Die Perfektionierer: Warum der Optimierungswahn uns schadet - und wer wirklich davon profitiert (Klaus Werle)

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10 Kommentare zu „Die Perfektionierer: Warum der Optimierungswahn uns schadet - und wer wirklich davon profitiert (Klaus Werle)“

  1. Jannik sagt:

    Ein unangenehmer Blick in den Spiegel
    Wer der Herde folgt, sieht nur Hinterteile.

    Ein Aufruf inne zu halten und sich seiner persönlichen Ziele und Werte bewusst zu werden und danach zu handeln.

    Auch seine eigenen Fähigkeiten ehrlich zu analysieren und im Beruf gezielt eigene Stärken auszuleben/auszubauen anstatt sich an Schwächen abzuarbeiten ist eine erfolgsversprechende Strategie.

    Müssen wir wirklich alles tun, nur weil es möglich ist?

    Treffen wir noch selbst die Wahl für unser Leben?

    Dieses Buch ist für Betroffene unangenehm zu lesen, die sich von den unüberschaubaren Farcetten der “Leistungsgesellschaft” zu sehr haben anstecken lassen und sich in den umfangreichen Beispielen irgendwo in sehr unangenehmer Weise wieder finden. Da sieht man sich nicht mehr als der “Leistungssportler”, sondern als der “Hamster im Rad”, der bestenfalls andere amüsiert.

    Ich empfehle es als Geschenk für Menschen, die Ihrem Beruf offensichtlich zu viel Bedeutung beimessen, vielleicht schon

    gesundheitliche Konsequenzen gezeigt haben. Auch ehrgeizige Berufseinsteiger/Menschen in Ausbildung oder Studium sollten dieses Buch lesen.

  2. Gotfrid sagt:

    Ein unangenehmer Blick in den Spiegel
    Wer der Herde folgt, sieht nur Hinterteile.

    Ein Aufruf inne zu halten und sich seiner persönlichen Ziele und Werte bewusst zu werden und danach zu handeln.

    Auch seine eigenen Fähigkeiten ehrlich zu analysieren und im Beruf gezielt eigene Stärken auszuleben/auszubauen anstatt sich an Schwächen abzuarbeiten ist eine erfolgsversprechende Strategie.

    Müssen wir wirklich alles tun, nur weil es möglich ist?

    Treffen wir noch selbst die Wahl für unser Leben?

    Dieses Buch ist für Betroffene unangenehm zu lesen, die sich von den unüberschaubaren Farcetten der “Leistungsgesellschaft” zu sehr haben anstecken lassen und sich in den umfangreichen Beispielen irgendwo in sehr unangenehmer Weise wieder finden. Da sieht man sich nicht mehr als der “Leistungssportler”, sondern als der “Hamster im Rad”, der bestenfalls andere amüsiert.

    Ich empfehle es als Geschenk für Menschen, die Ihrem Beruf offensichtlich zu viel Bedeutung beimessen, vielleicht schon

    gesundheitliche Konsequenzen gezeigt haben. Auch ehrgeizige Berufseinsteiger/Menschen in Ausbildung oder Studium sollten dieses Buch lesen.

  3. Isaac sagt:

    Wunderbar gelungene Gesellschaftskritik
    Über das Buch “Die Perfektionierer” stolperte ich auf Spiegel-Online, welche kurze Auszüge über den Student.2.0 auf ihrem Karriere-Portal veröffentlichten.

    Ich muss zugeben, ich wurde nicht enttäuscht.Im Gegenteil…

    Sprachlich ein Gaumenschmaus, und doch scharf und auf den Punkt gebracht klärt uns der Autor über die verschiedenen Arten der Perfektionierung in unserem Alltag auf. Die hervorrangende Struktur macht das Buch übersichtlich und vorallem die Conclusion mehr als lesenswert. Ich kann das Buch nur empfehlen!!!

