Das Ende der Weltwirtschaft und ihre Zukunft: Crisis Economics (Nouriel Roubini)
Hier kaufen und weitere Informationen…
Schlagworte: Nouriel Roubini
Hier kaufen und weitere Informationen…
Schlagworte: Nouriel Roubini
Sie müssen angemeldet sein, um kommentieren zu können.
22. Mai 2010 um 16:34 Uhr
detaillierte Analyse mit Blick in die Zukunft
Dieses Buch bietet eine Analyse der Finanzkrise. Warum brauchen wir noch ein Buch zu diesem Thema? Die Finanzkrise wird hier aus mehreren Blickwinkeln betrachtet, einem keynesianischen und einem “österreichischen”. Zudem hat der Autor als von wenigen “Nicht-Österreichern” die Krise prognostiziert.
Finanzkrisen sind immer Liquiditätskrisen, die auf eine außergewöhnliche Verschuldung folgen. Nach dem Keynesianer Minsky kann man drei Formen der Verschuldung unterscheiden:
(a) abgesicherte Finanzierung: Der Schuldner kann Zinsen und Tilgung finanzieren.
(b) spekulative Finanzierung: Der Schuldner kann nur die Zinsen finanzieren, sodass Umschuldungen notwendig werden.
(c) Schneeballfinanzierung: Der Schuldner kann nichts finanzieren und muss seine Einkünfte verpfänden.
Während einer Spekulationsblase ist das Denken auf kurzfristigen Gewinn fixiert und Variante 3 wird vermehrt eingesetzt.
Aus österreichischer Sicht muss man im Schumpeter’schen Prozess der “kreativen Zerstörung” eigentlich die bankrotten Unternehmen und Banken zu Grunde gehen lassen. Da in einer Krise jedoch Liquidität fehlt, muss zunächst die Notenbank einspringen und für die notwendigen Kredite sorgen. Keynesianische Konjunkturspritzen und Rettungsprogramme können auch helfen. Die Liquidierung ungesunder Strukturen und Unternehmen muss mittel- bis langfristig erfolgen.
Zur Vermeidung zukünftiger Krisen sind folgende Maßnahmen erforderlich:
- Änderung der Vergütung in den Banken, sodass sie den langfristigen Interessen der Aktionäre gerecht wird (betrifft besonders Boni)
- Änderung der Verbriefung durch mehr Regulierung und Transparenz
- einheitliche Regulierung der Derivate, möglichst Standardisierung der Derivate
- andere Vergütung der Ratingagenturen, um Interessenkonflikte zu vermeiden ; Zulassung weiterer Agenturen, um den Wettbewerb zu erhöhen
- schärfere Trennung der Geschäftsbereiche (z. B. Kreditvergabe, Investment, Hedgefonds) der Banken und Zerschlagung großer Finanzkonzerne
- bessere Regulierung durch Abschaffung konkurrierender Zuständigkeiten und Ausweitung der Regulierung auf alle Finanzunternehmen, um Schlupflöcher zu beseitigen
- Zentralbanken müssen ihre Aufsichtspflichten auch wahrnehmen und vor allem offensiver gegen Spekulationsblasen vorgehen
- Reform der Eigenkapitalanforderungen und Bilanzierungsrichtlinien von Basel II
- bessere globale Koordination , Kampf gegen Ungleichgewichte (z. B. Außenhandelsüberschüsse und Staatsverschuldung) und Stärkung des Internationalen Währungsfonds als Kreditgeber letzter Instanz; dazu ist ggf. eine neue globale Leitwährung erforderlich
Je nach Erfolg oder Misserfolg der notwendigen Maßnahmen sind mehrere Szenarien für die Zukunft denkbar. Die Verschuldung der USA wird durch China finanziert; diese Beziehung könnte ernsten Schaden nehmen, wenn die USA zur Finanzierung ihrer Schulden Geld drucken oder die Chinesen ihre Währung aufwerten bzw. amerikanische Schuldtitel verkaufen. Die unkoordinierte Wirtschaftspolitik in der EU kann dazu führen, dass Eurozone oder EU auseinander fallen; die Eurozone war schon immer durch Ungleichgewichte gekennzeichnet und die vorschnelle Einführung des Euros deshalb ein Fehler.
