Die Wissenschaftslüge: Wie uns Pseudo-Wissenschaftler das Leben schwer machen (Ben Goldacre)
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Schlagworte: Ben Goldacre
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1. Februar 2010 um 11:00 Uhr
Unterhaltsam und fundiert Lesebefehl
Dieses Buch hat es in sich, auch wenn der deutsche Titel etwas missglückt ist, enthält es doch äußerst unterhaltsame Lektüre mit einer hohen Dichte an fundierten Informationen.
Seine Motivation: “Heutzutage sehen sich Naturwissenschaftler und Ärzte einem Heer von Menschen gegenüber, die sich anmaßen, wissenschaftliche Forschung beurteilen zu können - ein bewunderstwertes Bestreben - , ohne sich vorher auch nur die Grundkenntnisse über ein gegebenes Thema angeeignet zu haben.”
Das Debunking von pseudowissenschaftlichen Theorien (etwa Brain Gym) und dümmlich anmutenden Produkten wie Hopi-Ohrenkerzen und Elektro-Fußbäder macht großen Spaß. Die Kapitel zur Verwirrungstaktik von Kosmetik- und Pharmaindustrie lässt einen gemachte Erfahrungen reflektieren und entsprechende Schlüsse ziehen. Das Kapitel zur Homöopathie wird zur Lehrstunde zu evidenzbasierter Medizin und der Qualität (bzw. deren Abwesenheit) von wissenschaftlichen Studien aufgezogen.
Das Buch ist eine absolut uneingeschränkte Leseempfehlung. Selbst wenn man meint, schon alles mögliche über Pseudowissenschaft und Alternativmedizin gehört zu haben, findet Goldacre einen weiteren interessanten Blickwinkel auf diese Phänomene.
1. Februar 2010 um 11:00 Uhr
Enttäuscht
Hatte mir sehr viel von diesen Buch erwartet aber es wurde meinen Ansprüchen nicht gerecht. Mir gefällt einfach die Art nicht wie der Autor den Stoff aufbereitet. In vielen Fällen agiert der Autor genau so wie er die böse Industrie beschreibt, Ich hätte mir gerne nüchterne Fakten und Tatbestände erwartet. Man hätte dann selber beurteilen können wie böse ein Tatbestand ist. Leider wird einen laufend erklärt wie schlimm das ist. Mein Gesamteindruck es wird zu viel gejammert.
19. Februar 2010 um 17:34 Uhr
Ziemlich polemisch….
Ingesamt ein interessantes Buch, wobei es auch besser geschriebene gibt. Man merkt dem Autor deutlich an, daß er amerikanischer Journalist ist. Diese Buch richtet sich eindeutig nicht an Wissenschaftler, sondern an Personen ohne jegliches Vorwissen. Manchmal gleitet der Autor auch vollständig in Polemik ab mit Aussagen wie “ich habe keine Ahnung, aber ich glaube, ….”. Erstmal Hausaufgaben machen (also wissen statt glauben), dann muß man auch keine so blöden Aussagen machen!
24. Februar 2010 um 13:51 Uhr
Volle Deckung für Wunderheiler und Pharmavertuscher!
Dr. Ben Goldacre ist praktizierender Arzt mit einer Leienschaft für die Wahrheit. Um diese zu finden, bedient er sich der evidenzbasierten medizinischen Studien (was das ist und was nicht, wird hervorragend in dem Buch veranschaulicht).
Er teilt aus gegen alle! Gegen alle, die versuchen die Endverbraucher zu täuschen und für dumm zu verkaufen. Auf extrem unterhaltsame und zugleich lehrreiche Art und Weise wird erklärt, wie man auch als Laie gute Wissenschaft von schlechter Wissenschaft und Pseudowissenschaft unterscheiden kann, inklusive des Journalismus darüber. Er bringt Beispiele, die sich hauptsächlich auf Großbritannien beziehen, größtenteils aber auch für alle anderen industrialisierten Länder gültig sind. Er fängt langsam an mit offensichtlichem Unfug wie Füßbädern, die Toxine au dem Körper entfernen und Brain Gym in Schulen. Er teilt aus gegen Homöopathen und Pharmaindustrie gleichermaßen sowie Vitaminpillen-Heiler. Besonders bekommt miserabler Journalismus sein Anteil an mehr als gerechtfertigter Kritik, weil sensationsgeile, skrupellose Schreiberlinge ohne die geringste Ahnung von Wissenschaft sich gelegentlich selber zu Wächtern der Biomedizin aufschwingen und unbegründete Panik verbreiten, indem sie sich an miserable medizinische Studien klammern (siehe MMR Dreifachimpfung als vermeintlicher Auslöser von Autismus).
