Irre - Wir behandeln die Falschen: Unser Problem sind die Normalen - Eine heitere Seelenkunde (Manfred Lütz)
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Schlagworte: Manfred Lütz
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28. September 2009 um 11:17 Uhr
Irre!
Wenn Sie dieses Buch gelesen haben, dürfen Sie definitiv mit jedem Verrückten reden. Im schlimmsten Fall auch mit sich selbst.
Manfred Lütz Bestsellerautor führt in die außergewöhnliche Welt der rührenden Demenzkranken, hochsensiblen Schizophrenen, erschütternd Depressiven, mitreißend Manischen und dünnhäutigen Süchtigen. Er holt die psychisch Kranken gleichsam aus dem professionellen Ghetto. Seine These: Um die Normalen zu verstehen, muss man erst die Verrückten studiert haben. Sein Ziel: Auf 192 Seiten die ganze Psychiatrie und Psychotherapie allgemeinverständlich, humorvoll und auf dem heutigen Stand der Wissenschaft darzustellen. Unmöglich? Nicht, wenn der Autor Manfred Lütz heißt. Seine Gebrauchsanweisung für außergewöhnliche Menschen und die, die es werden wollen ist ein Muss für alle, die sich für die Merkwürdigkeiten der menschlichen Seele interessieren.
28. September 2009 um 11:17 Uhr
FASZINATION PSYCHE: Jeder Jeck ist anders
Der Autor ist diplomierter katholischer Theologe, Facharzt für Psychiatrie, Psychotherapeut, Kabarettist und Chefarzt einer Klinik in Köln. 2007 erschien sein Buch GOTT - eine kleine Geschichte des Größten”. Manfred Lütz ist Mitglied des Päpstlichen Rates für Laien” und steht dem Vatikan sehr nahe.
“Keiner meiner Patienten ist so abgedreht wie Dieter Bohlen und keine meiner Patientinnen so naiv wie seine Gespielinnen. So verrückt das Ganze auch ist, weder Dieter Bohlen selbst noch seine Alten/Neuen hätten die Chance, in der Psychiatrie behandelt zu werden. So sehr Sie sich dagegen sträuben, lieber Leser: Dieter Bohlen ist normal. Wer wird da noch meine These bestreiten, dass unser Problem nicht die psychisch Kranken sind. An diesem Beispiel von ganz normalem Blödsinn zeigt sich nur umso drastischer: Unser Problem sind die Normalen!”
Ein ernsthaftes und zugleich vergnügliches Aufklärungsbuch über wahnsinnig Normale und ganz normal Wahnsinnige. Eine fundierte Gesellschaftsanalyse und ein kurzweiliger Parforceritt durch das große Arbeitsgebiet der Seelenkunde. Was ist Depression, Angststörung, Schizophrenie, Sucht, Demenz und vieles mehr? Der Kölner würde sagen: “Jeder Jeck ist anders”.
Roland R. Ropers
Religionsphilosoph und Publizist
2. Oktober 2009 um 17:34 Uhr
SOC, Self organized Criticality, Sensorik für Umkehrpunkte
Der Inhalt und der Titel des Buches bestätigt eigene Beobachtungen in vielen AbhängigkeitsFeldern menschlichen Lebens, selbst in der Physik, Chemie, Elektrik, Mechanik, … Medizin, Gesundheit, Gefühlswelt, … und auch über das Zustandekommen überkritischer Zustände in allen nicht nur von uns Menschen wahrnehmbaren Feldern “Welt”. Dass wir Menschen trotz dieser Erkenntnis dennoch Teil des Gesamtsystems sind und auch bleiben werden wird schon dadurch deutlich, dass “wir” (zumindest das, was wir Körper nennen) alle weiterhin “sterben”.
Wenn wir die Wahrnehmung Einzelner (Außenseiter, Kranker, Querdenker, …), allgemein “Nichtnormaler”, ignorieren und uns wehren, darauf “vernünftig” und angemessen zu reagieren, zu reflektieren, werden wir entsprechend den nun einmal(auch uns be-) “herrschenden” Gesetzmäßigkeiten (wieder einmal)ins System “Welt heute” zwangseingepaßt, - ohne Rücksicht auf “Verluste” (SOC, Self organized Criticality). Denn “Verluste” gibt’s in dem System “Welt” nicht; aus eigenen Erfahrungen sind mir “nur” “Umwandlungen”, “Austausch / Reflexion / Reaktion”, “Transfer” als Beschreibung für Veränderungsvarianten bekannt geworden, verbunden mit einem Entropieanstieg des Gesamtsystems. Mit diesem Buch ist die Anzahl der betroffenen GültigkeitsFelder (Namen sind notwendig für den Gebrauch von Sprache, zur Orientierung für Positionsbestimmungen, beim Abchecken mittels zwischenmenschlicher Kommunikation) um einige erweitert worden: Psychiatrie, Psychologie, Philosophie, sogar Theologie.
2. Oktober 2009 um 17:34 Uhr
Westfalen haben auch Humor - nur später!
Schon die Vorworte haben mir (gebürtige Westfalin) ein schallendes Lachen entlockt. In diesem Buch gelingt es Manfred Lütz, mit seinem typischen rheinsichen Humor, das Interesse der Leser zu wecken. Er schafft es, das Thema von seinem Bierernst zu befreien und den Blickwinkel des Lesers zu ändern. Psychische Krankheiten werden oft ängstlich beäugt, weil man sie nicht greifen kann oder nicht versteht, was da vor sich geht. Das Buch nimmt einem jede Scheu und kann helfen, auch die unverstanden Seiten in einem selbst mit Humor zu betrachten.
Die Gesellschaftskritik in dem Buch lässt aufhorchen. Manfred Lütz deckt in seinem Buch auf, dass wir uns nicht selten in unserem Bemühen verfangen “ganz normal” sein zu wollen. Dabei kommt es gerade bei diesem Bemühen zu den seltsamsten Verhaltensweisen.
Das Buch zeigt uns einen Therapeuten, der sich und seine Arbeit in den Dienst der Menschen stellen will. Er bezieht seine Patienten in den Behandlungsprozess mit ein und zeigt ihnen Wege, ihre eigenen Kräfte zu mobiliesieren. Dabei ist sein Ziel nicht die Normalität, sondern die Zufriedenheit des Patienten und ein selbstbestimmtes Leben der einzelnen Person. Ein tolles Buch, das Mut macht, die schrägen Seiten des eigenen Lebens und des Lebens anderer nicht nur als Last, sondern als Chancen zu begreifen.
2. Oktober 2009 um 17:34 Uhr
Psychopathen sind extrem erfolgreich im Leben. Sind sie die Normalität heute?
Neuere Untersuchungen belegen, dass Psychopathen sich besonders gut in andere ein-empfinden können und im Leben meist sehr erfolgreich sind. Ihr Kern des Erfolgs besteht darin, so zu tun als ob sie Mitgefühl hätten, tatsächlich ist aber keines, gar keines vorhanden. Narzissmus und Sadismus gehen damit Hand in Hand hin zu einer gefährlichen Mischung, die oberflächlich freundlich und verbindlich, als geborener Sieger auftritt. Psychopathen sind furchtlos und haben damit überdurchschnittlich viel Erfolg, in guten wie in schlechten Bereichen des alltäglichen Lebens.
Ist es ein Wunder, dass ganz normale Menschen an solchen Psychopathen verzweifeln (können) und in der Psychiatrie landen? Manfred Lütz zeichnet ein liebevolles Bild, ein verständisvolles für die psychiatrisch Behandelten. Auf der anderen Seite wird der Normale auf die Anklagebank gesetzt. Sein extremer Egoismus, die Erfolgs- und Geldzentriertheit können andere wahnsinnig machen. Sieger brauchen Verlierer. Dieses alte Spiel verlieren vor allem die Gutmütigen, die Nicht-Psychopathen, die Menschlichkeit bleibt oft auf der Strecke.
Dieses Buch ist an dieser Nahtstelle angesiedelt, es schafft auf unterhaltsame Art Verständnis für psychisch Kranke, ein hervorragendes Buch für mehr gegenseitiges Verständnis und einen öffnender Blick hinter die Kulissen. Man darf das problematische Selbst und auch das gesellschaftlich Problematische nicht negieren, jeder muss hinschauen, verstehen lernen und das Leidvolle beider Seiten erkennen. Manfred Lütz sagt: “Die Welt der psychiatrisch Erkrankten ist meist weniger zynisch als unsere glattlackierte Welt, sie ist oft überraschend liebevoll und menschlich.”
Wenn man dieses Buch gelesen hat, verschwimmen Grenzen zwischen Normalen und psychisch Kranken und man erkennt die tiefe Wahrheit einer Grundtatsache des Lebens: dass nämlich gute Freunde die besten Psychiater sind. Dieses Buch trägt dazu bei, dass alle Beteiligten, die Behandelten, aber auch alle im Umfeld des Betroffenen einen neuen Blick auf die Problematik bekommen, wir alle sind betroffen und sollten besonders empfindsamen Menschen im Leben einfühlsamer und hilfreicher zur Seite stehen.
Eine genauere Definition von Psychopathen können Sie in meiner Rezension zum Psychopathen-Shirt nachlesen. PSYCHOPATH weiss T-SHIRT S M L XL XXL XXXL club tshirts
2. Oktober 2009 um 17:34 Uhr
Paukenschlag gegen Vorurteile
“Es ist leichter, ein Atom zu spalten, als ein Vorurteil.” (Albert Einstein)
Gegenüber psychisch kranken Menschen gibt es in Deutschland zahlreiche Vorurteile. Der Psychiater und Psychotherapeut Dr. Manfred Lütz lenkt zunächst die Aufmerksamkeit auf gängige Sichtweisen von Wahnsinn, Blödsinn und Normalsinn. Mächtige Politiker der Vergangenheit nimmt er ebenso unter die psychiatrische Lupe wie öffentlichkeitswirksame Personen der Gegenwart. In diesem Zusammenhang wird der verhängnisvolle Einfluss von Normalen auf landesweit übliche Sichtweisen erläutert. Der mittlere Teil des Buches befasst sich mit der Frage nach Sinn und Unsinn der Behandlung von Menschen. Die Grenzen zwischen kreativem Genie und lähmendem Wahnsinn werden veranschaulicht. Abschließend folgt eine Seelenkunde über die gängigsten psychischen Erkrankungen in Verbindung mit lösungsorientierten Behandlungsansätzen für seelische Störungen wie: Demenz, Sucht, Schizophrenie, Depression/Manie und Traumata.
Zur Einführung in das Thema beginnt der Autor mit einem Paukenschlag! Er betrachtet Personen mit Weltruf bezüglich ihres Gesundheitszustandes. Die Antworten sind unbequem bis überraschend. In jedem Fall stimmen sie nachdenklich. Bei Personen des Show-Business zeigt Manfred Lütz wenig Einfühlungsbereitschaft, wenn deren Erfolge offensichtlich auf Kosten anderer erzielt werden. Das gilt auch dann, wenn Nachwuchstalente ihren Weg ganz anders empfinden.
Am Beispiel von Franz von Assisi wird veranschaulicht, wie verhängnisvoll es wäre, würde man pauschal die Kriterien der Psychiatrie auf hochbegabte Menschen anwenden. Die Frage nach den Früchten sollte daher stets eine übergeordnete Rolle für die Beurteilung menschlichen Handelns spielen.
Den vielleicht wichtigsten Tei des Buches bildet die abschließende kleine Seelenkunde. Die Stärke des Autors besteht darin, scheinbar komplizierte Sachverhalte allgemein verständlich auszudrücken. Spätestens beim Thema Demenz wird deutlich, dass sich hinter dem anfänglich betont kämpferisch wirkenden Autor ein außerordentlich geduldiger und liebevoller Seelsorger verbirgt.
Manfred Lütz verwendet gerne Extrembeispiele. In diesem Fall ist das hilfreich, weil es darum geht, gängige Vorurteile aufzubrechen. Sein Buch ist ein außerordentlich wichtiger Beitrag in einer Zeit, in der aufgrund mangelnder Kenntnisse die Vorurteile gegenüber seelischen Erkrankungen immer noch überwiegen. Die Heilungschancen mit Hilfe eigener Kraftquellen, lösungsorientierter Mediziner und einer von Vorurteilen befreiten Gesellschaft könnten so manche Hürde zur Heilung abbauen.
7. Oktober 2009 um 07:51 Uhr
Irre gut
Was für ein bewegendes Buch! Manfred Lütz` heitere Seelenkunde “Irre! Wir behandeln die Falschen. Unser Problem sind die Normalen” führt ein in jene für “Normale” scheinbar so düstere Welt der psychisch Kranken, die sich unter der liebevollen Feder des Autors in eine faszinierende, schillernde, vielfältig-bunte, dramatische und zuweilen sogar ausgelassen-fröhliche Wirklichkeit verwandelt. Der Gegenpart zu “normal” ist hier “außergewöhnlich” - ein spannender Perspektivwechsel, der den Blick auf das facettenreiche Menschsein an sich weitet. Eine Welt, die das Außergewöhnliche “wegsperrt”, tabuisiert, verschweigt oder ihm gar scheinbar menschenfreundlich den tödlichen “Exit” weist, repräsentiert jene “Normalität”, die Manfred Lütz als den eigentlichen Irrsinn entlarvt. Mit den geschliffenen Waffen des Wortes, der fachlichen Professionalität, des Witzes und vor allem der Menschenliebe tritt er einer solchen “Normalität” entgegen und enthüllt dabei jenen zarten, zerbrechlichen Kern des Humanen, den es zu entdecken und zu schützen gilt. Die Humanität einer Gesellschaft erweist sich in deren Umgang mit den Außergewöhnlichen - diese dem Buch implizite These wird dem Leser ohne Pathos, dafür mit viel Humor, zahlreichen hinreißenden Beispielen aus dem Alltag der Psychiatrie und einigen drastischen Vergleichen aus der Welt der “Normalen” nahegebracht: Nicht psychisch Kranke, sondern “Normale” sind und waren es, welche die Welt immer wieder an den Abgrund bringen und brachten. Fünf Sterne für ein Buch, das nicht nur überaus amüsant und angenehm zu lesen ist, sondern das vor allem nachdenklich und wachsam werden lässt.
11. Oktober 2009 um 22:00 Uhr
Ein absolut empfehlenswertes, politisch unkorrektes Buch, das viele Debatten auslösen wird
Schon mit seinem letzten Buch “Gott” hat sich Manfred Lütz als ein Autor gezeigt, der auf eine lockere und zudem noch unterhaltsame, aber deshalb nicht weniger anspruchsvolle Weise ein wichtiges und aktuelles Thema darstellen kann, und dabei mit der Art und der Qualität seiner Darstellung die jeweiligen Fachkollegen düpiert, denen ein solches Buch eher angestanden hätte. Im Falle des letzten Buches sind damit die Theologen gemeint, im Fall des aktuellen Buch seine eigenen Kollegen aus der Psychotherapie und Psychiatriezunft.
Mit einem bei ihm gewohnten scharfzüngigen Stil unternimmt Lütz auf insgesamt 185 Seiten nicht nur eine mit viel satirischem Witz gewürzte Gesellschaftsanalyse, die die unzähligen “Normalen” in den Blick nimmt und ihren alltäglichen Wahnsinn und ihre Blödheiten und vor einer regelrechten “Diktatur der Normalität” warnt, sondern es gelingt ihm auch noch allgemeinverständlich die Psychiatrie und die Psychotherapie auf ihrem gegenwärtigen Forschungs- und Wissensstand darzustellen. Viele werden die Nase gerümpft haben über den Vorabdruck der wesentlichen Thesen des vorliegenden Buches in der BILD. Es ist aber genau diese Form der political correctness, die Lütz unter anderem aufs Korn nimmt, wenn er sagt: “Wir behandeln die Falschen. Unser Problem sind die Normalen” und es ist die fundamentale Kritik dieser Haltung, die etwa Henryk M. Broder von diesem Buch begeistert hat sein lassen. Er hat nach der Lektüre von “Irre!” gesagt, wenn man dieses Buch gelesen habe, werde man sogar mit Claudia Roth Mitleid haben.
Lütz gelingt es, mit verständlichen und anschaulichen Beispielen aus seiner Praxis , die er mit Menschen der “normalen Welt” vergleicht, seinen Ansatz deutlich zu machen. Während immer mehr Menschen an den Zuständen leiden und als psychisch krank diagnostiziert werden, treiben die wahren Psychopathen in dieser Welt ihr Unwesen. Er schärft den Blick für die Unterschiede und führt den Laien dabei noch sehr instruktiv in die Fachbegriffe und ihre Bedeutung ein: was ist eine Depression, was eine Angststörung, eine Panikattacke oder was versteht man unter Sucht, Demenz oder Schizophrenie - und vor allem, was kann man dagegen tun ?
Zu all diesen Fragen gibt es verständliche Antworten. So leistet er ohne oberflächlich zu werden ( was man ihm aber mit Sicherheit vorwerfen wird !) eine wichtigen Beitrag dazu, dass die Leser dieses Buches nach seiner Lektüre anders über “Irre und Normale” reden werden und vielleicht auch mit einem anderen Blick die Gesellschaft, in der sie leben und arbeiten, anschauen können - kritischer, bewusster, aber auch gelassener und viel heiterer.
Ein absolut empfehlenswertes Buch, das viele Debatten auslösen wird.
16. Oktober 2009 um 15:17 Uhr
Ein Buch über “außergewöhnliche” Menschen
Manfred Lütz, Psychiater, Psychotherapeut und Theologe, möchte uns als Leser mit seinem Buch “Irre!” einen Blick auf die vielfältige Welt psychisch Kranker werfen lassen, uns einen Richtungswechsel unserer Blickweise ermöglichen, für Verständnis werben und klarstellen: das Gegenteil von “normal” ist “außergewöhnlich”!.
Im ersten Teil erläutert der Autor, warum wir Normalen das Problem sind. Mit viel rheinischem Humor erzählt er über den ganz normalen Wahnsinn und Blödsinn. Durch viele Beispiele veranschaulicht er sein Anliegen. So sind z.B. selbst ernannte Pop-Titane, sich selbst inszenierende Hotelerbinnen Blödsinn, aber sie sind blödsinnig Normale. Diktatoren, die Kriege anzetteln, sind wahnsinnig, aber trotzdem wahnsinnig Normale.
Im zweiten Teil befasst sich der Autor mit dem (Un)sinn einer Behandlung. Er macht deutlich, dass nicht jedes von der Norm abweichende Verhalten einer Diagnose Bedarf, ja dass die Diagnose nur ein Code ist, um eine adäquate Behandlung einzuleiten.
Auch muss nicht alles “wegbehandelt” werden. Von Ausnahmen abgesehen (Selbst- oder Fremdgefährdung) ist einziger der Leidensdruck entscheidend, der aus einem außergewöhnlichen Menschen einen Patienten für Psychiatrie oder Psychotherapie macht.
Im dritten Teil folgt eine Seelenkunde, in der Manfred Lütz anhand zahlreicher Beispiele aus seiner Praxis häufige psychische Erkrankungen, Demenz, Sucht, Schizophrenie, bipolare Störungen, Traumata, Angst- und Panikstörungen, Zwänge, Essstörungen und dissoziative Störungen näher erläutert und auf mögliche Therapien eingeht. Dabei wird klar, dass selten eine rein medikamentöse oder rein psychotherapeutische Behandlung ziel führend ist. Nicht nur Psychopharmaka, auch eine nicht angepasste Psychotherapie kann Nebenwirkungen haben.
Gesondert geht Lütz auf Persönlichkeitsstörungen ein und ob und wann Behandlungsbedarf dabei besteht.
Das Buch ist ein leidenschaftliches Plädoyer gegen die “Diktatur der Normalität”, gegen eine “political correcte Normalgesellschaft”, in der alle anormalen, alle außergewöhnlichen, alle auffälligen Menschen mit Hilfe von Diagnosen in eine einheitliche Uniform gepresst werden.
Der Autor versteht es diese Sachverhalte auf knapp 200 Seiten allgemeinverständlich und humorig darzulegen. Die Welt der psychisch Kranken, die man sich dunkel und öde vorstellt, bekommt auf liebenswerte Art schillernde Farben, faszinierende und bisweilen ausgelassenen und humorige Aspekte.
Manfred Lütz’ Ansichten werden nicht allen Psychiatern/Psychotherapeuten und “Normalen” gefallen.
Aber, wenn ich an einem psychischen Problem leiden würde, würde ich mich Ihnen bedenkenlos anvertrauen, Herr Lütz.
29. Oktober 2009 um 22:34 Uhr
irre gut
jeder hat seine macken,und das ist gut so!
was wäre eine geNORMTE welt schal normal!
4. November 2009 um 08:00 Uhr
Auf den Punkt gebracht!
Ich selbst leide seit mehreren Jahren unter psychischen Störungen. U.a. unter einer Neurose.
Der Auto spart nicht an Worten, aber er bringt dennoch alles ganz klar auf dem Punkt! Er entschleiert eine Welt, die denkt, sie sei tolerant. Toleranz für den Einzlenen scheint nicht zu funktionieren!
Er nimmt die psychisch Kranken nicht in Schutz!, er macht lediglich auf deren Besonderheit aufmerksam und charakterisiert die Normalen, wie sie auch charakterisiert werden wollen -eben NORMAL. Was und wer normal ist, ist eine Frage, die wohl nie geklärt werden wird!
Das Buch bzw. dessen Inhalt verdient fünf Punkte! Wobei ich denke, dass ein NORMALER Mensch keine fünf Punkte vergeben wird, weil er sich nicht in der Lage befindet, die Thematik zu verstehen…oder wie der Autor meinte, NORMALE werden dieses Buch wohl gar nicht erst kaufen!
4. November 2009 um 08:00 Uhr
Anekdoten aus dem Irrenhaus
Der Autor, ein Psychiater, versucht locker-flockig die Variationen psychischer Krankheiten anhand von Beispielen zu erklären. Er bemüht sich um Verständnis für die Verschiedenheit menschlicher Charaktere. Er kann unterhaltsam schreiben und betrachtet die Patienten aus einer christlichen Perspektive, wo er alle seine Schäfchen lieb hat. Das wirkt sympathisch und liest sich gut, was den Erfolg des Buchs sicherlich erklären kann.
Es ist anerkennenswert, dass der Autor
- die unscharfen Grenzen zwischen normal und verrückt aufzeigt
- deutlich macht, dass Menschen zeitweise verwirrt sein können und anschließend wieder gesund
- die Psychiatrie nicht als Verkünderin absoluter Wahrheiten versteht
Dennoch hat das Buch entscheidende Schwächen. Gesellschaftliche Probleme werden von dem netten Onkel angedeutet, ohne sie zu analysieren. Stattdessen beklagt er die Flachheit eines Dieter Bohlen, ohne zu fragen, woran es liegt, dass manche Sender die Blödheit zum Programm erklären. Die Pharmaindustrie ist kein Faktor im Weltbild des Autors. Dass Firmen sich durch den Konkurrenzdruck psychisch kranke Mitarbeiter nicht leisten können, und diese rausschmeißen, ja sogar rausschmeißen müssen: Solche Fragen werden im Buch nicht diskutiert. Stattdessen sollen wir alle mehr Verständnis haben. Wie soll ich denn meiner Nachbarin helfen, wo ich doch zur Arbeit muss und danach muss ich mich um meine Kinder kümmern?
Wer selbst mit ernsthaften psychischen Krankheiten zu tun hatte, ob selbst betroffen oder bei Angehörigen, wird für den Plauderton des Autors wenig übrig haben. Wer Therapeut ist, kann sich das Buch auch sparen. Es bleiben also diejenigen, die keinerlei eigene Erfahrungen haben. Ja, die Normalen sind die Zielgruppe für dieses Buch! Es fragt sich, ob den Lesern damit geholfen ist, denn
- beim Schweinegalopp über den bunten Zoo psychischer Erkrankungen bleibt jede Erklärung oberflächlich
- der Autor hat in medizinischer Hinsicht keinerlei neue Erkenntnisse, sondern reproduziert nur
- konkrete Hilfestellungen bleiben aus
Letztlich trägt das Buch zum Verständnis psychischer Krankheiten nur soviel bei, wie etwa ein Karl-May-Film zum Verständnis anderer Kulturen beiträgt. Ja, das ist unterhaltsam. Aber wer wissen will, wie er oder sie mit einem Menschen besser umgehen kann, der vorübergehend Wahnvorstellungen hat, oder einem Süchtigen, oder einem über Jahre Depressiven, dem ist mit diesem Buch kaum geholfen. Es ist fragwürdig zu suggerieren, Stimmungsstörungen seien mit Psychopharmaka leicht zu heilen. Wie Fachleute wissen, geht das nicht ohne mühsame und langwierige Arbeit, und Verbesserungen erfordern erhebliche Anstrengungen und Konflikte.
Zum Schluss einige Zitate, die die Denkweise des Autors illustrieren:
“Jedem von uns kann eine psychische Störung zustoßen” (176)
“Wäre Hitler psychisch krank gewesen, hätte er seine Verbrechen nicht begehen können” (Seite 2)
“Natürlich kann man heutzutage gerade mit Hilfe von Psychopharmaka eine schwere Depression heilen, so dass jemand genauso fit ist wie vor der Depression.” (77)
“Die Behandlung der Schizophrenie erfolgt vor allem durch Medikamente, die so genannten Neuroleptika… das wesentliche Heilmittel sind hier nicht wir glänzenden Therapeuten, sondern banalerweise die Psychopharmaka.” (139)
4. November 2009 um 08:00 Uhr
Spitzenintegrationsleistung
Diese scharfzüngige Einführung in die Seelenkunde und hervorragende Gebrauchsanweisung für außergewöhnliche Menschen hält uns Normalos nicht nur humorvoll den Spiegel unseres normativen Verhaftetseins im “Ernst des Lebens” vor. Vielmehr hat es der Psychiater und Kabarretist Manfred Lütz wie kaum jemand vor ihm verstanden, psychischen Krankheiten, und den davon Betroffenen, den Schrecken des Wahnsinns zu nehmen. Hierfür sollte er im November 2010 den Förderpreis Entstigmatisierung von Menschen mit psychischen Erkrankungen” der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) in Berlin erhalten.
4. November 2009 um 08:00 Uhr
Eins für alle
Dies Buch ist für Fachgelehrte,bisher nicht Betroffene wie auch für Patienten mit Vergnügen und Trost lesbar: Ein Spagat voll menschlicher Wärme!
8. November 2009 um 05:51 Uhr
Irre, wir behandeln die Falschen, unser Problem sind die Normalen
Das beste Buch für mich aller Zeiten, hat mir bestätigt, was ich schon lange denke.
12. November 2009 um 02:51 Uhr
Mitgefühl und Entsetzen
ich schwanke zwischen Mitgefühl für den Autor und Entsetzen.
Ein älterer Psychiater schreibt über SEINE Erfahrungen und darüber was ER denkt
was krank ist und was nicht. Dabei betrachtet er die Psyche wie ein Handwerker
ein Musikinstrument.
Lustig ist anders!
12. November 2009 um 02:51 Uhr
Mitgefühl und Entsetzen
ich schwanke zwischen Mitgefühl für den Autor und Entsetzen.
Ein älterer Psychiater schreibt über SEINE Erfahrungen und darüber was ER denkt
was krank ist und was nicht. Dabei betrachtet er die Psyche wie ein Handwerker
ein Musikinstrument.
Lustig ist anders!
12. November 2009 um 02:51 Uhr
IRRE - wir behandeln die Falschen
Ich schließe mich der negativen Rezension an. Auch ich war ob der künstlichen Lustigkeit (rheinischer Humor ist sicher etwas anderes!) des Herrn Lütz verblüfft, hatte ich ihm soviel Biederkeit gar nicht zugetraut. Und wenn er dann den Leser/die Leserin auch noch mehrfach anspricht, begibt man sich gleich auf die Couch, um dem Autor in Augenhöhe zu begegnen. Kurzum: ein äußerst langweiliges Buch mit viel Lärm um nichts. Warnung: Nicht verschenken - man könnte seinen guten (Literatur)Ruf verlieren!
12. November 2009 um 02:51 Uhr
IRRE - wir behandeln die Falschen
Ich schließe mich der negativen Rezension an. Auch ich war ob der künstlichen Lustigkeit (rheinischer Humor ist sicher etwas anderes!) des Herrn Lütz verblüfft, hatte ich ihm soviel Biederkeit gar nicht zugetraut. Und wenn er dann den Leser/die Leserin auch noch mehrfach anspricht, begibt man sich gleich auf die Couch, um dem Autor in Augenhöhe zu begegnen. Kurzum: ein äußerst langweiliges Buch mit viel Lärm um nichts. Warnung: Nicht verschenken - man könnte seinen guten (Literatur)Ruf verlieren!
15. November 2009 um 23:51 Uhr
Unterhaltsam und äusserst interessant
Es ist eine unterhaltsame, teilweise sehr lustige Lektüre über ein medizinisches Thema: Die Psychiatrie. Habe auch sehr interessantes gelernt. Es werden auch bekannte Personen analysiert und das Resultat ist verblüffend.Humor wird in diesem Buch gross geschrieben.