Mir hat das Buch teilweise gut gefallen. Auch ohne Tabellen und Abbildungen werden Ursachen, Verlauf und Bekämpfung der Finanzkrise sehr detailliert erläutert. Jedoch ist nicht erkennbar, wie ungesunde Strukturen nachträglich abgewickelt werden sollen; schließlich haben sie ja dann bereits überlebt. Wie eine vernünftige Geldpolitik aussieht, erfährt man leider auch nicht. Wenn man eine globale Leitwährung einführt, könnte dies zu einer Weltzentralbank führen; dann wären in Zukunft alle Finanzkrisen notwendiger Weise global. Die Reduzierung der österreichischen Position auf eine kreative Zerstörung ist einseitig und berücksichtigt deren Konjunkturtheorie nicht. Aus diesem Grund kann auch der Darstellung von Weltwirtschaftskrise und Goldstandard widersprochen werden. Die langfristigen “österreichischen” sind mit den favorisierten kurzfristigen keynesianischen Maßnahmen unvereinbar. Für eine Diskussion der aktuellen Rettungsmaßnahmen und die mögliche zukünftige Entwicklung ist das Buch aber sehr wohl geeignet, weil die österreichische Position (Goldstandard) im Moment leider unrealistisch ist. Eine Diskussion der Geldpolitik kann man in Taylor: “Getting Off Track”finden.
22. Mai 2010 um 16:34 Uhr
detaillierte Analyse mit Blick in die Zukunft
Dieses Buch bietet eine Analyse der Finanzkrise. Warum brauchen wir noch ein Buch zu diesem Thema? Die Finanzkrise wird hier aus mehreren Blickwinkeln betrachtet, einem keynesianischen und einem “österreichischen”. Zudem hat der Autor als von wenigen “Nicht-Österreichern” die Krise prognostiziert.
Finanzkrisen sind immer Liquiditätskrisen, die auf eine außergewöhnliche Verschuldung folgen. Nach dem Keynesianer Minsky kann man drei Formen der Verschuldung unterscheiden:
(a) abgesicherte Finanzierung: Der Schuldner kann Zinsen und Tilgung finanzieren.
(b) spekulative Finanzierung: Der Schuldner kann nur die Zinsen finanzieren, sodass Umschuldungen notwendig werden.
(c) Schneeballfinanzierung: Der Schuldner kann nichts finanzieren und muss seine Einkünfte verpfänden.
Während einer Spekulationsblase ist das Denken auf kurzfristigen Gewinn fixiert und Variante 3 wird vermehrt eingesetzt.
Aus österreichischer Sicht muss man im Schumpeter’schen Prozess der “kreativen Zerstörung” eigentlich die bankrotten Unternehmen und Banken zu Grunde gehen lassen. Da in einer Krise jedoch Liquidität fehlt, muss zunächst die Notenbank einspringen und für die notwendigen Kredite sorgen. Keynesianische Konjunkturspritzen und Rettungsprogramme können auch helfen. Die Liquidierung ungesunder Strukturen und Unternehmen muss mittel- bis langfristig erfolgen.
Zur Vermeidung zukünftiger Krisen sind folgende Maßnahmen erforderlich:
- Änderung der Vergütung in den Banken, sodass sie den langfristigen Interessen der Aktionäre gerecht wird (betrifft besonders Boni)
- Änderung der Verbriefung durch mehr Regulierung und Transparenz
- einheitliche Regulierung der Derivate, möglichst Standardisierung der Derivate
- andere Vergütung der Ratingagenturen, um Interessenkonflikte zu vermeiden ; Zulassung weiterer Agenturen, um den Wettbewerb zu erhöhen
- schärfere Trennung der Geschäftsbereiche (z. B. Kreditvergabe, Investment, Hedgefonds) der Banken und Zerschlagung großer Finanzkonzerne
- bessere Regulierung durch Abschaffung konkurrierender Zuständigkeiten und Ausweitung der Regulierung auf alle Finanzunternehmen, um Schlupflöcher zu beseitigen
- Zentralbanken müssen ihre Aufsichtspflichten auch wahrnehmen und vor allem offensiver gegen Spekulationsblasen vorgehen
- Reform der Eigenkapitalanforderungen und Bilanzierungsrichtlinien von Basel II
- bessere globale Koordination , Kampf gegen Ungleichgewichte (z. B. Außenhandelsüberschüsse und Staatsverschuldung) und Stärkung des Internationalen Währungsfonds als Kreditgeber letzter Instanz; dazu ist ggf. eine neue globale Leitwährung erforderlich
Je nach Erfolg oder Misserfolg der notwendigen Maßnahmen sind mehrere Szenarien für die Zukunft denkbar. Die Verschuldung der USA wird durch China finanziert; diese Beziehung könnte ernsten Schaden nehmen, wenn die USA zur Finanzierung ihrer Schulden Geld drucken oder die Chinesen ihre Währung aufwerten bzw. amerikanische Schuldtitel verkaufen. Die unkoordinierte Wirtschaftspolitik in der EU kann dazu führen, dass Eurozone oder EU auseinander fallen; die Eurozone war schon immer durch Ungleichgewichte gekennzeichnet und die vorschnelle Einführung des Euros deshalb ein Fehler.