Dieses Buch sollte von jedem denkenden Menschen gelesen werden und sollte in keiner Buchsammlung fehlen! Das einzigst schade an diesem Buch ist, dass es nicht genug von dieser Sorte gibt!
Disclaimer:
Ich selber arbeite als biologischer Wissenschaftler ohne finanzielle Interessen an dem Verkauf dieses Buches, alternativer Medizin oder gängiger Schulmedizin. Das einzige was mich interessiert ist die Wahrheit! Und davon gibt es in diesem Buch reichlich!
1. März 2010 um 10:51 Uhr
Alles was man ueber Quacksalber und Pseudowissenschaft wissen muss.
Ein humorvolle Abrechnung mit allem was sich mit Wissenschaft schmueckt und nur die Gutglaeubigkeit verzweifelter, verletzbarer Patienten missbraucht
Ja, dieses Buch kann polemisch sein, hat aber durchaus einen Nutzen. Hoffentlich wird es vielen Lesern die Augen oeffnen, dass man nicht Unsummen fuer homöopathische “Arzneimittel” ausgeben muss. Da kann man gleich Wasser trinken. In vielen Faellen gefaehrden diese Wunderheiler ihre Patienten mehr als das sie ihnen helfen.
Unbedingt lesen und weitersagen.
11. März 2010 um 06:00 Uhr
Enttäuschend oberflächlich
Wirtschaft und Medien berichten gern über wissenschaftliche Ergebnisse insbesondere aus der Medizin. Diese Artikel werden dann für gewöhnlich mit Sätzen wie Experten haben gezeigt….” oder Eine Studie hat bewiesen, dass….” garniert
Von Goldacres Buch hatte ich mir erhofft, dass es eine Analyse der alltäglichen Mechanismen bietet, die aus mehr oder weniger unsicheren wissenschaftlichen Hypothesen solche verkaufsfördernden oder zumindest medienwirksamen Sensationen machen.
Goddacre beschreibt eine Reihe von Fällen, insbesondere aus Homöopathie und Medizin, bei denen er den Herstellern bzw. Studienautoren vorwirft, die statistischen Daten zur Wirksamkeit zu schönen. Genaugenommen ist das Buch eine polemisierende Aneinanderreihung solcher Vorwürfe.
Dabei räumt er der Homöopathie einen für meinen Geschmack viel zu großen Raum ein: Wer glaubt schon daran, dass Wasser sich an ehemalige Inhaltsstoffe erinnert, oder an ähnlichen Zauber? Homöopathie ist angewandter Placeboeffekt, darüber braucht man kein Buch zu schreiben.
So ist auch Goldacres seitenlanges Herumreiten auf dem Placebo-Effekt überflüssig. Er ist akzeptiert, allgegenwärtig, und wahrscheinlich hat jeder von uns ihm schon einmal eine Heilung oder Linderung zu verdanken. Bei zahllosen klinischen Studien tritt er auf, und es ist nicht trivial, ihn ausreichend zu berücksichtigen. Und wenn er massiv auftritt, ist es unangenehm für Studieninitiatoren, ihn zuzugeben!
Interessanter ist die von Goldacre aufgeworfene Frage der Aussagekraft klinischer Studien, die als Wirksamkeits- und Unbedenklichkeitsnachweis für jedes Medikament zwingend vorgeschrieben sind. Die Bewertung solcher Studien ist schwierig. Allerdings ist es auch schwierig, Studienergebnisse zu widerlegen. So kann eine Studie mit 50 Teilnehmern schon mal ausreichend sein, in aller Regel wird sie aber keinerlei Aussagekraft haben. Für eine Bewertung muss man also tief in die statistische Analyse der Studiendaten einsteigen. Und darauf verzichtet Goldacre fast vollständig. Zwar zeigt er anhand von Rechenbeispielen einige wenige statistische Taschenspielereien auf. Bei den Studien, die er angreift, verzichtet er aber überwiegend auf die Darstellung der Daten. Er bleibt hier wie im ganzen Buch oberflächlich und verpasst damit die Gelegenheit, seine Behauptungen mit Fakten zu untermauern. (Doch, man kann statistische Daten leserfreundlich aufbereiten!)
Goldacre will nach eigener Aussage pseudo-wissenschaftliche” Versprechungen anprangern. Wenn Statistik umgebogen wird, ist das aber keine pseudo-Wissenschaft sondern entweder schlampiger Gebrauch oder aber bewusster Missbrauch einer wissenschaftlichen Methode. Goldacre scheint sich nicht zu trauen, hier Ross und Reiter zu nennen. Aber dafür hätte er ja auch Fakten anführen müssen.