15. November 2009 um 23:51 Uhr
schön und simpel : )
Kurz gesagt: An den Thesen des Autoren ist nichts auszusetzen.
Aber natürlich hat kein Rezensent, der die treffenden Worte hier lobt, “Der Wahnsinn der Normalität” von Arno Grün gelesen.
Das ist eben ein paar Jahre älter. Und nicht nur in Hauptsätzen geschrieben.
Aber schön, daß dieses Thema auch als “Fast Food Buch Version” Einzug in die Köpfe von den Bestsellerlistenlesern hat.
Die glauben allerdings wahrscheinlich, daß alle gemeint sind, nur nicht sie.
Zeitgeist für Dummies. Naja, es geht schlimmer.
19. November 2009 um 22:34 Uhr
klug und unterhalsam
Wer ein nur witziges Buch vermutet liegt hier falsch! Dr. med. Dipl. theol. Manfred Lütz hat (wieder ‘mal) ein interessantes Buch geschrieben zum Thema psychische Erkrankung- was ist “normal” und wo lauern die Vorurteile. Aufklärung für Jedermann- auch zur von vielen Menschen beargwöhnten Psychotherapie und das in unterhalsamer Form- eine ganz klare Empfehlung für uns gestresste Zeitgenossen!
19. November 2009 um 22:34 Uhr
klug und unterhalsam
Wer ein nur witziges Buch vermutet liegt hier falsch! Dr. med. Dipl. theol. Manfred Lütz hat (wieder ‘mal) ein interessantes Buch geschrieben zum Thema psychische Erkrankung- was ist “normal” und wo lauern die Vorurteile. Aufklärung für Jedermann- auch zur von vielen Menschen beargwöhnten Psychotherapie und das in unterhalsamer Form- eine ganz klare Empfehlung für uns gestresste Zeitgenossen!
19. November 2009 um 22:34 Uhr
IRRE wir behandeln die Falschen
Pure Langeweile, keine neuen Erkenntnisse.
Ich habe mehrmals versucht das Buch weiter zu lesen, ich schaffe es nicht!
Es ist jedoch eine gute Einschlafhilfe.
Irre - Wir behandeln die Falschen: Unser Problem sind die Normalen - Eine heitere Seelenkunde
19. November 2009 um 22:34 Uhr
IRRE wir behandeln die Falschen
Pure Langeweile, keine neuen Erkenntnisse.
Ich habe mehrmals versucht das Buch weiter zu lesen, ich schaffe es nicht!
Es ist jedoch eine gute Einschlafhilfe.
Irre - Wir behandeln die Falschen: Unser Problem sind die Normalen - Eine heitere Seelenkunde
19. November 2009 um 22:34 Uhr
Zu wem gehöre ich?
Eine Kommilitonin meinte mal, dass 95% der Menschen einen Schaden haben. Ihre These kann ich nur unterstützen und bereits vor meinem Psychologiestudium beschlich mich des öfteren der Gedanke, dass alle nicht ganz normal seien. Manchmal war es mir, als sei ich der eigentliche irre und das Tollhaus, die Gesellschaft rund um mich herum, sei der ganz normale Wahnsinn. Doch dies ist natürlich nur eine humorvolle Betrachtung. In Tat und Wahrheit sehe ich mich kerngesund, ich leide nicht. Obwohl schizophrene oder manische Personen auch völlig davon überzeugt sind normal zu sein. Muss ich mir jetzt sorgen machen?
Manfred Lützes Buch geht genau in die Richtung der Betrachtung zwischen normal und irre. Dabei vertritt er schlicht die provokante These, dass die Normalität eigentlich zu behandeln sei. Seine schon fast anmassend klingende Aussage untermauert er Anfangs mit sehr viel Humor. Im Weiteren beschreibt er einiges zur Geschichte der Psychiatrie und beleuchtet in unserer Gesellschaft oft missverstandene psychische Krankheiten. Objektiv und professionell geht er mit dem Thema der Medikation um. An vielen sehr unterhaltenden Beispielen zeigt er wie Personen behandelt werden und, dass diese eigentlich ganz liebenswerte Leute sind, mit denen man ganz gut zurecht kommt, wenn man etwas Geduld aufbringt.
Dieses Buch ist interessant für all jene Leute, die nicht wissen was die Psychiatrie ist. Es half mir persönlich viele Vorurteile ab zu bauen. Denn nicht nur der Psychologie gegenüber sondern vor allem gegenüber Psychiatrie gibt es noch sehr viele Vorurteile. Eine psychische Krankheit ist in unserer Gesellschaft noch nicht als Krankheit akzeptiert sondern die Betroffenen werden oft stigmatisiert.
Als Leser muss man sich jedoch immer vor Augen halten, dass dieses Buch als populärwissenschaftlicher Kassenschlager konzipiert wurde. So werden die provokanten Thesen immer wieder gebetsartig wiederholt. Diverse Interviews mit Manfred Lütz lassen sich inhaltlich praktisch gar nicht mehr unterscheiden. Trotzdem find ich es ein gelungenes Werk, denn gegen die Vermarktung guten Humors habe ich nichts einzuwenden.
http://www.braindump.ch/2009/11/15/manfred-lutz-irre-wir-behandeln-die-falschen/
19. November 2009 um 22:34 Uhr
Zu wem gehöre ich?
Eine Kommilitonin meinte mal, dass 95% der Menschen einen Schaden haben. Ihre These kann ich nur unterstützen und bereits vor meinem Psychologiestudium beschlich mich des öfteren der Gedanke, dass alle nicht ganz normal seien. Manchmal war es mir, als sei ich der eigentliche irre und das Tollhaus, die Gesellschaft rund um mich herum, sei der ganz normale Wahnsinn. Doch dies ist natürlich nur eine humorvolle Betrachtung. In Tat und Wahrheit sehe ich mich kerngesund, ich leide nicht. Obwohl schizophrene oder manische Personen auch völlig davon überzeugt sind normal zu sein. Muss ich mir jetzt sorgen machen?
Manfred Lützes Buch geht genau in die Richtung der Betrachtung zwischen normal und irre. Dabei vertritt er schlicht die provokante These, dass die Normalität eigentlich zu behandeln sei. Seine schon fast anmassend klingende Aussage untermauert er Anfangs mit sehr viel Humor. Im Weiteren beschreibt er einiges zur Geschichte der Psychiatrie und beleuchtet in unserer Gesellschaft oft missverstandene psychische Krankheiten. Objektiv und professionell geht er mit dem Thema der Medikation um. An vielen sehr unterhaltenden Beispielen zeigt er wie Personen behandelt werden und, dass diese eigentlich ganz liebenswerte Leute sind, mit denen man ganz gut zurecht kommt, wenn man etwas Geduld aufbringt.
Dieses Buch ist interessant für all jene Leute, die nicht wissen was die Psychiatrie ist. Es half mir persönlich viele Vorurteile ab zu bauen. Denn nicht nur der Psychologie gegenüber sondern vor allem gegenüber Psychiatrie gibt es noch sehr viele Vorurteile. Eine psychische Krankheit ist in unserer Gesellschaft noch nicht als Krankheit akzeptiert sondern die Betroffenen werden oft stigmatisiert.
Als Leser muss man sich jedoch immer vor Augen halten, dass dieses Buch als populärwissenschaftlicher Kassenschlager konzipiert wurde. So werden die provokanten Thesen immer wieder gebetsartig wiederholt. Diverse Interviews mit Manfred Lütz lassen sich inhaltlich praktisch gar nicht mehr unterscheiden. Trotzdem find ich es ein gelungenes Werk, denn gegen die Vermarktung guten Humors habe ich nichts einzuwenden.
http://www.braindump.ch/2009/11/15/manfred-lutz-irre-wir-behandeln-die-falschen/
19. November 2009 um 22:34 Uhr
populärwissenschaftliche Einführung in die Welt der Psychiatrie
Dieses Buch ist eine populärwissenschaftliche Einführung in die Welt der Psychiatrie. Im folgenden werde ich versuchen, das Wichtigste darzustellen.
Das Buch gliedert sich in drei Teile. In Teil A erklärt Lütz, was alles im psychiatrischen Sinne nicht verrückt ist. So mögen Hitler und Stalin vielleicht manchem als wahnsinnig erscheinen, sie waren aber normal. Schrecklich normal. Wären sie wirklich psychisch krank gewesen, dann hätte man ihnen Psychopharmaka verabreichen und sie in einer Psychiatrie von ihren Ideen heilen können. Solche Leute sind aber behandlungsresistent. Ebenso nicht therapierbar ist es, wenn sich ein Dieter Bohlen für einen begnadeten Künstler hält. Dessen musikalische Ergüsse mögen zwar auch grausam sein. Diese gehören aber in die Welt des Blödsinns.
In Teil B erörtert Lütz den Sinn und Unsinn von Psychiatrie und Psychotherapie. Nach einem geschichtlichen Überblick bringt der Autor eine unterhaltsame sowie informative Einführung in die Wissenschaftstheorie seines Fachs. So wie es in der Wissenschaft allgemein nur nützliche Hypothesen gibt, aber keine wahren odere falschen, so gibt es nur brauchbare oder weniger brauchbare Diagnosen. In diesem Kapitel wendet sich der Autor also gegen jede Ideologisierung in der Psychiatrie. Zuguterletzt führt er hier in die verschiedenen Therapieformen ein und erörtert den Sinn und Unsinn von Psychopharmaka.
In Teil C geht es schließlich um die wirklichen sogenannten Krankheiten. Diese erklärt der Autor zwar ebenfalls recht gut. Da dies aber ein Buch für den Massengeschmack ist, bringt er allerdings meines Erachtens zuviele mehr oder weniger amüsante Fallbeispiele, die den Zuschauer erheitern sollen, als handfeste Informationen.
Nachdem die körperlichen Krankheiten behandelt werden, die ebenfalls die Psyche beeinträchtigen können -also z.B. Gehirntumore oder Alzheimer-, von denen das letztere im Zuge der Überalterung zu einem gesellschaftlichen Problem werden können, erklärt er das Wesen der Sucht. Er stellt dabei klar, daß z.B. Alkoholismus eine behandlungsbedürftige Krankheit ist und keine Sünde, wie es die Kirche gerne hätte. Als nächstes erläutert Lütz die Schizophrenie, die für den Laien wohl die “Verrücktheit” als solche darstellt. Er verdeutlicht hier, daß Schizophrenie keineswegs Verblödung bedeutet, sondern daß der durchschnittliche IQ in einer “Irrenanstalt” genauso hoch ist wie in einem Gesundheitsministerium.
Bei der klinischen Deppression geht Lütz darauf ein, daß man sie nicht mit einer deppressiven Verstimmung verwechseln sollte und daß es hierbei ein großes Problem der Suizidät gibt, während die Maniker sich in einer derartigen “Bombenstimmung” befinden, daß sie oftmals nicht krankheitseinsichtig sind.
Im letzten Kapitel des Teils C erläutert Manfred Lütz noch im Schnellverfahren die meisten anderen psychischen Störungen wie z.B. Neurosen, Eßstörungen,Borderline, Zwangshandlungen usw. Hier streift er aber wieder die Grenze zur sogenannten Normalität, wenn er auf die Schönheitschirurgie und irgendwelche Sadomasopraktiken eingeht. Ihm geht es in diesem Kapitel auch darum, aufzuzeigen, daß jeder Mensch im Zweifelsfalle als gesund anzusehen ist, bevor man ihm irgendeine Krannkheit unterschiebt.
Als nächstes appelliert Lütz daran, das Außergewöhnliche in unserer Gesellschaft zuzulassen. Denn gerade die Ditaturen der Normalität im 20. Jahrhundert, die alles Abweichende bekämpft haben, richteten den größten Schaden in der Menschheitsgeschichte an. Und schließlich sei es zwar das Normale, das die Gesellschaft am Laufen halte. Letztendlich aber erinnere man sich nur an das Außergewöhnliche. Und nachdem er dann die Frage, ob wir die Falschen behandeln, mit einem “Ja und Nein” beantwortet, gibt er zu bedenken, daß irgendwie jeder nicht ganz “normal” sei.
Zuletzt geht er noch auf die Defizite des Buches ein. So sieht er die ganzen Krankheiten als Psychiater und nicht als Psychologe. Und es fehlen nicht nur die Kinder- und Jugendpsychiatrie, sondern mit Absicht auch geistige Behinderungen, die leider immer noch das Image der “Irrenhäsuer” prägen.
Alles in allem ist mir das Buch vier Sterne wert. Es hätte zwar, was den Informationsgehalt betrifft, ausführlicher sein können. Und auch Lützens Humor ist Geschmackssache. Deswegen kann ich ihm keine fünf Sterne geben. Da es sich aber an die sogenannten Normalen wendet -bzw. an diejenigen, die sich dafür halten-, stellen seine Erkenntnisse hoffentlich einen Meilenstein für unsere Gesellschaftsentwicklung dar. Infolgedessen kann ich das Buch jedem interessierten Laien nur wärmstens anempfehlen.
19. November 2009 um 22:34 Uhr
populärwissenschaftliche Einführung in die Welt der Psychiatrie
Dieses Buch ist eine populärwissenschaftliche Einführung in die Welt der Psychiatrie. Im folgenden werde ich versuchen, das Wichtigste darzustellen.
Das Buch gliedert sich in drei Teile. In Teil A erklärt Lütz, was alles im psychiatrischen Sinne nicht verrückt ist. So mögen Hitler und Stalin vielleicht manchem als wahnsinnig erscheinen, sie waren aber normal. Schrecklich normal. Wären sie wirklich psychisch krank gewesen, dann hätte man ihnen Psychopharmaka verabreichen und sie in einer Psychiatrie von ihren Ideen heilen können. Solche Leute sind aber behandlungsresistent. Ebenso nicht therapierbar ist es, wenn sich ein Dieter Bohlen für einen begnadeten Künstler hält. Dessen musikalische Ergüsse mögen zwar auch grausam sein. Diese gehören aber in die Welt des Blödsinns.
In Teil B erörtert Lütz den Sinn und Unsinn von Psychiatrie und Psychotherapie. Nach einem geschichtlichen Überblick bringt der Autor eine unterhaltsame sowie informative Einführung in die Wissenschaftstheorie seines Fachs. So wie es in der Wissenschaft allgemein nur nützliche Hypothesen gibt, aber keine wahren odere falschen, so gibt es nur brauchbare oder weniger brauchbare Diagnosen. In diesem Kapitel wendet sich der Autor also gegen jede Ideologisierung in der Psychiatrie. Zuguterletzt führt er hier in die verschiedenen Therapieformen ein und erörtert den Sinn und Unsinn von Psychopharmaka.
In Teil C geht es schließlich um die wirklichen sogenannten Krankheiten. Diese erklärt der Autor zwar ebenfalls recht gut. Da dies aber ein Buch für den Massengeschmack ist, bringt er allerdings meines Erachtens zuviele mehr oder weniger amüsante Fallbeispiele, die den Zuschauer erheitern sollen, als handfeste Informationen.
Nachdem die körperlichen Krankheiten behandelt werden, die ebenfalls die Psyche beeinträchtigen können -also z.B. Gehirntumore oder Alzheimer-, von denen das letztere im Zuge der Überalterung zu einem gesellschaftlichen Problem werden können, erklärt er das Wesen der Sucht. Er stellt dabei klar, daß z.B. Alkoholismus eine behandlungsbedürftige Krankheit ist und keine Sünde, wie es die Kirche gerne hätte. Als nächstes erläutert Lütz die Schizophrenie, die für den Laien wohl die “Verrücktheit” als solche darstellt. Er verdeutlicht hier, daß Schizophrenie keineswegs Verblödung bedeutet, sondern daß der durchschnittliche IQ in einer “Irrenanstalt” genauso hoch ist wie in einem Gesundheitsministerium.
Bei der klinischen Deppression geht Lütz darauf ein, daß man sie nicht mit einer deppressiven Verstimmung verwechseln sollte und daß es hierbei ein großes Problem der Suizidät gibt, während die Maniker sich in einer derartigen “Bombenstimmung” befinden, daß sie oftmals nicht krankheitseinsichtig sind.
Im letzten Kapitel des Teils C erläutert Manfred Lütz noch im Schnellverfahren die meisten anderen psychischen Störungen wie z.B. Neurosen, Eßstörungen,Borderline, Zwangshandlungen usw. Hier streift er aber wieder die Grenze zur sogenannten Normalität, wenn er auf die Schönheitschirurgie und irgendwelche Sadomasopraktiken eingeht. Ihm geht es in diesem Kapitel auch darum, aufzuzeigen, daß jeder Mensch im Zweifelsfalle als gesund anzusehen ist, bevor man ihm irgendeine Krannkheit unterschiebt.
Als nächstes appelliert Lütz daran, das Außergewöhnliche in unserer Gesellschaft zuzulassen. Denn gerade die Ditaturen der Normalität im 20. Jahrhundert, die alles Abweichende bekämpft haben, richteten den größten Schaden in der Menschheitsgeschichte an. Und schließlich sei es zwar das Normale, das die Gesellschaft am Laufen halte. Letztendlich aber erinnere man sich nur an das Außergewöhnliche. Und nachdem er dann die Frage, ob wir die Falschen behandeln, mit einem “Ja und Nein” beantwortet, gibt er zu bedenken, daß irgendwie jeder nicht ganz “normal” sei.
Zuletzt geht er noch auf die Defizite des Buches ein. So sieht er die ganzen Krankheiten als Psychiater und nicht als Psychologe. Und es fehlen nicht nur die Kinder- und Jugendpsychiatrie, sondern mit Absicht auch geistige Behinderungen, die leider immer noch das Image der “Irrenhäsuer” prägen.
Alles in allem ist mir das Buch vier Sterne wert. Es hätte zwar, was den Informationsgehalt betrifft, ausführlicher sein können. Und auch Lützens Humor ist Geschmackssache. Deswegen kann ich ihm keine fünf Sterne geben. Da es sich aber an die sogenannten Normalen wendet -bzw. an diejenigen, die sich dafür halten-, stellen seine Erkenntnisse hoffentlich einen Meilenstein für unsere Gesellschaftsentwicklung dar. Infolgedessen kann ich das Buch jedem interessierten Laien nur wärmstens anempfehlen.
1. Dezember 2009 um 16:34 Uhr
Irre “wir behandeln die falschen
Das Buch ist Klasse und gibt einen guten und unterhaltsamen Einblick in die Sellenkunde.
Pflichtkauf!!!!
1. Dezember 2009 um 16:34 Uhr
Spitze
Diese Buch ist Spitze habe sehr viel gelacht aber es stimmt auch nachdenklich. Bitte mehr aus dieser Richtung.
1. Dezember 2009 um 16:34 Uhr
Irre “wir behandeln die falschen
Das Buch ist Klasse und gibt einen guten und unterhaltsamen Einblick in die Sellenkunde.
Pflichtkauf!!!!
1. Dezember 2009 um 16:34 Uhr
Spitze
Diese Buch ist Spitze habe sehr viel gelacht aber es stimmt auch nachdenklich. Bitte mehr aus dieser Richtung.
5. Dezember 2009 um 13:51 Uhr
Wie irre sind wir eigentlich?
Ganz so heiter und unbeschwert, wie es die einleitenden Worte des gelernten Mediziners und wortgewandten Eckart von Hirschhausen mutmaßen lassen, ist das neue Buch von Manfred Lütz dann doch nicht, was nicht heißt, daß man zuerst über Hirschhausen und dann über Lütz nicht herzlich lachen kann. Denn: Ich möchte mir das Gehirn möglichst lange frisch halten, indem ich es möglichst selten benutze oder: Aristoteles dachte noch, das Hirn sei nur ein Apparat, um das Blut zu kühlen. Und wie wir heute wissen, hat er bei vielen Menschen recht behalten , bleiben schöne Kalauer.
Lütz, der als unterhaltsamer, geistreich-witziger Rhetoriker oft und zu bester Sendezeit durch die Dritten Programme tourt, hat nach seinen Bestellern Lebenslust Wider die Diätsadisten, den Gesundheitswahn und den Fitneß-Kult (2002) und Gott Eine kleine Geschichte des Größten (2007) nun ein Buch vorgelegt, das es sich zur Aufgabe macht, die gesamte Psychiatrie und Psychotherapie auf knapp 185 vorzustellen.
Daß sich Lütz dabei als Psychiater, Psychoanalytiker und Theologe auf die Seite derer stellt, die gern von der Gesellschaft ausgegrenzt werden, weil sie von ihr als unnormal und krank abgestempelt werden, macht den eigentlichen Charme des Buches aus. Immer wieder zeigt sich, daß sich die Normalen, ja, die wahnsinnig Normalen viel befremdlicher verhalten als die sogenannten Unnormalen. Exemplarische Beispiele dieser Normalen sind dann, wie könnte es anders auch sein, Dieter Bohlen und Paris Hilton, die für Lütz das Zeug für an sich richtig tragische Fälle hätten - nur “leider” sind sie nicht psychisch krank, also nicht therapierbar. Wie viel Schizophrenie im Alltag der Normalen herrscht und wie dieses Verhalten noch kunstvoll stilisiert und in Szene gesetzt wird, dies veranschaulicht Lütz, dessen kabarettistisches Wesen sich dabei zur vollen Genugtuung aufbaut, immer wieder anhand jener auffälligen Persönlichkeiten in der Medienlandschaft, die, wären sie nicht gesund, doch in erster Linie zu den Unnormalen zählen würden. Die mäßig begabte Pop-Ikone, der pseudo-humorvoll agierende Initiator von Deutschland sucht den Superstar ist für Lütz These, daß die Normalen das Problem sind, die wir zur therapieren haben, dann auch das Exzellenzbeispiel: Keiner meiner Patienten ist so abgedreht wie Dieter Bohlen und keine meiner Patientinnen so naiv wie seine Gespielinnen. Dennoch, so verrückt das Ganze auch ist, weder Dieter Bohlen noch seine Alten/Neuen hätten die Chance, in der Psychiatrie behandelt zu werden. [] So sehr Sie sich dagegen sträuben, liebe Leser: Dieter Bohlen ist normal. Wer wird da noch meine These bestreiten, dass unser Problem nicht die psychisch Kranken sind. An diesem Beispiel von ganz normalen Blödsinn zeigt sich nur um so drastischer: Unser Problem sind die Normalen (S. 15).
So sehr Lütz die lebenden Normalen kritisch in den Blick nimmt, die Unarten des modernen Medienbetriebs in seiner ganzen platten Abscheulichkeit analysiert, das Anliegen seines Buches bleibt ein anderes: Es belehrt über den Unsinn und Sinn von Psychiatrie und Psychotherapie, gibt einen Einblick in die Geschichte der Psychoanalyse und deckt deren Mängel auf, widmet sich der Verhaltenstherapie, reflektiert über das Wesen der Diagnosen und warum diese nie wahr sind, und zeigt letztendlich, à la Watzlawik, daß jede Krankheit auch einen tieferen Sinn hat, das Gute am Schlechten die jeweilige Person sogar weiterbringt, wenn sie über sich reflektieren kann. Auch lernt der Leser viel über die systemische Therapie und ihre eigene Vorgehens- und Frageweise, die den Patienten meist dort einfängt, wo es dieser gar nicht erwartet, um ihn dann, quasi durch sich selbst, wieder in die Normalität zurückzuholen.
Seine heitere Seelenlehre, wie Lütz diese nennt, seine historischen Einblicke in die Geschichte der Psychiatrie, kommen dabei keineswegs im Stile enthobener Gelehrsamkeit und als professorales Herrschaftswissen daher, wie man es aus dem akademischen Betrieb hinreichend und entwürdigend kennt, sondern behutsam, bedächtig. Man sieht: Lütz ist keiner, der mit dem Hammer therapiert, sondern er ist jener emotionale Geist, der sich auf sein Gegenüber einzulassen gewillt ist, der Diagnosen korrigiert und immer wieder vom Einzelfall inspiriert nach den Ursachen des Krankheitsverlaufes sucht; daß er dabei oft witzelnd aus seiner therapeutischen Praxis erzählt, gehört zu seinem rheinisch-humorvollem Wesen. Darf man aber überhaupt über psychisch Kranke humorvoll reden? Ich finde ja. Denn Humor ist eine Form, Dinge und Menschen liebevoll ins Leben einzubeziehen” (S. XV).
Eine a priori Diagnose wie in der Psychotherapie oft üblich lehnt Lütz vom empirischen Standort rigoros ab, denn worum es letztendlich geht, ist nicht die Diagnose, sondern ein problemorientierter Lösungsansatz Ziel bleibt nicht die lebenslange Therapie, wie er seinen Kollegen aus der Psychoanalyse vorwirft, wobei man zwischen den Zeilen heraushört, daß Therapie oft Selbsttherapie, der Therapiebedürftige der Therapeut selber ist, sondern die völlige Gesundung des Patienten.
Daß Lütz dabei der Kranke in seinen Handlungen oft normaler erscheint als der sich gesund wähnende und emotionslos agierende Gesunde zeigt sich in den ausführlich dokumentierten Patientengesprächen immer wieder, die einen Großteil des Buches ausmachen, das damit zugleich eine therapiepraktische Relevanz gewinnt. Denn der Clou ist und bleibt es: Die Unnormalen sind gar nicht so unnormal wie ihnen von der Gesellschaft attestiert wird, und die Normalen sind oft weitaus befremdlicher als sie dies gerne zugeben oder gar sich eingestehen würden. Mit seinem umgekehrten Blick, vom Unnormalen auf den Normalen, gelingt dem Chefarzt des Krankenhauses von Köln (Ortsteil) Wahn eine beißende Gesellschaftsanalyse und scharfzüngige Satire.
Daß Sucht, Demenz, Panik, Depression, Angststörung und Schizophrenie Phänomene sind, die keinesfalls nur in der faszinierenden Psychowelt (Hirschhausen) anzutreffen sind, hat das Beispiel des Vorzeige-Normalen Robert Enke gezeigt und wie sehr diese Phänomene und Probleme den Alltag der Normalen beherrschen, selbst wenn man versucht ist, diese lange Zeit erfolgreich zu verdrängen, auch. Nach Enkes Tod ist das Thema Depression in aller Munde, hat eine Diskussionswelle von Focus bis FAZ ausgelöst, die sich nunmehr mit diesem Krankheitsbild überhaupt wieder auseinandersetzt, denn für die Normalen gehört es sich einfach nicht, nicht zu funktionieren. Diese Dysfunktionsphobie, dieses sich um jeden Preis anpassen, um bloß nicht aufzufallen, endet für viele Normale und Gestreßte letztendlich in Wahn, wo sie dann Herr Lütz begrüßt. Der Wahn, dem Wahn zu entgehen, ist eben auch ein Wahn nur eben der ganz normale Alltagswahn, der ganze Praxen tagtäglich zum Überbersten bringt.
Kurzum: Der Unterschied zwischen den Normalen und den Unnormalen ist also keineswegs so groß, wie manch einer denkt. Unnormales Verhalten findet sich beim Normalen und normales beim Unnormalen. Dies gezeigt zu haben, dafür hat das Buch von Lütz einen wesentlichen Beitrag geleistet und kam komischerweise zum rechten Augenblick. Denn wie sehr die Gesellschaft letztendlich mit ihren Kranken umzugehen weiß, das bleibt die Nagelprobe für ihre Menschlichkeit. Und daß die großen, unnormal Normalen, wie Hitler, Stalin, die Terroristen, die Kriegshetzer und die schamlosen Egomanen nicht behandelt werden, ist eine traurige Einsicht in den geschichtlichen Weltverlauf. Wenn man hier hätte therapieren können, wäre uns einiges erspart geblieben.
5. Dezember 2009 um 13:51 Uhr
Unverhofft kommt oft
Wie man diesem Buch Ernsthaftigkeit und Tiefsinn streitig machen kann und möchte, ist mir ein Rätsel.
Für mich ist es DAS Buch des Jahres! Deshalb auch volle Sterne-Zahl. Wenn es mehr gäbe, hätte es auch weit mehr verdient.
Die Fakten, die Manfred Lütz aufstellt, sind erschreckend. Erschreckend deshalb, weil man zwangsläufig feststellen muss,
1. wie viele Bekannte (deren Eigenschaften) man aus seinem Umfeld darin widerfindet und
2. wie viele Krankheiten (Diagnosen) im Alltag fälschlicher Weise eine völlige Fehltitulierung bekommen.
Meiner Ansicht nach muss man das Buch gelesen haben!
5. Dezember 2009 um 13:51 Uhr
Wie irre sind wir eigentlich?
Ganz so heiter und unbeschwert, wie es die einleitenden Worte des gelernten Mediziners und wortgewandten Eckart von Hirschhausen mutmaßen lassen, ist das neue Buch von Manfred Lütz dann doch nicht, was nicht heißt, daß man zuerst über Hirschhausen und dann über Lütz nicht herzlich lachen kann. Denn: Ich möchte mir das Gehirn möglichst lange frisch halten, indem ich es möglichst selten benutze oder: Aristoteles dachte noch, das Hirn sei nur ein Apparat, um das Blut zu kühlen. Und wie wir heute wissen, hat er bei vielen Menschen recht behalten , bleiben schöne Kalauer.
