Auf der Spur des Bösen: Ein Profiler berichtet (Axel Petermann)
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Schlagworte: Axel Petermann
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21. Mai 2010 um 07:34 Uhr
spannend bis zur letzten Seite
Axel Petermann ist Profiler. In seinem Buch Auf der Spur des Bösen schildert er fünf seiner spektakulären Fälle, in denen er mit Methoden der Fallanalytik dem Mörder auf die Spur gekommen ist. Zuerst skeptisch, ob mir so viel Authentizität nicht zu blutrünstig ist, war ich angenehm überrascht: Petermann schafft es, auch schaurige Fakten so in seine Geschichte einzubauen, dass man trotz der grauenvollen Taten noch das Wesentliche verfolgt, nämlich sich auf die Suche nach dem Täter macht, statt sich aus Effekthascherei in schauderhaften Details verliert.
Besonders eindrucksvoll finde ich, dass auch die Langwierigkeit der Polizeiarbeit vor Augen geführt wird, die langen Tage des Puzzelns und Nachdenkens. In allen fünf Kapiteln schafft es der Autor, den Leser auf dem Weg der Tätersuche teilnehmen zu lassen, an seinen Ahnungen und Ermittlungstaktiken, aber genauso an den Fehlschlüssen und den eigenen Fehlern. Man merkt dem Buch an, dass es profund recherchiert ist, auch ermittlungstechnische Details werden dem Laien einleuchtend erklärt.
Am meisten hat mich vermutlich fasziniert, dass Petermann Jahre nach der Verurteilung der Täter mit diesen noch einmal Kontakt aufgenommen hat um seine früheren Ahnungen und Einschätzungen zu verifizieren. Dadurch ist es nicht nur eine Aneinanderreihung von monströsen Fällen, sondern zeigt hervorragend die Vorteile der Fallanalytik und deren Weiterentwicklung. Eine empfehlenswerte Lektüre.
21. Mai 2010 um 07:34 Uhr
spannend bis zur letzten Seite
Axel Petermann ist Profiler. In seinem Buch Auf der Spur des Bösen schildert er fünf seiner spektakulären Fälle, in denen er mit Methoden der Fallanalytik dem Mörder auf die Spur gekommen ist. Zuerst skeptisch, ob mir so viel Authentizität nicht zu blutrünstig ist, war ich angenehm überrascht: Petermann schafft es, auch schaurige Fakten so in seine Geschichte einzubauen, dass man trotz der grauenvollen Taten noch das Wesentliche verfolgt, nämlich sich auf die Suche nach dem Täter macht, statt sich aus Effekthascherei in schauderhaften Details verliert.
Besonders eindrucksvoll finde ich, dass auch die Langwierigkeit der Polizeiarbeit vor Augen geführt wird, die langen Tage des Puzzelns und Nachdenkens. In allen fünf Kapiteln schafft es der Autor, den Leser auf dem Weg der Tätersuche teilnehmen zu lassen, an seinen Ahnungen und Ermittlungstaktiken, aber genauso an den Fehlschlüssen und den eigenen Fehlern. Man merkt dem Buch an, dass es profund recherchiert ist, auch ermittlungstechnische Details werden dem Laien einleuchtend erklärt.
Am meisten hat mich vermutlich fasziniert, dass Petermann Jahre nach der Verurteilung der Täter mit diesen noch einmal Kontakt aufgenommen hat um seine früheren Ahnungen und Einschätzungen zu verifizieren. Dadurch ist es nicht nur eine Aneinanderreihung von monströsen Fällen, sondern zeigt hervorragend die Vorteile der Fallanalytik und deren Weiterentwicklung. Eine empfehlenswerte Lektüre.
21. Mai 2010 um 07:34 Uhr
Erschreckend, mitreißend, spannend!
