Kalungas Kind: Wie die DDR mein Leben rettete (Stefanie Aukongo)
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Schlagworte: Stefanie Aukongo
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16. Oktober 2009 um 19:51 Uhr
Sehr bewegend!
Zu diesem Buch kann ich nur gratulieren. Da hat sich jemand weit vor gewagt, gleichzeitig zurückgeschaut, um nach vorn zu kommen
Eine in jedem Kaptiel neu fesselnde und zutiefst bewegende Geschichte, auch wenn der Ausblick in die Neuzeit noch Fragen offen lässt. Aber gerade am Anfang kann man nicht anders als immer weiter zu lesen, und jeder lässt sich gern gefangen nehmen. Darüber hinaus beeindruckt der leicht humorvolle Erzählstil, trotz der ernsten Story. Ein Blick über die tiefen Momente dessen, was Leben und Familie bedeuten kann.
Rundum ein packendes Debüt dieser bezaubernden Autorin ! Unbedingt lesen !
21. Oktober 2009 um 16:00 Uhr
Faszinierend
Ein schönes, leicht lesbar geschriebenes Buch für Menschen, die mal eine ungewöhnliche aber wahre Geschichte lesen wollen. Definitiv lesenswert!
4. November 2009 um 11:34 Uhr
Unsere schwarze Schwester
Vor ein paar Wochen landete ich im WDR beim Kölner Treff: Eine junge Afrikanerin erzählte unaufdringlich von ihrem Leben, wirkte etwas scheu, aber ganz bei sich. Eine ungewöhnliche Person, dicke schwarze Zöpfe, große sprechende Augen und gemütlich vollschlank. Sie berichtete davon, dass sie in der DDR geboren worden war, weil freundliche Menschen ihr das Leben retteten und dass das irgendwie mit einem Bürgerkrieg in Afrika zusammenhing.
Das alles ging mich nichts an. Ich bin aus dem Süden Deutschlands und war nie in Afrika. Aber ich hatte schon einige Bücher darüber gelesen, viel Sehnsuchtskram, aber auch Vernünftiges. Vielleicht lag es auch daran, dass die junge Schwarze ihre - wie es hieß - Schwester in die Show mitgebracht hatte und die war das genaue Gegenteil. Blond, zart, blaue Augen. Schwestern? Und die beiden sprachen sehr liebevoll voneinander.
Ich vergaß diesen kurzen Eindruck, aber irgendwann musste ich an dieses seltsame Paar denken und guckte mal nach, was es Neues zum Thema Afrika gibt. Und da war sie: Stefanie-Lahya Aukongo hieß sie. Inzwischen haben ich “Kalungas Kind”, ihr Buch, gelesen. Genau genommen einmal ganz und dann immer wieder Stücke daraus. Mein Gott, was für eine Geschichte! Und wie die erzählt ist! Phantastisch! Nein, es ist phantastisch, dass ein Mensch so viel Schreckliches erleben kann und dennoch so viel Bodenständigkeit hat und Verständnis für andere Menschen zeigen kann.
Die Story geht so: Die DDR flog Ende der 70er Jahre verletzte Afrikaner nach Berlin aus. Darunter Stefanies Mutter, die etwa im 5. Monat schwanger war. Das Baby wird geboren, die Mutter kann erst nach der Entbindung operiert werden. Eine Familie nimmt die Kleine auf, es stellt sich heraus, dass sie behindert ist. Trotzdem stehen diese Leute zu dem Sorgenkind. Und nach etwas über einem Jahr müssen sie Stefanie hergeben, denn Mutter und Kind müssen in den Bürgerkrieg zurück. Beim Lesen wurde ich an der Stelle richtig wütend, weil ich plötzlich begriff, wie das System DDR wohl funktionierte. Es zählte nicht das einzelne Schicksal, sondern die offizielle Linie. Und gegen die lehnte sich die Pflegefamilie auf. Im Buch wird das sehr anschaulich dargestellt. Diese Menschen bekamen die Kleine tatsächlich zurück, obwohl man ihnen sagte: Holen Sie doch ein gesundes Kind. Welch eine Menschenverachtung - und das nannte sich Solidarität mit unterdrückten Völkern! Und dann haben sie Stefanie wieder - und die ist noch viel schlechter dran als zuvor. Krank und zerbissen von Menschen, niemand weiß wieso.