Lütz, der als unterhaltsamer, geistreich-witziger Rhetoriker oft und zu bester Sendezeit durch die Dritten Programme tourt, hat nach seinen Bestellern Lebenslust Wider die Diätsadisten, den Gesundheitswahn und den Fitneß-Kult (2002) und Gott Eine kleine Geschichte des Größten (2007) nun ein Buch vorgelegt, das es sich zur Aufgabe macht, die gesamte Psychiatrie und Psychotherapie auf knapp 185 vorzustellen.
Daß sich Lütz dabei als Psychiater, Psychoanalytiker und Theologe auf die Seite derer stellt, die gern von der Gesellschaft ausgegrenzt werden, weil sie von ihr als unnormal und krank abgestempelt werden, macht den eigentlichen Charme des Buches aus. Immer wieder zeigt sich, daß sich die Normalen, ja, die wahnsinnig Normalen viel befremdlicher verhalten als die sogenannten Unnormalen. Exemplarische Beispiele dieser Normalen sind dann, wie könnte es anders auch sein, Dieter Bohlen und Paris Hilton, die für Lütz das Zeug für an sich richtig tragische Fälle hätten - nur “leider” sind sie nicht psychisch krank, also nicht therapierbar. Wie viel Schizophrenie im Alltag der Normalen herrscht und wie dieses Verhalten noch kunstvoll stilisiert und in Szene gesetzt wird, dies veranschaulicht Lütz, dessen kabarettistisches Wesen sich dabei zur vollen Genugtuung aufbaut, immer wieder anhand jener auffälligen Persönlichkeiten in der Medienlandschaft, die, wären sie nicht gesund, doch in erster Linie zu den Unnormalen zählen würden. Die mäßig begabte Pop-Ikone, der pseudo-humorvoll agierende Initiator von Deutschland sucht den Superstar ist für Lütz These, daß die Normalen das Problem sind, die wir zur therapieren haben, dann auch das Exzellenzbeispiel: Keiner meiner Patienten ist so abgedreht wie Dieter Bohlen und keine meiner Patientinnen so naiv wie seine Gespielinnen. Dennoch, so verrückt das Ganze auch ist, weder Dieter Bohlen noch seine Alten/Neuen hätten die Chance, in der Psychiatrie behandelt zu werden. [] So sehr Sie sich dagegen sträuben, liebe Leser: Dieter Bohlen ist normal. Wer wird da noch meine These bestreiten, dass unser Problem nicht die psychisch Kranken sind. An diesem Beispiel von ganz normalen Blödsinn zeigt sich nur um so drastischer: Unser Problem sind die Normalen (S. 15).
So sehr Lütz die lebenden Normalen kritisch in den Blick nimmt, die Unarten des modernen Medienbetriebs in seiner ganzen platten Abscheulichkeit analysiert, das Anliegen seines Buches bleibt ein anderes: Es belehrt über den Unsinn und Sinn von Psychiatrie und Psychotherapie, gibt einen Einblick in die Geschichte der Psychoanalyse und deckt deren Mängel auf, widmet sich der Verhaltenstherapie, reflektiert über das Wesen der Diagnosen und warum diese nie wahr sind, und zeigt letztendlich, à la Watzlawik, daß jede Krankheit auch einen tieferen Sinn hat, das Gute am Schlechten die jeweilige Person sogar weiterbringt, wenn sie über sich reflektieren kann. Auch lernt der Leser viel über die systemische Therapie und ihre eigene Vorgehens- und Frageweise, die den Patienten meist dort einfängt, wo es dieser gar nicht erwartet, um ihn dann, quasi durch sich selbst, wieder in die Normalität zurückzuholen.
Seine heitere Seelenlehre, wie Lütz diese nennt, seine historischen Einblicke in die Geschichte der Psychiatrie, kommen dabei keineswegs im Stile enthobener Gelehrsamkeit und als professorales Herrschaftswissen daher, wie man es aus dem akademischen Betrieb hinreichend und entwürdigend kennt, sondern behutsam, bedächtig. Man sieht: Lütz ist keiner, der mit dem Hammer therapiert, sondern er ist jener emotionale Geist, der sich auf sein Gegenüber einzulassen gewillt ist, der Diagnosen korrigiert und immer wieder vom Einzelfall inspiriert nach den Ursachen des Krankheitsverlaufes sucht; daß er dabei oft witzelnd aus seiner therapeutischen Praxis erzählt, gehört zu seinem rheinisch-humorvollem Wesen. Darf man aber überhaupt über psychisch Kranke humorvoll reden? Ich finde ja. Denn Humor ist eine Form, Dinge und Menschen liebevoll ins Leben einzubeziehen” (S. XV).
Eine a priori Diagnose wie in der Psychotherapie oft üblich lehnt Lütz vom empirischen Standort rigoros ab, denn worum es letztendlich geht, ist nicht die Diagnose, sondern ein problemorientierter Lösungsansatz Ziel bleibt nicht die lebenslange Therapie, wie er seinen Kollegen aus der Psychoanalyse vorwirft, wobei man zwischen den Zeilen heraushört, daß Therapie oft Selbsttherapie, der Therapiebedürftige der Therapeut selber ist, sondern die völlige Gesundung des Patienten.
Daß Lütz dabei der Kranke in seinen Handlungen oft normaler erscheint als der sich gesund wähnende und emotionslos agierende Gesunde zeigt sich in den ausführlich dokumentierten Patientengesprächen immer wieder, die einen Großteil des Buches ausmachen, das damit zugleich eine therapiepraktische Relevanz gewinnt. Denn der Clou ist und bleibt es: Die Unnormalen sind gar nicht so unnormal wie ihnen von der Gesellschaft attestiert wird, und die Normalen sind oft weitaus befremdlicher als sie dies gerne zugeben oder gar sich eingestehen würden. Mit seinem umgekehrten Blick, vom Unnormalen auf den Normalen, gelingt dem Chefarzt des Krankenhauses von Köln (Ortsteil) Wahn eine beißende Gesellschaftsanalyse und scharfzüngige Satire.
Daß Sucht, Demenz, Panik, Depression, Angststörung und Schizophrenie Phänomene sind, die keinesfalls nur in der faszinierenden Psychowelt (Hirschhausen) anzutreffen sind, hat das Beispiel des Vorzeige-Normalen Robert Enke gezeigt und wie sehr diese Phänomene und Probleme den Alltag der Normalen beherrschen, selbst wenn man versucht ist, diese lange Zeit erfolgreich zu verdrängen, auch. Nach Enkes Tod ist das Thema Depression in aller Munde, hat eine Diskussionswelle von Focus bis FAZ ausgelöst, die sich nunmehr mit diesem Krankheitsbild überhaupt wieder auseinandersetzt, denn für die Normalen gehört es sich einfach nicht, nicht zu funktionieren. Diese Dysfunktionsphobie, dieses sich um jeden Preis anpassen, um bloß nicht aufzufallen, endet für viele Normale und Gestreßte letztendlich in Wahn, wo sie dann Herr Lütz begrüßt. Der Wahn, dem Wahn zu entgehen, ist eben auch ein Wahn nur eben der ganz normale Alltagswahn, der ganze Praxen tagtäglich zum Überbersten bringt.
Kurzum: Der Unterschied zwischen den Normalen und den Unnormalen ist also keineswegs so groß, wie manch einer denkt. Unnormales Verhalten findet sich beim Normalen und normales beim Unnormalen. Dies gezeigt zu haben, dafür hat das Buch von Lütz einen wesentlichen Beitrag geleistet und kam komischerweise zum rechten Augenblick. Denn wie sehr die Gesellschaft letztendlich mit ihren Kranken umzugehen weiß, das bleibt die Nagelprobe für ihre Menschlichkeit. Und daß die großen, unnormal Normalen, wie Hitler, Stalin, die Terroristen, die Kriegshetzer und die schamlosen Egomanen nicht behandelt werden, ist eine traurige Einsicht in den geschichtlichen Weltverlauf. Wenn man hier hätte therapieren können, wäre uns einiges erspart geblieben.
5. Dezember 2009 um 13:51 Uhr
Unverhofft kommt oft
Wie man diesem Buch Ernsthaftigkeit und Tiefsinn streitig machen kann und möchte, ist mir ein Rätsel.
Für mich ist es DAS Buch des Jahres! Deshalb auch volle Sterne-Zahl. Wenn es mehr gäbe, hätte es auch weit mehr verdient.
Die Fakten, die Manfred Lütz aufstellt, sind erschreckend. Erschreckend deshalb, weil man zwangsläufig feststellen muss,
1. wie viele Bekannte (deren Eigenschaften) man aus seinem Umfeld darin widerfindet und
2. wie viele Krankheiten (Diagnosen) im Alltag fälschlicher Weise eine völlige Fehltitulierung bekommen.
Meiner Ansicht nach muss man das Buch gelesen haben!
9. Dezember 2009 um 14:00 Uhr
Kurz, bündig, realistisch und unterhaltsam…
Ich war anfangs doch sehr skeptisch, ein Buch über psychische Erkrankungen und die dazu gehörende Therapie - auf etwas über 200 Seiten. Verglichen mit Fachbüchern, die dieses sensible Thema aufgreifen, ist das ja fast schon nobelpreisverdächtig…
Aber ich wurde eines Besseren belehrt, natürlich kann und darf man es nicht mit einem wissenschaftlichen Fachbuch vergleichen, aber es hat nicht nur einen hohen Unterhaltungswert, sondern es ist allen Ernstes ein Buch, das die häufigsten psychiatrischen Krankheitsbilder kurz, bündig, vorallem realistisch und absolut verständlich beschreibt, ebenso die Inhalte der doch meist sehr langatmigen Therapie. Und durch die praxisnahe Orientierung bekommt das Buch nicht nur eben jenen oben genannten unterhaltsamen Wert, sondern sorgt auch für eine gewisse Sensibilisierung eines Themas, das in der heutigen Zeit mehr und mehr an Bedeutung zunimmt.
9. Dezember 2009 um 14:00 Uhr
Geistige Krankheit und Gesundheit: Unterscheidungsmerkmale!
Sich mit der gesunden Reaktion Kranker auf ihre Umgebung und der Krankheit der Gesunden zu befassen, ist schon den englischen Antipsychiatern Ronald D. Laing und David Cooper vor mehr als sechzig Jahren gelungen. Hatten sie doch früh erkannt, dass der Wahnsinn eine gesunde Reaktion auf den ganz normalen Alltag sein kann; der schizoide oder paranoide Patient reagiert vollkommen adäquat auf eine Umgebung, die in ihrem Verhalten die vermeintlich kranken Reaktionen hervorrufen.
Manfred Lütz, der bekannte Psychiater und Theologe, hat den verdienstvollen Versuch gewagt, diese frühe Erkenntnis über den ganz alltäglichen Wahnsinn in humorvoller Weise an den Mann/ die Frau zu bringen, wobei sein Ansatz überwiegend auf der organisch bedingten Krankheit liegt.
Seine Eingangskapitel sind launig und spritzig und beschreiben unseren gewöhnlichen Alltag, in dem nicht jeder, der sich im Verhalten außerhalb der Norm bewegt, schon einer Diagnose oder gar Behandlung bedarf. Für den Laien verständlich und witzig zugleich sind seine Einführungskapitel, wozu auch die heiteren Betrachtungen des Arztes und Komikers Eckart von Hirschhausen im Vorwort beitragen.
Ein Zustand wird nach Lütz erst dann zur behandlungsbedürftigen Krankheit, wenn der Anteil eines so genannter “Leidensdrucks” als belastendes Kriterium bei der Selbsteinschätzung und Fremdwahrnehmung hinzu kommt.
Der Autor berichtet in überschaubarer und eingängiger Weise über vielfältige Behandlungsmethoden in der Psychiatrie. Von den Gesprächsmethoden, Verhaltenstherapien und Hypnoseverfahren über die Medikamentenbehandlung bis zum Elektroschock reichen seine Hinweise. Eingeflochten sind Beispiele aus seiner Praxis, so dass er einen gründlichen Eindruck vermittelt, wie mit psychischen Störungen umzugehen sei.
Da der Laie häufig zu vorschnellen “Diagnosen” neigt, wird in einem anschließenden Kapitel auch darüber berichtet.
Über Schizophrenie, Depression und Demenz, über Alkohol -und Medikamentenabhängigkeit berichtet er so geläufig wie über Obdachlose und ihre oftmals erschütternden Geschichten.
In einem kurzen Kapitel finden noch die sozial verursachten psychischen Schäden Erwähnung und die Behandlungsmöglichkeiten dafür. Insgesamt ist der Ansatz von Manfred Lütz jedoch organmedizinisch. Den Theorien einer Gruppe von Wissenschaftlern um den Anthropologen Gregory Bateson, der den Begriff des ” double bind” erfunden hat und in seine Theorien über das menschliche Verhalten einführte, misst Lütz bei seinen Ausführungen keinerlei Bedeutung bei. Er legt Wert auf eine humanitäre Einstellung zu allen Abartigkeiten in der Gesellschaft und vermittelt ein liebevolles und durchaus dem Humor zuneigendes Menschenbild. Der Theologe mit Fähigkeiten zur Wahrnehmung der Komik im Verhalten des Menschen führt hier das Wort. Seine Begründungen für zahlreiche psychische Krankheiten betonen immer wieder die organisch bedingten Ursachen. Damit schafft er Erleichterung für alle jene, die sich “schuldig” fühlen, sei es für die eigene Sucht oder für die psychischen Krankheiten ihrer Nächsten.
Für den Laien gut verständlich hat Manfred Lütz ein hilfreiches Buch geschrieben, das auf knapp 208 Seiten einen aufschlussreichen Beitrag zum Thema ” psychische Krankheit” leistet.
9. Dezember 2009 um 14:00 Uhr
…IRRE…
…habe dieses Buch innerhalb 3 Tagen gelesen…sehr verständlich geschrieben und ist gut für jemanden, der mit “Psychiatrie” überhaupt nicht “vertraut” ist.
…viel besser, als diverese Ratgeber über Depressionen!
…vor allem hat Lütz ja wirklich recht mit der Aussage - “unser Problem sind die Normalen”…
13. Dezember 2009 um 20:34 Uhr
Unterhaltsame Lektüre
Das Buch wurde wie immer sehr schnell zugeschickt, es ist unterhaltsam und lehrreich, empfelenswert für Betroffene aber auch für all die Menschen die sich noch für “normal” halten.
13. Dezember 2009 um 20:34 Uhr
Unterhaltsame Lektüre
Das Buch wurde wie immer sehr schnell zugeschickt, es ist unterhaltsam und lehrreich, empfelenswert für Betroffene aber auch für all die Menschen die sich noch für “normal” halten.
18. Dezember 2009 um 05:34 Uhr
Sollte jeder normale Irre lesen
Wirklich irre!!Wir, die wir uns für “normal” halten, sind in der Tat nicht die Lösung für die Probleme dieser Welt, sondern die Probleme selbst. Bedenken wir nur einnmal, wie normal für viele die Atomkraft oder die Kohlekraftwerke sind, wie normal Schwarzgeld in dubiosen Ländern angelegt wird, wie normal der Krieg die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln ist, wie normal Menschen verhungern, weil wir Normalen Ihre Speisen an Vieh verfüttern, damit wir unser täglich Steak kriegen.
Welcher “Irre” käme wohl auf solche Ideen?
19. Dezember 2009 um 02:51 Uhr
Irre - Wir behandeln die Falschen von Manfred Lütz
Einfach TOLL. Kann ich jedem empfehlen. ……………………………………………………………………………………………………………………………………………………..
19. Dezember 2009 um 02:51 Uhr
Irre - Wir behandeln die Falschen von Manfred Lütz
Einfach TOLL. Kann ich jedem empfehlen. ……………………………………………………………………………………………………………………………………………………..
22. Dezember 2009 um 13:17 Uhr
Psycho-Titan
Der Autor weiß, was die Leute anspricht und was sich verkauft- da ist er sicher von Herrn Bohlen nicht weit entfernt. Er sollte sich bei RTL vorstellen, vielleicht kann der Pop-Titan das Vorwort zu seinem nächsten Buch schreiben und ihn zum “Psycho-Titan” küren. Und wir wählen den schrägsten Psycho-Freak des Jahres und huldigen ihm. Das wird garantiert lustig. Wer zu normal ist, wird ausgebuht und bekommt den Stinkefinger.
Im Ernst nun- ich finde es immer wieder schlimm, wie Leute ihre persönlichen Ansichten als kulturbedeutsame Wahrheiten publizieren und dies noch unter dem Deckmantel der Fachlichkeit. Da werden z.B. bezüglich Psychotherapie die alten Gurus zitiert mit ihren beeindruckenden Erfolgen, wie man sie aus Tausenden Werken kennt(die Fehlschläge werden natürlich nicht erwähnt), in denen diese Beispiele immer und immer wieder wiederholt werden- wieso zitiert der Autor als “Psychotherapeut” nicht auch mal eigene Beispiele, um mal frischen Wind hineinzubringen? Oder hat er die etwa nicht?
Die amerikanischen Stars machen keine Kassenmedizin und ich möchte nicht wissen, was die an Honorar genommen haben- da muß allein schon wirken, dass ich nicht soviel Geld für nichts ausgegeben haben kann- also muß die Therapie ein Erfolg sein. Erickson hatte einen solchen Ruf, dass Patienten gesundeten, weil sie bei seinem Haus parkten, ohne ihn je gesehen zu haben. Es ist eine Abwertung und mangelnde Sachkenntnis bezüglich Psychotherapie-Patienten, zu meinen, sie könnten ihre Probleme besser mit Gesprächen beim Friseur oder bei der Verkäuferin zu lösen, so sie dazu in der Lage wären. Herr Lütz, glauben Sie mir, der Patient, der zur Psychotherapie kommt hat i.d.R. schon Unmengen Ratschläge von vielen Leuten angehört(er ist dazu durchaus in der Lage), was ihm aber nicht weiterhalf. Schließlich kann mir auch der Metzger (die Metzgerzunft in allen Ehren) nicht den Blinddarm herausholen - auch wenn er vielleicht dazu brauchbare Instrumente hätte.
22. Dezember 2009 um 13:17 Uhr
Warum behandelt Lütz die Falschen? Und welches Problem hat er mit Normalen?
Im Nachwort zu dieser “heiteren Seelenkunde” steht: “Das vorliegende Buch erhebt den Anspruch, das Wesentliche von Psychiatrie und Psychotherapie darzustellen. … [Es] ist für Menschen geschrieben, die nicht vom Fach sind und die sich einen Überblick über die spannende Welt der Psychiatrie und Psychotherapie verschaffen möchten.”
Die Umsetzung dieses Anspruchs erfolgt in drei klar unterteilten Teilen. Nach dem “Vorspiel” und der “Einführung” (!) geht es auf 26 Seiten im “Teil A” um den Wahnsinn und Blödsinn der Normalität. Lütz erklärt, wer und was in seinem Sinne normal, also nicht außergewöhnlich ist.
Im nun schon 54 Seiten umfassenden “Teil B” gibt Lütz einen geschichtlichen Überblick über die Entwicklung der diagnostischen Sichtweisen und Möglichkeiten, über Heilungsmöglichkeiten und die bekanntesten, für ihn gängigen Therapieformen.
Im “Teil C”, der mehr als die Hälfte des Buches umfasst, werden vom Autor zahlreiche anschauliche Fallbeispiele aus seinem Arbeitsbereich dargelegt. Demenz, Suchtverhalten, Schizophrenie, Depression und Manie, Ängste und andere Persönlichkeitsstörungen werden amüsant beschrieben.
In der Bewertung des Buches möchte ich auf einzelne, charakteristische Behauptungen abheben. Im “Teil C”, der “heiteren Seelenkunde” beschreibt Lütz die von ihm ausgewählten Krankheiten durch Fallbeispiele aus seiner Erfahrungswelt. Oscar Wilde meinte schon: “Wenn man Fehler gemacht hat, bezeichnet man das selbst gern als Erfahrungen sammeln.” Lütz hat anscheinend viele Erfahrungen gesammelt. Zwar sind die Geschichten locker erzählt, doch der Autor bleibt insgesamt oberflächlich, manchmal sogar zynisch, wenn er in Bezug auf Depressionen unbeeindruckt meint, dass “das Gute ist, dass sie aufhört. Vollständig aufhört.” Die Frage bleibt nur: wann? Muss ich nur lange genug warten? War Robert Enke zu ungeduldig?
Wirklich bemerkenswert ist die von Lütz im zweiten Teil vertretene Ansicht, die Behandlung sei immer unter dem Blickwinkel zu sehen, dass die Möglichkeit der Freiheit für eine Entscheidung das entscheidende Kriterium für Gesundheit oder Krankheit darstellt. Dazu gehört meines Erachtens aber auch die Freiheit, Medikamente wieder abzusetzen. Lütz verumglimpft diese Handlungsweise, indem er einfach behauptet, dass man dann oft wieder erkrankt - und sich umbringt. Ohne auch die entgegengesetzten Möglichkeiten, dass sich Depressive erst nach Gabe von Medikamenten zutrauen oder die Kraft haben, Suizid zu begehen, zu erwähnen. Insgesamt steht die relativ unreflektierte und unkritische Medikation mit Psychopharmaka leider viel zu sehr im Vordergrund. Lütz ist ja Psychiater und kein Therapeut. Immerhin beschreibt er die Verhaltenstherapie recht objektiv, Vorbehalte bei der klassischen Psychoanalyse schimmern in vielen Sätzen durch. Seine Meinung ersetzt leider oft wissenschaftliche Erkenntnisse.
Die eigenwilligsten Ansichten vertritt Lütz im Teil A. Hitler, Stalin und Mao-Tse-Dung, Boris Becker, Dieter Bohlen und Paris Hilton werden als Beispiele für die ach so wahnsinnig oder blödsinnig Normalen herangezogen. Hier läuft Lütz auf den gleichen Schienen wie alle selbsternannten Kulturkritiker, indem er sich über die in den Medien erfolgreiche Selbstdarsteller lustig macht. Doch er hinterfragt weder deren persönlichen Erfolg noch die gesellschaftlichen Bedingungen oder Verhältnisse. Alternativen bietet er schon gar nicht. Denn das interessiert Lütz nicht.
Er provoziert lieber und bewusst damit, (sadistische) Massenmörder als normal zu klassifizieren. Ohne zu definieren, was denn “normal sein” bedeutet. Jeder ist normal, der nicht psychiatrisch behandelt wird oder wurde? Uninteressant normal! Die schrillen Verrückten sind für Lütz immer spannender. Denn wenn ein Mensch sich für die Einhaltung der Geschwindigkeitsbegrenzungen für Kraftfahrzeuge einsetzt, damit seine Kinder vor einem Kindergarten nicht über den Haufen gefahren werden, dann ist dieser ein Spießer. Wer wird bei diesen eigenwilligen Gedankengängen nicht verwirrt. Oder irre?
Das Buch führt den Untertitel “Wie behandeln die Falschen. Unser Problem sind die Normalen.” Doch für Lütz sind diese Sätze nur ein verkaufstechnischer Aufhänger. Denn er vertieft seine Betrachtungen der Normalität nicht, sondern spielt nur mit populären Sprüchen. Arno Gruen blickt mit dem “Wahnsinn der Normalität” wirklich auf und in unsere verrückt normale Welt.
Der Titel dieses Buches ist also irre-führend. Es ist nicht die versprochene Gebrauchsanweisung für außergewöhnliche Menschen, und solche, die es werden wollen. Es geht nur darum, einen skizzenhaften Einblick in die Psychiatrie zu geben, wie sie Lütz kennt und wahrnimmt. Das ganze ist mit gewöhnungsbedürftigen Humor garniert, der nur dem Verkaufserfolg des Buches geschuldet scheint. Wie schreibt Lütz doch richtig: “Das Mitläufertum ist eine unausrottbare Charakterschwäche und daher ist sie die Mutter aller modernen Marketingstrategien”. Und “Erfahrene Patienten wissen von ihrer Krankheit viel mehr als wir hochstudierten Doktoren.” Oder von Hirschhausen in seinem Vorwort: “So ist dieses Buch bisweilen einäugig.” Unter Blinden ist der Einäugige König.
22. Dezember 2009 um 13:17 Uhr
Psycho-Titan
Der Autor weiß, was die Leute anspricht und was sich verkauft- da ist er sicher von Herrn Bohlen nicht weit entfernt. Er sollte sich bei RTL vorstellen, vielleicht kann der Pop-Titan das Vorwort zu seinem nächsten Buch schreiben und ihn zum “Psycho-Titan” küren. Und wir wählen den schrägsten Psycho-Freak des Jahres und huldigen ihm. Das wird garantiert lustig. Wer zu normal ist, wird ausgebuht und bekommt den Stinkefinger.
Im Ernst nun- ich finde es immer wieder schlimm, wie Leute ihre persönlichen Ansichten als kulturbedeutsame Wahrheiten publizieren und dies noch unter dem Deckmantel der Fachlichkeit. Da werden z.B. bezüglich Psychotherapie die alten Gurus zitiert mit ihren beeindruckenden Erfolgen, wie man sie aus Tausenden Werken kennt(die Fehlschläge werden natürlich nicht erwähnt), in denen diese Beispiele immer und immer wieder wiederholt werden- wieso zitiert der Autor als “Psychotherapeut” nicht auch mal eigene Beispiele, um mal frischen Wind hineinzubringen? Oder hat er die etwa nicht?
Die amerikanischen Stars machen keine Kassenmedizin und ich möchte nicht wissen, was die an Honorar genommen haben- da muß allein schon wirken, dass ich nicht soviel Geld für nichts ausgegeben haben kann- also muß die Therapie ein Erfolg sein. Erickson hatte einen solchen Ruf, dass Patienten gesundeten, weil sie bei seinem Haus parkten, ohne ihn je gesehen zu haben. Es ist eine Abwertung und mangelnde Sachkenntnis bezüglich Psychotherapie-Patienten, zu meinen, sie könnten ihre Probleme besser mit Gesprächen beim Friseur oder bei der Verkäuferin zu lösen, so sie dazu in der Lage wären. Herr Lütz, glauben Sie mir, der Patient, der zur Psychotherapie kommt hat i.d.R. schon Unmengen Ratschläge von vielen Leuten angehört(er ist dazu durchaus in der Lage), was ihm aber nicht weiterhalf. Schließlich kann mir auch der Metzger (die Metzgerzunft in allen Ehren) nicht den Blinddarm herausholen - auch wenn er vielleicht dazu brauchbare Instrumente hätte.
22. Dezember 2009 um 13:17 Uhr
Eine kleine Praline in Sachen Psycho…
Ein kleines feines Büchlein, hat er uns da vorgelegt, um uns einen Einblick in Sachen Psychotherapie und Psychiatrie zu geben. Locker, einfach, plausibel, mit einer Note an Witz und Humor, kommt es also daher, dieses kleine Kompendium für Laien, das für jeden verständlich geschrieben ist und ich überaus gerne gelesen habe.
Der Autor macht eine gewaltigen Bogen über die versch. Formen der Psychotherapie, was ich mir gerne ausführlicher gewünscht hätte, bis hin zur umfangreichen Psychiatrie, wo die wichtigsten Formen psychischer Erkrankungen, Störungen usw., in plausibler Weise dargestellt und erläutert werden. Anhand von “Fallbeispielen”, sowie persönlichen Erfahrungen mit erkrankten Betroffenen, erhält der Leser einen wie ich finde, sehr authentischen Zugang zu versch. Krankheitsbildern, wie wir sie in unserer heutigen Zeit antreffen.
Mit grossem Einfühlungsvermögen und Respekt den Betroffen gegenüber, aber auch einer gesunden Note an Provokation den sogenannten “Normalen” gegenüber, findet der Leser hier eine ausgewogene und einfach gehaltene Abhandlung über einen Lebensbereich, von dem wir alle in irgendeiner Weise betroffen sind und dieses Buch so kostbar macht.
Da ich selbst eine zeitlang im psychiatrischen Bereich beruflich tätig war, muss ich dem Autor ein Kompliment machen, dessen kleines Werk ich als ausgesprochen aufschlussreich und “Licht ins Dunkel bringend”, erlebt habe. Auch für mich war einiges neu und interessant zu lesen. Dass der Teil über Psychiatrie einen etwas grösseren Raum einnimmt und ausführlicher eingegangen wird, als in die Psychotherapie, hat wohl sicher mit dem 30-jährigen beruflichen Hintergrund des Autor’s zu tun.