Der Kriminalkommissar und Tatortanalytiker Axel Petermann berichtet aus 30 Jahren Arbeit bei der Bremer Kriminalpolizei. Auf 300 Seiten breitet er fünf Fälle aus verschiedenen Stationen seiner Polizeikarriere aus. Dabei schreibt er in kurzem, prägnantem und klarem Stil, ähnlich wie ein Polizeiprotokoll, angereichert durch seine eigene Sicht, seine Gedanken, Vermutungen, Ahnungen und auch Irrwege auf der Suche nach dem Täter und seiner Motivation. Petermann nimmt seinen Leser mit auf eine Reise durch die Kriminalfälle, und sogar darüber hinaus. Die beschriebenen Verbrechen haben sich tatsächlich so zugetragen, was einen großen Teil der Faszination des Buches ausmacht.
Petermann schafft es in seinem Buch durch seine ruhige, unaufgeregte, professionelle Erzählweise, den Leser mit an den Tatort zu nehmen, beschreibt in allen Einzelheiten, was er selbst dort vorgefunden hat und was er daraus folgert. Von der naheliegenden Frage “Wer hat das getan?” wechselt Petermann schnell auf eine weitere Ebene: Ihn interessiert, was den Täter angetrieben hat, wo seine Motivation lag. “Wieso hat ein Täter genau so gehandelt?” - das wird zu Petermanns zentraler Frage. Er will verstehen, warum etwas genau so geschehen ist und nicht anders. Sein einziger Zeuge ist dabei oft stumm. Es ist allein der Tatort und die Art, wie der Täter sich dort verhalten, wie er die Szenerie komponiert und arrangiert hat.
Der Leser wird von Petermann aber nicht nur durch die Mordfälle geführt und dabei manchmal nicht mit unappetitlichen Einzelheiten verschont. Der Autor gibt nebenbei auch etwas Nachhilfe in Kriminalistik, Ermittlungstaktik und - das vielleicht Spannendste an dem Buch - seine eigene Gedankenwelt. So führt er den Leser manchmal Jahrzehnte nach Abschluss des Falles noch einmal zurück, an einen Tisch im Gefängnis, wo er sich mit dem verurteilten Mörder nochmals über Einzelheiten der Tat und seine Motive unterhält.
Mein Fazit: Ich habe dieses Buch an zwei Abenden gelesen. Der Inhalt und die Erzählweise haben mich dabei ähnlich gefesselt und fasziniert wie Ferdinand von Schirachs Verbrechen. Der Schreibstil Petermanns ist manchmal schnell und spannend, zwischenzeitlich zieht sich die Betrachtung eines Falles aber auch, vor allem dann, wenn falsche Spuren verfolgt werden. Auf diese Weise schafft der Autor aber - und das ist eine weitere Stärke - Authentizität, denn auch die Ermittler durchleben bei einem Mordfall diese Phasen von Schnelligkeit und Stillstand. Die ausgewählten Fälle sind spannend und erschreckend zugleich, jeder für sich völlig anders, was Tathergang und Motivation des Täters anbelangt. Die einzige Schwäche des Buches ist, dass es zu kurz ist. Außerdem sollte der Leser keinesfalls erwarten, nach Ende des Buches zu wissen, was das Böse ist. Es wird eher komplizierter.
21. Mai 2010 um 07:34 Uhr
Erschreckend, mitreißend, spannend!
Der Kriminalkommissar und Tatortanalytiker Axel Petermann berichtet aus 30 Jahren Arbeit bei der Bremer Kriminalpolizei. Auf 300 Seiten breitet er fünf Fälle aus verschiedenen Stationen seiner Polizeikarriere aus. Dabei schreibt er in kurzem, prägnantem und klarem Stil, ähnlich wie ein Polizeiprotokoll, angereichert durch seine eigene Sicht, seine Gedanken, Vermutungen, Ahnungen und auch Irrwege auf der Suche nach dem Täter und seiner Motivation. Petermann nimmt seinen Leser mit auf eine Reise durch die Kriminalfälle, und sogar darüber hinaus. Die beschriebenen Verbrechen haben sich tatsächlich so zugetragen, was einen großen Teil der Faszination des Buches ausmacht.