Stefanie lebt von nun an bei ihrer deutschen Familie. Aber immer wird ihr gesagt: Irgendwann musst du wieder nach Afrika. Dadurch wird sie niemals heimisch. Die Mauer fällt, der Westen kommt, die Kleine reist mit 14 nach Afrika, um ihre Eltern kennen zu lernen. Ein Teenager, etwas zurück in seiner Entwicklung, ganz allein im fremden Namibia, das ihre Heimat sein soll. Und niemand hat sie auf das vorbereitet, was sie erwartet. Sie trifft auf ihre leibliche Mutter, die ihr allen Ernstes empfiehlt Würmer zu essen, wenn sie die geschlachtete Ziege nicht mag. Ein Kulturschock. In ihrem Buch schreibt Stefanie, sie hätte das Gefühl gehabt, bei den Urmenschen gelandet zu sein. Aber auch, mit welcher Naivität sie durch das Abenteuer des eigenen Lebens stolpert.
Es ist dieser sanfte Humor, mit dem die heute 30-jährige auf ihr Leben zurückblickt, der mich für das Buch eingenommen hat. Und die Ehrlichkeit mit der sie von sich sagt, sie wünschte sich manchmal unsichtbar zu sein, weil sie als schwarze, behinderte und (so sagt sie es) zu dicke Frau überall auffällt. Sie schreibt von dem langen Weg, bis sie sich selbst akzeptieren konnte. Der Höhepunkt, ja, da brauchte ich ein paar Taschentücher, ist erreicht, als sie jene Ärzte aufsucht, die ihre Mutter 30 Jahre zuvor entbanden. Und so erfährt sie schließlich, warum sie die ist, die sie ist. Sie ist komplett anders als “wir”. Ich wünschte, “wir” könnten mit solcher Freundlichkeit das Leben ansehen wie diese ungewöhnliche Frau. Und um wieder zu dieser “Schwester” aus der Talkshow zurückzukommen: Von der schreibt Stefanie zwar nicht viel, aber es wird klar, dass in dieser Pflegefamilie eine große Liebe geherrscht haben muss. Für mich eine der Aussagen des Buchs überhaupt: Nimm Menschen wie sie sind, nicht wir du willst, dass sie sein sollen. Dann ist eine blonde Frau die Schwester ihres Gegenteils.
Ich habe noch nie Vergleichbares gelesen und empfehle Kalungas Kind aus ganzem Herzen.
4. November 2009 um 11:34 Uhr
Unsere schwarze Schwester
Vor ein paar Wochen landete ich im WDR beim Kölner Treff: Eine junge Afrikanerin erzählte unaufdringlich von ihrem Leben, wirkte etwas scheu, aber ganz bei sich. Eine ungewöhnliche Person, dicke schwarze Zöpfe, große sprechende Augen und gemütlich vollschlank. Sie berichtete davon, dass sie in der DDR geboren worden war, weil freundliche Menschen ihr das Leben retteten und dass das irgendwie mit einem Bürgerkrieg in Afrika zusammenhing.
Das alles ging mich nichts an. Ich bin aus dem Süden Deutschlands und war nie in Afrika. Aber ich hatte schon einige Bücher darüber gelesen, viel Sehnsuchtskram, aber auch Vernünftiges. Vielleicht lag es auch daran, dass die junge Schwarze ihre - wie es hieß - Schwester in die Show mitgebracht hatte und die war das genaue Gegenteil. Blond, zart, blaue Augen. Schwestern? Und die beiden sprachen sehr liebevoll voneinander.
Ich vergaß diesen kurzen Eindruck, aber irgendwann musste ich an dieses seltsame Paar denken und guckte mal nach, was es Neues zum Thema Afrika gibt. Und da war sie: Stefanie-Lahya Aukongo hieß sie. Inzwischen haben ich “Kalungas Kind”, ihr Buch, gelesen. Genau genommen einmal ganz und dann immer wieder Stücke daraus. Mein Gott, was für eine Geschichte! Und wie die erzählt ist! Phantastisch! Nein, es ist phantastisch, dass ein Mensch so viel Schreckliches erleben kann und dennoch so viel Bodenständigkeit hat und Verständnis für andere Menschen zeigen kann.