Mir hat das Buch teilweise gut gefallen. Auch ohne Tabellen und Abbildungen werden Ursachen, Verlauf und Bekämpfung der Finanzkrise sehr detailliert erläutert. Jedoch ist nicht erkennbar, wie ungesunde Strukturen nachträglich abgewickelt werden sollen; schließlich haben sie ja dann bereits überlebt. Wie eine vernünftige Geldpolitik aussieht, erfährt man leider auch nicht. Wenn man eine globale Leitwährung einführt, könnte dies zu einer Weltzentralbank führen; dann wären in Zukunft alle Finanzkrisen notwendiger Weise global. Die Reduzierung der österreichischen Position auf eine kreative Zerstörung ist einseitig und berücksichtigt deren Konjunkturtheorie nicht. Aus diesem Grund kann auch der Darstellung von Weltwirtschaftskrise und Goldstandard widersprochen werden. Die langfristigen “österreichischen” sind mit den favorisierten kurzfristigen keynesianischen Maßnahmen unvereinbar. Für eine Diskussion der aktuellen Rettungsmaßnahmen und die mögliche zukünftige Entwicklung ist das Buch aber sehr wohl geeignet, weil die österreichische Position (Goldstandard) im Moment leider unrealistisch ist. Eine Diskussion der Geldpolitik kann man in Taylor: “Getting Off Track”finden.
22. Mai 2010 um 16:34 Uhr
Die Krise einmal richtig erklärt. Einfach, verständlich und erschreckend.
Wenn Sie die Hintergründe zur Krise nicht vollständig verstanden haben, aber ein Interesse aufbringen, einmal hinter die Medienkulisse zur Krise zu schauen, ist das Buch schlicht ein Muss. Auch als Nichtwirtschaftswissenschaftler können Sie folgen, Roubini und Mihm nehmen Sie an die Hand und führen Sie durch den Dschungel der Krise. Die Autoren scheuen sich nicht, Verantwortungen zuzuweisen ohne in Monokausalitäten abzugleiten. Viele Entwicklungen haben, nach deren Meinung, erst im Zusammenwirken zur Krise geführt. John Maynard Keynes kommt für meinen Geschmack zu häufig vor, dennoch, auch andere Wissenschaftsgemeinden kommen zu Wort. Auch hier verorten sich die Autoren nicht zu einer Gruppe sondern nutzen Erklärungspotentiale aus vielen. Ein klarer Pluspunkt des Buches sind aber auch die geschichtlichen Rückverweise, um so Krisengesetzmäßigkeiten aber auch Unterschiede zwischen diesen aufzudecken. Und: Es ist kein pessimistisches Buch, sondern es macht durch das Verstehen, das Lernen aus der Krise, Hoffnung. Schlicht ein leicht zu lesendes, lehrreiches und spannendes Buch. Klar 5 Sterne.
Viele Grüße
Stephan Peters
22. Mai 2010 um 16:34 Uhr
Die Krise einmal richtig erklärt. Einfach, verständlich und erschreckend.