Auch wenn ich die reisserische Aufmachung des Verlages nicht ganz nachvollziehen kann, so bekommt der Leser trotz allem, eine kompetente Abhandlung im Wirr-Warr der Psychowelt in die Hand gelegt, die eine nützlichen Aufklärungsarbeit an einem Ort leistet, wo wir doch Alle, auf die eine oder andere Art und Weise verunsichert, hilflos sind, oder einfach gerne mehr wissen möchten. Wer etwas sucht, dass ihm/ihr mehr Sicherheit im Umgang von Betroffenen Psychischer Krankheiten, Problemen usw. gibt, wird hier fündig, dieses Buch tut es.
Empfehlung.
22. Dezember 2009 um 13:17 Uhr
Warum behandelt Lütz die Falschen? Und welches Problem hat er mit Normalen?
Im Nachwort zu dieser “heiteren Seelenkunde” steht: “Das vorliegende Buch erhebt den Anspruch, das Wesentliche von Psychiatrie und Psychotherapie darzustellen. … [Es] ist für Menschen geschrieben, die nicht vom Fach sind und die sich einen Überblick über die spannende Welt der Psychiatrie und Psychotherapie verschaffen möchten.”
Die Umsetzung dieses Anspruchs erfolgt in drei klar unterteilten Teilen. Nach dem “Vorspiel” und der “Einführung” (!) geht es auf 26 Seiten im “Teil A” um den Wahnsinn und Blödsinn der Normalität. Lütz erklärt, wer und was in seinem Sinne normal, also nicht außergewöhnlich ist.
Im nun schon 54 Seiten umfassenden “Teil B” gibt Lütz einen geschichtlichen Überblick über die Entwicklung der diagnostischen Sichtweisen und Möglichkeiten, über Heilungsmöglichkeiten und die bekanntesten, für ihn gängigen Therapieformen.
Im “Teil C”, der mehr als die Hälfte des Buches umfasst, werden vom Autor zahlreiche anschauliche Fallbeispiele aus seinem Arbeitsbereich dargelegt. Demenz, Suchtverhalten, Schizophrenie, Depression und Manie, Ängste und andere Persönlichkeitsstörungen werden amüsant beschrieben.
In der Bewertung des Buches möchte ich auf einzelne, charakteristische Behauptungen abheben. Im “Teil C”, der “heiteren Seelenkunde” beschreibt Lütz die von ihm ausgewählten Krankheiten durch Fallbeispiele aus seiner Erfahrungswelt. Oscar Wilde meinte schon: “Wenn man Fehler gemacht hat, bezeichnet man das selbst gern als Erfahrungen sammeln.” Lütz hat anscheinend viele Erfahrungen gesammelt. Zwar sind die Geschichten locker erzählt, doch der Autor bleibt insgesamt oberflächlich, manchmal sogar zynisch, wenn er in Bezug auf Depressionen unbeeindruckt meint, dass “das Gute ist, dass sie aufhört. Vollständig aufhört.” Die Frage bleibt nur: wann? Muss ich nur lange genug warten? War Robert Enke zu ungeduldig?
Wirklich bemerkenswert ist die von Lütz im zweiten Teil vertretene Ansicht, die Behandlung sei immer unter dem Blickwinkel zu sehen, dass die Möglichkeit der Freiheit für eine Entscheidung das entscheidende Kriterium für Gesundheit oder Krankheit darstellt. Dazu gehört meines Erachtens aber auch die Freiheit, Medikamente wieder abzusetzen. Lütz verumglimpft diese Handlungsweise, indem er einfach behauptet, dass man dann oft wieder erkrankt - und sich umbringt. Ohne auch die entgegengesetzten Möglichkeiten, dass sich Depressive erst nach Gabe von Medikamenten zutrauen oder die Kraft haben, Suizid zu begehen, zu erwähnen. Insgesamt steht die relativ unreflektierte und unkritische Medikation mit Psychopharmaka leider viel zu sehr im Vordergrund. Lütz ist ja Psychiater und kein Therapeut. Immerhin beschreibt er die Verhaltenstherapie recht objektiv, Vorbehalte bei der klassischen Psychoanalyse schimmern in vielen Sätzen durch. Seine Meinung ersetzt leider oft wissenschaftliche Erkenntnisse.
Die eigenwilligsten Ansichten vertritt Lütz im Teil A. Hitler, Stalin und Mao-Tse-Dung, Boris Becker, Dieter Bohlen und Paris Hilton werden als Beispiele für die ach so wahnsinnig oder blödsinnig Normalen herangezogen. Hier läuft Lütz auf den gleichen Schienen wie alle selbsternannten Kulturkritiker, indem er sich über die in den Medien erfolgreiche Selbstdarsteller lustig macht. Doch er hinterfragt weder deren persönlichen Erfolg noch die gesellschaftlichen Bedingungen oder Verhältnisse. Alternativen bietet er schon gar nicht. Denn das interessiert Lütz nicht.
Er provoziert lieber und bewusst damit, (sadistische) Massenmörder als normal zu klassifizieren. Ohne zu definieren, was denn “normal sein” bedeutet. Jeder ist normal, der nicht psychiatrisch behandelt wird oder wurde? Uninteressant normal! Die schrillen Verrückten sind für Lütz immer spannender. Denn wenn ein Mensch sich für die Einhaltung der Geschwindigkeitsbegrenzungen für Kraftfahrzeuge einsetzt, damit seine Kinder vor einem Kindergarten nicht über den Haufen gefahren werden, dann ist dieser ein Spießer. Wer wird bei diesen eigenwilligen Gedankengängen nicht verwirrt. Oder irre?
Das Buch führt den Untertitel “Wie behandeln die Falschen. Unser Problem sind die Normalen.” Doch für Lütz sind diese Sätze nur ein verkaufstechnischer Aufhänger. Denn er vertieft seine Betrachtungen der Normalität nicht, sondern spielt nur mit populären Sprüchen. Arno Gruen blickt mit dem “Wahnsinn der Normalität” wirklich auf und in unsere verrückt normale Welt.
Der Titel dieses Buches ist also irre-führend. Es ist nicht die versprochene Gebrauchsanweisung für außergewöhnliche Menschen, und solche, die es werden wollen. Es geht nur darum, einen skizzenhaften Einblick in die Psychiatrie zu geben, wie sie Lütz kennt und wahrnimmt. Das ganze ist mit gewöhnungsbedürftigen Humor garniert, der nur dem Verkaufserfolg des Buches geschuldet scheint. Wie schreibt Lütz doch richtig: “Das Mitläufertum ist eine unausrottbare Charakterschwäche und daher ist sie die Mutter aller modernen Marketingstrategien”. Und “Erfahrene Patienten wissen von ihrer Krankheit viel mehr als wir hochstudierten Doktoren.” Oder von Hirschhausen in seinem Vorwort: “So ist dieses Buch bisweilen einäugig.” Unter Blinden ist der Einäugige König.
22. Dezember 2009 um 13:17 Uhr
Wer ist normal
Manfred Mütz beschreibt Psychiatrie leicht verständlich und trotzdem prägnant.
Regt zum Nachdenken über Normalitäten an
Empfehlenswert
22. Dezember 2009 um 13:17 Uhr
Eine kleine Praline in Sachen Psycho…
Ein kleines feines Büchlein, hat er uns da vorgelegt, um uns einen Einblick in Sachen Psychotherapie und Psychiatrie zu geben. Locker, einfach, plausibel, mit einer Note an Witz und Humor, kommt es also daher, dieses kleine Kompendium für Laien, das für jeden verständlich geschrieben ist und ich überaus gerne gelesen habe.
Der Autor macht eine gewaltigen Bogen über die versch. Formen der Psychotherapie, was ich mir gerne ausführlicher gewünscht hätte, bis hin zur umfangreichen Psychiatrie, wo die wichtigsten Formen psychischer Erkrankungen, Störungen usw., in plausibler Weise dargestellt und erläutert werden. Anhand von “Fallbeispielen”, sowie persönlichen Erfahrungen mit erkrankten Betroffenen, erhält der Leser einen wie ich finde, sehr authentischen Zugang zu versch. Krankheitsbildern, wie wir sie in unserer heutigen Zeit antreffen.
Mit grossem Einfühlungsvermögen und Respekt den Betroffen gegenüber, aber auch einer gesunden Note an Provokation den sogenannten “Normalen” gegenüber, findet der Leser hier eine ausgewogene und einfach gehaltene Abhandlung über einen Lebensbereich, von dem wir alle in irgendeiner Weise betroffen sind und dieses Buch so kostbar macht.
Da ich selbst eine zeitlang im psychiatrischen Bereich beruflich tätig war, muss ich dem Autor ein Kompliment machen, dessen kleines Werk ich als ausgesprochen aufschlussreich und “Licht ins Dunkel bringend”, erlebt habe. Auch für mich war einiges neu und interessant zu lesen. Dass der Teil über Psychiatrie einen etwas grösseren Raum einnimmt und ausführlicher eingegangen wird, als in die Psychotherapie, hat wohl sicher mit dem 30-jährigen beruflichen Hintergrund des Autor’s zu tun.
Auch wenn ich die reisserische Aufmachung des Verlages nicht ganz nachvollziehen kann, so bekommt der Leser trotz allem, eine kompetente Abhandlung im Wirr-Warr der Psychowelt in die Hand gelegt, die eine nützlichen Aufklärungsarbeit an einem Ort leistet, wo wir doch Alle, auf die eine oder andere Art und Weise verunsichert, hilflos sind, oder einfach gerne mehr wissen möchten. Wer etwas sucht, dass ihm/ihr mehr Sicherheit im Umgang von Betroffenen Psychischer Krankheiten, Problemen usw. gibt, wird hier fündig, dieses Buch tut es.
Empfehlung.
22. Dezember 2009 um 13:17 Uhr
Wer ist normal
Manfred Mütz beschreibt Psychiatrie leicht verständlich und trotzdem prägnant.
Regt zum Nachdenken über Normalitäten an
Empfehlenswert
26. Dezember 2009 um 22:00 Uhr
Die Werbemasche hat zugeschlagen
In den Bestsellerlisten steht das Buch ganz oben, ich frage mich: warum?
Es soll lustig sein und gemäß Einleitung hat es sogar der Metzger von Herrn Lütz verstanden. Ob der Metzger es wirklich verstanden hat, oder eventuell einen guten Kunden nicht verlieren wollte, läßt sich nicht überprüfen! Ich jedenfalls war von dem Buch maßlos enttäuscht! Es geht - meiner Meinung nach - nur sehr oberflächlich auf die einzelnen Krankheitsbilder ein und kann damit auch keine ernsthafteren Einblicke vermitteln. Auch hat sich mir der “flotte und lustige Schreibstil” nicht erschlossen, da hätte er sich doch besser von Herrn von Hirschhausen nicht nur die Einleitung schreiben lassen sollen!
Schade! Ich habe da schon erheblich bessere Bücher zum gleichen Thema gelesen. Da bin ich dann leider doch auf die gute Vermarktung hereingefallen!
31. Dezember 2009 um 08:34 Uhr
Gut zu wissen
Lohnt sich für Betroffene wie nicht Betroffene. Und jeder kann selbst entscheiden, welcher Gruppe er sich zugehörig fühlt. Ein Standardwerk für alle, die glauben, psychische Erkrankungen sind etwas, das nur “Verrückte” betrifft. Ein gelungener Überblick zum Thema, leicht zu lesen und für jeden verständlich. Und der fünfte Stern für die humoristische Seite, die der Autor mit einbringt.
31. Dezember 2009 um 08:34 Uhr
Gut zu wissen
Lohnt sich für Betroffene wie nicht Betroffene. Und jeder kann selbst entscheiden, welcher Gruppe er sich zugehörig fühlt. Ein Standardwerk für alle, die glauben, psychische Erkrankungen sind etwas, das nur “Verrückte” betrifft. Ein gelungener Überblick zum Thema, leicht zu lesen und für jeden verständlich. Und der fünfte Stern für die humoristische Seite, die der Autor mit einbringt.
31. Dezember 2009 um 08:34 Uhr
Armutszeugnis
Scheinbar liegt mir der rheinische Humor nicht. Jedenfalls nicht der, den der Autor hier anbringt, mir geht das Geschreibsel nur mächtig auf die Nerven.
Wer sich informieren will über psychische Erkrankungen, ist mit diesem Buch nicht gut bedient. An Oberflächlichkeit lässt es jedenfalls nichts zu wünschen übrig. Wer sich nur knapp einlesen will oder aber gar nicht wirklich interessiert ist, soll es lesen, damit er glaubt, mitreden zu können, wenns um Psychos geht.
Ob ich das Buch je zu Ende lesen werde, steht in den Sternen. Vielleicht, wenn ich mal wieder eine Einschlafhilfe brauche. Gähn… Nicht zu fassen, dass DAS in der Bestsellerliste ist. Warum? Weil man sich wegen Robert Enke mal schnell in die Materie einlesen will???
So sieht das in der Gesellschaft also aus, wenn über psychische Erkrankungen aufgeklärt werden soll… Ein Armutszeugnis.
31. Dezember 2009 um 08:34 Uhr
Armutszeugnis
Scheinbar liegt mir der rheinische Humor nicht. Jedenfalls nicht der, den der Autor hier anbringt, mir geht das Geschreibsel nur mächtig auf die Nerven.
Wer sich informieren will über psychische Erkrankungen, ist mit diesem Buch nicht gut bedient. An Oberflächlichkeit lässt es jedenfalls nichts zu wünschen übrig. Wer sich nur knapp einlesen will oder aber gar nicht wirklich interessiert ist, soll es lesen, damit er glaubt, mitreden zu können, wenns um Psychos geht.
Ob ich das Buch je zu Ende lesen werde, steht in den Sternen. Vielleicht, wenn ich mal wieder eine Einschlafhilfe brauche. Gähn… Nicht zu fassen, dass DAS in der Bestsellerliste ist. Warum? Weil man sich wegen Robert Enke mal schnell in die Materie einlesen will???
So sieht das in der Gesellschaft also aus, wenn über psychische Erkrankungen aufgeklärt werden soll… Ein Armutszeugnis.
3. Januar 2010 um 00:00 Uhr
Fundiertes amüsant dargestellt - hilft!
In diesem Buch sind alle wesentlichen Krankenheiten allgemeinverständlich beschrieben. Es regt zum Nachdenken an und hilft dabei sich selbst und das Verhalten der Mitmenschen (besser)zu reflektieren. Rundum gut!
Ahoi!
9. Januar 2010 um 05:34 Uhr
ich bin nicht allein …
Ich habe dieses Buch gern und mit großem Gewinn gelesen, wobei ich betonen muss, dass Populärpsychologie nicht gerade mein bevorzugtes Steckenpferd ist. Aber es ist doch auffällig, dass Normalität schon immer Definitionssache war, schließlich ist das Wort “Norm” sehr deutlich in dem Begriff enthalten. Mein Zugang zu diesem populären Werk sind eher die fiktiven Texte, die ich sonst lese, in denen es oft um Personen geht, die man vielleicht als borderlined bezeichnen könnte. Und doch finde ich (manchmal zu meinem eigenen Erschrecken) immer wieder Verhaltensweisen und Reaktionen wieder, die für mich nachvollziehbar, wenn nicht verständlich sind. Dabei halte ich mich für “normal”, so wie viele andere Leser dieser Art von Fiktion auch.
Da hat mir Herr Lütz mit seinem Buch erkenntnismäßig ganz schön auf die Sprünge geholfen. Ich weiß jetzt, ich bin nicht allein, wenn ich Verhaltensweisen nachvollziehen kann, die andere nur als “krank” oder eben als “irre” bezeichnen.
9. Januar 2010 um 05:34 Uhr
ich bin nicht allein …
Ich habe dieses Buch gern und mit großem Gewinn gelesen, wobei ich betonen muss, dass Populärpsychologie nicht gerade mein bevorzugtes Steckenpferd ist. Aber es ist doch auffällig, dass Normalität schon immer Definitionssache war, schließlich ist das Wort “Norm” sehr deutlich in dem Begriff enthalten. Mein Zugang zu diesem populären Werk sind eher die fiktiven Texte, die ich sonst lese, in denen es oft um Personen geht, die man vielleicht als borderlined bezeichnen könnte. Und doch finde ich (manchmal zu meinem eigenen Erschrecken) immer wieder Verhaltensweisen und Reaktionen wieder, die für mich nachvollziehbar, wenn nicht verständlich sind. Dabei halte ich mich für “normal”, so wie viele andere Leser dieser Art von Fiktion auch.
Da hat mir Herr Lütz mit seinem Buch erkenntnismäßig ganz schön auf die Sprünge geholfen. Ich weiß jetzt, ich bin nicht allein, wenn ich Verhaltensweisen nachvollziehen kann, die andere nur als “krank” oder eben als “irre” bezeichnen.
9. Januar 2010 um 05:34 Uhr
Interessant und humorvoll geschrieben
Das Buch beinhaltet nicht nur Fachinformationen, sondern ist auch noch gut verständlich und humorvoll geschrieben. Es ist genau das, was ich erwartet hatte.
9. Januar 2010 um 05:34 Uhr
Interessant und humorvoll geschrieben
Das Buch beinhaltet nicht nur Fachinformationen, sondern ist auch noch gut verständlich und humorvoll geschrieben. Es ist genau das, was ich erwartet hatte.
9. Januar 2010 um 05:34 Uhr
Nicht so verkehrt
An diesem Buch gefällt mir nicht nur der Titel, der ja schon mal neugierig macht. Da ich selber betroffen bin, d. h. auch schon mit Depressionen zu tun hatte, war ich besonders gespannt auf den Inhalt. Die Themen dieses Buches einmal nicht nur aus tragisch-ernster Perspektive zu betrachten, sondern mit einem Lächeln im Knopfloch, das finde ich höchst erfreulich und erfrischend, wobei festzustellen ist, daß dieses Buch keine Hilfe sein kann für Menschen, die gerade in einem depressiven Tief stecken. Aber dann, wenn es überwunden ist und man gar nicht mehr verstehen kann, warum es einem so schlecht gehen konnte, dann ist das “irre” Buch von Manfred Lütz eine Bereicherung für den Leser und wird ihn oft genug zum Lachen bringen.
9. Januar 2010 um 05:34 Uhr
Nicht so verkehrt
An diesem Buch gefällt mir nicht nur der Titel, der ja schon mal neugierig macht. Da ich selber betroffen bin, d. h. auch schon mit Depressionen zu tun hatte, war ich besonders gespannt auf den Inhalt. Die Themen dieses Buches einmal nicht nur aus tragisch-ernster Perspektive zu betrachten, sondern mit einem Lächeln im Knopfloch, das finde ich höchst erfreulich und erfrischend, wobei festzustellen ist, daß dieses Buch keine Hilfe sein kann für Menschen, die gerade in einem depressiven Tief stecken. Aber dann, wenn es überwunden ist und man gar nicht mehr verstehen kann, warum es einem so schlecht gehen konnte, dann ist das “irre” Buch von Manfred Lütz eine Bereicherung für den Leser und wird ihn oft genug zum Lachen bringen.
13. Januar 2010 um 14:34 Uhr
Es lohnt sich dieses Buch zu lesen.
Dem Autor ist es gelungen Grunderkenntnisse der Psychopathologie allgemeinverständlich zu transportieren. Ab und an hatte ich eine Frage, die unbeantwortet bleibt, jedoch gibt es weiterführende Literatur. Das Buch sensibilisiert für kreative Verrückte und wahnsinnig Normale.
13. Januar 2010 um 14:34 Uhr
Es lohnt sich dieses Buch zu lesen.
Dem Autor ist es gelungen Grunderkenntnisse der Psychopathologie allgemeinverständlich zu transportieren. Ab und an hatte ich eine Frage, die unbeantwortet bleibt, jedoch gibt es weiterführende Literatur. Das Buch sensibilisiert für kreative Verrückte und wahnsinnig Normale.
13. Januar 2010 um 14:34 Uhr
mehr erwartet
Das Buch von Manfred Lütz “Irre! Wir behandeln die Falschen” hat seine Stärken in der leichten Lesbarkeit mit einem Spritzer Humor, praktisch für Jedermann. Es klärt über psychische Krankheiten auf und nimmt ihnen damit das Mysteriöse.
Auch der Stil und die Sprache des Buches läßt dahinter einen guten Arzt und Psychater erahnen.
Meine Kritik bezieht sich vorallem auf den 1. Teil des Buches, wo er die sogenannten Normalen beschreibt. Hier wird es mir zu flach. Interessant wäre zu wissen, warum sind die Menschen heute so, wie sie sind? Was ist die Ursache?
Dort führt uns eine Lektüre von Erich Fromm über den Gesellschaftscharakter oder von Arno Gruen über den Wahnsinn der Normalität weiter.
Auch die immer wieder herauslesbare Abneigung gegen die Psychoanalyse stört mich ungemein.Ein wenig auffällig erscheint mir ebenfalls, die immer wieder erwähnten Psychopharmaka.
13. Januar 2010 um 14:34 Uhr
Heiter? Eher langweilig…
Dieses recht kurzweilige Buch beginnt in den ersten Seiten relativ vielversprechend, indem es - wie auch im Titel versprochen - den Anschein erweckt einen Abriss über “Normalos” und wie mit ihnen umzugehen ist geben zu wollen. Leider konnte sich der Author dann doch nicht dafür entscheiden und füllt die restlichen ca. 150 Seiten seines Buches mit oberflächlichen Plaudereien über Seelenkrankheiten. Gut zu lesen für jemand, der von Seelenkrankheiten noch nichts gehört hat oder der nichts anspruchsvolles lesen möchte. Ansonsten lieber weg damit!
13. Januar 2010 um 14:34 Uhr
mehr erwartet
Das Buch von Manfred Lütz “Irre! Wir behandeln die Falschen” hat seine Stärken in der leichten Lesbarkeit mit einem Spritzer Humor, praktisch für Jedermann. Es klärt über psychische Krankheiten auf und nimmt ihnen damit das Mysteriöse.
Auch der Stil und die Sprache des Buches läßt dahinter einen guten Arzt und Psychater erahnen.
Meine Kritik bezieht sich vorallem auf den 1. Teil des Buches, wo er die sogenannten Normalen beschreibt. Hier wird es mir zu flach. Interessant wäre zu wissen, warum sind die Menschen heute so, wie sie sind? Was ist die Ursache?
Dort führt uns eine Lektüre von Erich Fromm über den Gesellschaftscharakter oder von Arno Gruen über den Wahnsinn der Normalität weiter.
Auch die immer wieder herauslesbare Abneigung gegen die Psychoanalyse stört mich ungemein.Ein wenig auffällig erscheint mir ebenfalls, die immer wieder erwähnten Psychopharmaka.
13. Januar 2010 um 14:34 Uhr
Heiter? Eher langweilig…
Dieses recht kurzweilige Buch beginnt in den ersten Seiten relativ vielversprechend, indem es - wie auch im Titel versprochen - den Anschein erweckt einen Abriss über “Normalos” und wie mit ihnen umzugehen ist geben zu wollen. Leider konnte sich der Author dann doch nicht dafür entscheiden und füllt die restlichen ca. 150 Seiten seines Buches mit oberflächlichen Plaudereien über Seelenkrankheiten. Gut zu lesen für jemand, der von Seelenkrankheiten noch nichts gehört hat oder der nichts anspruchsvolles lesen möchte. Ansonsten lieber weg damit!
18. Januar 2010 um 00:00 Uhr
Die psychiatrische Hintertreppe
Man soll die Hoffnung nicht aufgeben. Diese Weisheit gibt Manfred Lütz seinen Lesern mit auf dem Weg und sie sollten sie auch beim Lesen seines Buches beherzigen. Wer ausgehend vom Titel eine sozialpsychologische Gesellschaftsanalyse in der Tradition eines Erich Fromm erwartet wird zunächst einmal enttäuscht. Man sollte aber im Sinne von Lützs Ratschlag trotzdem weiterlesen, auch wenn es zunächst schwer fällt. Vermutlich war dem Verlag im Dienste der Auflage an dieser Stelle ein griffiger Titel wichtiger als ein zutreffender. Der Psychiater Lütz kümmert sich nicht um die gesellschaftlichen Verhältnisse, aus denen heraus die Normalen wie der Titel suggeriert eigentlich behandlungsbedürftig seien. Dass dies so sei, widerlegt er im Gegenteil bereits auf den ersten Seiten. Die Normalen sind zwar manchmal schwerer erträglich als die vorgeblich Verrückten, und sie sind auch nicht ganz unschuldig an deren Leiden, aber sie sind nicht krank oder behandlungsbedürftig. An Stelle einer kritischen Gesellschaftsanalyse statuiert Lütz dann quasi ein Exempel, indem er bekannte Figuren wie Dieter Bohlen und Paris Hilton - sagen wir mal - beschreibt. Das ist nicht sehr originell und bringt dem Leser wenig Erkenntnisfortschritt, auch deshalb, weil Lütz die Einordnung dieser medialen Sonderfälle in ein allgemeineres Bild nicht so recht gelingen will.
An dieser Stelle möchte man das Buch beiseite legen und dem Verlag wegen des irreführenden Titels einen bösen Brief schreiben. Wenn man aber doch weiter liest, wird man belohnt, denn jetzt kommt der Psychiater zum Hauptteil seines Buches und damit auf ein Terrain, in dem er aus dreißig Jahren Erfahrung schöpfen kann. Er liefert einen kompakten, spannenden und sehr gut lesbaren Überblick über psychiatrische Methoden und Krankheitsbilder. Lütz schreibt aus einem tiefen Verständnis und Sympathie für seine Patienten, zu denen wir schließlich alle mal gehören könnten. Sein Zugang ist dezidiert unideologisch und leistet eine erhellende bis befreiende Entmystifizierung und Entdämonisierung der Psychiatrie und des Begriffes der geistigen Gesundheit. Lütz geht aus von der Schilderung des einzelnen Menschen und seines Lebenszusammenhangs, aus denen er die psychiatrischen Kategorisierungen als Wege zur Heilung von Leiden ableitet. Dies und die allgemeinverständliche Sprache haben mich an Wilhelm Weischedels ‘Philosophische Hintertreppe’ erinnert. Als ich diese psychiatrische Hintertreppe schließlich aus der Hand legte, war ich vom Buch recht angetan und hatte die anfänglichen Kritikpunkte längst verziehen.
18. Januar 2010 um 00:00 Uhr
Werbung für die Pharmaindustrie mit publikumswirksamen Sprüchen?
Vorweg: ich habe das Buch nicht gelesen. Das Buch wurde mir von Amazon empfohlen, ich fand den Titel sehr interessant, daraufhin habe ich mir das Video angesehen und einige Rezensionen. Das hat mir schon gereicht um festzustellen, dass ich mir dieses Buch sicher nicht antun werde. Schon beim Betrachten des Videos fragte ich mich: ” wo ist hier der Bezug zum Titel?” Hier werden Fallbeispiele und ihre Behandlung erläutert, eine Erklärung warum die “Normalen” angeblich behandlungsbedürftiger sind als die “Irren” wird, soweit ich das übersehe, nicht gegeben. Wer das Buch gelesen hat und mir widersprechen will, kann das gerne tun. Schade, denn ich finde die These hat was.
Man bekommt den Eindruck, hier will sich einer selbst darstellen, ja selbst beweihräuchern, schon die Einstellung im Video mit dem Zoom auf das Türschild Dr. Soundso fand ich ziemlich unerträglich.
Der Titel wurde meiner Meinung nach so provokant gewählt um möglichst viel Aufmerksamkeit zu erregen. Leider steckt anscheinend nicht viel dahinter außer massiver Werbung für die Pharmindustrie, denn laut dem Autor geht es ohne Tabletten nicht. Dem möchte ich aus eigener Erfahrung aufs Heftigste widersprechen.Hier versucht einer in die Fußstapfen eines Oliver Sacks zu treten, leider sind sie ihm viel zu groß, es fehlt ihm außerdem dazu an Intelligenz und vor allem an Liebe zu seinen Mitmenschen, auch wenn er das Gegenteil vorgibt.
Wer weiß, wer dieses Buch gesponsort hat.
18. Januar 2010 um 00:00 Uhr
leider sehr enttäuschend
Leider ist das Buch sehr langweilig geschrieben und seinem Humor kann ich auch nichts abgewinnen.
18. Januar 2010 um 00:00 Uhr
Irre gut!
Nach “Gott” eine weitere gelungene humoristisch kritische Auseinandersetzung von Manfred Lütz mit eher verdrängten Themen unserer Zeit.
22. Januar 2010 um 11:34 Uhr
Schade um das Geld, das Papier und die Zeit des Lesers
Ich habe das Buch geschenkt bekommen und mir wurde gesagt, dass der Autor Krankheiten und Therapien erklärt. Ich habe dann in allen Teilen einiges gelesen und mir wurde ausnahmslos langweilig und ich wurde aggressiv, weil mir das Geschriebene im ersten und zweiten Teil nicht konkret vorkam und ich das Gefühl hatte, meine Zeit wird vergeudet - witzig fand ich es auch nicht.
22. Januar 2010 um 11:34 Uhr
Sehr hilfreich!
In einer persönlichen Lage habe ich dieses Buch von einem geschätzten Kollegen empfohlen bekommen.