Was in Goldacres Buch völlig fehlt: er geht überhaupt nicht auf die Frage ein, warum sich Ärzte, offenbar anders als Goldacre, der ja selbst Arzt ist, so leicht belügen lassen. Ärzte sollten eigentlich wissenschaftlich gebildet sein, und zumindest die plumpen Täuschungen wie die allgegenwärtige “Relative Risikominderung” erkennen. Warum reicht es Ärzten aber, sich auf bunte Pharmaprospekte zu verlassen, anstatt die leicht zugänglichen Originalveröffentlichungen (einfach mal den Pharmareferenten beim nächsten Besuch danach fragen!) zu den Studien zu lesen?
Ich möchte Goldacre zitieren: Ein bisschen komplizierter ist es schon!” (Kapitel Antioxidantien im Kreuzfeuer der Kritik)
11. März 2010 um 06:00 Uhr
Enttäuschend oberflächlich
Wirtschaft und Medien berichten gern über wissenschaftliche Ergebnisse insbesondere aus der Medizin. Diese Artikel werden dann für gewöhnlich mit Sätzen wie Experten haben gezeigt….” oder Eine Studie hat bewiesen, dass….” garniert
Von Goldacres Buch hatte ich mir erhofft, dass es eine Analyse der alltäglichen Mechanismen bietet, die aus mehr oder weniger unsicheren wissenschaftlichen Hypothesen solche verkaufsfördernden oder zumindest medienwirksamen Sensationen machen.
Goddacre beschreibt eine Reihe von Fällen, insbesondere aus Homöopathie und Medizin, bei denen er den Herstellern bzw. Studienautoren vorwirft, die statistischen Daten zur Wirksamkeit zu schönen. Genaugenommen ist das Buch eine polemisierende Aneinanderreihung solcher Vorwürfe.
Dabei räumt er der Homöopathie einen für meinen Geschmack viel zu großen Raum ein: Wer glaubt schon daran, dass Wasser sich an ehemalige Inhaltsstoffe erinnert, oder an ähnlichen Zauber? Homöopathie ist angewandter Placeboeffekt, darüber braucht man kein Buch zu schreiben.
So ist auch Goldacres seitenlanges Herumreiten auf dem Placebo-Effekt überflüssig. Er ist akzeptiert, allgegenwärtig, und wahrscheinlich hat jeder von uns ihm schon einmal eine Heilung oder Linderung zu verdanken. Bei zahllosen klinischen Studien tritt er auf, und es ist nicht trivial, ihn ausreichend zu berücksichtigen. Und wenn er massiv auftritt, ist es unangenehm für Studieninitiatoren, ihn zuzugeben!
Interessanter ist die von Goldacre aufgeworfene Frage der Aussagekraft klinischer Studien, die als Wirksamkeits- und Unbedenklichkeitsnachweis für jedes Medikament zwingend vorgeschrieben sind. Die Bewertung solcher Studien ist schwierig. Allerdings ist es auch schwierig, Studienergebnisse zu widerlegen. So kann eine Studie mit 50 Teilnehmern schon mal ausreichend sein, in aller Regel wird sie aber keinerlei Aussagekraft haben. Für eine Bewertung muss man also tief in die statistische Analyse der Studiendaten einsteigen. Und darauf verzichtet Goldacre fast vollständig. Zwar zeigt er anhand von Rechenbeispielen einige wenige statistische Taschenspielereien auf. Bei den Studien, die er angreift, verzichtet er aber überwiegend auf die Darstellung der Daten. Er bleibt hier wie im ganzen Buch oberflächlich und verpasst damit die Gelegenheit, seine Behauptungen mit Fakten zu untermauern. (Doch, man kann statistische Daten leserfreundlich aufbereiten!)
Goldacre will nach eigener Aussage pseudo-wissenschaftliche” Versprechungen anprangern. Wenn Statistik umgebogen wird, ist das aber keine pseudo-Wissenschaft sondern entweder schlampiger Gebrauch oder aber bewusster Missbrauch einer wissenschaftlichen Methode. Goldacre scheint sich nicht zu trauen, hier Ross und Reiter zu nennen. Aber dafür hätte er ja auch Fakten anführen müssen.