Wenn Sie die Hintergründe zur Krise nicht vollständig verstanden haben, aber ein Interesse aufbringen, einmal hinter die Medienkulisse zur Krise zu schauen, ist das Buch schlicht ein Muss. Auch als Nichtwirtschaftswissenschaftler können Sie folgen, Roubini und Mihm nehmen Sie an die Hand und führen Sie durch den Dschungel der Krise. Die Autoren scheuen sich nicht, Verantwortungen zuzuweisen ohne in Monokausalitäten abzugleiten. Viele Entwicklungen haben, nach deren Meinung, erst im Zusammenwirken zur Krise geführt. John Maynard Keynes kommt für meinen Geschmack zu häufig vor, dennoch, auch andere Wissenschaftsgemeinden kommen zu Wort. Auch hier verorten sich die Autoren nicht zu einer Gruppe sondern nutzen Erklärungspotentiale aus vielen. Ein klarer Pluspunkt des Buches sind aber auch die geschichtlichen Rückverweise, um so Krisengesetzmäßigkeiten aber auch Unterschiede zwischen diesen aufzudecken. Und: Es ist kein pessimistisches Buch, sondern es macht durch das Verstehen, das Lernen aus der Krise, Hoffnung. Schlicht ein leicht zu lesendes, lehrreiches und spannendes Buch. Klar 5 Sterne.
Viele Grüße
Stephan Peters
8. Juni 2010 um 22:17 Uhr
Präzise Analyse der Ursachen und des Verlaufs der Krise - radikale, aber sinnvolle und konsequente Lösungsvorschläge
Als einer der wenigen etablierten Ökonomen der USA hatte Nouriel Roubini die gegenwärtige Finanzkrise und ihren Verlauf sehr genau vorausgesagt. Nun hat er uns gemeinsam mit Stephen Mihm ein Buch über diese Krise, ihre Folgen und mögliche Auswege geschrieben. Bereits im ersten Kapitel räumen die Autoren mit dem Mythos auf, Finanzkrisen wären ein seltenes und obendrein unvorhersehbares Ereignis, etwas, das populäre Schreiber gerne medienwirksam “schwarzen Schwan” nennen. Sie gehen kurz auf einige sich immer wiederholende Elemente solcher Krisen ein und zeigen, dass diese Faktoren auch diesmal schon lange vor der eigentlichen Eruption deutliche Warnzeichen sendeten. Man musste sie nur lesen können.
Bereits John Stuart Mill erklärte 1848 wie sich Finanzkrisen zusammenbrauen. Seine Erkenntnisse hätten auch diesmal für eine sichere Voraussage ausgereicht. Leider wird die Vergangenheit oftmals einfach vergessen. Oder man redet sich ein, dass diesmal alles ganz anders ist. Mill ist nur einer von vielen Wirtschaftswissenschaftlern, die sich mit der Rolle von ökonomischen Krisen theoretisch auseinandersetzten. Im zweiten Kapitel gehen die Autoren auf die unterschiedlichsten Ansichten dazu ein.
Viele Spekulationsblasen entstehen durch die Einführung neuer Technologien. Doch die gegenwärtige Krise wurde ganz wesentlich durch “Innovationen” in der Welt des Interbankenhandels, vor allem durch die so genannten Kreditverbriefungen, angefeuert. Ganz unterschiedliche Anleihen wurden dazu grob gesprochen in großen Paketen zusammengepackt und in ihrer Gesamtheit durch ein Rating bewertet. Damit waren sie erstmals handelbar. Kreditgeber kamen so sehr schnell wieder an ihr Geld. Dafür wusste nun aber niemand mehr so recht, welche Risiken er wirklich in solchen Paketen kauft.
Die Autoren erklären im dritten Kapitel sehr detailliert, wie diese Verbriefungen und Derivate auf solche strukturierten Produkte zum Auslöser der Krise wurden. Sie verweisen darüber hinaus auf das hierzulande nicht diskutierte, weil kaum vorhandene, unkontrollierte Schattenbankenwesen und erläutern an Beispielen den Fluch der Hebelung, also die Verwendung von Fremdkapital in unverantwortlichen Größenordnungen bei spekulativen Geschäften.
Im vierten Kapitel beschreiben die Autoren das dominoartige Zusammenfallen der amerikanischen Kreditunternehmen nachdem sich erstmals die wahren Ausmaße der Kreditausfälle andeuteten. Anschließend breitete sich diese US-Epidemie pandemisch über die in alle Welt verkauften Kreditpakete aus. Interessanterweise waren sehr viele Politiker, auch der damalige deutsche Finanzminister Steinbrück, bis dahin der Meinung, dass dies nicht geschehen werde. Von dieser Pandemie berichtet das fünfte Kapitel.