Im Moment eines psychischen Events wurde mir deutlich wie wenig ich damit umgehen konnte, trotzdem ich aus meiner langjährigen Tätigkeit als Krankenpfleger Erlebnisse und Erfahrungen mit psychisch erkrankten hatte. Passiert dies im eigenen Umfeld ist man genauso hilflos wie alle. Zusätzlich noch frustriert über die Deutlichkeit dieser Hilflosigkeit.
Genau da war mir dieses Buch äußerst hilfreich im Verstehen dessen was passiert und wie man damit umgehen kann bzw. sollte. Ich beziehe diese Erkenntnis auf eine bestimmte der aufgeführten psychischen Erkrankungen, die hier zu benennen nicht richtig wäre.
Weitere Vorteile des Buches sind:
- leichte Kost
- sehr schnell zu lesen
- die Erkenntnis über unterschiedliche psychische Erkrankungen und
- die Aussicht auf Heilbarkeit, teilweise sogar vollständig
- zu unterscheiden zwischen tatsächliche Krankheitsbilder und normalen Überlastungsreaktionen
- der humorige Genuß zwischen den Zeilen
22. Januar 2010 um 11:34 Uhr
Sehr hilfreich!
In einer persönlichen Lage habe ich dieses Buch von einem geschätzten Kollegen empfohlen bekommen.
Im Moment eines psychischen Events wurde mir deutlich wie wenig ich damit umgehen konnte, trotzdem ich aus meiner langjährigen Tätigkeit als Krankenpfleger Erlebnisse und Erfahrungen mit psychisch erkrankten hatte. Passiert dies im eigenen Umfeld ist man genauso hilflos wie alle. Zusätzlich noch frustriert über die Deutlichkeit dieser Hilflosigkeit.
Genau da war mir dieses Buch äußerst hilfreich im Verstehen dessen was passiert und wie man damit umgehen kann bzw. sollte. Ich beziehe diese Erkenntnis auf eine bestimmte der aufgeführten psychischen Erkrankungen, die hier zu benennen nicht richtig wäre.
Weitere Vorteile des Buches sind:
- leichte Kost
- sehr schnell zu lesen
- die Erkenntnis über unterschiedliche psychische Erkrankungen und
- die Aussicht auf Heilbarkeit, teilweise sogar vollständig
- zu unterscheiden zwischen tatsächliche Krankheitsbilder und normalen Überlastungsreaktionen
- der humorige Genuß zwischen den Zeilen
22. Januar 2010 um 11:34 Uhr
nicht termingerecht geliefert
leider wurde das Buch nicht termingerecht vor Weihnachten geliefert und somit musste ich den Kauf stornieren und warte noch auf die Bestätigung von Amaozon und die Erstattung des Kaufpreises.
22. Januar 2010 um 11:34 Uhr
nicht termingerecht geliefert
leider wurde das Buch nicht termingerecht vor Weihnachten geliefert und somit musste ich den Kauf stornieren und warte noch auf die Bestätigung von Amaozon und die Erstattung des Kaufpreises.
22. Januar 2010 um 11:34 Uhr
Ideologischer Müll
Bis etwa zur Mitte des Buches hat man ansatzweise tatsächlich den Eindruck, Herrn Lütz ginge es tatsächlich um ein (neues) Verständnis gegenüber denen, die durch unsere Gesellschaft krank geworden sind.
Doch spätestens ab dem Moment, da Herr Lütz die durch staatlich subventionierten Alkoholverkauf in Abhängigkeit getriebenen Alkoholiker auf mehreren Seiten höchstens noch aus der Sicht des belustigten Zoobesuchers bei Anblick eines spielenden Affens beschreibt, um dann in ideologisch basierter Ignoranz und fachlich extremster Inkompetenz in einem kurzen Absatz auf Cannabisuser zu schimpfen, ohne hier auch nur ansatzweise die weltweit einsehbaren, wissenschaftlichen Studien allein schon zur medizinischen Nutzung von Cannabis zu erwähnen - geschweige denn einmal anzusprechen, dass es wohl 150.000 Tote durch Alkohol jährlich gibt, aber der erste Cannabistote noch verzweifelt gesucht wird - wird deutlich, wess Geistes Kind Herr Lütz ist!
Herr Lütz präsentiert sich in schleichender Steigerung als vorurteilsbehafteter, fehl- oder überhauptnicht- informierten Fundamentalisten, der aus der Tatsache einer psychischen Beeinträchtigung ein lohnenswertes Anschauungsobjekt für den römisch-christlich geprägten Klerikal-Dogmatiker macht.
Die wenigen, sich wirklich mit der Psyche befassenden Bemerkungen haben die Qualität eines Stammtischgespräches.
Herr Lütz präsentiert sich selbst als das, was man unter einem Psychiater vor etwas 100 Jahren verstand: als Dompteur im Zirkus, der zur eigenen Belustigung auch noch dafür bezahlt wird, dass er Urteile über Menschen fällt, ohne sich für Hintergründe zu interessieren.
Herr Lütz beschreibt hier die Psychoanalyse und therapeutische Arbeit, die notwendig ist, um überhaupt Zugang zu einer derart verletzten Seele zu bekommen, als Beschäftigungsmaßnahme für gelangweilte Fundamentalisten, die sich das Recht herausnehmen, Menschen nach ihren eigenen Vorstellungen zurecht biegen zu wollen.
Es ist verwunderlich, dass Herr Lütz hier nicht noch die Abkehr von Gott als Ursache von psychischen Erkrankungen anführt und den “Kranken” als ultimatives Hilfsmittel das Beten des Vaterunsers vorschlägt.
Der Titel “… wir behandeln die Falschen!” ist das einzig Wahre an dem Buch, denn Herr Lütz bedürfte einmal einer Behandlung dahingehend, was Psychologie und Psychotherapie heute sind!
Das Buch ist unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten und unter Betrachtung aus menschlicher Sicht Schund!
22. Januar 2010 um 11:34 Uhr
Ideologischer Müll
Bis etwa zur Mitte des Buches hat man ansatzweise tatsächlich den Eindruck, Herrn Lütz ginge es tatsächlich um ein (neues) Verständnis gegenüber denen, die durch unsere Gesellschaft krank geworden sind.
Doch spätestens ab dem Moment, da Herr Lütz die durch staatlich subventionierten Alkoholverkauf in Abhängigkeit getriebenen Alkoholiker auf mehreren Seiten höchstens noch aus der Sicht des belustigten Zoobesuchers bei Anblick eines spielenden Affens beschreibt, um dann in ideologisch basierter Ignoranz und fachlich extremster Inkompetenz in einem kurzen Absatz auf Cannabisuser zu schimpfen, ohne hier auch nur ansatzweise die weltweit einsehbaren, wissenschaftlichen Studien allein schon zur medizinischen Nutzung von Cannabis zu erwähnen - geschweige denn einmal anzusprechen, dass es wohl 150.000 Tote durch Alkohol jährlich gibt, aber der erste Cannabistote noch verzweifelt gesucht wird - wird deutlich, wess Geistes Kind Herr Lütz ist!
Herr Lütz präsentiert sich in schleichender Steigerung als vorurteilsbehafteter, fehl- oder überhauptnicht- informierten Fundamentalisten, der aus der Tatsache einer psychischen Beeinträchtigung ein lohnenswertes Anschauungsobjekt für den römisch-christlich geprägten Klerikal-Dogmatiker macht.
Die wenigen, sich wirklich mit der Psyche befassenden Bemerkungen haben die Qualität eines Stammtischgespräches.
Herr Lütz präsentiert sich selbst als das, was man unter einem Psychiater vor etwas 100 Jahren verstand: als Dompteur im Zirkus, der zur eigenen Belustigung auch noch dafür bezahlt wird, dass er Urteile über Menschen fällt, ohne sich für Hintergründe zu interessieren.
Herr Lütz beschreibt hier die Psychoanalyse und therapeutische Arbeit, die notwendig ist, um überhaupt Zugang zu einer derart verletzten Seele zu bekommen, als Beschäftigungsmaßnahme für gelangweilte Fundamentalisten, die sich das Recht herausnehmen, Menschen nach ihren eigenen Vorstellungen zurecht biegen zu wollen.
Es ist verwunderlich, dass Herr Lütz hier nicht noch die Abkehr von Gott als Ursache von psychischen Erkrankungen anführt und den “Kranken” als ultimatives Hilfsmittel das Beten des Vaterunsers vorschlägt.
Der Titel “… wir behandeln die Falschen!” ist das einzig Wahre an dem Buch, denn Herr Lütz bedürfte einmal einer Behandlung dahingehend, was Psychologie und Psychotherapie heute sind!
Das Buch ist unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten und unter Betrachtung aus menschlicher Sicht Schund!
22. Januar 2010 um 11:34 Uhr
Stimmt hier der Titel?
Um es gleich zu sagen:: Es ist ein gutes Buch. Hier hat ein erfahrener Psychiater spannend, mitfühlend, ohne Wichtigtuerei und akademisches Gehabe geschrieben. Psychische Krankheiten, abnormes Erleben und Verhalten werden verständlich geschildert, ebenso die verschiedenen Ansätze ihrer Behandlung. Aus Allem kann man schliessen auf ein profundes Verständnis des Autors für die Not seiner Kranken, seinen Respekt, seinen Sinn für praktische Patientenfürsorge und sein Engagement als Seelenarzt. Manfred Lütz glaubt man seine Empathie.
Aber der Titel passt nicht: Die fast immer sachliche, nur manchmal ein wenig flapsige Darstellung solcher Problematik ist KEINE HEITERE Seelenkunde; die “Normalen” spielen nur eine Nebenrolle und werden wirklich die Falschen behandelt? Hat da etwa der Marketingdirektor des Verlags am Buchtitel herumtherapiert?
22. Januar 2010 um 11:34 Uhr
Stimmt hier der Titel?
Um es gleich zu sagen:: Es ist ein gutes Buch. Hier hat ein erfahrener Psychiater spannend, mitfühlend, ohne Wichtigtuerei und akademisches Gehabe geschrieben. Psychische Krankheiten, abnormes Erleben und Verhalten werden verständlich geschildert, ebenso die verschiedenen Ansätze ihrer Behandlung. Aus Allem kann man schliessen auf ein profundes Verständnis des Autors für die Not seiner Kranken, seinen Respekt, seinen Sinn für praktische Patientenfürsorge und sein Engagement als Seelenarzt. Manfred Lütz glaubt man seine Empathie.
Aber der Titel passt nicht: Die fast immer sachliche, nur manchmal ein wenig flapsige Darstellung solcher Problematik ist KEINE HEITERE Seelenkunde; die “Normalen” spielen nur eine Nebenrolle und werden wirklich die Falschen behandelt? Hat da etwa der Marketingdirektor des Verlags am Buchtitel herumtherapiert?
26. Januar 2010 um 23:51 Uhr
Empfehlenswert
Es ist herrlich zu erfahren das wir die angeblich Normalen die eigentlich Kranken sind!
Ich habe es genossen einen humorvollen Einblick in die bunte Welt der anders denkenden und fühlenden Menschen erhalten zu haben. Ich kann dieses Buch mit guten Gewissen empfehlen. Und ich bin mir jetzt vollkommen sicher das ich nicht normal bin, und das ist gut so!
31. Januar 2010 um 15:34 Uhr
Nackte Wahrheit
Dieses Meisterwerk behandelt kritisch alle Vorurteile bezueglich der Thematik Psychiatrie! Ich arbeite selbst in einer und kann dieses Buch nur wärmstens empfehlen. Natuerlich stösst der Autor ab und an an Grenzlinien, die aber dennoch berechtigt sind. Auch Laien solltes dieses Buch lesen, denn es räumt die Vorurteile beiseite, klärt in einer verständlichen Art und Weise auf und verliert trotzdem seinen Witz nicht dabei. ” Normophaten” sind unser eigentliches Problem,die normalen Verrueckten, die uns auf der Strasse Tag täglich begegnen. Genauso wenig werden in der Psychiatrie die Leute “abgeschossen” oder “weg gesperrt”. Wer dieses Buch gelesen hat, kann sich ein realistisches Bild von psychiatrisch Erkrankten und der Einrichtung machen. Im gleichen Atemzug kommt man ueber seinen eigenen Schwachsinn, eigene Zwangshandlungen und eigene Verruecktheiten ins Gruebeln. Also schnell bestellen, aufmerksam lesen, um alle Vorurteile ueben den Haufen schmeissen!!!
Viel Spass beim Lesen
31. Januar 2010 um 15:34 Uhr
Die Normalen sind irrer als sie denken
Ich habe die ersten Kapitel des Buches in er S-Bahn gelesen und ich glaub, die Fahrgäste um mich herum hatten auch ihren Spaß dabei. Der Autor hinterfragt auf wirklich sehr witzige und hintersinnige Artrundweise was landläufig als normal gilt. Und er zeigt dabei auch wie viel liebeswertes zu finden ist, wenn man sich die Mühe macht hinter das Unnormale zu schauen.
Es ist überhaupt befreiend, wie entdaramtisierend Lütz über das Unnormal und das “Irre” spricht. In seiner Beschreibung verlieren psychischen Erkrankungen viel von Ihrer Bedrohlichkeit. Es muss nicht alles auf normal therapiert werden und nicht jede Schrulle ist gleich krankhaft.
Obwohl das Buch seine Leichtigkeit durchgängig behält wandelt es sich zusehends von einem Kabarettstück zu dem, was es auch sein möchte, einem ernstzunehmendes Lehrbuch. Lütz behandelt hier die Geschichte der Psychotherapie, die Diagnosen und die Therapien. Hier zeigt Lütz mit kritischen Augenzwinkern und gekonnte Reduktion, das er sehr genau weiß worüber er witzelt. Man muss sich nicht in Details verlieren um ein umfassendes Bild zu zeichnen - ein Meisterstück!
Wer einen schnellen Überblick über die Psychotherapie sucht, ist mit diesem Buch genauso gut beraten wie der, der einfach eine heitere Lektüre sucht.
5. Februar 2010 um 05:34 Uhr
ein großartiges Plädoyer an die Menschlichkeit!
Wer, angelockt durch das Vorwort von Eckart von Hirschhausen, eine kabarettistische Abhandlung erwartet, täuscht sich. Manfred Lütz befasst sich auf ernsthafte Weise mit einem ernsthaften Thema: psychischen Erkrankungen. Er macht dies allerdings auf eine so wunderbar humorvolle und leicht verständliche Weise mit zahlreichen anonymisierten Patientenbeispielen, dass er selbst den Leser gefangen zu nehmen vermag, der ursprünglich gar nicht vorhatte, sich über die verschiedenen Arten psychischer Erkrankungen zu informieren.
Ganz besonders berührt mich die Liebe des Autors zum bzw. der große Respekt vor dem Patienten, die in jedem Kapitel zum Ausdruck kommen.
Das Buch bricht mit subjektiv ausgewählter sachlicher Information eine Lanze für eine Bevölkerungsgruppe, die von vielen uninformierten, intolerranten “Normalen” belächelt, verhöhnt, gemieden, teilweise sogar geächtet wird.
Ich hege die berechtigte Hoffnung, dass dieses Buch auf äußerst unterhaltsame Weise einen großen Beitrag leisten kann zur Aufklärung, zur Beseitigung unsinniger Vorurteile und zur Annäherung zwischen den “normalen” und den “außergewöhnlichen” Menschen.
Die Lektüre dieses Buches kann ich jedem nur wärmstens empfehlen!
5. Februar 2010 um 05:34 Uhr
Irre - Hier schreibt der Falsche
Ich habe das Buch nur bis zum ersten Drittel gelesen. Am Anfang fand ich es noch ganz interessant, doch als Herr Lütz anfing, über Dieter Bohlen, Paris Hilton und Co abzulästern, fand ich das Buch einfach nur noch blöd. Menschen, die an Übersinnliches glauben, kommen bei Herrn Lütz auch nicht gut weg, denn es gibt ja keine Beweise für diese Dinge. Meine Frage an Herrn Lütz: Gibt es denn einen Beweis für Gott? Im übrigen hat Herr Lütz mehr Ähnlichkeit mit Dieter Bohlen, als ihm lieb ist.
Er spart auch nicht mit großen Namen, weil es von Vorteil ist, über diese Menschen zu schreiben oder sie zumindest in den Dreck zu ziehen. Herr Lütz schreibt von den Normopathen, die so angepasst normal sind, dass sie schon wieder krank sind. Für genau diese ist dann auch das Buch zu empfehlen. Alle anderen außergewöhnlichen Menschen sollten zu anderen Büchern greifen
5. Februar 2010 um 05:34 Uhr
Irre - Hier schreibt der Falsche
Ich habe das Buch nur bis zum ersten Drittel gelesen. Am Anfang fand ich es noch ganz interessant, doch als Herr Lütz anfing, über Dieter Bohlen, Paris Hilton und Co abzulästern, fand ich das Buch einfach nur noch blöd. Menschen, die an Übersinnliches glauben, kommen bei Herrn Lütz auch nicht gut weg, denn es gibt ja keine Beweise für diese Dinge. Meine Frage an Herrn Lütz: Gibt es denn einen Beweis für Gott? Im übrigen hat Herr Lütz mehr Ähnlichkeit mit Dieter Bohlen, als ihm lieb ist.
Er spart auch nicht mit großen Namen, weil es von Vorteil ist, über diese Menschen zu schreiben oder sie zumindest in den Dreck zu ziehen. Herr Lütz schreibt von den Normopathen, die so angepasst normal sind, dass sie schon wieder krank sind. Für genau diese ist dann auch das Buch zu empfehlen. Alle anderen außergewöhnlichen Menschen sollten zu anderen Büchern greifen
7. Februar 2010 um 10:00 Uhr
Mit Humor zu neuen Erkenntnissen
Bereits der Titel verspricht eine humorvolle Wissensvermittlung- und das Buch hält es. Mit Einfühlungsvermögen, Sachverstand und pädagogischem Geschick gelingt es dem Autor ein für viele “Außenstehende” suspektes Gebiet klar und auf knapp 200 Seiten begrenzt, interessant,darzustellen. Bereichert wird das Buch auch durch beispielhafte Fälle aus eigenem Erleben oder aus der Fachliteratur.
Fazit: Eine rundum empfehlenswerte Lektüre !
9. Februar 2010 um 20:17 Uhr
Eine Erfahrung
Im Grunde hält sich mein Fazit in einem engen Rahmen. Da dieses Buch ja nicht den Anspruch erhebt einen vollständigen medizinisch korrekten Einblick in die schwer zu definierende Welt der psychischen Erkrankungen zu bieten, sondern statt dessen auch für absolute Laien gut nachvollziehbare Gedankengänge zum beginnenden Verständnis für eben jene aufzeigt, erfüllt dieses Buch den Zweck zu dem sein Autor es nach eigenen Angaben verfasst hat.
Leicht verständlich, ebenso einfach nachvollziehbar und trotz allem medizinisch stimmig beschreibt der Autor Symptomatiken und Diagnostiken von verschiedenen psychiatrischen Krankheitsbildern, weist auf Ausnahmen der Regel hin und erklärt beispielhaft gängige Behandlungspfade.
Absolut zu empfehelen.
9. Februar 2010 um 20:17 Uhr
falscher titel für ein informatives buch
leider ist der titel sehr verlockend, entspricht aber nicht dem inhalt des buches.
herr lütz ist psychiater und hat das pech, dass herr hirschhausen ein sehr witziges lebensnahes buch vor ihm geschrieben hat. man kann keinesfalls auch nur annähernd die beiden bücher vergleichen, nicht mal gemeinsam erwähnen! (auch amazon sollte das nicht tun)
nach anfänglicher orientierungslosigkeit (wie schon erwähnt, erwartet man heiteren inhalt) hab ich mich nach und nach voll freude
in die kapitel hineingelesen, viele sichtweisen erfahren und letztendlich die liebenswerte art des autors, mit patienten umzugehen
sehr genossen. denn dass gerade in diesem fach eine so liberale umgangsform herrscht hab ich nicht vermutet.
ich hab aus diesem buch einen neuen blickwinkel erfahren, wahrgenommen wie einseitig wir normalos die am rand stehenden betrachten und gelernt, zu schätzen, was die außergewöhnlichen leisten.
mich hat das buch sehr beeindruckt und mich fast ein bißchen demütig gemacht, und daher danke ich herrn lütz und verzeihe den reißerischen titel
12. Februar 2010 um 15:34 Uhr
Martin Lütz- Irre Wir behandeln die Falschen
Das Buch habe ich sehr schnell gelesen, es ist einfach nur gut und es beschreibt auch das Thema Psychosomatik, da es auch anderre betrifft
12. Februar 2010 um 15:34 Uhr
Warum mir das Buch so gefallen hat
Ich arbeite in einer psychiatrischen Klinik in der Ambulanz. Vor ein paar Wochen sah ich nun ein Interview im Fernsehen mit dem Autor des Buches, das hat mich neurgierig gemacht, ich möchte unsere Patienten besser verstehen lernen und in diesem Interview sagte man, dieses Buch wäre nicht nur informativ (es beschreibt verschiedene psychische Erkrankungen), dabei auch noch sehr verständlich und stellenweise richtig lustig geschrieben. Ich war neugierig und besorgte es mir. Jetzt habe ich es so gut wie durchgelesen und bin einfach nur begeistert. Es ist informativ, es ist lustig und man lernt diese Menschen einfach nur besser kennen und ich persönlich kann jetzt noch besser mit unseren Patienten umgehen (bilde ich mir zumindest ein). Es zeigt vor allem, dass es jeden treffen kann und dass eine dieser vielen psychischen Krankheiten nicht gleich das AUS in unserer Gesellschaft bedeuten muss. Vielmehr werden wir verständnisvoller und so mancher kann sich von seinen Vorurteilen verabschieden. Ich kann nur jedem raten, dieses Buch zu lesen, man sieht alles gleich mit anderen Augen, versteht überhaupt alle seine Mitmenschen viel besser. Kurzweil beim Lesen hat man obendrein.
14. Februar 2010 um 14:17 Uhr
Großes Plädoyer für die Menschlichkeit
Erwartet man bei dem Autor und dem Titel des Buches eine schwungvolle Satire, wird man im Laufe des Buches sicherlich enttäuscht. Lütz schafft es, in unglaublich eindrucksvoller Weise eine Lanze für die Menschen zu brechen. Er zeigt auf, dass eine Gesellschaft vielfältig ist und auch die Farben der “verrückten Menschen” etwas zur Buntheit dazu steuern. Ein großes Plädoyer, nicht von oben herab auf diese Menschen zu schauen, sondern sie mit offenen Armen, mit ihren Möglichkeiten und Grenzen in der Gesellschaft aufzunehmen und anzunehmen.
Menschen mit psychiatrischen Problemen gehören nicht in ferne Häuser ausgegliedert, sondern man sollte ihnen soweit irgend möglich einen Platz in der Mitte der Gesellschaft geben.
14. Februar 2010 um 14:17 Uhr
Sehr zu empfehlen
Vieles wurde ja schon geschrieben und etliche Überblicke über das Buch wurden schon gegeben. Deshalb mach ich es kurz.
Der erste Teil ist eine gesellschaftskritische Analyse. Der Autor ist generell sehr kritisch und versucht seine Patienten zu verteidigen und bei dem Leser einen Perspektivwechsel zu erzeugen. Außerdem übt er gern und viel Kritik an der Psychoanalyse.
Mein Anliegen dieses Buch zu lesen war, dass ich mein einst erlerntes Wissen über psychische Krankheiten auffrischen wollte. Die verschiedensten (häufigsten) psychischen Krankheiten werden vom Autor kurz mit netten Geschichten aus der Praxis erklärt. Sehr leicht verständlich und nicht so langweilig wie in Fachbüchern. Nicht nur über die Krankheiten erzählt er sondern gibt auch einen guten Überblick, wie die Geschichte der Psychatrie und über die Behandlungsmethoden die der Autor empfiehlt.
Oft habe ich hier in Rezensionen gelesen das der Buchtitel falsche Hoffnungen weckt. Das kann ich nicht bestätigen. Wer das Buch im Handel in der Hand hat und einen kurzen Blicke in es schmeißt, weiß sofort worum es geht. Ist man nicht im Handel kann man sich die vielen hilfreichen Rezensionen durchlesen oder mal ein Blick ins Inhaltsverzeichnis schmeißen.
Ich fand das Buch super.
14. Februar 2010 um 14:17 Uhr
Weckt falsche Erwartungen
Ich habe den Anfang und den Klappentext überflogen … Vorwort von Eckart von Hirschhausen - vielversprechend.
Und dann enttäuschend. Kaum etwas, was versprochen wird, wird gehalten. Schon der Titel führt in die Irre. Es ist eine simple, oberflächliche Beschreibung unterschiedlicher psychiatrischer Sachverhalte. Anstatt auch nur im Entferntesten “vergnüglich” zu sein, kommt doch regelmäßig eher überheblich daher: “Alles lief falsch, aber ich hab’s besser gemacht”.
Es mag für den einen oder anderen direkt oder indirekt Betroffenen ein erster Weg sein, sich an das Thema Psychiatrie heranzutasten. Was mich wirklich nervt ist, dass es unter völlig falsche Flagge segelt. Das, was es wirklich ist, würde wohl nur ein Bruchteil kaufen.
19. Februar 2010 um 06:34 Uhr
Irre ist schon allein der in die Irre führende Titel
Also, zunächst einmal führt bereits die Umschreibung des Titels auf dem Cover in die Irre.
“Heitere Seelenkunde”?
Was soll denn daran heiter sein, wenn die verschiedenen Formen seelischer Erkrankungen und die jeweils möglichen Therapieforemen erläutert werden?
Mal ganz davon abgesehen, dass der Autor für meinen Geschmack die Therapie mit Psychopharmaka ein wenig zu positiv beschriebt. Aber gut. Ich bin kein Psychiater und will ihm da die Fachkenntnisse nicht absprechen.
Ab und zu mal eine eingestreute flapsige Bemerkung machen jedoch ein Sachbuch für mich nicht zu einem “heiteren Erlebnis”
Ich bin (zugegebenmaßen als “Amateur”) auch skeptisch bezüglich seiner Behauptung, Hitler, Stalin und andere Scheusale seien, “ganz normal”, zumindest nicht im pathologischen Sinne seelisch krank gewesen. Das kommt mir nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass er keinen von diesen Menschen jemals untersuchen konnte etwas plakativ und fachlich nicht fundiert vor.
Wenn ich dem Buch dennoch 3 Punkte gebe, dann weil es
1. unterhaltsam ist und
2. für jemanden, der sich über seelische Erkrankungen einen Überblick verschaffen möchte sicher einiges zu bieten hat.
24. Februar 2010 um 03:00 Uhr
manipulativ, suggestiv, wissenschaftlich nicht haltbare Behauptungen ! Heilung von Schizophrenie mit Neuroleptika !
” Psychiatrie und Psychotherapie auf 185 Seiten ? Ich habe das Buch von führenden Experten lesen lassen und die fanden, die vorliegenden 185 Seiten würden reichen”. Eine spannende Behauptung zu Beginn des Buches. Über 30 Seiten wertet Herr Dr. Lütz die Normopathen unserer Gesellschaft ab, leider überhaupt nicht humorvoll, eher latent und unterschwellig aggressiv. Möglicherweise gehört Herr Dr. Lütz selbst zu den ” völlig normalen Psychiatern”, er begeistert sich für völlig unseriöse Interventionen von Milton Erikson, die die Realtität einer psychotherapeutischen Behandlung nicht reflektieren. Kaum für den Laien erkennbar werden die verschiedenen aktuellen wissenschaftlichen Standards und Sichtweisen in die Erzählung mit eingebaut, was einer unterschwelligen Konditionierung gleichkommt. Einerseits spricht Herr Dr. Lütz von Wissenschaftlichkeit und lehnt jegliche ideologische Orientierung in der Psychotherapie ab, andererseits verschweigt er wesentliche Tatsachen und favorisiert eindeutig die von Klaus Grawe ermittelten unspezifischen Wirkfaktoren einer Therapie und stellt dann eine Behauptung auf, die mir den Atem verschlagen hat:
Zitat S. 76:
” Als die Medikamente etwas reduziert wurden, kamen die Wahngedanken in milderer Form wieder, so dass der Patient darauf bestand, die Dosis wieder zu erhöhen. Die Medikamente und ganz sicher nicht unsere Gespräche hatten diesen Patienten geheilt. (…) Psychopharmaka müssen so eingesetzt werden, dass sie befreiend wirken. Alles andere wäre unverantwortliche Manipulation. Ähnliches wie von der Schizophrenie gilt von schweren Depressionem, die mit antidepressiven Medikamenten geheilt werden können”.
Neuroleptika und Antidepressiva gibt es seit 50 Jahren, machen niemals abhängig…
Im Nachwort des Buches schreibt Herr Dr. Lütz: ” Das Buch ist für Menschen geschrieben, die nicht vom Fach sind und die sich einen Überblick über die spannende Welt der Psychiatrie und Psychotherapie verschaffen möchten”.