Was in Goldacres Buch völlig fehlt: er geht überhaupt nicht auf die Frage ein, warum sich Ärzte, offenbar anders als Goldacre, der ja selbst Arzt ist, so leicht belügen lassen. Ärzte sollten eigentlich wissenschaftlich gebildet sein, und zumindest die plumpen Täuschungen wie die allgegenwärtige “Relative Risikominderung” erkennen. Warum reicht es Ärzten aber, sich auf bunte Pharmaprospekte zu verlassen, anstatt die leicht zugänglichen Originalveröffentlichungen (einfach mal den Pharmareferenten beim nächsten Besuch danach fragen!) zu den Studien zu lesen?
Ich möchte Goldacre zitieren: Ein bisschen komplizierter ist es schon!” (Kapitel Antioxidantien im Kreuzfeuer der Kritik)
21. März 2010 um 07:51 Uhr
Humorvoller Überblick über unwissenschaftliche Machenschaften in Ernährung und Gesundheit
Der britische Journalist und Arzt Ben Goldacre nimmt in seinem Buch verschiedene Themen aus den Bereichen Medizin und Ernährung unter die Lupe. Er erläutert mit z.T. bissigem Humor die Grundzüge der evidenzbasierten Medizin, ohne dass vom Leser wissenschaftliche Vorkenntnisse erwartet werden. Eine gewisse Aufgeschlossenheit sollte man allerdings mitbringen, denn hier wird niemand verschont, der es mit wissenschaftlichen Methoden nicht so genau nimmt. Alternativmediziner, Ärzte, Journalisten und Pharmaaktivisten werden gleichermaßen für unsaubere Beweisführungen an den Pranger gestellt. Dadurch zeigt der Autor glaubwürdig, dass es ihm tatsächlich um die Wahrheit geht und nicht um einseitige Interessen.
Bei aller Polemik wird in diesem Buch immer sachlich argumentiert. Insbesondere wird dem Leser klar gemacht, warum wissenschaftliche Studien überhaupt nötig sind. Wer wissenschaftlich tiefer in einzelne Themenbereiche einsteigen möchte, dem bietet das umfangreiche Literaturverzeichnis eine gute Ausgangsbasis.
Kurz: Ein durchweg lesenswertes Buch für alle Laien, die sich für medizinische Themen interessieren.
21. März 2010 um 07:51 Uhr
Humorvoller Überblick über unwissenschaftliche Machenschaften in Ernährung und Gesundheit
Der britische Journalist und Arzt Ben Goldacre nimmt in seinem Buch verschiedene Themen aus den Bereichen Medizin und Ernährung unter die Lupe. Er erläutert mit z.T. bissigem Humor die Grundzüge der evidenzbasierten Medizin, ohne dass vom Leser wissenschaftliche Vorkenntnisse erwartet werden. Eine gewisse Aufgeschlossenheit sollte man allerdings mitbringen, denn hier wird niemand verschont, der es mit wissenschaftlichen Methoden nicht so genau nimmt. Alternativmediziner, Ärzte, Journalisten und Pharmaaktivisten werden gleichermaßen für unsaubere Beweisführungen an den Pranger gestellt. Dadurch zeigt der Autor glaubwürdig, dass es ihm tatsächlich um die Wahrheit geht und nicht um einseitige Interessen.
Bei aller Polemik wird in diesem Buch immer sachlich argumentiert. Insbesondere wird dem Leser klar gemacht, warum wissenschaftliche Studien überhaupt nötig sind. Wer wissenschaftlich tiefer in einzelne Themenbereiche einsteigen möchte, dem bietet das umfangreiche Literaturverzeichnis eine gute Ausgangsbasis.
Kurz: Ein durchweg lesenswertes Buch für alle Laien, die sich für medizinische Themen interessieren.
13. Mai 2010 um 03:51 Uhr
Kampf den Scharlatanen
also ich hab das Buch zu Ostern gelesen. Lockere Sprache, viel zu lachen bei doch ernsten Inhalten.
Gelungen. Bei der Hochblüte der Homöopathie und ihren noch merkwürdigeren Abwandlungen erachte ich diesen teil als nicht zu umfangreich.
Aber auch die Kritik an der Schulmedizin kommt nicht zu kurz. Komplizierte Sachverhalte werden gut erklärt.
13. Mai 2010 um 03:51 Uhr
Kampf den Scharlatanen
also ich hab das Buch zu Ostern gelesen. Lockere Sprache, viel zu lachen bei doch ernsten Inhalten.
Gelungen. Bei der Hochblüte der Homöopathie und ihren noch merkwürdigeren Abwandlungen erachte ich diesen teil als nicht zu umfangreich.
Aber auch die Kritik an der Schulmedizin kommt nicht zu kurz. Komplizierte Sachverhalte werden gut erklärt.