Petermann schafft es in seinem Buch durch seine ruhige, unaufgeregte, professionelle Erzählweise, den Leser mit an den Tatort zu nehmen, beschreibt in allen Einzelheiten, was er selbst dort vorgefunden hat und was er daraus folgert. Von der naheliegenden Frage “Wer hat das getan?” wechselt Petermann schnell auf eine weitere Ebene: Ihn interessiert, was den Täter angetrieben hat, wo seine Motivation lag. “Wieso hat ein Täter genau so gehandelt?” - das wird zu Petermanns zentraler Frage. Er will verstehen, warum etwas genau so geschehen ist und nicht anders. Sein einziger Zeuge ist dabei oft stumm. Es ist allein der Tatort und die Art, wie der Täter sich dort verhalten, wie er die Szenerie komponiert und arrangiert hat.
Der Leser wird von Petermann aber nicht nur durch die Mordfälle geführt und dabei manchmal nicht mit unappetitlichen Einzelheiten verschont. Der Autor gibt nebenbei auch etwas Nachhilfe in Kriminalistik, Ermittlungstaktik und - das vielleicht Spannendste an dem Buch - seine eigene Gedankenwelt. So führt er den Leser manchmal Jahrzehnte nach Abschluss des Falles noch einmal zurück, an einen Tisch im Gefängnis, wo er sich mit dem verurteilten Mörder nochmals über Einzelheiten der Tat und seine Motive unterhält.
Mein Fazit: Ich habe dieses Buch an zwei Abenden gelesen. Der Inhalt und die Erzählweise haben mich dabei ähnlich gefesselt und fasziniert wie Ferdinand von Schirachs Verbrechen. Der Schreibstil Petermanns ist manchmal schnell und spannend, zwischenzeitlich zieht sich die Betrachtung eines Falles aber auch, vor allem dann, wenn falsche Spuren verfolgt werden. Auf diese Weise schafft der Autor aber - und das ist eine weitere Stärke - Authentizität, denn auch die Ermittler durchleben bei einem Mordfall diese Phasen von Schnelligkeit und Stillstand. Die ausgewählten Fälle sind spannend und erschreckend zugleich, jeder für sich völlig anders, was Tathergang und Motivation des Täters anbelangt. Die einzige Schwäche des Buches ist, dass es zu kurz ist. Außerdem sollte der Leser keinesfalls erwarten, nach Ende des Buches zu wissen, was das Böse ist. Es wird eher komplizierter.
27. Mai 2010 um 00:00 Uhr
Unaufgeregt…
…und daher gut.
Der Autor schreibt selbst, daß es ihm nicht darum geht, sich als Super-Profiler hinzustellen, sondern einen Einblick in die Polizei-Arbeit zu geben, der aus der Mitwirkung vieler besteht. Das tut dem Buch gut, die Fälle sind interessant, man denkt nach, versucht, nachzuvollziehen. Spektakulär ist es nicht, das mag aber auch daran liegen, daß die Vermarktung des Buches ganz anders geschieht, als sich der Autor selbst sieht und man daher andere Erwartungen hat.
Gutes Buch, ganz unaufgeregt.
27. Mai 2010 um 00:00 Uhr
Unaufgeregt…
…und daher gut.
Der Autor schreibt selbst, daß es ihm nicht darum geht, sich als Super-Profiler hinzustellen, sondern einen Einblick in die Polizei-Arbeit zu geben, der aus der Mitwirkung vieler besteht. Das tut dem Buch gut, die Fälle sind interessant, man denkt nach, versucht, nachzuvollziehen. Spektakulär ist es nicht, das mag aber auch daran liegen, daß die Vermarktung des Buches ganz anders geschieht, als sich der Autor selbst sieht und man daher andere Erwartungen hat.
Gutes Buch, ganz unaufgeregt.