  4. Olga sagt:

    Wichtiges Thema - plattes Buch
    Klaus Werle greift in “Die Perfektionierer” ein wichtiges Thema auf; immer stärker wird der Trend zur Perfektion. Wir wollen schöner, reicher, klüger sein, das Leben in den vollsten Zügen genießen und die Kinder allerbestens ausbilden, eine Spirale, die sich ins Absurde dreht. Klar, dass hier einiges auf der Strecke bleibt, was viel wichtig wäre. Dazu gehören Werte, Erlebnisse, Maß, Verstand und Kreativität. Trotz einem Eingangsteil, den Werle den Ursachen widmet, und dem wiederholten Einflechten soziologischer Theorien bleiben Analyse und Konsequenzen flach. Nicht umsonst wurde “Perfektion” noch nie zur wichtigen theoretischen Kategorie erhoben. Es fehlt Werle konsequenterweise der Anschluss an eine überzeugende Theorie, die auch ein locker geschriebenes Sachbuch benötigt, soll es seinen Preis und seinen Platz im Buchhandel wert sein. Als gelernter Spitzenjournalist kann Werle pointiert schreiben. Allerdings fällt die Pointierung vor allem am Anfang so stark aus, dass ich mich häufiger fragte, was er mit diesem Satz oder jenem Abschnitt eigentlich inhaltlich sagen wollte. So gesehen ist das Buch ein Beispiel dessen, was es kritisiert: Perfekter Text, professionell aufgemacht, bestens beworben, Inhalt solala. Doch diese Analyseebene fehlt im Text wie im Konzept des Buches: Wie verhält sich eigentlich der perfekte Schein zum Inhalt? Angesprochen wird das immer wieder - wie so viele Phänomene. Es gibt Daten, Theorieversatzstücke, Beispiele. Aber durchdacht wird das Ganze eben nicht. Schade, dass mit einem solchen etwas aufgeregten und gleichzeitig lauen Buch die Chance vertan wird, das wichtige Thema unserer perfekten Oberflächen ernsthaft zu diskutieren.

  5. Bille sagt:

    Wichtiges Thema - plattes Buch
    Klaus Werle greift in “Die Perfektionierer” ein wichtiges Thema auf; immer stärker wird der Trend zur Perfektion. Wir wollen schöner, reicher, klüger sein, das Leben in den vollsten Zügen genießen und die Kinder allerbestens ausbilden, eine Spirale, die sich ins Absurde dreht. Klar, dass hier einiges auf der Strecke bleibt, was viel wichtig wäre. Dazu gehören Werte, Erlebnisse, Maß, Verstand und Kreativität. Trotz einem Eingangsteil, den Werle den Ursachen widmet, und dem wiederholten Einflechten soziologischer Theorien bleiben Analyse und Konsequenzen flach. Nicht umsonst wurde “Perfektion” noch nie zur wichtigen theoretischen Kategorie erhoben. Es fehlt Werle konsequenterweise der Anschluss an eine überzeugende Theorie, die auch ein locker geschriebenes Sachbuch benötigt, soll es seinen Preis und seinen Platz im Buchhandel wert sein. Als gelernter Spitzenjournalist kann Werle pointiert schreiben. Allerdings fällt die Pointierung vor allem am Anfang so stark aus, dass ich mich häufiger fragte, was er mit diesem Satz oder jenem Abschnitt eigentlich inhaltlich sagen wollte. So gesehen ist das Buch ein Beispiel dessen, was es kritisiert: Perfekter Text, professionell aufgemacht, bestens beworben, Inhalt solala. Doch diese Analyseebene fehlt im Text wie im Konzept des Buches: Wie verhält sich eigentlich der perfekte Schein zum Inhalt? Angesprochen wird das immer wieder - wie so viele Phänomene. Es gibt Daten, Theorieversatzstücke, Beispiele. Aber durchdacht wird das Ganze eben nicht. Schade, dass mit einem solchen etwas aufgeregten und gleichzeitig lauen Buch die Chance vertan wird, das wichtige Thema unserer perfekten Oberflächen ernsthaft zu diskutieren.

  6. Jeanne sagt:

    Ein Buch für den eigenen Weg.
    Mit Genuss hält uns Klaus Werle einen Spiegel vor, wie wir uns durch Streben nach Perfektion egalisieren. Er ertappt uns beim Arbeiten an unseren Schwächen und plädiert für den gebrochenen Lebenslauf, den Mut zur Lücke und das Wissen um die eigenen Stärken. Natürlich ist dies ein Ratgeber - quasi ein Komplementärratgeber, einer der hilft, all die anderen Ratgeber einzuordnen. Das Buch ist einer frischen Sprache geschrieben, analysiert akzentuiert den vielfältigen Drang zur Perfektion: das Projekt Kind, die Perfektion der Freizeit, den Alltag im Job etc. In all diesen Bereichen gelingt es Klaus Werle, gewitzt gegen den Strich zu bürsten. Klaus Werles Buch macht damit Erfolg nicht greifbarer und das Leben nicht sicherer, aber es inspiriert, den eigenen Weg zu gehen.

