erst recht kein zölibatärer Lehrsatz gewesen. Der noch heute eigentümlicher Weise völlig unkritisch betrachtete und zitierte Kirchenvater Augustinus steht nach wie vor mit seiner abstrusen Moraltheologie im Mittelpunkt aller Lehrmeinungen, wie auch der frauenverachtende Thomas von Aquin.
Es ist an Lächerlichkeit kaum zu überbieten, daß man es mit ihm für möglich hält, daß Kinder ohne Geschlechtsakt im Paradies gezeugt werden konnten. Später kommt Augustinus dann auf die Idee, die Erbsünde contra den verdammungswürdigen Pelagius (+418 n.Chr.) folgendermaßen zu erklären:
Im Paradies war der Penis willkürlich zu bewegen wie Hände, Arme und Füße. Seit dem Sündenfall ist Lust notwendig, damit der Geschlechtsakt vollzogen werden kann, sprich damit das Glied erigiert. Ungehorsamkeit im Paradies wird mit Ungehorsamkeit der Geschlechtsorgane bestraft - noch heute katholische Lehrmeinung nach Ranke-Heinemann. Seine Sexualphobie macht das “Lustproblem” immer wieder zum Thema- bis an das Ende seiner Tage: wenn das nicht psychisch krank ist ! !
Laut Papst Johannes Paul II gibt es sogar einen Ehebruch mit der eigenen Frau - so deklariert 1980 ( ! ! ! )
Ein Theodor Hendrik van der Velde landet mit seinem Buch “Die vollkommene Ehe” mit Unterstützung von Papst Pius XI und Hitler auf dem berühmten Index, obwohl er nichts Kirchenfeindliches geschrieben hat, sondern lediglich etwas mehr Abwechslung in das eheliche Schlafzimmer bringen wollte.
Die traditionell “zölibatäre Eheverachtung und Jungfräulichkeitsmanie” machte sich in der Empörung des Klerus denn auch prompt Luft. Da liest man doch - auch noch im 20. und 21. Jahrhundert - im Vatikan lieber dieses “wunderbare” Werk des Obermoraltheologen Bernhard Häring mit dem so vielsagenden Titel “Verunstaltung des ehelichen Verkehrs” und erfreut sich statt an einem “Christentum des Lichts” lieber am “abgedunkelten Beichstuhlgeflüster der moraltheologischen Lustverächter”. Pius XII ernennt 1950 den allermoralischsten der Moraltheologen Alfons Maria von Liguori ( 1696 - 1787) zum Patron der Beichtväter und Moralisten. Göpfert ist noch “lobend” zu erwähnen, denn durch ihn erfährt die Menschheit endlich, welche Körperteile des Menschen ehrbar, weniger ehrbar und unehrbar ( = obszön, schändlich) sind, während seit besagtem Häring (1967) und seinem “Sündenkatalog” keiner mehr sagen kann, er habe nichts von gar nichts gewußt. “Masturbierende gehen der Liebe Gottes verlustig”, verkündet Papst Paul VI. - auch unter dem Beinamen “Pillenpaul, der Antisexte” - in die Geschichte eingegangen - obwohl nirgends dergleichen in den heiligen Schriften zu lesen ist. Masturbation (fälschlich auch Onanie genannt) ist denn auch jenseits aller Handhabe oder gar wissenschaftlicher Nachweise ein mit kraß-lächerlichen medizinischen Irrtümern besetztes Thema: Die Ausübenden kommen “selbstverständlich” nach ihren außerordentlich gesundheits-schädigenden Praktiken dieser “Todsünde” geradewegs direkt in die Hölle. Die bedeutenden Ärzte Galenus (2.Jh.) und Avicenna( 11.Jh.) hatten bereits Masturbationen zur Reinigung des Körpers von schädlichem aufgestautem Samen medizinisch empfohlen, falls kein Geschlechtsverkehr stattfinden kann. Die katholische Kirche indessen hält sie für eine Todsünde, die schlimmer ist als der Inzest mit der eigenen Mutter. Hier klingt bereits die “Mütteropferungsideologie” an, die auch das Leben des Foetus in jedem Fall dem der Mutter vorzieht - egal ob er letztlich lebensfähig ist oder nicht, egal ob die Mutter dabei drauf geht oder nicht. Die Frau ist nur Gebärmaschine und hat nicht zu entscheiden, was mit ihr passieren oder eben auch nicht passieren soll. Denn die ewige Verdammnis ungetaufter Kinder gilt es zu vermeiden - koste es, was es wolle. Diese Regeln werden auch explizit auf den Kaiserschnitt ausgedehnt. Eine “kriminelle Jack-the-Ripper-Theologie”", wie sie Ranke-Heinemann treffend nennt, malt diesen grausamen Gott des Augustinus als einen Verfolger und Verdammer der Neugeborenen, die es vor ihrem Tod nicht schafften , getauft zu werden. Dieser Gott ist ein Verfolger und Quäler der Frauen - auch in unserem Jahrhundert noch. Diese bittere Wahrheit konstatiert die Autorin eindrucksvoll wie zugleich bedrückend.
Dessen ungeachtet darf und muß wohl gefragt werden: Bleibt da wieder einmal jegliche Logik auf der Strecke? Die eben noch im Mutterleib als unschuldig bezeichneten Kinder verlieren plötzlich diese ihre viel beschworene Unschuld, wenn diese armen Würmchen unschuldiger Weise in die ewige Verdammnis eingehen, falls man sie nicht sofort nach der Geburt mit Weihwasser begossen und unter Priestergemurmel getauft hat? Was ist denn das für eine seltsame Moral? Was soll denn das für ein
merkwürdiger Gott sein? Jesus selbst hat niemanden getauft, hat dies weder befohlen noch empfohlen. Er selbst wie alle nach ihm, die zu Johannes dem Täufer gingen, wurden in freier Entscheidung als Erwachsene getauft. Die Säuglingstaufe ist eine Erfindung der katholischen Kirche, mit der sie eine machtvolle seelische Erpressung vornimmt.
Ein ganz heißes Thema ist die Kooperation der katholischen Kirche mit Hitler und seinem menschenverachtenden Rassismus. Der Moraltheologe Tillmann denkt 1940 über Anstaltsgewahrsam zwecks Vermeidung geistig und erbbiologisch minderwertiger Zeugungen nach. Kardinal Faulhaber findet es eine berechtigte Notwehr, Schädlinge zu internieren: KZ statt Zwangssterilisation lautet seine Empfehlung. Auch besagter Häring schreibt noch im Jahre 1967 (! ! !) über “Verantwortete Gattenwahl” in rassistischer Weise.
Man könnte sich noch seitenlang darüber ergehen. Man lese selbst all diese sauber recherchierten Fakten nach, die nichts als die reine Wahrheit über diese katholische sogenannte “christliche” Kirche berichten, anstatt sich nach wie vor von umherreisenden, überflüssige Bücher schreibenden Päpsten milde-lächelnd für dumm verkaufen zu lassen.
Von dieser Stelle aus eine Gratulation an diese überaus mutige und kluge Frau Uta Ranke-Heinemann, deren Bücher man unbedingt lesen sollte.
31. Mai 2010 um 11:00 Uhr
Entlarvend
Die Autorin deckt den ganzen scheinheiligen Schwindel auf, den die Kirche mit, besser gegen die Sexualität treibt.
31. Mai 2010 um 11:00 Uhr
Entlarvend
Die Autorin deckt den ganzen scheinheiligen Schwindel auf, den die Kirche mit, besser gegen die Sexualität treibt.