Im folgenden Kapitel befassen sich die Autoren ausführlich mit dem Krisenmanagement der amerikanischen Notenbank und erklären die zahlreichen Manöver so, dass sie auch Laien verstehen können. Danach wird im 7. Kapitel diskutiert, wie die Politik auf die Krise reagiert hat. Die Schuldenkrise wurde frei nach Keynes mit noch mehr Schulden durch “Rettungen” und Konjunkturprogramme beantwortet. Politiker vergessen dabei gerne, dass Keynes eine Entschuldung in besseren Zeiten dringend anmahnte und dass Konjunkturprogramme die Steuererhöhungen (oder “Sparprogramme”) der Zukunft sind. Wir sehen das gerade in Deutschland.
Das 8. Kapitel befasst sich mit dringend notwendigen Reformen des gesamten Finanzsystems. Die bisherigen politischen Diskussionen und hektischen Maßnahmen zeugen von politischem Unwillen und mangelndem Sachverstand. Das eigentliche Problem entstand im völlig unregulierten und komplett undurchsichtigen Interbankenhandel. Jeder kann hier Derivate erfinden und in Umlauf bringen. Es existiert keinerlei Aufsicht oder Standardisierung von Produkten. Allerdings sind das merkwürdigerweise keine öffentlichen Diskussionsthemen. Darüber hinaus ist das zentrale Problem der Vergütungen nicht geregelt. Solange der Steuerzahler jeden Spieler immer wieder rettet, wird die Bereitschaft, irrsinnige Risiken einzugehen, nicht nachlassen. Weitere kritischer Punkte sind die Größe der verschiedenen Institute und ihre Verflechtungen. Dies wird in der Öffentlichkeit ebenfalls nicht diskutiert.
Radikale Schnitte schlagen die Autoren im 9. Kapitel als Konsequenz der Krise vor. Zunächst einmal muss es gelingen, die Aufsichtsbehörden vom Fluch der blinden Mittelmäßigkeit zu befreien. Fähige Leute gehen dorthin, wo sie gut bezahlt werden und sich verwirklichen können. Die Aufsichtsbehörden gehören gewiss nicht zu den idealen Zielen solcher Menschen. Noch wichtiger ist jedoch der extrem schwierige Vollzug einer simplen Logik. Wenn Konzerne zu groß sind, um zu sterben, dann muss man sie eben zerschlagen. Doch mit den “Rettungen” sind zumindest in den USA noch größere Giganten gebildet worden. Weil es in der Obama-Administration nur so von Goldman-Sachs-Leuten wimmelt, wundert es nicht, dass diese Konsequenz dort kein Thema ist. Die Autoren diskutieren das Zerschlagungsproblem ausführlich.
Ein anderer simpler Punkt ist, dass Banken nur Risiken in Höhe ihres verfügbaren Eigenkapitals eingehen sollten. Dazu könnte man sie zwingen, wenn man es denn wollte. Schließlich schlagen die Autoren eine aktivere Rolle der Zentralbanken in der Geldpolitik im Vorfeld einer Krise vor.
Kapitel 10 befasst sich mit den Schuldenkrisen von Staaten, die immer nach Bankenkrisen auftreten. Insofern erleben wir gegenwärtig nichts Neues. Die Autoren diskutieren hier insbesondere die Krise des US-Dollars und die möglichen politischen Folgen für die Machtverhältnisse in der Welt.
Das Buch enthält ein Fazit, in dem das Drehbuch der Krise noch einmal zusammengefasst wird, und einen Ausblick, der erneut die Brillanz seiner Autoren aufdeckt, denn inzwischen ist zum Beispiel eingetreten, was sie für Griechenland voraussagten.
Fazit.
Dies ist ein sehr intelligent geschriebenes, scharfsinniges und sehr lehrreiches Buch über Ursachen und Verlauf der gegenwärtigen Finanzkrise und der zu erwartenden Folgen. Darüber hinaus unterbreiten die Autoren konsequente Vorschläge zur Lösung der durch diese Krise aufgedeckten Probleme. Das Buch ist für einen breiten Leserkreis geschrieben, wenngleich gewisse elementare Kenntnisse und Vorstellungen über die Finanzmärkte vorausgesetzt werden.