  7. Thaddäus sagt:

    Ein Buch für den eigenen Weg.
    Mit Genuss hält uns Klaus Werle einen Spiegel vor, wie wir uns durch Streben nach Perfektion egalisieren. Er ertappt uns beim Arbeiten an unseren Schwächen und plädiert für den gebrochenen Lebenslauf, den Mut zur Lücke und das Wissen um die eigenen Stärken. Natürlich ist dies ein Ratgeber - quasi ein Komplementärratgeber, einer der hilft, all die anderen Ratgeber einzuordnen. Das Buch ist einer frischen Sprache geschrieben, analysiert akzentuiert den vielfältigen Drang zur Perfektion: das Projekt Kind, die Perfektion der Freizeit, den Alltag im Job etc. In all diesen Bereichen gelingt es Klaus Werle, gewitzt gegen den Strich zu bürsten. Klaus Werles Buch macht damit Erfolg nicht greifbarer und das Leben nicht sicherer, aber es inspiriert, den eigenen Weg zu gehen.

  8. Rocky sagt:

    kein Muss
    Etwas störend sind die oft anzutreffenden Pauschalisierungen, derer sich Werle bemüht.

    Es gibt “die Mittelschicht” so wenig wie “die heutigen Uniabsolventen”, die “Unterschicht” oder

    gar “die heutigen Eltern”. Die gesellschaftliche Realität ist dann doch vielfältiger und

    komplexer. Scheinbar glaubt Werle, das soziale Milieu, dem er selbst angehört, stellt so etwas

    wie eine Mehrheit oder einen gesellschaftlichen Mainstream dar. Dem ist aber nicht so.

  9. Alois sagt:

    Auf der Suche nach dem Glück ins Hamsterrad geraten
    An sich ist es ja nichts Schlechtes, wenn man seine Arbeit perfekt machen will. Fragt sich nur, ob es sinnvoll ist, alles menschliche Tun als Arbeit zu betrachten. Vor allem, wenn man daran zweifelt, dass menschliches Verhalten primär vom Unbewussten gesteuert wird. Im ebenso unterhaltsamen wie angriffig geschriebenen Buch von Klaus Werle geht es um eine selbst verschuldete Unmündigkeit, an die Immanuel Kant wohl nicht im Traum gedacht hat. Endlich von den Zwängen befreit, gegen die eine ganze Generation revoltierte, sind die 68er und ihre Kinder in ein Hamsterrad geraten, das sich immer schneller dreht. Und dass sie dieser Stress-Situation mit Ratgebern gegen Stress zu entkommen versuchen, ist eine der vielen Paradoxien, die Werle glänzend beschreibt.

    Je stärker und inniger wir daran glauben, dass jeder der Schmied seines Glücks sei, desto unglücklicher werden wir. Denn da sich das Leben nicht an die Theorie hält und die Gauss’sche Normalverteilung von Erfolg ziemlich konstant bleibt, nimmt die Zahl der Schuldigen zu. Konnte man früher noch der Klassengesellschaft, dem Schicksal oder dem Unwissen den Schwarzen Peter für den eigenen Misserfolg in die Schuhe schieben, sitzt man in der libertären Gesellschaft plötzlich selber auf der Anklagebank. Zu wenig an sich gearbeitet, die falschen Bücher gelesen, die schlechteren Ausbildungsstätten besucht, die ungeeignetsten Vorbilder und Freunde ausgewählt. Immer einen Tick besser, schöner, klüger und vermögender als die anderen zu sein, ist ziemlich anstrengend. Und warum es überhaupt dazu kommen konnte, ist eine der Fragen, auf die Klaus Werle nach einleuchtenden Antworten sucht. Dass er sie kaum bei unserem Glauben an den freien Willen sucht, finde ich zwar bedauerlich, aber entschuldbar. Denn unserem Ich auch noch diese Illusion zu rauben, scheint vorderhand ein Ding der Unmöglichkeit. Auch weil ein ganzes Wirtschaftssystem und unser materielle Wohlstand darauf beruht.

    Als Redakteur beim “manager magazin” weiß Klaus Werle sehr wohl, wie die Stimme des einsamen Rufers im Vuvuzela-Getöse der Marktschreier untergeht. Dennoch bietet er dem mächtigen Verbund von Psychologen, Ökonomen, Pädagogen und Unternehmern Paroli, so gut es eben auf 250 Seiten möglich ist. Und wer nur schreibt, was niemand hören will, wird auch von niemandem gelesen. Also versucht es Klaus Werle auch mit viel Witz, Inhalten zwischen den Zeilen, überraschenden Erkenntnissen, persönlichen Geschichten und unzähligen Beispielen aus dem ganz normalen Alltag. Lustig ist sein Buch, weil die Realität die Phantasie nach wie vor übertrifft. Eher deprimierend ist es, weil sich die Fluchtwege aus der Optimierungsfalle kaum freihalten lassen, wenn sich auf der anderen Seite allzu viele erschöpfte Menschen anlehnen.