Die Story geht so: Die DDR flog Ende der 70er Jahre verletzte Afrikaner nach Berlin aus. Darunter Stefanies Mutter, die etwa im 5. Monat schwanger war. Das Baby wird geboren, die Mutter kann erst nach der Entbindung operiert werden. Eine Familie nimmt die Kleine auf, es stellt sich heraus, dass sie behindert ist. Trotzdem stehen diese Leute zu dem Sorgenkind. Und nach etwas über einem Jahr müssen sie Stefanie hergeben, denn Mutter und Kind müssen in den Bürgerkrieg zurück. Beim Lesen wurde ich an der Stelle richtig wütend, weil ich plötzlich begriff, wie das System DDR wohl funktionierte. Es zählte nicht das einzelne Schicksal, sondern die offizielle Linie. Und gegen die lehnte sich die Pflegefamilie auf. Im Buch wird das sehr anschaulich dargestellt. Diese Menschen bekamen die Kleine tatsächlich zurück, obwohl man ihnen sagte: Holen Sie doch ein gesundes Kind. Welch eine Menschenverachtung - und das nannte sich Solidarität mit unterdrückten Völkern! Und dann haben sie Stefanie wieder - und die ist noch viel schlechter dran als zuvor. Krank und zerbissen von Menschen, niemand weiß wieso.
Stefanie lebt von nun an bei ihrer deutschen Familie. Aber immer wird ihr gesagt: Irgendwann musst du wieder nach Afrika. Dadurch wird sie niemals heimisch. Die Mauer fällt, der Westen kommt, die Kleine reist mit 14 nach Afrika, um ihre Eltern kennen zu lernen. Ein Teenager, etwas zurück in seiner Entwicklung, ganz allein im fremden Namibia, das ihre Heimat sein soll. Und niemand hat sie auf das vorbereitet, was sie erwartet. Sie trifft auf ihre leibliche Mutter, die ihr allen Ernstes empfiehlt Würmer zu essen, wenn sie die geschlachtete Ziege nicht mag. Ein Kulturschock. In ihrem Buch schreibt Stefanie, sie hätte das Gefühl gehabt, bei den Urmenschen gelandet zu sein. Aber auch, mit welcher Naivität sie durch das Abenteuer des eigenen Lebens stolpert.
Es ist dieser sanfte Humor, mit dem die heute 30-jährige auf ihr Leben zurückblickt, der mich für das Buch eingenommen hat. Und die Ehrlichkeit mit der sie von sich sagt, sie wünschte sich manchmal unsichtbar zu sein, weil sie als schwarze, behinderte und (so sagt sie es) zu dicke Frau überall auffällt. Sie schreibt von dem langen Weg, bis sie sich selbst akzeptieren konnte. Der Höhepunkt, ja, da brauchte ich ein paar Taschentücher, ist erreicht, als sie jene Ärzte aufsucht, die ihre Mutter 30 Jahre zuvor entbanden. Und so erfährt sie schließlich, warum sie die ist, die sie ist. Sie ist komplett anders als “wir”. Ich wünschte, “wir” könnten mit solcher Freundlichkeit das Leben ansehen wie diese ungewöhnliche Frau. Und um wieder zu dieser “Schwester” aus der Talkshow zurückzukommen: Von der schreibt Stefanie zwar nicht viel, aber es wird klar, dass in dieser Pflegefamilie eine große Liebe geherrscht haben muss. Für mich eine der Aussagen des Buchs überhaupt: Nimm Menschen wie sie sind, nicht wir du willst, dass sie sein sollen. Dann ist eine blonde Frau die Schwester ihres Gegenteils.
Ich habe noch nie Vergleichbares gelesen und empfehle Kalungas Kind aus ganzem Herzen.
20. November 2009 um 03:17 Uhr
ein Buch, das unter die Haut geht
Das erste Werk der jungen Autorin ist absolut lesenswert. Besonders beeindruckt hat mich die Offenheit, mit der Stefanie Aukongo ihr Leben zwischen den zwei “Welten” Afrika und der DDR und zwischen ihren zahlreichen Familienmitgliedern beschreibt. Es ist schön darüber zu lesen, wie menschliches Miteinander und gegenseitige Hilfe ihr Leben gerettet hat. Ich hoffe auf weitere Bücher und ich will unbedingt erfahren, welchen Weg Frau Aukongo weiterhin einschlägt.