27. Mai 2010 um 00:00 Uhr
Auf der Spur des Bösen
Der Fallanalytiker und Kriminalist Axel Petermann bescherte mir mit seinem Buch Auf der Spur des Bösen ein überaus spannendes und interessantes Wochenende. Die Vorstellung, dass die Schilderung authentischer Schicksale und Fälle mich emotional ergreifen würde, hat sich beim Lesen bestätigt. Nicht jedoch die Befürchtung, dass das Eintauchen in die tatsächliche Wirklichkeit dieser extremen Auswüchse des Lebens und letztlich des Todes nur schwer zu ertragen wären. Mit der Art der Schilderung der Geschehnisse ist es dem Autor gelungen, den Leser an seiner eigenen Betrachtung der Dinge teilhaben zu lassen und ihm trotzdem genug Raum für eigene Beurteilungen zu gewähren. Es wird deutlich, dass Axel Petermann das Verhalten der Täters beurteilt, jedoch nicht per se verurteilt. Die Frage nach dem Warum ist hier die zentrale Betrachtungsweise des Verhaltens der Menschen in ihrem Tun, ob nun böse oder nicht. Es birgt eine große Faszination, sich zumindest gedanklich auf die Abgründe des menschlichen Tuns einzulassen, zumal die uns in diesem Buch geschilderten auch noch real sind. Keine durch die Fantasie eines Kriminalautoren erschaffenen Verbrechen, sondern wirkliche Tragödien, die in der kriminalistischen Aufarbeitung, hier auch von dem Leser, besonders betrachtet werden können. Nebenbei erfährt der Leser fast exemplarisch Wissenswertes über Kriminalistik, Kriminaltechnik und Wissenschaft, auf eine Weise, die ihn das Erlernte so schnell nicht wieder vergessen lässt. Ein absolut lesenswertes Buch.
27. Mai 2010 um 00:00 Uhr
Abgründig, fesselnd und hochspannend…
Mit angehaltenem Atem habe ich die Berichte von Axel Petermann über wahre Morde gelesen, die er in fast 35 Jahren zunächst als Mordermittler und seit über zehn Jahren als Profiler bearbeitet hat.
Ich war live an Tatorten, bei Obduktionen, bei Vernehmungen von Beschuldigten, im Gerichtssal und
erfuhr auch, was die Entscheidungen des Täters, also die Spuren am Tatort und der Leiche, über die Motive des Täters aussagen: Übertöten, emotionale Wiedergutmachung, Degradierung des Opfers zum Beispiel.
Weiterhin erhielt ich Antworten auf die Fragen, warum Menschen töten, zu Mördern werden.
Mir gefällt weiterhin, dass Axel Petermann Jahre nach den Verbrechen die Täter
aufsuchte: in Gefängnissen, in der Forensik, zu Hause und sie dort zu ihren wahren Motiven befragte. So lässt der Autor auch für Außenstehende tiefe Einblicke in die Psyche der Täter und ihre manchmal sehr bizarren Phantasien zu.
Der Schreibstil von Axel Petermann ist unaufgeregt und sehr gut lesbar. Wenn er von den Verbrechen berichtet, so schildert er die Gegebenheiten und vermeidet billige Efekthascherei. Das unterscheidet ihn in erfreulicher Weise von anderen Autoren dieses Genres.
Ein starkes Buch, dass ich uneingeschränkt empfehlen kann und dem ich eine große Leserschaft gönne.
27. Mai 2010 um 00:00 Uhr
Spannend, interessant und lehrreich!
Nach so mancher Krimilektüre bleibt die Frage: Was ist nur der Phantasie des Autors entsprungen und hat vielleicht wenig mit der Realität zu tun?
Axel Petermanns Buch über seine Tätigkeit als Kripobeamter und als Profiler entzaubert zwar manches Fehlurteil, das uns Kriminalromane über Verbrechen in den Kopf gesetzt haben, wie Petermann zum Beispiel zeigt, wenn er mit dem Mythos der Häufigkeit von Serienmorden aufräumt.