    Mein Fazit: Sind alle Menschen damit beschäftigt ihre tatsächlichen und vermeintlichen Schwächen auszubügeln, lassen sich in einer solchen Betriebsamkeit kaum Stärken ausspielen. Wer immer nach der besten Wahl Ausschau hält, muss dauern abwählen. Aber vor allem muss er mit der Ungewissheit leben, ob hinter der nächsten Ecke nicht noch etwas Besseres auf ihn gewartet hätte. Und dieses Gefühl ist nicht nur bei der Partnerwahl schmerzlich. Und die Moral von der Geschicht’? Weniger planen und das Gegebene mehr annehmen. Klingt einfach, ist es aber nicht. Aber wer dank Werle die Kollateralschäden der gezielten Glückssuche kennt, schafft es vielleicht eher.

  10. Alexandrine sagt:

    Auf der Suche nach dem Glück ins Hamsterrad geraten
    An sich ist es ja nichts Schlechtes, wenn man seine Arbeit perfekt machen will. Fragt sich nur, ob es sinnvoll ist, alles menschliche Tun als Arbeit zu betrachten. Vor allem, wenn man daran zweifelt, dass menschliches Verhalten primär vom Unbewussten gesteuert wird. Im ebenso unterhaltsamen wie angriffig geschriebenen Buch von Klaus Werle geht es um eine selbst verschuldete Unmündigkeit, an die Immanuel Kant wohl nicht im Traum gedacht hat. Endlich von den Zwängen befreit, gegen die eine ganze Generation revoltierte, sind die 68er und ihre Kinder in ein Hamsterrad geraten, das sich immer schneller dreht. Und dass sie dieser Stress-Situation mit Ratgebern gegen Stress zu entkommen versuchen, ist eine der vielen Paradoxien, die Werle glänzend beschreibt.

    Je stärker und inniger wir daran glauben, dass jeder der Schmied seines Glücks sei, desto unglücklicher werden wir. Denn da sich das Leben nicht an die Theorie hält und die Gauss’sche Normalverteilung von Erfolg ziemlich konstant bleibt, nimmt die Zahl der Schuldigen zu. Konnte man früher noch der Klassengesellschaft, dem Schicksal oder dem Unwissen den Schwarzen Peter für den eigenen Misserfolg in die Schuhe schieben, sitzt man in der libertären Gesellschaft plötzlich selber auf der Anklagebank. Zu wenig an sich gearbeitet, die falschen Bücher gelesen, die schlechteren Ausbildungsstätten besucht, die ungeeignetsten Vorbilder und Freunde ausgewählt. Immer einen Tick besser, schöner, klüger und vermögender als die anderen zu sein, ist ziemlich anstrengend. Und warum es überhaupt dazu kommen konnte, ist eine der Fragen, auf die Klaus Werle nach einleuchtenden Antworten sucht. Dass er sie kaum bei unserem Glauben an den freien Willen sucht, finde ich zwar bedauerlich, aber entschuldbar. Denn unserem Ich auch noch diese Illusion zu rauben, scheint vorderhand ein Ding der Unmöglichkeit. Auch weil ein ganzes Wirtschaftssystem und unser materielle Wohlstand darauf beruht.

    Als Redakteur beim “manager magazin” weiß Klaus Werle sehr wohl, wie die Stimme des einsamen Rufers im Vuvuzela-Getöse der Marktschreier untergeht. Dennoch bietet er dem mächtigen Verbund von Psychologen, Ökonomen, Pädagogen und Unternehmern Paroli, so gut es eben auf 250 Seiten möglich ist. Und wer nur schreibt, was niemand hören will, wird auch von niemandem gelesen. Also versucht es Klaus Werle auch mit viel Witz, Inhalten zwischen den Zeilen, überraschenden Erkenntnissen, persönlichen Geschichten und unzähligen Beispielen aus dem ganz normalen Alltag. Lustig ist sein Buch, weil die Realität die Phantasie nach wie vor übertrifft. Eher deprimierend ist es, weil sich die Fluchtwege aus der Optimierungsfalle kaum freihalten lassen, wenn sich auf der anderen Seite allzu viele erschöpfte Menschen anlehnen.

    Mein Fazit: Sind alle Menschen damit beschäftigt ihre tatsächlichen und vermeintlichen Schwächen auszubügeln, lassen sich in einer solchen Betriebsamkeit kaum Stärken ausspielen. Wer immer nach der besten Wahl Ausschau hält, muss dauern abwählen. Aber vor allem muss er mit der Ungewissheit leben, ob hinter der nächsten Ecke nicht noch etwas Besseres auf ihn gewartet hätte. Und dieses Gefühl ist nicht nur bei der Partnerwahl schmerzlich. Und die Moral von der Geschicht’? Weniger planen und das Gegebene mehr annehmen. Klingt einfach, ist es aber nicht. Aber wer dank Werle die Kollateralschäden der gezielten Glückssuche kennt, schafft es vielleicht eher.

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