4. Januar 2010 um 23:17 Uhr
ein buch der hoffnung und liebe
Kalungas kind ist ein buch der hoffnung. ein großes geschenk für alle die sich berühren lassen möchten von einer sehr beeindruckenden lebensgeschichte. frau aukongo danke ich von herzen für die einblicke in ihr leben, die von Seite zu Seite uns daran erinnern was wirklich wichtig im leben ist.
19. Februar 2010 um 11:34 Uhr
lesenswert
Ich habe nach einigen Interviews im Fernsehen von dem Schicksal der Autorin Kenntnis geommen, bin neugierig geworden und habe ihr Buch gelesen.Mehrmals.
Es untescheidet sich sehr von dem derzeit inflationär im Handel erhältlichen Selbstdarstellungen von Mitmenschen , die sich selbst zu wichtig nehmen. Die Autorin, jedenfalls, hat etwas zu erzählen.
Es beginnt in einem Lager in Angola, überfüllt von Flüchtlingen aus Namibia, nach einem Angriff südafrikanischer Truppen.
Es ist die Geschichte einer jungen Mutter, die schwer verletzt, schwanger, um ihr lebend kämpfend, auf fast schon wundersame Weise nach Berlin fand um dort ihr Kind zu Welt zu bringen.
Die Geschichte von Menschen, die zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort sich des kleinen Mädchens annahmen und sie nie im Stich liessen. Auch nicht , als es noch im Babyalter in eine ungewisse Zukunft zurück mußte.
Es ist die Geschichte von Menschen, die zum Spielball der kongurierenden Mächte im kalten Krieg geworden sind und keiner nach dem persönlichen Schicksal der Opfer dieses Krieges fragte. Mit Ausnahme Stefanies Pflegefamilie, Lehrern und Freunden.
Es ist die Geschichte von Menschen , die Solidarität, Nächstenliebe und Gemeinsinn lebten, ungeachtet möglicher Folgen und der enormen Anstrengungen , die es mit sich bringt ein kleines krankes Kind bei sich zu Hause aufzunehmen.
Vor allem aber ist es die Geschichte einer junden Frau, die schon im Mutterleib verletzt, um ihr Leben kämpfen mußte.
Sie schildert dies ohne Bitterkeit, ohne Pathos mit einem bewundernswertem Optimismus. Die Autorin findet eine erfrischende, schnörkelose Sprache, nicht ohne Selbstironie, beispielsweise wenn sie die Kontakte mit der Welt ihrer Eltern und Großeltern beschreibt.
Es ist eben eine typisch deutsche Sicht. Kenne ich igendwo her.
Die Autorin beschreibt nicht nur ein Stück Zeitgeschichte sondern auch eine sehr offene und persönliche Sicht auf die Welt, in der wir leben. Sie bleibt dabei optimistisch auch wenn sie immer noch in unserem Land Rassismus und Menschenverachtung erfahren muß.
Das Buch ist sehr spannend geschrieben. Ich mochte es nicht aus der Hand legen, so als würde ich in der Zwischenzeit etwas verpassen. Ich konnte manche Szene buchstäblich vor dem geistigen Auge sehen.
Die Autorin beschreibt nicht nur ein Stück Zeitgeschichte sondern auch eine sehr offene und persönliche Sicht auf die Welt, in der wir leben. Sie bleibt dabei optimistisch, auch wenn sie immer noch in unserem Land Rassismus und Menschenverachtung erfahren muß.
Sie weiss sehr wohl zwischen der Administration der DDR und den Menschen die in ihr lebten zu unterscheiden.
Dafür bin ich sehr dankbar.
Allerdings legt sie auch den Finger auf einem wunden Punkt. Wir haben offenbar etwas verloren.
Wir sind nicht mehr solidarisch mit denen, die Unrecht und Unterdrückug im eigenen Land erfahren. Nicht nur in Bezug auf Rassismus.
Wir sind dabei den afrikanischen Kontinent zu vergessen, der wieder zum Spielball der Mächte dieser Welt geworden ist.
Und, die schicksalhaften Wendungen in dem Leben der Autorin haben immer mal an meinem recht nüchtern logischen, atheistischen Weltbild gerüttelt.
Lesen sie aber selbst, es lohnt sich.
Ich hoffe, wir bekommen bald neues zu lesen.
19. Februar 2010 um 11:34 Uhr
lesenswert
Ich habe nach einigen Interviews im Fernsehen von dem Schicksal der Autorin Kenntnis geommen, bin neugierig geworden und habe ihr Buch gelesen.Mehrmals.