Dennoch ist die Wirklichkeit oftmals noch härter und spannender als mancher Kriminalroman. Petermann zeigt einerseits wie mit der Fallanalyse in der Zusammenarbeit von Wissenschaft und Polizeibeamten in der Praxis subjektiv eingefärbte Einschätzungen bei der Arbeit an der Täterspur am Tatort korrigiert und Irrwege beim Tatverdacht frühzeitig oder manchmal erst nach Jahren verlassen werden können.
Beeindruckend ist auch, wie sich die Fallanalyse mit dem technischen Fortschritt (DNA-Analyse) im Laufe der Jahre verbessert hat.
Es sind auch die sozialen Milieus, die faszinieren und bei der Fallanalyse von Petermann regelrecht aufgeschlüsselt werden. Dabei kommen Opfer und Täter nicht nur aus den unteren Schichten (Alkoholiker in sozialen Brennpunkten oder als Opfer die Besitzerin eines Tante-Emma-Ladens mit vorwiegend arbeitsloser Kundschaft), sondern auch Mittelstandmilieus (der eifersüchtige und beziehungsunfähige Ehemann als Täter oder der zunächst mysteriöse Fall eines Toten im Reisezug) werfen viele spannende Probleme bei der Aufklärung der Morde auf.
Petermann Sprache bleibt authentisch und kann dabei naturgemäß keine tieferen und ästhetischen Ansprüche einer Erzählweise wie im Kriminalroman erfüllen.
Darunter leidet aber keinesfalls die Spannung bei der Lektüre.
Nebenbei erfährt der Leser noch wichtige und lehrreiche Einzelheiten der unterschiedlichen Ermittlungsstadien nach dem deutschen Strafprozessrecht, vom Autor ohne Fachkauderwelsch vorgetragen.
Auch deshalb verdient dieses Buch eine große Leserschaft.
27. Mai 2010 um 00:00 Uhr
Auf der Spur des Bösen
Der Fallanalytiker und Kriminalist Axel Petermann bescherte mir mit seinem Buch Auf der Spur des Bösen ein überaus spannendes und interessantes Wochenende. Die Vorstellung, dass die Schilderung authentischer Schicksale und Fälle mich emotional ergreifen würde, hat sich beim Lesen bestätigt. Nicht jedoch die Befürchtung, dass das Eintauchen in die tatsächliche Wirklichkeit dieser extremen Auswüchse des Lebens und letztlich des Todes nur schwer zu ertragen wären. Mit der Art der Schilderung der Geschehnisse ist es dem Autor gelungen, den Leser an seiner eigenen Betrachtung der Dinge teilhaben zu lassen und ihm trotzdem genug Raum für eigene Beurteilungen zu gewähren. Es wird deutlich, dass Axel Petermann das Verhalten der Täters beurteilt, jedoch nicht per se verurteilt. Die Frage nach dem Warum ist hier die zentrale Betrachtungsweise des Verhaltens der Menschen in ihrem Tun, ob nun böse oder nicht. Es birgt eine große Faszination, sich zumindest gedanklich auf die Abgründe des menschlichen Tuns einzulassen, zumal die uns in diesem Buch geschilderten auch noch real sind. Keine durch die Fantasie eines Kriminalautoren erschaffenen Verbrechen, sondern wirkliche Tragödien, die in der kriminalistischen Aufarbeitung, hier auch von dem Leser, besonders betrachtet werden können. Nebenbei erfährt der Leser fast exemplarisch Wissenswertes über Kriminalistik, Kriminaltechnik und Wissenschaft, auf eine Weise, die ihn das Erlernte so schnell nicht wieder vergessen lässt. Ein absolut lesenswertes Buch.