Als jemand vom Fach kann ich Ihnen als ” Laie und Normalo” versichern ist dringend von diesem Buch abzuraten, wenn Sie sich über seriöse Psychotherapie informieren wollen. Fakt ist und das ist unverantwortlich, dass Herr Dr. Lütz ” Heilung” von Schizophrenie und schwerer Depression durch Psychopharmaka suggeriert und mit diesem Buch letztlich die ” Compliance” seiner Patienten erhöhen will. Fakt ist, dass ein seriöser Psychiater und Therapeut weiß, dass Psychopharmka nie Heilung bewirken und nur Symptomlinderung und es in den meisten Fällen, sobald die Medikamente wieder abgesetzt werden es zu heftigen Rebound Phänomenen kommt d.h. dass die Patienten in vielen Fällen und nicht in Ausnahmen schwere Rückfälle erleiden. Auch wenn Herr Dr. Lütz Klaus Grawe zitiert, den Effektivitätsforscher über die Wirksamkeit von Psychotherapie und Psychopharmakatherapie schlechthin, dann hätte er das letzte Buch von Herrn Grawe Neuropsychotherapie lesen sollen. Dort weist Herr Grawe ausdrücklich darauf hin, dass die Behandlung mit Antidepressiva völlig überschätzt wird, die Effektstärken von der Pharmaindustrie ermittelt wurden und zwar nur über Fremdbeurteilung d.h. der einzelne Patient wurde nicht nach der Therapie über seine subjektive Veränderung befragt, sondern die sogenannten wissenschaftlichen Studien über die Wirksamkeit von Psychopharmakatherapie wurden bis auf eine Studie alle und auschließlich von der Pharmaindustrie finanziert. Die Rückfallquote die Herr Grawe bei Psychopharmakatherapie ermittelt hat liegt bei mehr als 70 % innerhalb eines Jahres, dies gilt im Übrigen auch für Psychotherapie, wohlgemerkt bei Depressionen. Auf alle Fälle ist die Psychotherapie in ihrer Wirksamkeit der Psychopharmakatherapie überlegen.
Nur nebenbei bemerkt: Mit SSRI hebt sich möglicherweise ihre Stimmung und es geht ihnen eine zeitlang besser, doch ganz nebenbei haben Sie dann keine Lust mehr auf Sexualiät, aber wie schreibt Herr Dr. Lütz so schön ” macht nicht abhängig”. Wenn Sie ein klassisches Neuroleptika einnehmen besteht die große Gefahr von Spätdyskinesien ( motorische Tics), schauen sie sich den Film Einer flog über das Kuckkucksnest an, dort können Sie die Folgen der klassischen Neuroleptika betrachten.
Die atypischen Neuroleptika wie Zyprexa haben ” weniger Nebenwirkungen wie Herr Lütz schreibt”, nur nebenbei nehmen sie dann 10 bis 20 kg an Körpergewicht zu
Bei den trizyklischen Antidepressiva vorallem aber auch bei allen anderen Antidepressiva besteht die Gefahr dass manische Episoden, allein nur durch die Antidepressiv ausgelöst werden.
Nun haben sie ein Jahr TZA eingenommen, dann erleben sie eine manische Phase und schon haben Sie die Diagnose ” bioplare Störung”. Nur keiner der Herren Psychiater käme auf die Idee dies auf die Wirkung der Psychopharmaka zurückzuführen.
Bei Schizophrenie ist oft die Neuroleptikagabe indiziert, aber nicht weil dadurch die Schizophrenie geheilt werden würde, sondern nur weil die ” Herren Psychiater” keine besseren Alternativen haben. Dies ist einzig und allein der Grund. Auch von Heilung zu sprechen ist völlig unverantwortlich, da suggeriert wird, dass Schizophrenie eine biologische Ursache habe. Dies ist nun mal der aktuelle Trend der Hirnforschung. Nur weil man mit neuen Verfahren die psychophysiologische Aktivität im Gehirn sehen kann, bedeutet dass noch lange nicht, dass die Ursachen im Gehirn liegen. Was die Kollegen Spitzer, Roth, Hüther etc. postulieren und als moderne Hirnforschung verkaufen, sollten sie mit absoluter Vorsicht genießen, denn das Wesentliche, wie ihr Bewusstsein entsteht und die Empfindung des ” Ich bin” dafür haben die lieben Hirnforscher keine Erklärung. Aber das ist eine anderer Geschichte…..
Lesen Sie lieber ein Fachbuch über Psychotherapie oder noch besser vertrauen Sie weder ihrem Arzt, ihrem Apotheker, ihrem Psychiater und Psychotherapeut, sondern nur sich selbst ! Weder ein Diplom,noch ein Doktortitel garantiert ihnen Qualität ! Entscheiden Sie, wenn sie eine Klinik zur Psychotherapie oder eine ambulante Behandlung aufsuchen einzig und allein nach ihrem inneren Gefühl, ob sie sich bei diesem Therapeuten wohlfühlen oder auch nicht. Lassen sich sie sich nichts einreden, wenn andere meinen, was gut für sie wäre, sondern übernehmen Sie die Verantwortung und gehen wieder, wenn Sie spüren sie werden hier nur wie ein Patient behandelt. Ich versichere Ihnen ein Privatpatien, drei Monate in einer psychosomatischen Klinik bringt 30000 Euro ( dreissigtausend) Umsatz, was glauben Sie wie interessant Sie für eine Klinik sind.
Um nochmals Herr Grawe zu zitieren: ” Der wichtigste Wirkfaktor in jeder Psychotherapie ist die therapeutische Beziehung”
24. Februar 2010 um 03:00 Uhr
manipulativ, suggestiv, wissenschaftlich nicht haltbare Behauptungen ! Heilung von Schizophrenie mit Neuroleptika !
” Psychiatrie und Psychotherapie auf 185 Seiten ? Ich habe das Buch von führenden Experten lesen lassen und die fanden, die vorliegenden 185 Seiten würden reichen”. Eine spannende Behauptung zu Beginn des Buches. Über 30 Seiten wertet Herr Dr. Lütz die Normopathen unserer Gesellschaft ab, leider überhaupt nicht humorvoll, eher latent und unterschwellig aggressiv. Möglicherweise gehört Herr Dr. Lütz selbst zu den ” völlig normalen Psychiatern”, er begeistert sich für völlig unseriöse Interventionen von Milton Erikson, die die Realtität einer psychotherapeutischen Behandlung nicht reflektieren. Kaum für den Laien erkennbar werden die verschiedenen aktuellen wissenschaftlichen Standards und Sichtweisen in die Erzählung mit eingebaut, was einer unterschwelligen Konditionierung gleichkommt. Einerseits spricht Herr Dr. Lütz von Wissenschaftlichkeit und lehnt jegliche ideologische Orientierung in der Psychotherapie ab, andererseits verschweigt er wesentliche Tatsachen und favorisiert eindeutig die von Klaus Grawe ermittelten unspezifischen Wirkfaktoren einer Therapie und stellt dann eine Behauptung auf, die mir den Atem verschlagen hat:
Zitat S. 76:
” Als die Medikamente etwas reduziert wurden, kamen die Wahngedanken in milderer Form wieder, so dass der Patient darauf bestand, die Dosis wieder zu erhöhen. Die Medikamente und ganz sicher nicht unsere Gespräche hatten diesen Patienten geheilt. (…) Psychopharmaka müssen so eingesetzt werden, dass sie befreiend wirken. Alles andere wäre unverantwortliche Manipulation. Ähnliches wie von der Schizophrenie gilt von schweren Depressionem, die mit antidepressiven Medikamenten geheilt werden können”.
Neuroleptika und Antidepressiva gibt es seit 50 Jahren, machen niemals abhängig…
Im Nachwort des Buches schreibt Herr Dr. Lütz: ” Das Buch ist für Menschen geschrieben, die nicht vom Fach sind und die sich einen Überblick über die spannende Welt der Psychiatrie und Psychotherapie verschaffen möchten”.
Als jemand vom Fach kann ich Ihnen als ” Laie und Normalo” versichern ist dringend von diesem Buch abzuraten, wenn Sie sich über seriöse Psychotherapie informieren wollen. Fakt ist und das ist unverantwortlich, dass Herr Dr. Lütz ” Heilung” von Schizophrenie und schwerer Depression durch Psychopharmaka suggeriert und mit diesem Buch letztlich die ” Compliance” seiner Patienten erhöhen will. Fakt ist, dass ein seriöser Psychiater und Therapeut weiß, dass Psychopharmka nie Heilung bewirken und nur Symptomlinderung und es in den meisten Fällen, sobald die Medikamente wieder abgesetzt werden es zu heftigen Rebound Phänomenen kommt d.h. dass die Patienten in vielen Fällen und nicht in Ausnahmen schwere Rückfälle erleiden. Auch wenn Herr Dr. Lütz Klaus Grawe zitiert, den Effektivitätsforscher über die Wirksamkeit von Psychotherapie und Psychopharmakatherapie schlechthin, dann hätte er das letzte Buch von Herrn Grawe Neuropsychotherapie lesen sollen. Dort weist Herr Grawe ausdrücklich darauf hin, dass die Behandlung mit Antidepressiva völlig überschätzt wird, die Effektstärken von der Pharmaindustrie ermittelt wurden und zwar nur über Fremdbeurteilung d.h. der einzelne Patient wurde nicht nach der Therapie über seine subjektive Veränderung befragt, sondern die sogenannten wissenschaftlichen Studien über die Wirksamkeit von Psychopharmakatherapie wurden bis auf eine Studie alle und auschließlich von der Pharmaindustrie finanziert. Die Rückfallquote die Herr Grawe bei Psychopharmakatherapie ermittelt hat liegt bei mehr als 70 % innerhalb eines Jahres, dies gilt im Übrigen auch für Psychotherapie, wohlgemerkt bei Depressionen. Auf alle Fälle ist die Psychotherapie in ihrer Wirksamkeit der Psychopharmakatherapie überlegen.
Nur nebenbei bemerkt: Mit SSRI hebt sich möglicherweise ihre Stimmung und es geht ihnen eine zeitlang besser, doch ganz nebenbei haben Sie dann keine Lust mehr auf Sexualiät, aber wie schreibt Herr Dr. Lütz so schön ” macht nicht abhängig”. Wenn Sie ein klassisches Neuroleptika einnehmen besteht die große Gefahr von Spätdyskinesien ( motorische Tics), schauen sie sich den Film Einer flog über das Kuckkucksnest an, dort können Sie die Folgen der klassischen Neuroleptika betrachten.
Die atypischen Neuroleptika wie Zyprexa haben ” weniger Nebenwirkungen wie Herr Lütz schreibt”, nur nebenbei nehmen sie dann 10 bis 20 kg an Körpergewicht zu
Bei den trizyklischen Antidepressiva vorallem aber auch bei allen anderen Antidepressiva besteht die Gefahr dass manische Episoden, allein nur durch die Antidepressiv ausgelöst werden.
Nun haben sie ein Jahr TZA eingenommen, dann erleben sie eine manische Phase und schon haben Sie die Diagnose ” bioplare Störung”. Nur keiner der Herren Psychiater käme auf die Idee dies auf die Wirkung der Psychopharmaka zurückzuführen.
Bei Schizophrenie ist oft die Neuroleptikagabe indiziert, aber nicht weil dadurch die Schizophrenie geheilt werden würde, sondern nur weil die ” Herren Psychiater” keine besseren Alternativen haben. Dies ist einzig und allein der Grund. Auch von Heilung zu sprechen ist völlig unverantwortlich, da suggeriert wird, dass Schizophrenie eine biologische Ursache habe. Dies ist nun mal der aktuelle Trend der Hirnforschung. Nur weil man mit neuen Verfahren die psychophysiologische Aktivität im Gehirn sehen kann, bedeutet dass noch lange nicht, dass die Ursachen im Gehirn liegen. Was die Kollegen Spitzer, Roth, Hüther etc. postulieren und als moderne Hirnforschung verkaufen, sollten sie mit absoluter Vorsicht genießen, denn das Wesentliche, wie ihr Bewusstsein entsteht und die Empfindung des ” Ich bin” dafür haben die lieben Hirnforscher keine Erklärung. Aber das ist eine anderer Geschichte…..
Lesen Sie lieber ein Fachbuch über Psychotherapie oder noch besser vertrauen Sie weder ihrem Arzt, ihrem Apotheker, ihrem Psychiater und Psychotherapeut, sondern nur sich selbst ! Weder ein Diplom,noch ein Doktortitel garantiert ihnen Qualität ! Entscheiden Sie, wenn sie eine Klinik zur Psychotherapie oder eine ambulante Behandlung aufsuchen einzig und allein nach ihrem inneren Gefühl, ob sie sich bei diesem Therapeuten wohlfühlen oder auch nicht. Lassen sich sie sich nichts einreden, wenn andere meinen, was gut für sie wäre, sondern übernehmen Sie die Verantwortung und gehen wieder, wenn Sie spüren sie werden hier nur wie ein Patient behandelt. Ich versichere Ihnen ein Privatpatien, drei Monate in einer psychosomatischen Klinik bringt 30000 Euro ( dreissigtausend) Umsatz, was glauben Sie wie interessant Sie für eine Klinik sind.
Um nochmals Herr Grawe zu zitieren: ” Der wichtigste Wirkfaktor in jeder Psychotherapie ist die therapeutische Beziehung”
24. Februar 2010 um 03:00 Uhr
Irrsinnig
Einer der besten neuzeitlichen Bücher; der Autor Manfred Lütz entlarvt die falschen Machenschaften und Interessen der “Alltagspsychologie” unserer Gesellschaft und verdeutlicht den häufigen Irrlauf traditioneller psychologischer Auffassungen.
Wer Freude an einer heiteren, dennoch kritischen Betrachtung unserer überpsychologisierten Gesellschaft hat, sollte sich diese Buch gönnen.
24. Februar 2010 um 03:00 Uhr
Irrsinnig
Einer der besten neuzeitlichen Bücher; der Autor Manfred Lütz entlarvt die falschen Machenschaften und Interessen der “Alltagspsychologie” unserer Gesellschaft und verdeutlicht den häufigen Irrlauf traditioneller psychologischer Auffassungen.
Wer Freude an einer heiteren, dennoch kritischen Betrachtung unserer überpsychologisierten Gesellschaft hat, sollte sich diese Buch gönnen.
24. Februar 2010 um 03:00 Uhr
Irre…….l, Lütz
Guter, humorvoller Inhalt!
Schnelle Lieferung.
Sehr zufrieden.
24. Februar 2010 um 03:00 Uhr
Irre…….l, Lütz
Guter, humorvoller Inhalt!
Schnelle Lieferung.
Sehr zufrieden.
28. Februar 2010 um 22:34 Uhr
Kommt an Hirschhausen nicht heran…
Ich sehe es eher als ein Sachbuch. Da ich selber im psychatrischen Bereich arbeite… wenig Neues. Einige Lacher,aber im Ganzen nicht Fisch noch Fleisch!Trotzdem ambitioniert und sehr menschlich, für Laien eventuell interessant. Kann man, muss man nicht lesen!
28. Februar 2010 um 22:34 Uhr
Kommt an Hirschhausen nicht heran…
Ich sehe es eher als ein Sachbuch. Da ich selber im psychatrischen Bereich arbeite… wenig Neues. Einige Lacher,aber im Ganzen nicht Fisch noch Fleisch!Trotzdem ambitioniert und sehr menschlich, für Laien eventuell interessant. Kann man, muss man nicht lesen!
28. Februar 2010 um 22:34 Uhr
Seelenkunde, heiter bis wolkig
Ein Buch, das verspricht, in 180 Seiten in alle Diagnosen und Methoden der Psychiatrie einzuführen und das auf unterhaltsame Art und Weise, muss die Aufmerksamkeit von Menschen erwecken, die von Berufswegen in dem Dilemma stehen, die Königsdisziplin der Wissenschaft zu vertreten, aber gleichzeitig den Überblick über das Weltwissen verloren zu haben: Theologen. Dieser mangelnde Überblick schmerzt besonders auf dem Gebiet der Psychologie, denn diese liegt ja an der Grenze eines wichtigen pastoralen Handlungsfeldes, der Seelsorge - wenn nicht sogar mitten darin.
Der Autor, nicht nur Chefarzt in einer Psychiatrie, sondern auch katholischer Theologe, weist öfter auf die Verbindung von religiöser und psychologischer Deutung einer psychischen Krankheit hin. Bei ihm kann sich der Theologe gut aufgehoben fühlen: Man lernt über das Berufsdenken des Psychiaters, bekommt den Blick geweitet über die in der Seelsorgeausbildung oft einseitig vorgestellten Methoden der Psychotherapie, und erhält tatsächlich die ein oder andere sinnvolle Fragestellung für die Seelsorge, etwa im Bereich der Erkennung von Suchtkrankheiten. Für die theologische Anthropologie wichtige Fragen, wie die ethische Einschätzung von Medikamenten in der Psychiatrie, werden von Lütz gut geklärt.
Leider hat Lütz zu viel gewollt; das zeigt letztlich schon der Umschlag mit seiner Auswahl an Untertiteln. “Eine heitere Seelenkunde” - das hätte es getan. Dagegen “Wir behandeln die Falschen. Unser Problem sind die Normalen” - diese These vermögen Lütz’ Tiraden gegen die “wahnsinnig” bzw. “blödsinnig” Normalen, die “Normopathen”, nicht zu bestätigen. Eigentlich würde man ihm diese Kapitel nur verzeihen, wenn es witzig wären. Aber der heitere Plauderton, in dem sonst das Buch verfasst ist, gerät hier zu zwanghaft komisch, seine Bemerkungen über Prominente wie Dieter Bohlen zeigen die gleiche Lieblosigkeit, die auf der anderen Seite den Comediens, den Lustigmachern, vorgeworfen wird. Das ist immerhin die guten Nachricht für die Theologen: die ersten 30 Seiten können auch noch übersprungen werden …
Gregor Heidbrink
28. Februar 2010 um 22:34 Uhr
Seelenkunde, heiter bis wolkig
Ein Buch, das verspricht, in 180 Seiten in alle Diagnosen und Methoden der Psychiatrie einzuführen und das auf unterhaltsame Art und Weise, muss die Aufmerksamkeit von Menschen erwecken, die von Berufswegen in dem Dilemma stehen, die Königsdisziplin der Wissenschaft zu vertreten, aber gleichzeitig den Überblick über das Weltwissen verloren zu haben: Theologen. Dieser mangelnde Überblick schmerzt besonders auf dem Gebiet der Psychologie, denn diese liegt ja an der Grenze eines wichtigen pastoralen Handlungsfeldes, der Seelsorge - wenn nicht sogar mitten darin.
Der Autor, nicht nur Chefarzt in einer Psychiatrie, sondern auch katholischer Theologe, weist öfter auf die Verbindung von religiöser und psychologischer Deutung einer psychischen Krankheit hin. Bei ihm kann sich der Theologe gut aufgehoben fühlen: Man lernt über das Berufsdenken des Psychiaters, bekommt den Blick geweitet über die in der Seelsorgeausbildung oft einseitig vorgestellten Methoden der Psychotherapie, und erhält tatsächlich die ein oder andere sinnvolle Fragestellung für die Seelsorge, etwa im Bereich der Erkennung von Suchtkrankheiten. Für die theologische Anthropologie wichtige Fragen, wie die ethische Einschätzung von Medikamenten in der Psychiatrie, werden von Lütz gut geklärt.
Leider hat Lütz zu viel gewollt; das zeigt letztlich schon der Umschlag mit seiner Auswahl an Untertiteln. “Eine heitere Seelenkunde” - das hätte es getan. Dagegen “Wir behandeln die Falschen. Unser Problem sind die Normalen” - diese These vermögen Lütz’ Tiraden gegen die “wahnsinnig” bzw. “blödsinnig” Normalen, die “Normopathen”, nicht zu bestätigen. Eigentlich würde man ihm diese Kapitel nur verzeihen, wenn es witzig wären. Aber der heitere Plauderton, in dem sonst das Buch verfasst ist, gerät hier zu zwanghaft komisch, seine Bemerkungen über Prominente wie Dieter Bohlen zeigen die gleiche Lieblosigkeit, die auf der anderen Seite den Comediens, den Lustigmachern, vorgeworfen wird. Das ist immerhin die guten Nachricht für die Theologen: die ersten 30 Seiten können auch noch übersprungen werden …
Gregor Heidbrink
28. Februar 2010 um 22:34 Uhr
IRRE oder NORMALE behandeln
Schnelle unkomplizierte Lieferung,
so wie man es von Amazon kennt.
Besonderer Vorteil: Bezahlung im Lastschriftverfahren möglich
28. Februar 2010 um 22:34 Uhr
IRRE oder NORMALE behandeln
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Besonderer Vorteil: Bezahlung im Lastschriftverfahren möglich
5. März 2010 um 19:00 Uhr
Ganz nette Lektüre, aber mit Mängeln und zweifelhaften Aussagen
Ich habe mir das Buch gekauft, weil mich der Titel ansprach und weil auch ich finde, dass Leute mit ‘ner Macke mehr vom Leben haben.
Kurz, nachdem ich mich an die ersten Seiten des Buches gemacht hatte, hatte meine Vorfreude leider bereits einen ersten Dämpfer bekommen. Denn wenn man sich, so wie ich, die Mühe macht und den Klappentext liest sowie das Vorwort von Eckart von Hirschhausen, gefolgt vom Vorspiel und der Einführung, bekommt man gefühlte 50 Mal in allen möglichen Variationen die Hauptaussage von Herrn Lütz & Co. um die Ohren gehauen, dass die Normalen auf dem Erdenball eigentlich die Kranken seien und die psychisch Angeknacksten die Normalen. Man hat eigentlich recht schnell kapiert, worauf Herr Lütz hinaus möchte, doch finde ich, hätte er das Kundtun seiner These ruhig ein bisschen besser dosieren können und dem Leser am Anfang auf den wenigen Seiten nicht in dermaßen geballter Ladung plump-aufdringlich eintrichtern müssen.
Um so positiv überraschter war ich, dass das Buch im Folgenden einen seriösen, für den Laien verständlichen Überblick über die gängisten psychischen Erkrankungen und deren Behandlung bot. Den hier mehrmals aufgekommenen Vorwurf, dass sich Herr Lütz anmaße, auf nur 180 Seiten “Alle Diagnosen, alle Therapien” der Psychotherapie zum Besten zu geben, sollte man nicht ganz so Ernst nehmen. Es ist müßig zu glauben, dass ein Psychiater mit über 30 Jahren Berufserfahrung für sich in Anspruch nimmt, alles Wissenswerte und Relevante von Psychiatrie und Psychotherapie in dieses kleine Büchlein zu packen. Erst recht bei dem humorvollen Anstrich, der wohl kaum zu übersehen ist und erst recht, da er dies im Nachwort selbst einräumt. Insofern kann ich diese Kritik in keinster Weise nachvollziehen.
Was beim Lesen der Lektüre deutlich wird, ist die positive Haltung des Autors zur Behandlung psychischer Krankheiten mit Psychopharmaka. Auch ich finde, dass man jene Medikamente nicht pauschal verteufeln und zu kritisch betrachten sollte und diese durchaus ihre Daseinsberechtigung haben, da sie, und das weiß ich aus eigener Erfahrung, einem seelisch Erkrankten tatsächlich deutlich dabei helfen können, schneller und besser zu genesen. Daher konnte ich auch diese Kritik, die hier mehrmals vorgebracht wurde zunächst nicht teilen - bis ich auf Seite 158 des Buches vorgelangt war. Bis dorthin hatte Herr Lütz, wie gesagt, mehr als einmal seine Vorliebe zur Behandlung psychischer Erkrakungen mit Psychopharmaka kundgetan, doch die Anekdote, die er auf besagter Seite zum Besten gibt, schlug dem Fass dann doch den Boden aus: Hier erzählt Herr Lütz, wie stolz er darauf war, eine schwer depressive Frau erfolgreich durch die Verabreichung von Lithium wieder geheilt zu haben. Dummerweise bekam sie von dem Lithium einen Nierenschaden, so dass ihr behandelnder Internist das Mittel wieder absetzte. Die Folge war, dass die Patientin wieder schwer deppressiv wurde. Die Frau bestand jedoch darauf, wieder Lithium zu bekommen. “Sie war voll aufgeklärt, wollte aber das Nierenrisiko in Kauf nehmen, um ihre schrecklichen Depressionen nicht mehr zu bekommen.” Vielleicht hätte Herr Lütz jene Anekdote besser nicht in seinem Buch erzählt, denn ich finde es höchst zweifelhaft und bedenklich, seiner positive Einstellung zur medikamentösen Behandlung psychischer Krankheiten anhand einer solchen Geschichte die Krone aufzusetzen und einen Nierenschaden bei einer Patientin als das geringere Übel darzustellen.
Zuguterletzt noch ein Punkt, weshalb das ansonsten durchaus lesenswerte Werk für mich nicht mehr als 3 Sterne verdient hat: Die Arbeit des Korrektors dieses Buches kann nicht anders als lausig beschrieben werden. Man muss sich fragen, ob der Text überhaupt durch die Hände eines Korrektors gegangen ist, denn es wimmelt in dem Buch von haarsträubenden Kommafehlern und auch grammatikalisch ist auf den knapp 190 Seiten einiges im Argen. Wie das Buch so abgenommen werden und in den Druck gehen konnte, ist mir vollkommen schleierhaft.
Deshalb gibts von mir für den Schmöker insgesamt nur drei Sternchen…
5. März 2010 um 19:00 Uhr
Irre
Das Buch ist bei mir in gutem Zustand angekommen. Das Buch ist Irre wie der Titel.
5. März 2010 um 19:00 Uhr
Irreführender Mischmasch
Ich habe das Buch nur bis zum Kapitel ‘Depressionen’ gelesen und werde mir den Rest ersparen. Was den Inhalt betrifft, fand ich dort leider keinerlei neue Erkenntnisse. Möglicherweise habe ich zu viel erwartet, nachdem ich in der Hoffnung auf eine Antwort im Hinblick auf die Frage, warum mein depressiver Freund sich umgebracht hat, dieses Buch gelesen habe, ohne dadurch jedoch auch nur ein Quäntchen schlauer zu werden als zuvor.
Möglicherweise hat das Buch tatsächlich nur die Absicht zu unterhalten, anstatt zu informieren.
Viel mehr habe ich teils sehr verärgert fest gestellt, daß die Krankheitsbilder (bis zum Kapitel ‘Depressionen’, denn weiter habe ich nicht gelesen) erstaunlich harmlos dargestellt und obendrein auch noch verschwiegen wird, daß beispielsweise Angehörige von Suchtkranken, vor allem deren geistig, seelisch und oft auch körperlich misshandelte Kinder, oft behandlungsbedürftiger sind, als der ‘Kranke’ selbst. Von Triebtätern und deren Opfern wohl mal ganz zu schweigen.
Alles Andere haben die bereits veröffentlichten 1-Sterne Rezensionen schon sehr gut dargelegt und dem möchte ich mich hiermit anschließen. Lieber richtige Fachliteratur zum jeweiligen Krankheitsbild lesen, als diesen irreführenden Mischmasch.
12. März 2010 um 02:00 Uhr
Irre - Wir behandeln die Falschen
Dieses Buch finde ich Klasse und kann lesen wie eine Weltmeisterin.Klasse das es Ratgeber und Testberichte gibt.
15. März 2010 um 18:17 Uhr
Mit Vorsicht zu genießen
Dieses Buch ist in mehrerer Hinsicht eine Mogelpackung. Es ist in keiner Weise eine “heitere Seelenkunde” und den versprochenen Humor habe ich vergeblich gesucht. Der reißerische Titel hat wenig mit dem Hauptteil des Buches zu tun; es ist offensichtlich, dass es allein um die Erregung von Aufmerksamkeit und somit natürlich um Auflage geht. Wenn Autor und Verlag das nötig haben, nun gut, das macht sie weder seriös noch sympathisch. Die Aussage im Titel “Wir behandeln die Falschen” findet überhaupt keine Entsprechung im Inhalt, ganz im Gegenteil. Es wird überhaupt nicht in Frage gestellt, dass psychisch kranke Menschen behandelt werden sollen (vorzugsweise mit Psychopharmaka), und Herr Lütz drückt nur allzu deutlich sein Missfallen über die Leute aus, die meinen, dass sie Therapie brauchen, seiner Meinung nach aber nicht “wirklich” krank sind und somit nur Therapiezeit stehlen. Diese Menschen haben eben das Pech, dass sie nur zu den “Normalen” gehören und somit leider bei Herrn Lück komplett unten durch sind. “Unser Problem sind die Normalen” - der definitive Werbeslogan dieses Buchs, ein Satz, den Herr Lück offensichtlich für die Offenbarung des Jahrhunderts hält und den er auch nicht oft genug wiederholen kann.