Es untescheidet sich sehr von dem derzeit inflationär im Handel erhältlichen Selbstdarstellungen von Mitmenschen , die sich selbst zu wichtig nehmen. Die Autorin, jedenfalls, hat etwas zu erzählen.
Es beginnt in einem Lager in Angola, überfüllt von Flüchtlingen aus Namibia, nach einem Angriff südafrikanischer Truppen.
Es ist die Geschichte einer jungen Mutter, die schwer verletzt, schwanger, um ihr lebend kämpfend, auf fast schon wundersame Weise nach Berlin fand um dort ihr Kind zu Welt zu bringen.
Die Geschichte von Menschen, die zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort sich des kleinen Mädchens annahmen und sie nie im Stich liessen. Auch nicht , als es noch im Babyalter in eine ungewisse Zukunft zurück mußte.
Es ist die Geschichte von Menschen, die zum Spielball der kongurierenden Mächte im kalten Krieg geworden sind und keiner nach dem persönlichen Schicksal der Opfer dieses Krieges fragte. Mit Ausnahme Stefanies Pflegefamilie, Lehrern und Freunden.
Es ist die Geschichte von Menschen , die Solidarität, Nächstenliebe und Gemeinsinn lebten, ungeachtet möglicher Folgen und der enormen Anstrengungen , die es mit sich bringt ein kleines krankes Kind bei sich zu Hause aufzunehmen.
Vor allem aber ist es die Geschichte einer junden Frau, die schon im Mutterleib verletzt, um ihr Leben kämpfen mußte.
Sie schildert dies ohne Bitterkeit, ohne Pathos mit einem bewundernswertem Optimismus. Die Autorin findet eine erfrischende, schnörkelose Sprache, nicht ohne Selbstironie, beispielsweise wenn sie die Kontakte mit der Welt ihrer Eltern und Großeltern beschreibt.
Es ist eben eine typisch deutsche Sicht. Kenne ich igendwo her.
Die Autorin beschreibt nicht nur ein Stück Zeitgeschichte sondern auch eine sehr offene und persönliche Sicht auf die Welt, in der wir leben. Sie bleibt dabei optimistisch auch wenn sie immer noch in unserem Land Rassismus und Menschenverachtung erfahren muß.
Das Buch ist sehr spannend geschrieben. Ich mochte es nicht aus der Hand legen, so als würde ich in der Zwischenzeit etwas verpassen. Ich konnte manche Szene buchstäblich vor dem geistigen Auge sehen.
Die Autorin beschreibt nicht nur ein Stück Zeitgeschichte sondern auch eine sehr offene und persönliche Sicht auf die Welt, in der wir leben. Sie bleibt dabei optimistisch, auch wenn sie immer noch in unserem Land Rassismus und Menschenverachtung erfahren muß.
Sie weiss sehr wohl zwischen der Administration der DDR und den Menschen die in ihr lebten zu unterscheiden.
Dafür bin ich sehr dankbar.
Allerdings legt sie auch den Finger auf einem wunden Punkt. Wir haben offenbar etwas verloren.
Wir sind nicht mehr solidarisch mit denen, die Unrecht und Unterdrückug im eigenen Land erfahren. Nicht nur in Bezug auf Rassismus.
Wir sind dabei den afrikanischen Kontinent zu vergessen, der wieder zum Spielball der Mächte dieser Welt geworden ist.
Und, die schicksalhaften Wendungen in dem Leben der Autorin haben immer mal an meinem recht nüchtern logischen, atheistischen Weltbild gerüttelt.
Lesen sie aber selbst, es lohnt sich.
Ich hoffe, wir bekommen bald neues zu lesen.
20. Februar 2010 um 16:00 Uhr
kalungas kind
Ich war von der ersten Zeile an, von diesem Buch begeistert. Sehr objektiv werden die Sorgen und Probleme der Bürgerkriegsopfer beschrieben. Es war auch eine sehr ehrliche und realistische Beschreibung der Hilfe, die damals durch die ehemalige DDR und einzelner Büger geleistet wurde. (und immer die Angst im Genick, ich muß zurück, ich werde abgeschoben). Die ganze Lebensgeschichte dieser jungen Frau, begonnen mit der Geburt in der DDR, über die Wendezeit und ihr jetziges soziales Arangement in Namibia haben mich sehr berührt.
Diese Buch ist sehr empfehlenswert.