27. Mai 2010 um 00:00 Uhr
gute ansätze, aber mängelbehaftet
der untertitel “ein profiler berichtet” ist ein wenig irreführend, weil petermann aus seiner gesamten zeit als mordermittler berichtet, er eine profiler-tätigkeit jedoch erst seit etwa sechs jahren ausübt. um diese ungereimtheit zu kaschieren, werden die älteren fälle quasi nachanalysiert oder es wird gesagt, er sei damals schon, ohne diese methodik zu kennen, intuitiv so vorgegangen. positiv ist, dass die einzelnen schritte bei todesermittlungen authentisch und nachvollziehbar dargestellt werden, allerdings mit unnötigen längen und einem detailreichtum, das fachfremde eher verwirrt. was dem buch nun wirklich fehlt, ist ein roter faden: ein innnerer zusammenhang oder eine hauptthese sind nicht zu erkennen. und so ist auch der schluss des buches, es hört einfach auf und lässt den leser etwas ratlos zurück. sicher ist petermann ein klasse polizist, auch ein experte, nur mit dem schreiben hapert es noch - aber genau darauf kommt es hier an …
27. Mai 2010 um 00:00 Uhr
Abgründig, fesselnd und hochspannend…
Mit angehaltenem Atem habe ich die Berichte von Axel Petermann über wahre Morde gelesen, die er in fast 35 Jahren zunächst als Mordermittler und seit über zehn Jahren als Profiler bearbeitet hat.
Ich war live an Tatorten, bei Obduktionen, bei Vernehmungen von Beschuldigten, im Gerichtssal und
erfuhr auch, was die Entscheidungen des Täters, also die Spuren am Tatort und der Leiche, über die Motive des Täters aussagen: Übertöten, emotionale Wiedergutmachung, Degradierung des Opfers zum Beispiel.
Weiterhin erhielt ich Antworten auf die Fragen, warum Menschen töten, zu Mördern werden.
Mir gefällt weiterhin, dass Axel Petermann Jahre nach den Verbrechen die Täter
aufsuchte: in Gefängnissen, in der Forensik, zu Hause und sie dort zu ihren wahren Motiven befragte. So lässt der Autor auch für Außenstehende tiefe Einblicke in die Psyche der Täter und ihre manchmal sehr bizarren Phantasien zu.
Der Schreibstil von Axel Petermann ist unaufgeregt und sehr gut lesbar. Wenn er von den Verbrechen berichtet, so schildert er die Gegebenheiten und vermeidet billige Efekthascherei. Das unterscheidet ihn in erfreulicher Weise von anderen Autoren dieses Genres.
Ein starkes Buch, dass ich uneingeschränkt empfehlen kann und dem ich eine große Leserschaft gönne.
27. Mai 2010 um 00:00 Uhr
Spannend, interessant und lehrreich!
Nach so mancher Krimilektüre bleibt die Frage: Was ist nur der Phantasie des Autors entsprungen und hat vielleicht wenig mit der Realität zu tun?
Axel Petermanns Buch über seine Tätigkeit als Kripobeamter und als Profiler entzaubert zwar manches Fehlurteil, das uns Kriminalromane über Verbrechen in den Kopf gesetzt haben, wie Petermann zum Beispiel zeigt, wenn er mit dem Mythos der Häufigkeit von Serienmorden aufräumt.
Dennoch ist die Wirklichkeit oftmals noch härter und spannender als mancher Kriminalroman. Petermann zeigt einerseits wie mit der Fallanalyse in der Zusammenarbeit von Wissenschaft und Polizeibeamten in der Praxis subjektiv eingefärbte Einschätzungen bei der Arbeit an der Täterspur am Tatort korrigiert und Irrwege beim Tatverdacht frühzeitig oder manchmal erst nach Jahren verlassen werden können.
Beeindruckend ist auch, wie sich die Fallanalyse mit dem technischen Fortschritt (DNA-Analyse) im Laufe der Jahre verbessert hat.
Es sind auch die sozialen Milieus, die faszinieren und bei der Fallanalyse von Petermann regelrecht aufgeschlüsselt werden. Dabei kommen Opfer und Täter nicht nur aus den unteren Schichten (Alkoholiker in sozialen Brennpunkten oder als Opfer die Besitzerin eines Tante-Emma-Ladens mit vorwiegend arbeitsloser Kundschaft), sondern auch Mittelstandmilieus (der eifersüchtige und beziehungsunfähige Ehemann als Täter oder der zunächst mysteriöse Fall eines Toten im Reisezug) werfen viele spannende Probleme bei der Aufklärung der Morde auf.