Dieser prokokanten Aussage widmet er etwa 26 Seiten, nach deren Lektüre ich keine negativen Worte mehr fand (da ich alle verbraucht hatte). Falls das “Satire” sein soll, ich fand keine Anhaltspunkte dafür. Also blieb nur die Bewertung: kompletter …. (bitte ergänzen Sie selbst)! Lütz baut eine künstliche Front auf (normal-krank bzw. außergewöhnlich), an der er sich dann genüsslich abarbeitet. “Die Normalen”, in diese Schublade stopft Lück alles, was ihm so an Negativem in den Sinn kommt und er charakterisiert die verschiedenen Typen äußerst differenziert und menschenverachtend. Was das alles soll, blieb mir schleierhaft, denn das kann ja wohl keiner wirklich ernst nehmen. Bei Lütz klingt es allerdings nicht besonders komisch. Und er baut sein Lieblingsthema, die Abwertung alles “Normalen”, bis zum Ende des Buches immer wieder ein. Meines Erachtens disqualifiziert er sich damit selber, denn mit dieser Unsachlichkeit relativiert er auch die an sich akzeptablen Passagen seines Buches. Insgesamt ist dieses Buch ein seltsamer und auch unausgegorener Mischmasch aus Oberflächlichkeiten, Sachinformationen, unbelegten Behauptungen und eigenen (diskussionswürdigen) Ansichten vor dem Hintergrund eines -wie ich finde- missglückten Aufhängers. Es macht mehr Sinn, sein Geld in ein “richtiges” Fachbuch zu investieren.
15. März 2010 um 18:17 Uhr
Komik entsteht, wenn man Tragödien anschaut und dabei ein Auge zukneift.
Und genau das ist es, was der Autor tut! Er schildert anhand tragischer, aber nicht weniger komischer Beispiele diverse psychische Erkrankungen und wagt dabei immer wieder den Vergleich: ist das alles wirklich so “krank” oder sind es nicht vielmehr ganz andere Menschen, die eigentlich auf die Couch gehören? Als da wären: Menschen, die Gefallen an stumpfsinnigen Sendungen wie Dschungelcamp finden - oder noch schlimmer - daran teilnehmen. Menschen, die ohne mit der Wimper zu zucken Kriege auslösen oder Wirtschaftssysteme zu Fall bringen. Manfred Lütz stellt auch klar: ein psychisch kranker Mensch tut nichts Böses, nur böse Menschen tun Böses!
Das Buch lässt uns auf breitem Felde einen Blick in die Psychologie und Psychiatrie werfen, ohne dass man dazu Fachmann sein muss. Es erklärt auf simple Weise Begriffe wie Depression, Schizophrenie, Sucht, Manie, Phobie, etc. und es führt uns immer wieder vor Augen, dass wir “Normalos” manchmal auch eine Psychiater gebrauchen könnten.
Diese Buch wird jenen gefallen, die nicht Fachsimpelei sondern unterhaltsame Information suchen. Es ist flott geschrieben und bietet eigentlich alles, was man sich von einem Sachbuch erwarten kann. Nicht umsonst hat Eckard von Hirschhausen (”Die Leber wächst mit ihren Aufgaben” und “Glück”) das Vorwort geschrieben - die beiden Autoren sprechen die selbe Sprache!
15. März 2010 um 18:17 Uhr
Komik entsteht, wenn man Tragödien anschaut und dabei ein Auge zukneift.
Und genau das ist es, was der Autor tut! Er schildert anhand tragischer, aber nicht weniger komischer Beispiele diverse psychische Erkrankungen und wagt dabei immer wieder den Vergleich: ist das alles wirklich so “krank” oder sind es nicht vielmehr ganz andere Menschen, die eigentlich auf die Couch gehören? Als da wären: Menschen, die Gefallen an stumpfsinnigen Sendungen wie Dschungelcamp finden - oder noch schlimmer - daran teilnehmen. Menschen, die ohne mit der Wimper zu zucken Kriege auslösen oder Wirtschaftssysteme zu Fall bringen. Manfred Lütz stellt auch klar: ein psychisch kranker Mensch tut nichts Böses, nur böse Menschen tun Böses!
Das Buch lässt uns auf breitem Felde einen Blick in die Psychologie und Psychiatrie werfen, ohne dass man dazu Fachmann sein muss. Es erklärt auf simple Weise Begriffe wie Depression, Schizophrenie, Sucht, Manie, Phobie, etc. und es führt uns immer wieder vor Augen, dass wir “Normalos” manchmal auch eine Psychiater gebrauchen könnten.
Diese Buch wird jenen gefallen, die nicht Fachsimpelei sondern unterhaltsame Information suchen. Es ist flott geschrieben und bietet eigentlich alles, was man sich von einem Sachbuch erwarten kann. Nicht umsonst hat Eckard von Hirschhausen (”Die Leber wächst mit ihren Aufgaben” und “Glück”) das Vorwort geschrieben - die beiden Autoren sprechen die selbe Sprache!
31. März 2010 um 01:51 Uhr
Super Interresantes Buch
Dieses Buch ist für “Normale” und “nicht Normale” geeignet. Es stellt die Welt, wie wir sie sehen, auf den Kopf.
31. März 2010 um 01:51 Uhr
Super Interresantes Buch
Dieses Buch ist für “Normale” und “nicht Normale” geeignet. Es stellt die Welt, wie wir sie sehen, auf den Kopf.
31. März 2010 um 01:51 Uhr
für Neueinsteiger absolut zu empfehlen!
Auf dem Cover steht “eine heitere Seelenkunde”. Genauso kann man das Buch auch am besten beschreiben.
Es bietet einen sehr guten Überblick rund um das Thema Psychologie/Psychotherapie. Wer dabei Angst hat, es sei eventuell zu trocken bzw zu kompliziert, den kann ich beruhigen.
Manfred Lütz’ Schreibstil ist sehr zugänglich und zwischendurch immer wieder recht humorvoll.
Zugegeben, für alle die schon etwas mehr Erfahrung mit dem Thema haben, könnte es stellenweise zu oberflächlich sein. Dennoch ist es keine Zeitverschwendung. Denn das ein oder andere, könnte auch der Profi neu dazulernen.
Das Buch “Irre!” bietet also den perfekten Einstieg in die Welt der Psychotherapie. Wie ich finde, sollte sich jeder mal mit diesem Thema befassen. Denn es sind nicht gerade wenige davon betroffen. Egal ob man es nun selber ist oder halt als Angehöriger.
Vorallem die achso “Normalen” sollten sich einen Kauf überlegen!
31. März 2010 um 01:51 Uhr
für Neueinsteiger absolut zu empfehlen!
Auf dem Cover steht “eine heitere Seelenkunde”. Genauso kann man das Buch auch am besten beschreiben.
Es bietet einen sehr guten Überblick rund um das Thema Psychologie/Psychotherapie. Wer dabei Angst hat, es sei eventuell zu trocken bzw zu kompliziert, den kann ich beruhigen.
Manfred Lütz’ Schreibstil ist sehr zugänglich und zwischendurch immer wieder recht humorvoll.
Zugegeben, für alle die schon etwas mehr Erfahrung mit dem Thema haben, könnte es stellenweise zu oberflächlich sein. Dennoch ist es keine Zeitverschwendung. Denn das ein oder andere, könnte auch der Profi neu dazulernen.
Das Buch “Irre!” bietet also den perfekten Einstieg in die Welt der Psychotherapie. Wie ich finde, sollte sich jeder mal mit diesem Thema befassen. Denn es sind nicht gerade wenige davon betroffen. Egal ob man es nun selber ist oder halt als Angehöriger.
Vorallem die achso “Normalen” sollten sich einen Kauf überlegen!
10. April 2010 um 13:00 Uhr
Wahnbrechend
Gut gegliedert, klar formuliert, mitreissend, witzig: hier haben wir einen Autor, der seine Materie beherrscht, und den Leser mit sanfter, aber sicherer Hand durch höchst schwieriges Terrain führt. Ob da Alles stimmt? Unwichtig - es überzeugt und wirkt: es hilft weiter. Mehr können wir von der Psychiatrie nicht verlangen.
Die grosse Einsicht ist für mich - dem Laien - die Feststellung, dass es sich hier um “Krankheiten” verschiedensten (auch organischen) Ursprungs handelt. Man muss sie pragmatisch, statt wertend angehen. Auch Ursachenforschung hat mit der Therapie wenig zu tun. Wichtig ist das Resultat. Grossartig!
Bedauerlicherweise blendet Dr. LUTZ den ganzen Bereich der kranken Sexual-Psyche aus: Pädophilie und sonstiges deviantes Verhalten in diesem Bereich. Die moderne Gesellschaft ist hier weit weniger tolerant als die Vergangenheit (Lewis Carroll wäre vermutlich heutzutage in den Knast gelandet) - wie soll man diese Verhaltensformen anpacken? Psychiatrie? Strafrecht? Ähnliches gilt für die irre Gewalt, denn die Irren sind nicht alle so irenisch, wie sie Dr. LÜTZ manchmal darstellt.
Zur “psychiatrischen Behandlung” der Normalen fehlt ein klärendes Wort. Dies wäre bitter nötig. Im psychiatrischen Sinn “nicht krank” sein genügt heute schon lange nicht mehr. Genau so wie den Körper will man Geist und Seele auf “best practice” trainieren, und zwar soll man damit möglichst früh anfangen. Das psychische Verhalten soll optimal getrimmt werden - wenn nötig mit Ritalin oder sonstigem (in den USA soll z.Zt. mehr Ritalin als Prozac verabreicht werden).
Aber vielleicht wird Dr. LÜTZ darüber das nächste Buch schreiben. Das wäre ein Genuss. Und dabei soll er insbesondere die Auswirkungen der wichtigsten psychotropischen Droge - der Macht - näher erörtern. Kein Normaler kommt (aktiv oder passiv) an der Macht heil vorbei; nur die “reinen” Irren, die in einer eigenen Welt leben, bleiben davon verschont.
15. April 2010 um 21:34 Uhr
Irre, wir behandeln die falschen
Das Buch ist humorvoll, leicht geschrieben und mit sehr interessanten Informationen rund um psychische Erkrankungen. Ich hatte es in 1 1/2 Tag durchgelesen.
15. April 2010 um 21:34 Uhr
Interessante Lektüre - aber doch ein wenig oberflächlich
Ich habe das Buch gekauft, weil ich mich wohl allgemein für die Absonderheiten der menschlichen Seele interessiere und die Idee eines populärwissenschaftlichen, allgemeinengehaltenem Buch über Psychiatrie und Psychologie interessant fand. Der Titel tönt reisserisch, dahinter bekommt man allerdings einen interessanten Einblick in die Welt der Psychiatrie. Ob nun wirklich die Normalen unser Problem sind, das sei mal dahingestellt, ebenso wenig wie die Irren unser Problem sind.
Doch gerade die ersten zwei Teile des Buches, waren teilweise etwas hölzern und anstrengend geschrieben. Viele Fremdwörter waren mir kein Begriff, obwohl ich mich durchaus mit Fachliteratur (allerdings zu anderen Themen) beschäftigen muss. Dennoch hat es mich nicht vom lesen abgehalten und ich konnte darüber hinwegsehen.
Die Einteilung der Krankheiten und die Aufteilung des Buches halte ich für gelungen und lehrreich - die Krankheitsbilder werden zwar anschaulich dargestellt, aber für meinen Geschmack hätte es ruhig etwas ausführlicher sein dürfen.
Wahrscheinlich ist es gerade das was das Buch ausmacht - eine knackige Zusammenfassung aller Bereiche. Aber für jemanden der sich schon vermehrt mit dem Thema beschäftigt hat, war nicht sehr viel neues zu erfahren. Dafür hat ich ein paar wirklich interessante Lesestunden und dem Autor ist es gelungen, das Thema unterhaltsam und verständlich zu behandeln.
15. April 2010 um 21:34 Uhr
Psychiatrie für Dummies
Das Buch erzielte sicherlich eine bessere Durchnittsbewertung, hätte man sich nicht für einen derart irreführenden Titel entschieden (no Pun intended). Das Buch ist nicht lustig und Pointen-gespickt wie ein Eckart von Hirschhausen oder die Zwiebelfischkolumnen (um 2 trockene Themenbereiche zu nennen). Im Fachbereich Informatik (Computerwissenschaften) würde man die Form schlicht als Lehrbuch im amerikanischen Stil bezeichnen: essenzielle Themen in lockerer Sprache und mit Anekdoten, Zitaten und kleinen Witzeleien gewürzt. Leicht verdaulich aufbereitetes Wissen, aber keine Bespaßung, nicht mal intelligentes Kabarett.
Nachdem ich das begriffen hatte, hat mir das Buch umso mehr gefallen. Ich bin nicht so der Klaumauk-Typ und hätte mir das Buch wegen des Titels nicht gekauft (ich habe es geliehen bekommen). Weil der Verlag versagt, hier meine Zusammenfassung des Buchs:
Manfred Lütz weist immer wieder darauf hin, dass die Ärzte dem Wohl der Patienten dienen sollen. Er weist auf die Gefahr im Bereich der Psychiatrie hin, dass der Patient im Interesse der Ärzte und gegen sein eigenes Wohl bevormundet wird. Natürlich ist es teilweise nötig, einen Patienten vor sich selbst zu schützen, aber oft muss der Patient auch von den Psychiatern geschützt werden. Die Wahrung der Willensfreiheit und Patientenwürde zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch.
Das Buch belegt anschaulich, dass psychiatrische Fachworte von Laien als Beleidigungen verwendet werden. Irre, Psychopathen, Schizophrene trifft man im Sprachgebrauch sehr häufig, in der Wirklichkeit eher selten. Die Polemik führt dazu, dass man mit Psychopathen, etc. gefährliche Menschen assoziiert. Die Diktatoren und Massenmörder der Geschichte waren aber meist aus psychiatrischer Sicht Gesunde (was letztlich wohl der Gedanke hinter dem Titel ist.) Das führt teilweise dazu, dass der Sinn dieser Worte so entstellt werden, dass sie für den Fachbereich unbrauchbar werden.
Ansonsten gibt Manfred Lütz einen Überblick über verschiedene psychiatrische Diagnosemöglichkeiten und beschreibt den Wert einer Diagnose. Wichtig ist ihm vor allem, dass man nicht versucht jeden Patienten auf einen Norm-Menschen gleichzuschalten. Die Diagnose soll die Behandlung ermöglichen. Das Ziel der Behandlung ist normalerweise vom Patienten mit zu bestimmen. Wenn ein Patient Stimmen hört, diese aber nett findet und sogar vermisst, wenn sie medikamentös unterdrückt werden, dann soll er sie behalten. Diagnosen führen also nicht automatisch zu einer Zwangsbehandlung. Er erinnert auch daran: “Wer gesund ist, wurde nicht gründlich genug untersucht.”
Manfred Lütz beschreibt die verschiedenen psychiatrischen Schulen und Behandlungsmöglichkeiten. Dabei weist er darauf hin, dass die Elektrokrampftherapie (die mir zuvor nur als bösartiges Ruhigstellen aus “Einer Flog übers Kuckucknest” bekannt war) beweisbar gute Erfolge erzielt und den Patienten Erleichterung verschafft. Auch die weit verbreitete Abneigung gegen Psychopharmaka “Happy-Pillen” oder “Ruhigsteller” wieder in der Ahnungslosigkeit begründet ist. Psychopharmaka machen nicht still und Antriebslos sondern überwinden oft gerade diese Behinderung. Der Patient kann sich hinterher wachen Geistes über den Behandlungserfolg freuen.
Das Buch will Verständnis schaffen. Über Probleme die die Krankheiten den Normalen und nicht zuletzt den Irren verursachen. Über die Möglichkeiten und die Verantwortung von Psychiatern. Das schafft es. Nach der Lektüre muss ich sagen, dass ich viel dazu gelernt habe.
Für wen ist das Buch? Es ist nicht das Lach und Sach-Buch, dass der Title andeutet. Laien sollten es lesen, aber ich denke, dass gerade diejenigen, die psychiatrische Begriffe als Beleidigungen missbrauchen, keine Freude an dem Buch finden werden. Die Themen sind einfach zu nachdenklich, um es als Buch für die Massen zu etablieren.
Ich würde es allen Medizinern empfehlen, die neben ihrem Pflicht-Lesestoff noch Zeit für normale Bücher haben. Es ist erfreulich kompakt und präzise geschrieben. Vor allem weist Manfred Lütz freundlich aber bestimmt auf das Selbstbestimmungsrecht der Patienten hin. Er tut dies als Psychiater, der sehr leicht Möglichkeiten fände, seine Patienten zu “entmündigen”. Aus meiner Erfahrung haben viele Mediziner Probleme damit, diesen Dienstleistungsgedanken und das Selbstbestimmungsrecht der Patienten zu verinnerlichen. Immer noch kommen einem haarsträubende Aussagen zu Ohren, in denen die felsenfeste Überzeug einiger Mediziner zum Ausdruck kommt, dass Patienten kein Wahl- oder Mitspracherecht bei der Behandlung haben. Der Arzt bestimmt und der Patient hat zu nicken. Tut er das nicht, wird er teilweise bösartigst unter Druck gesetzt - oder sein Wille in der Narkose einfach ignoriert. Manfred Lütz weist darauf hin, wohin so eine Elfenbein-Attitüde in Deutschland vor einigen Jahrzehnten geführt hat.
26. April 2010 um 12:51 Uhr
Außergewöhnliche Sichtweisen für scheinbar Normale - Ein außergewöhnlicher Ratgeber
Der Autor Manfred Lütz hat mit seinem Buch Irre - Wir behandeln die Falschen: Unser Problem sind die Normalen” den Nerv der Zeit getroffen. Noch nie wurde so viel über psychische Störungen und Krankheiten geredet. Noch nie hat sich der Einzelne dermaßen intensiv mit den Leiden einer kleineren Gruppe der Bevölkerung auseinandergesetzt. Und noch nie wurde so viel über Integration psychisch Kranker in die Gesellschaft geredet. Ein gutes Zeichen und die Grundlage dafür, dass diesem Buch soviel Beachtung geschenkt wird.
Gewiss ist der Leser nach der Lektüre zunächst einmal verwirrt. Ist er nun wahnsinnig normal oder normal wahnsinnig? Eine Frage, die gar nicht so einfach zu beantworten ist. Doch sieht man die Sachlage mal mit Humor, eine Betrachtungsweise, die vor allem der Autor bevorzugt, ist alles gar nicht so schlimm. Eine Behandlung des scheinbar Normalen ist genauso unnötig wie sinnlos. Denn kein Mensch ist einfach nur normal. Eine Feststellung, die Manfred Lütz in seinem Nachwort trifft und damit die Grenzen durchbricht, um das Außerordentliche schätzen zu lernen.
Doch so lustig das alles klingt, so ernst geht es zur Sache. Gut verständlich, humorvoll und unterfüttert mit einer Menge an wahren Episoden aus seinem über dreißig Jahren währenden Krankenhausalltag versteht es Manfred Lütz, Klarheit zu schaffen und dem Leser die vielfältigen Probleme und das nötige Verständnis im Umgang mit psychischen Krankheiten und psychisch Erkrankten nahezubringen. Ein wunderbares Buch, für das der Leser sich die nötige Zeit nehmen sollte.
Fazit:
Irre - Wir behandeln die Falschen: Unser Problem sind die Normalen” ist ein interessantes und lehrreiches Buch, das den scheinbar Normalen neue Sichtweisen eröffnet. Jeder, der das Buch gelesen und beendet hat, wird nach dessen Lektüre über einige Aspekte seines Umgangs mit anderen Menschen nachdenken, aber auch mehr Sicherheit gewinnen, um sich dem Außergewöhnlichen zu stellen.
26. April 2010 um 12:51 Uhr
Außergewöhnliche Sichtweisen für scheinbar Normale - Ein außergewöhnlicher Ratgeber
Der Autor Manfred Lütz hat mit seinem Buch Irre - Wir behandeln die Falschen: Unser Problem sind die Normalen” den Nerv der Zeit getroffen. Noch nie wurde so viel über psychische Störungen und Krankheiten geredet. Noch nie hat sich der Einzelne dermaßen intensiv mit den Leiden einer kleineren Gruppe der Bevölkerung auseinandergesetzt. Und noch nie wurde so viel über Integration psychisch Kranker in die Gesellschaft geredet. Ein gutes Zeichen und die Grundlage dafür, dass diesem Buch soviel Beachtung geschenkt wird.
Gewiss ist der Leser nach der Lektüre zunächst einmal verwirrt. Ist er nun wahnsinnig normal oder normal wahnsinnig? Eine Frage, die gar nicht so einfach zu beantworten ist. Doch sieht man die Sachlage mal mit Humor, eine Betrachtungsweise, die vor allem der Autor bevorzugt, ist alles gar nicht so schlimm. Eine Behandlung des scheinbar Normalen ist genauso unnötig wie sinnlos. Denn kein Mensch ist einfach nur normal. Eine Feststellung, die Manfred Lütz in seinem Nachwort trifft und damit die Grenzen durchbricht, um das Außerordentliche schätzen zu lernen.
Doch so lustig das alles klingt, so ernst geht es zur Sache. Gut verständlich, humorvoll und unterfüttert mit einer Menge an wahren Episoden aus seinem über dreißig Jahren währenden Krankenhausalltag versteht es Manfred Lütz, Klarheit zu schaffen und dem Leser die vielfältigen Probleme und das nötige Verständnis im Umgang mit psychischen Krankheiten und psychisch Erkrankten nahezubringen. Ein wunderbares Buch, für das der Leser sich die nötige Zeit nehmen sollte.
Fazit:
Irre - Wir behandeln die Falschen: Unser Problem sind die Normalen” ist ein interessantes und lehrreiches Buch, das den scheinbar Normalen neue Sichtweisen eröffnet. Jeder, der das Buch gelesen und beendet hat, wird nach dessen Lektüre über einige Aspekte seines Umgangs mit anderen Menschen nachdenken, aber auch mehr Sicherheit gewinnen, um sich dem Außergewöhnlichen zu stellen.
26. April 2010 um 12:51 Uhr
Hätte es dieses Buch doch früher gegeben!!!
Ich kann Manfred Lütz garnicht dankbar genug dafür sein, dass er es geschafft hat, das Tabu-Thema “Psychische Krankheiten” aus einem so ganz neuen Blickwinkel zu beleuchten- dem des Humors! Er hält uns den Spiegel vor.Die meisten Menschen haben von Psychisch Kranken ein völlig falsches Bild im Kopf, nämlich das eines irren ,verrückten Menschen, der angekettet in der Ecke sitzt. (So jedenfalls war mein persönliches Bild, das mir zu dem Thema als erstes einfiel. Und genau dieses völlig verzerrte Falsch bzw. Unwissen machte es mir geradezu unmöglich, mich mit meiner eigenen Erkrankung auseinanderzusetzen, die Diagnose “Deppression” zu akzeptieren. Es sollte 6 Monate stationäre Therapie, und viele dunkle Stunden, brauchen, bis ich wieder einigermaßen bereit war, mich der “normalen” Welt da draußen zu stellen.)Hätte es dieses Buch vor 2 jahren schon gegeben, mir wäre vieles erspart geblieben! Soviel zu meiner Geschichte. Lütz zeigt auf, das wir tatsächlich die falschen behandeln!Das wir, als Gesellschaft, uns fragen sollten, warum der Begriff “psychisch krank” eigentlich so negativ belegt ist. Krank, das sind für mich diejenigen, die tagtäglich durch ihr Leben hetzen, auf der Jagd nach “persönlicher Befriedigung”, nach Erfolg im Job, im Privatleben. Und die darüber sich selbst vergessen. Die sich nicht mehr mit sich selbst auseinandersetzen.Mit ihrem Gefühlserleben zum beispiel. Fragen wie “bin ich glücklich?”. “Hat das was ich tue, für mich einen Sinn?”
“Psychisch krank” werden meist Menschen, die besonders sensible “Antennen” haben.Die sich am alltäglichen Leben aufreiben & an den Leistungsanforderungen unserer Gesellschaft zu zerbrechen drohen.
Einige der vernünftigsten Menschen, die ich je kennenlernen durfte, habe ich in der Psychiatrie getroffen!!! Wir sollten endlich beginnen, auch die andere Seite der Medaille zu sehen, und von den Menschen, die wir als “krank” abstempeln, zu lernen!
Manfred Lütz hat mit seinem Buch einen großen Schritt in die richtige Richtung getan!
26. April 2010 um 12:51 Uhr
Hätte es dieses Buch doch früher gegeben!!!
Ich kann Manfred Lütz garnicht dankbar genug dafür sein, dass er es geschafft hat, das Tabu-Thema “Psychische Krankheiten” aus einem so ganz neuen Blickwinkel zu beleuchten- dem des Humors! Er hält uns den Spiegel vor.Die meisten Menschen haben von Psychisch Kranken ein völlig falsches Bild im Kopf, nämlich das eines irren ,verrückten Menschen, der angekettet in der Ecke sitzt. (So jedenfalls war mein persönliches Bild, das mir zu dem Thema als erstes einfiel. Und genau dieses völlig verzerrte Falsch bzw. Unwissen machte es mir geradezu unmöglich, mich mit meiner eigenen Erkrankung auseinanderzusetzen, die Diagnose “Deppression” zu akzeptieren. Es sollte 6 Monate stationäre Therapie, und viele dunkle Stunden, brauchen, bis ich wieder einigermaßen bereit war, mich der “normalen” Welt da draußen zu stellen.)Hätte es dieses Buch vor 2 jahren schon gegeben, mir wäre vieles erspart geblieben! Soviel zu meiner Geschichte. Lütz zeigt auf, das wir tatsächlich die falschen behandeln!Das wir, als Gesellschaft, uns fragen sollten, warum der Begriff “psychisch krank” eigentlich so negativ belegt ist. Krank, das sind für mich diejenigen, die tagtäglich durch ihr Leben hetzen, auf der Jagd nach “persönlicher Befriedigung”, nach Erfolg im Job, im Privatleben. Und die darüber sich selbst vergessen. Die sich nicht mehr mit sich selbst auseinandersetzen.Mit ihrem Gefühlserleben zum beispiel. Fragen wie “bin ich glücklich?”. “Hat das was ich tue, für mich einen Sinn?”
“Psychisch krank” werden meist Menschen, die besonders sensible “Antennen” haben.Die sich am alltäglichen Leben aufreiben & an den Leistungsanforderungen unserer Gesellschaft zu zerbrechen drohen.
Einige der vernünftigsten Menschen, die ich je kennenlernen durfte, habe ich in der Psychiatrie getroffen!!! Wir sollten endlich beginnen, auch die andere Seite der Medaille zu sehen, und von den Menschen, die wir als “krank” abstempeln, zu lernen!
Manfred Lütz hat mit seinem Buch einen großen Schritt in die richtige Richtung getan!
26. April 2010 um 12:51 Uhr
Normalität, was ist das?
Das was dieses Buch ausgezeichnet leistet, ist eine kritische Auseinandersetzung mit dem Verständnis von Normalität. Auch interessante “Geschichten” und Anekdoten finden Platz. An manchen Stellen wirkt das Werk jedoch ein wenig seltsam, da die Meinungen und sibjektiven Einschätzungen des Autors überheblich und unrealistisch wirken. Fazit: Ein spannendes Werk, aber wirklich mit Vorsicht zu genießen.
26. April 2010 um 12:51 Uhr
Normalität, was ist das?
Das was dieses Buch ausgezeichnet leistet, ist eine kritische Auseinandersetzung mit dem Verständnis von Normalität. Auch interessante “Geschichten” und Anekdoten finden Platz. An manchen Stellen wirkt das Werk jedoch ein wenig seltsam, da die Meinungen und sibjektiven Einschätzungen des Autors überheblich und unrealistisch wirken. Fazit: Ein spannendes Werk, aber wirklich mit Vorsicht zu genießen.
28. April 2010 um 00:34 Uhr
irre wir behandeln die falschen
ich finde dieses buch sehr gut geschrieben,es ist faszinierend es zu lesen und die wahrheiten über dieses thema zu erfahren.
28. April 2010 um 04:34 Uhr
Querdenken ist wichtig besonders in der Psychologie
Dieses Buch ist ein Bestseller und er macht diesem Titel auch alle Ehre. Ich befinde mich zur Zeit in einer Heilpraktikerausbildung für Psychiatrie und Psychiotherapie und es tut gut ein so interessantes Buch neben den vielen trockenen Pflichtliteraturangaben zu lesen. Die Ausdrucksstärke des Autors wirkt so positiv, dass ich mir viel mehr merken kann als bei anderen Büchern. Ich kann dieses Buch nur empfehlen, es sorgt auch bei Leuten, die mit Psychologie nichts zu tun haben für kurzweil!
28. April 2010 um 04:51 Uhr
Irre - Wir behandeln die Falschen v. M. Lütz
Mein Interesse weckte eine Fernsehdoku, in welcher der Autor zu Gast war. Er stellte dabei diese Buch vor und erörterte kurz den Inhalt, bzw. die Struktur. Es sprach mich sofort sehr an!