Petermann Sprache bleibt authentisch und kann dabei naturgemäß keine tieferen und ästhetischen Ansprüche einer Erzählweise wie im Kriminalroman erfüllen.
Darunter leidet aber keinesfalls die Spannung bei der Lektüre.
Nebenbei erfährt der Leser noch wichtige und lehrreiche Einzelheiten der unterschiedlichen Ermittlungsstadien nach dem deutschen Strafprozessrecht, vom Autor ohne Fachkauderwelsch vorgetragen.
Auch deshalb verdient dieses Buch eine große Leserschaft.
27. Mai 2010 um 00:00 Uhr
gute ansätze, aber mängelbehaftet
der untertitel “ein profiler berichtet” ist ein wenig irreführend, weil petermann aus seiner gesamten zeit als mordermittler berichtet, er eine profiler-tätigkeit jedoch erst seit etwa sechs jahren ausübt. um diese ungereimtheit zu kaschieren, werden die älteren fälle quasi nachanalysiert oder es wird gesagt, er sei damals schon, ohne diese methodik zu kennen, intuitiv so vorgegangen. positiv ist, dass die einzelnen schritte bei todesermittlungen authentisch und nachvollziehbar dargestellt werden, allerdings mit unnötigen längen und einem detailreichtum, das fachfremde eher verwirrt. was dem buch nun wirklich fehlt, ist ein roter faden: ein innnerer zusammenhang oder eine hauptthese sind nicht zu erkennen. und so ist auch der schluss des buches, es hört einfach auf und lässt den leser etwas ratlos zurück. sicher ist petermann ein klasse polizist, auch ein experte, nur mit dem schreiben hapert es noch - aber genau darauf kommt es hier an …
7. Juni 2010 um 14:00 Uhr
Aber mal total spannend !!
Hier wird man total in die Mordermittlungen eingeführt, ob durch die Mordkommission oder / und des Profilers. Detailgenaue, spannende Informationen, ein direkter Einblick in das Geschehen, sowas von spannend erzählt, also ein Buch, das man regelrecht verschlingen muss !
Absolut empfehlenswert ! Gut gemacht, Herr Petermann !!
13. Juni 2010 um 09:00 Uhr
Spannend
Die einzelnen Fälle sind ungeschminkt und faktisch erzählt und erlauben dabei Einblicke, die für einen “normalen” Menschen erschreckend und abartig rüberkommen. Andererseits bekommt man ein Verständnis für die Arbeit der Mordkommission und die eines sogenannten Profilers. Nach einer Weile begreift man, dass nur sachliches Auseinandersetzen mit Fakten und Beweismitteln sowie deren Kombination und Zusammenspiel den Fall aufklären kann und beginnt selber, die grausam geschilderten Szenen nicht an sich heran zu lassen, sondern nüchtern zu betrachten. Dennoch redet Axel Petermann ab und zu auch über seine Gefühle und Gedanken, was mir persönlich viel Respekt eingeflößt hat. Im Großen und Ganzen ein spannendes, gut erzähltes Buch, was auch zum Nachdenken anregt.
13. Juni 2010 um 09:00 Uhr
Respektvoller Umgang mit dem “Bösen”
In seinem ersten Buch “Auf der Spur des Bösen” berichtet Axel Petermann von fünf Kriminalfällen, zu deren Aufklärung er als Ermittler bei der Mordkommission und später als Fallanalytiker erheblich beigetragen hat.
Der reißerisch anmutende Titel lässt den Leser vernichtende Täterbeschreibungen erwarten. Dank des sympathisch unaufgeregten und respektvollen Umgangs mit den Tätern erfüllt diese sich jedoch nicht. Petermann hat Fälle ausgewählt, die nicht alltäglich, und deshalb umso spannender sind. Ganz nebenbei lässt der Autor wissenswerte Fachinformationen in jede Fallbeschreibung einfließen, so dass die Geschichten nicht nur interessant, sondern auch lehrreich sind. Hier wird deutlich, dass die Aufklärung von Tötungsdelikten eine mühselige und aufwendige Arbeit ist, die Interdisziplinärität erfordert und nicht - wie es in TV-Serien suggeriert wird - ein Profiler an den Tatort kommt und sofort ein Täterprofil erstellen kann.