Das Buch entspricht voll und ganz meinen Vorstellungen. Es ist sehr lebendig, unterhaltsam und mit gewissen Humor verflochten. Es wurde gut katiguriert, unterteilt und ist ungeheuer ansprechend; besonders wenn einem der nähere Zugang / Sinn zur menschlichen Psyche interessiert!!!
ICH KANN ES ABSOLUT WEITEREMPFEHLEN !!!
7. Mai 2010 um 04:00 Uhr
mittelmäßiger Lesestoff
Der Autor hat im Anfang recht gute Ansatzpunkte. Früher hat man psychisch Kranke mehr oder weniger in Anstalten weggesperrt, heute werden diese meist erfolgreich in die allgemeine Gesellschaft gut integriert. So weit so gut, aber wenn der Autor z. B. Hitler als völlig normal bezeichnet, bin ich geneigt das Buch sofort zu entsorgen. Wenn Hitler oder Dieter Bohlen ganz normale Leute sind, wie deklariert dann der Autor diejenigen, die gegenteilige Merkmale aufweisen ?
23. Mai 2010 um 22:00 Uhr
Bis ins Morgengrauen gelesen…
Ich habe das Gefühl die Negativ-Rezensionen sind von Normalos die sich strikt weigern nachzudenken und wie Kleinkinder fußstampfend dastehen und denken: Nein, so ist das alles nicht.
Als Patientin mit einer BPS konnte ich jede Zeile des Buches nachvollziehen und fand am Ende insgesamt nur Hoffnung. Es geht in diesem Buch nicht speziell darum Krankheiten mittels ultimativen Ratschlag oder Therapievorschlag zu erörtern. Genau das tun ja die von Lütz kritisierten Ratgebergazetten schon!
Dieses Buch ist eher gesellschaftskritisch zu sehen und das wiederum können tatsächlich die Außergewöhnlichen besser nachvollziehen, denn für die Normalen ist ja alles in Ordnung….
23. Mai 2010 um 22:00 Uhr
Widersprüchlicher Unfug
Ich bin aus verschiedenen Gründen enttäuscht von diesem Buch.
Der Titel ist nichts weiter als ein Marketinggag, denn wie viele meiner Vor-Rezensenten bereits erkannt haben, schreibt Herr Lütz kein Wort darüber, warum er die falschen behandelt. Nach der Lektüre des Buches wird auch jeder Leser begreifen, dass nachwievor die Richtigen, nämlich die Kranken behandelt werden. Das sieht Herr Lütz anscheinend genauso und daher ist sein Titel eine Prompte Lüge. Der Titel war aber der Hauptgrund für mich, das Buch zu lesen. Daher sind hier schonmal zwei Sterne futsch.
Dann habe ich ein Problem damit, was Herr Lütz als normal bezeichnet. Hitler, Stalin, Dieter Bohlen, das sind bei ihm die normalen und er lässt es nicht aus sie mit den hart arbeitenden Steuerzahlern in einen Topf zu werfen und über sie herzuziehen. Leider völlig ohne Sinn und Konsequenz. Dritter Stern futsch.
Dann schreibt Herr Lütz in seinen Buch, dass er Dinge mit wissenschaftlichen Methoden beurteilt, was er aber leider nicht tut. Ein Beispiel: Sogenannte Nahtoderfahrungen, über die die meisten von uns sicherlich schonmal etwas gehört haben, tut Herr Lütz als letzte (oder auch nicht) elektrische Zuckungen des Gehirns ab, ohne dabei nur eine andere - den Berichten nach erheblich wahrscheinlichere - Erklärung in Betracht zu ziehen. Siehe auch Leben nach dem Tod: Die Erforschung einer unerklärlichen Erfahrung (sachbuch). Letzter Stern futsch.
Weitere Kritikpunkte an diesem Buch sind in anderen Rezensionen zu genüge genannt worden, denen ich mich an dieser Stelle anschließen möchte.
29. Mai 2010 um 15:17 Uhr
IRRE
Lektüreempfehlung für alle, die sich ohne examinierte Vorkenntnisse für Psychologie und Psychiatry interessieren. Wissenschaftliche Anliegen und Ergebnisse werden allgemeinverständlich und hoch interessant aufgedröselt.
29. Mai 2010 um 15:17 Uhr
Hitler war weder normal, noch psychisch gesund!
Gleich zu Beginn seines Buches analysiert Manfred Lütz Hitler hinsichtlich der Frage, ob er normal und psychisch gesund war oder nicht. Dabei kommt er zu erschreckenden Ergebnissen, welche die Frage aufwerfen, welches Gesellschafts- und Menschenbild er besitzt.
Zitate: “Hitler war normal, schrecklich normal … krank war er eben nicht … Wäre Hitler psychisch krank gewesen, hätte er seine Verbrechen nicht begehen können.”
Anscheinend hält Manfred Lütz brutalsten Massenmord in unserer Gesellschaft für normal. Meiner Meinung nach handelt es sich bei dem Verhalten Hitlers glücklicherweise um ein äußerst extremes und abweichendes Verhalten, das keineswegs normal, üblich und kennzeichnend für unsere Gesellschaft ist.
Meiner Meinung nach lag bei Hitler ein extremer Größenwahn vor, die Emotion des Mitgefühls stand ihm offensichtlich nicht zur Verfügung, ich kann mir nicht vorstellen, dass er beziehungsfähig war - es sei denn, er war eine tief gespaltene Persönlichkeit. All das nenne ich aber psychisch krank.
Die Schlussfolgerungen von Manfred Lütz lassen einem einen Schauder den Rücken hinunter laufen. Man denke nur, er ist auch Psychotherapeut, er versucht, Menschen mit Problemen auf den Weg der Normalität und psychischen Gesundheit zurückzuführen! Ich hoffe, dass es nicht viele Psychotherapeuten gibt, die mit einem derart verqueren Gesellschafts- und Menschenbild im Hinterkopf Psychotherapie betreiben.
29. Mai 2010 um 15:17 Uhr
IRRE
Lektüreempfehlung für alle, die sich ohne examinierte Vorkenntnisse für Psychologie und Psychiatry interessieren. Wissenschaftliche Anliegen und Ergebnisse werden allgemeinverständlich und hoch interessant aufgedröselt.
29. Mai 2010 um 15:17 Uhr
Hitler war weder normal, noch psychisch gesund!
Gleich zu Beginn seines Buches analysiert Manfred Lütz Hitler hinsichtlich der Frage, ob er normal und psychisch gesund war oder nicht. Dabei kommt er zu erschreckenden Ergebnissen, welche die Frage aufwerfen, welches Gesellschafts- und Menschenbild er besitzt.
Zitate: “Hitler war normal, schrecklich normal … krank war er eben nicht … Wäre Hitler psychisch krank gewesen, hätte er seine Verbrechen nicht begehen können.”
Anscheinend hält Manfred Lütz brutalsten Massenmord in unserer Gesellschaft für normal. Meiner Meinung nach handelt es sich bei dem Verhalten Hitlers glücklicherweise um ein äußerst extremes und abweichendes Verhalten, das keineswegs normal, üblich und kennzeichnend für unsere Gesellschaft ist.
Meiner Meinung nach lag bei Hitler ein extremer Größenwahn vor, die Emotion des Mitgefühls stand ihm offensichtlich nicht zur Verfügung, ich kann mir nicht vorstellen, dass er beziehungsfähig war - es sei denn, er war eine tief gespaltene Persönlichkeit. All das nenne ich aber psychisch krank.
Die Schlussfolgerungen von Manfred Lütz lassen einem einen Schauder den Rücken hinunter laufen. Man denke nur, er ist auch Psychotherapeut, er versucht, Menschen mit Problemen auf den Weg der Normalität und psychischen Gesundheit zurückzuführen! Ich hoffe, dass es nicht viele Psychotherapeuten gibt, die mit einem derart verqueren Gesellschafts- und Menschenbild im Hinterkopf Psychotherapie betreiben.
4. Juni 2010 um 09:00 Uhr
Zunächst positiv überrascht
Chirurgen sind die natürlichen Feinde der Psychiater, sagt der Psychiater Manfred Lütz in seinem Buch Irre! Wir behandeln die Falschen”. Auch Psychoanalytiker gehören wohl häufig zu den natürlichen Feinden der Psychiater. Da ich psychoanalytisch orientiert bin und Bücher meistens von hinten anfange zu lesen, war ich zunächst positiv überrascht. Manfred Lütz erklärt liebe- und humorvoll, was es mit psychischen Erkrankungen auf sich hat.
Manfred Lütz jahrelange Erfahrung als Psychiater und Chefarzt des Alexianer-Krankenhauses Köln ermöglicht es ihm, den Leser mit zahlreichen Patientenbeispielen zu fesseln. Je mehr ich jedoch las, desto mehr verstand ich wieder, warum sich Psychiater und Psychoanalytiker nicht immer grün sind. Lütz stellt die ressourcen- und lösungsorientierten Ansätze in den Vordergrund und erklärt sehr plastisch, wie viele Patienten davon profitieren. Manch eine Patientengeschichte wirkt zu einfach, um wahr zu sein. Lütz sagt, dass das weitere Kreisen um Probleme häufig nichts bringt und daher die Arbeit an der Problemlösung im Vordergrund stehen sollte. Doch so einfach ist das nicht.
Viele Patienten kreisen natürlich jahrelang um ihre Probleme. Doch es ist ein Unterschied, ob man damit allein ist, oder ob man sein Problem in Anwesenheit einer wertschätzenden, geduldigen Person von allen Seiten beleuchten kann. Wenn endlich jemand zuhört, gelingt es dem Patienten auch endlich einmal, zu weinen. So nimmt das quälende Selbstgespräch ein Ende. Oft nur in Anwesenheit des Gegenübers kann es möglich werden, Gefühle zu ergründen und zu zeigen. Und sehr oft können erst dann neue Wege gegangen werden, wenn Vergangenes verstanden ist. Lütz Aussage, dass die Probleme schlimmer würden, wenn der Patient sich weiterhin mit dem Therapeuten darauf konzentriert, ist meiner Meinung nach längst nicht so gültig, wie Lütz sie darstellt. In seinem Kapitel über die Psychoanalyse wird diese Aussage glücklicherweise wieder etwas abgeschwächt. Hier schreibt Lütz recht differenziert.
Ziemlich erstaunt war ich dann, als ich schließlich beim ersten Kapitel Wahnsinn angekommen war. Dort behauptet Lütz: Hitler war normal, schrecklich normal und Wäre Hitler psychisch krank gewesen, hätte er seine Verbrechen nicht begehen können. Lütz stellt richtigerweise dar, dass eine psychische Krankheit einem Patienten ungeheuer viel Kraft abverlangt. Eine psychische Erkrankung hätte einen solchen über fast dreißig Jahre andauernden Kräfte aufwändigen Prozess schon im Ansatz unmöglich gemacht. So eine Aussage halte ich jedoch für sehr problematisch. Wer das Buch des Psychoanalytikers Arno Grün, Der Wahnsinn der Normalität (Verlag dtv) gelesen hat, kann verstehen, wie psychisch kranke Menschen Macht ausüben können.
Es gibt schwere Persönlichkeitsstörungen, die den Betroffenen zwar quälen, aber die in ihm eine große Kraft wecken. Die Kraft wird nach außen freigesetzt. Die eigene innere Not außen abzuhandeln, indem man anderen schadet, ist ein häufiges Merkmal von Persönlichkeitsstörungen. Wer sich nicht mit sich selbst auseinandersetzen kann oder will, der steuert die äußeren Dinge, um seine Innenwelt intakt zu halten. An Kindern sieht man diesen psychischen Mechanismus sehr schön: Kinder, die unter den Aggressionen der Eltern leiden, sind zu anderen aggressiv. Sie setzen in Szene, was sie zu Hause erleben oder was mit ihnen selbst geschieht. Sobald es nicht mehr gelingt, das Äußere zu steuern, weil der Feind gestorben, die Ehefrau weggelaufen oder die Arbeit zu Ende ist, bricht der Betroffe häufig zusammen.
Wer eigene Seiten an sich nicht wahrhaben will, weil sie zu große Angst machen, der bekämpft diese negativen Eigenschaften bei anderen. So wettern gerade diejenigen gegen die Homosexualität, die vielleicht eigene homosexuelle Neigungen nicht bemerken wollen oder können. Wer sich von eigenen bösen Seiten bedroht fühlt, aber sich nicht damit auseinandersetzen kann, der sieht in äußeren Dingen das Böse und bekämpft die äußeren Dinge. Also: Hitler kann wenigstens aus psychoanalytischer Sicht nicht psychisch gesund gewesen sein. Auch wer Bücher des Psychoanalytikers Peter Fonagy liest (siehe Verlag Klett-Cotta), wird sehen, wie die Psyche arbeitet. Gerade psychisch schwer gestörte Menschen können sehr viel Kraft für die Außenwelt, für Macht, Organisation und Kommunikation aufbringen. Sie kontrollieren, statt zu fühlen. Also wer jetzt ein Gegenbuch zu Manfred Lütz Irre! lesen möchte, dem empfehle ich Arno Grün: Ich will eine Welt ohne Kriege.
4. Juni 2010 um 09:00 Uhr
Ein Geschenk
Mich fasziniert, dass Manfred Lütz die verschiedenen Formen psychischer Krankheiten einerseits gut skizziert (mehr ist in diesem Rahmen wohl auch nicht angebracht)und andererseits aber mal von einer ganz anderen Warte/Perspektive darauf schaut. Kurzum, es erweitert den “Tunnelblick” (um nicht gleich “Horizont” zu sagen), der sich einem ja fast aufzwingt sobald man - auf welche Weise auch immer - mit in dem Schlamassel drinsteckt.
Ich habe nach dem Lesen ein weiteres Exemplar verschenkt und mir den “Vorgängerband” von Manfred Lütz “Lebenslust” auch noch gekauft. (Aber noch nicht gelesen)
10. Juni 2010 um 04:00 Uhr
Noch mehr Vorurteile gegen Vorurteile!
Und genau das braucht kein Mensch! Wer sich wirklich tiefgründig und sachlich mit dem Thema auseinandersetzen möchte, so empfehle ich Arno Gruen “Der Wahnsinn der Normalität”. Zu Lütz bleibt mir nur zu sagen: Abwertungen in jeglicher Form und das Urteilen über Menschen, die man selbst nie kennen lernen durfte, lässt mich zu der Vermutung gelangen, dass hier eine innere Leere gefüllt werden muss… Ein Buch voller Widersprüche, Ungereimtheiten und ohne Mitgefühl!
10. Juni 2010 um 04:00 Uhr
Noch mehr Vorurteile gegen Vorurteile!
Und genau das braucht kein Mensch! Wer sich wirklich tiefgründig und sachlich mit dem Thema auseinandersetzen möchte, so empfehle ich Arno Gruen “Der Wahnsinn der Normalität”. Zu Lütz bleibt mir nur zu sagen: Abwertungen in jeglicher Form und das Urteilen über Menschen, die man selbst nie kennen lernen durfte, lässt mich zu der Vermutung gelangen, dass hier eine innere Leere gefüllt werden muss… Ein Buch voller Widersprüche, Ungereimtheiten und ohne Mitgefühl!
10. Juni 2010 um 04:00 Uhr
Mir hats Spass gemacht
Habe das Buch vor ein paar Tagen zu Ende gelesen. Ich fühlte mich bestens unterhalten und angemessen oberflächlich informiert (wenn ich das so sagen darf, nach 185 Seiten Schnellwäsche). Ich wusste, das ich kein medizinisches Fachbuch kaufe hier. Ich wollte etwas Unterhaltsames und gleichzeitig auch Informatives.
Aufgefallen ist mir, vielleicht auch zu Unrecht, dass der Autor ziemlich positiv über Psychopharmaka schreibt. Als Laie hat mich das eher überrascht, eine differenziertere Meinungsäusserung hätte mir hier besser gefallen. Habe offenbar viele Vorurteile abzubauen in diesem Bereich. Aber warum auch nicht? Wenn wir schon immer noch nach den Theorien des Sigmund Freud und seiner Kumpanen (so würde man heutige Kokain-Konsumenten wohl nennen) behandelt werden sollen, dann kann ein bisschen Pharma-Wunder des 21. Jahrhunderts ja auch nicht schaden. Weil Hand aufs (Laien)Herz: Wenn mir ein Kokser heute seine von sexuellen Störungen durchzogene Philosophien und Analysen verkaufen würde, dann wär ich (gelinde gesagt) auch skeptisch - oder ich würde ihn schlicht nicht für voll nehmen. Haben Sie schon mal einem Kokser zugehört, wenn er loslabert?
Mir hat das Buch also ziemlich gut gefallen. Mit dem Titel konnte ich mich recht gut identifizieren. Weil in meinem Augen auch viel “Böses” der Menschen nix mit Krankheit zu tun hat. Sondern einfach dem tagtäglichen Wahnsinn entsprechen. Der Mensch macht, was möglich ist. Im Guten wie im Schlechten. Im Grossen wie im Kleinen.
Ich habe es auch weiterempfohlen - ohne Angst, meine “Glaubwürdigkeit” in meinem Lesezirkel einzubüssen
10. Juni 2010 um 04:00 Uhr
Mir hats Spass gemacht
Habe das Buch vor ein paar Tagen zu Ende gelesen. Ich fühlte mich bestens unterhalten und angemessen oberflächlich informiert (wenn ich das so sagen darf, nach 185 Seiten Schnellwäsche). Ich wusste, das ich kein medizinisches Fachbuch kaufe hier. Ich wollte etwas Unterhaltsames und gleichzeitig auch Informatives.
Aufgefallen ist mir, vielleicht auch zu Unrecht, dass der Autor ziemlich positiv über Psychopharmaka schreibt. Als Laie hat mich das eher überrascht, eine differenziertere Meinungsäusserung hätte mir hier besser gefallen. Habe offenbar viele Vorurteile abzubauen in diesem Bereich. Aber warum auch nicht? Wenn wir schon immer noch nach den Theorien des Sigmund Freud und seiner Kumpanen (so würde man heutige Kokain-Konsumenten wohl nennen) behandelt werden sollen, dann kann ein bisschen Pharma-Wunder des 21. Jahrhunderts ja auch nicht schaden. Weil Hand aufs (Laien)Herz: Wenn mir ein Kokser heute seine von sexuellen Störungen durchzogene Philosophien und Analysen verkaufen würde, dann wär ich (gelinde gesagt) auch skeptisch - oder ich würde ihn schlicht nicht für voll nehmen. Haben Sie schon mal einem Kokser zugehört, wenn er loslabert?
Mir hat das Buch also ziemlich gut gefallen. Mit dem Titel konnte ich mich recht gut identifizieren. Weil in meinem Augen auch viel “Böses” der Menschen nix mit Krankheit zu tun hat. Sondern einfach dem tagtäglichen Wahnsinn entsprechen. Der Mensch macht, was möglich ist. Im Guten wie im Schlechten. Im Grossen wie im Kleinen.
Ich habe es auch weiterempfohlen - ohne Angst, meine “Glaubwürdigkeit” in meinem Lesezirkel einzubüssen
16. Juni 2010 um 00:51 Uhr
Unterhaltungswert: ***** Informativ: *** Wahr: **
.
Nicht alles, was in Büchern steht, ist wahr. So auch hier. Nur vergessen das viele Menschen. Dann wird in einer netten Runde irgendwann mal etwas inbrünstig behauptet und mit stolzer Brust hinterher geschoben: Hab ich mal irgendwo gelesen, das ist so!
Herr Lütz lässt hier und da ein paar sehr tiefe Einsichten aufblitzen, deren Wahrheitsgehalt er nicht erkannt zu haben scheint, und sie aus mangelnder Erkenntnis parodisch abtut: “Es gibt einen “Exit”, auch für Sie …” Will sagen:
Ein Buch mit hohem Unterhaltungsfaktor, das humoresk den Informationsgehalt vom normalen Wahnsinn abzudecken versucht und dabei sich selbst manchmal in den Schwanz beißt. Eine ansprechende Sonntag-Nachmittag-Terassen-Lektüre, bei der es auf ein bißchen mehr oder weniger Sonne auch nicht mehr ankommt. Und um es kurz zu machen:
Unterhaltungswert: *****
Informativ: ***
Wahr: **
Wenn Leser nicht alles für wahr halten, was sie lesen, ist dieses Buch äußerst empfehlenswert, weil es die Bauchmuskeln trainiert und ordentlich Endorphine frei setzt. Wahr ist es dennoch insofern (und das ist kein Widerspruch!), als dass es der Ebene der Einsicht von Herr Lütz entspricht, sich eben nur der Allgemeingültigkeit entzieht:
Wenn ich auf der Oberfläche schwimme und eine Taucherbrille auf habe, kann ich nicht wirklich sehen, was sich am Meeresboden ein paar Kilomter tiefer befindet. Dafür muss ich das Tiefseetauchen lernen. Aber nichtsdestotrotz können mich auch Dinge, die auf der Oberfläche schwimmen, erfreuen.
Lesen lohnt aber alle mal, weil’s gut tut!
.
16. Juni 2010 um 00:51 Uhr
Unterhaltungswert: ***** Informativ: *** Wahr: **
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Nicht alles, was in Büchern steht, ist wahr. So auch hier. Nur vergessen das viele Menschen. Dann wird in einer netten Runde irgendwann mal etwas inbrünstig behauptet und mit stolzer Brust hinterher geschoben: Hab ich mal irgendwo gelesen, das ist so!
Herr Lütz lässt hier und da ein paar sehr tiefe Einsichten aufblitzen, deren Wahrheitsgehalt er nicht erkannt zu haben scheint, und sie aus mangelnder Erkenntnis parodisch abtut: “Es gibt einen “Exit”, auch für Sie …” Will sagen:
Ein Buch mit hohem Unterhaltungsfaktor, das humoresk den Informationsgehalt vom normalen Wahnsinn abzudecken versucht und dabei sich selbst manchmal in den Schwanz beißt. Eine ansprechende Sonntag-Nachmittag-Terassen-Lektüre, bei der es auf ein bißchen mehr oder weniger Sonne auch nicht mehr ankommt. Und um es kurz zu machen:
Unterhaltungswert: *****
Informativ: ***
Wahr: **
Wenn Leser nicht alles für wahr halten, was sie lesen, ist dieses Buch äußerst empfehlenswert, weil es die Bauchmuskeln trainiert und ordentlich Endorphine frei setzt. Wahr ist es dennoch insofern (und das ist kein Widerspruch!), als dass es der Ebene der Einsicht von Herr Lütz entspricht, sich eben nur der Allgemeingültigkeit entzieht:
Wenn ich auf der Oberfläche schwimme und eine Taucherbrille auf habe, kann ich nicht wirklich sehen, was sich am Meeresboden ein paar Kilomter tiefer befindet. Dafür muss ich das Tiefseetauchen lernen. Aber nichtsdestotrotz können mich auch Dinge, die auf der Oberfläche schwimmen, erfreuen.
Lesen lohnt aber alle mal, weil’s gut tut!
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21. Juni 2010 um 22:34 Uhr
Ein “Muß” für Normophaten, auch für die Autoren
Gekonnt nimmt Manfred Lütz in der Vorwortzusammenarbeit mit Hirschhausen mit seiner erkennbaren “Handschrift” im Buche den normophativen Wahnsinn unserer heutigen wie auch früherer Zeiten unter die Lupe!
Aber selbstbeschränkt und normophativ in ihrem normalen kausalen Weltbild müßten sie/er auch einmal über den Tellerrand schauen und bemerken, dass sie einen völlig falschen und undifferenzierten Begriff von Esoterik haben. Der hier gezeigte normophative Wahnsinn von Lutz sowie von Hirschhausen in seinen medialen “Comedy sessions”, wo dieser zudem darüberhinaus noch oft über die Homöophatie lästert, bleibt nämlich in der Brunnenfroschperspektive der Freudschen Psychologie mit dem kausalen Weltbild stecken. Beide lästern über die sogenannten Esoteriker und relativieren selbst ihre Aussagen in ihrem Buch, dass diese auch zu den Aussergewöhnlichen Typen und nicht zum krankhaften normativen Blödsinn gehören. Ein paar mehr von ihnen würden der Welt durch ihr: Wenn der Mensch sich ändert, ändert sich auch die Welt” guttun. Anstatt auch die Chancen der Jungschen Psychologie, die Astrologie u.ä. statistisch verifiziert, und das Hermetische Weltbild mit ihren esoterischen Disziplinen zu kennen, fallen sie selbst in ihrem Halbwissen auch in anderen Passagen des Buches in einen unsachlichen Dieter Bohlen Stil und zitieren noch zwei fragwürdige Astrologiegegner! Ihre Aussagen von esoterischem Blödsinn übertragen auf all die großen Mystiker und damit Esoteriker (Heißt: Innenschau!) der Welt, wie zum Beispiel: “Gott???), Jesus, Hildegard von Bingen, Jakob Böhme, Buddha, Tauler, Meister Ekkehard, Rumi, de großen Psychologen und Astrologen Alfred Adler und C.G. Jung und viele andere wirken dann diskreditierend. Lütz wirkt dann selbst normophativ und psychische Wirklichkeiten leugnend. Auch der zitierte Habermas käme dann schlecht weg, wenn Lütz wüßte, dass er von einer normativen Kraft einer (psychischen!) Quelle spricht und damit esoterische Positionen vertritt.
Nur soviel zu einem wirklich guten zum Nachdenken anregenden Buch. Aber aufgrund der obigen Ausführungen bin ich geneigt Herrn Lutz ein Stück selbst in die Normophatie zu stellen, der seinen Zeigefinger nicht so moralisch überheblich hochhalten sollte, wenn ihm Hintergrundwissen und der Zugang zu anderen Weltbildern fehlt. Lütz als Psychiater bleibt oft zudem im mechanistischen Weltbild der “Neurotransmitter”, den Mensch als Maschine sehend, stehen - Weiterhin sind viele Bemerkungen und Ausführungen zum Verhältnis Religion und Psychoanalyse sowie über psychologische Methodenlehren in Zusammenhang mit Wahrheitsfindungen schlichtweg falsch- Deswegen gesamt drei Punkte! * Ps: Er sollte mal Coelhos Buch “Veronika beschließt zu sterben” lesen!
21. Juni 2010 um 22:34 Uhr
Buchtitel ist besser als der Inhalt
Erfahren habe ich von diesem Buch uebers Fernseh. Bei Lanz stellte er sein Buch vor - und ich wurde neugierig.
Seine Eigenwerbung war wesentlich besser als der Inhalt des Buches.
Seine Absicht, der Gesellschaft die psych. Kranken oder Gestoerten naeher zu bringen, hat er meiner Meinung nach verfehlt.
“Normopathen” nennt Luetz die Normalen, die es ja eigentlich nicht gaebe, denn keiner ist normal. Und ueber diese Normopathen laesst er sich dann genau so aus, wie es “die Gesellschaft” mit den psych. kranken oder gestoerten macht.
Verschiedene psych. Stoerungen beschreibt er in einem Teil des Buches ganz anschaulich und locker.
Im Grossen und Ganzen halte ich diese Buch nicht grade fuer lesenswert.
Marion Consoir
27. Juni 2010 um 21:00 Uhr
Empfehlenswert
Dieses Buch ist sowohl für Laien wie auch für beruflich in diesem Bereich Arbeitende nützlich und sehr nett zu lesen. Ich habe es ein paar Mal auf Vorrat gekauft und habe somit Geschenke ‘auf Lager’.
Schön, dass man über solche ernsten, in unserer Gesellschaft mit Halbwissen behafteten Themen locker-flockig schreiben kann.
27. Juni 2010 um 21:00 Uhr
Löblicher Versuch
Ich habe mir aufgrund des Titels einen anderen Inhalt vorgestellt. Jedoch finde ich aber den Versuch, den von Herrn Lütz so genannten “Normopathen” psychische Erkrankungen zu erklären und nahe zu bringen, erstmal löblich und in Zeiten, in denen psychisch kranke Menschen leider noch immer stigmatisiert werden, auch sehr wichtig. Dennoch bin ich sehr erstaunt, dass in einer Zeit, in der man doch schon weiß, dass psychische (und auch körperliche!) Erkrankungen aus dem Unterbewußtsein entstehen und mit bestimmten Therapien (z.B. sehr erfolgreich hier die Hypnotherapie) geheilt werden können, Herr Lütz keine anderen “Hilfsmittel” anbietet als die gute alte Psychotherapie und immer wieder seine anscheinend heiß geliebten Psychopharmaka. Ich glaube heute definitiv an die “Ursachenbekämpfung”, sprich Auflösung der Ursache der Erkrankung und nicht mehr an die reine “Symptombekämpfung- bzw. unterdrückung” mit Hilfe von Tabletten. Alles immer nur wegpressen kann nicht der Weg zur Heilung sein. Dann besteht immer die Gefahr eines Rückfalles, wenn die Ursache der Erkrankung nicht aufgelöst wird und die Tabletten abgesetzt werden. Dennoch: Herr Lütz sympathisiert sehr mit psychisch Kranken und plädiert auf diese Weise für mehr Verständnis und Toleranz. Dafür definitiv 3 Punkte.