19. Juni 2010 um 06:00 Uhr
Manchmal ist das vermeintlich Böse erschreckend banal…
Dieser 300 Seiten lange Tatsachenbericht eines Polizeibeamten hat es in sich. Ein kriminalistischer Insider sprich Mordermittler später auch Profiler, erzählt aus seinem reichhaltigen Erfahrungsschatz. Die in präzisen, emotionsfreien Sätzen geschilderten Tatsachenberichte, die bis zum Serienmord gehen, stehen der Phantasie von fiktionalen Kriminalfällen in nichts nach, im Gegenteil, die Realität ist häufig grausamer und blutiger. Dem empfindsamen Leser werden sich ob der Detailtiefe der Deliktbeschreibungen so einige Nackenhaare aufstellen; der wenig reißerische Schreibstil macht aber den Einblick in die Motivwelt und die Abgründe der Täter einigermaßen erträglich. Die Quintessenz des Profilers ist dabei, das die meisten Täter intellektuell eher minderbemittelt waren, in einem von Gewalt und Alkoholmißbrauch geprägten Milieu lebten und ihre Aggressionen offensiv kanalisierten. Der geniale Täter à la Hannibal Lector scheint hingegen eher die absolute Randerscheinung zu sein. Eine Ausnahme stellen dabei Beziehungstaten dar, die sich schichtübergreifend widerspiegeln. Das vermeintlich Böse an sich, scheint es demnach nicht zu geben, jedoch bleiben die Taten von fataler Konsequenz. Unbedingt lesenswert !!!
19. Juni 2010 um 06:00 Uhr
Sehr gutes Buch, ohne Effekthascherei
Das Buch ist sehr gut und verständlich geschrieben.
Die Fachbegriffe, das Vorgehen, die Entscheidungen werden einleuchtend erklärt. Die einzelnen Überleitungen zwischen den verschiedenen Fällen sind sehr gut gelungen. Der rote Faden ist aus meiner Sicht definitiv vorhanden und führt den Leser vom Anfang bis zur letzten Seite. Detailiert beschrieben, ohne sich zu verlieren.
Somit wurde genau das richtige Detailmaß getroffen, um den Geschichten/Fällen folgen zu können und sich alles gut vorstellen zu können, ohne Blutrünstigkeit.
Besonders hat mir gefallen, dass nicht nur die Arbeit als Profiler beschrieben wird, sondern auch erwähnt wird, wer an dem Fall noch mitarbeitet und wie dies eineinandergreift. Vom ersten Zeugen, über die “normale” Polizei, über den Profiler, bis zum Richter, Staatsanwalt etc.
Herr Petermann hat einen Ton gefunden, bei dem er auch auch mal seine Gedanken und Gefühle beschreibt ohne auf “die Tränentrüse zu drücken”. Das fand ich gut und wichtig und macht die Stories sowie den Profiler selbst greifbarer.
Auch die Gespräche mit den Tätern und die Überlegungen zur Tat sind so beschrieben, dass man sehr zum Nachdenken angeregt wird, ohne dorthin gestossen worden zu sein.
Sehr gut gelungen: An der Stelle wo der Leser gerade tiefgründig nachdenkt und in die Hintergründe versinkt, wird er von Herrn Petermann abgeholt und durch Zahlen und Fakten aus dem deutschen Gesetzbuch und dt. sowie internationalen Statistiken beim “Gedanken entwirren” unterstützt.
Alles in allem, ein sehr gelungenes Buch, dass ich kaum aus der Hand gelegt habe, welches zum Nachdenken anregt, ohne einseitig zu sein und welches ich 100% weiterempfehlen kann.