Klasse!: Die wundersame Welt der Manager (Dagmar Deckstein)
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Schlagworte: Dagmar Deckstein
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31. Oktober 2009 um 15:17 Uhr
Unterhaltsam, aber leider ohne Substanz.
Klasse! … kann man nur sagen, über den Mut von Dagmar Deckstein, ein Buch über ein Thema zu schreiben, mit dem sie zuvor, wie sie selbst sagt, kaum Berührungspunkte hatte. Gleich zu Beginn ihrer Lesung aus dem Buch “Klasse! - Die wundersame Welt der Manager” erklärt die Autorin, dass sie gar nicht verstanden hat, wieso ausgerechnet sie den Auftrag vom Murmann Verlag bekam, ein Buch über die Welt und die Gedanken der Vorstandschefs diverser DAX-notierter Unternehmen zu schreiben. Die Autorin, die der Murmann Verlag als “Grand Dame des deutschen Wirtschaftsjournalismus” bezeichnet, sitzt am 26.10.09 nervös und angespannt auf der Bühne des Stuttgarter Literaturhauses, um - leider sehr holprig - aus ihrem Buch zu lesen und sich den kritischen Fragen der Zuhörer zu stellen. Die Geschichten sind bisweilen durchaus unterhaltsam, vermitteln aber nur einen sehr oberflächlichen Blick auf den Alltag der Manager, beleuchten vorrangig deren “Marotten und Skurrilitäten” und lassen dabei die Gedanken und Sorgen (z. B. zur aktuellen Wirtschaftskrise) völlig außer Acht. Unterhaltsam für den Außenstehenden und Nahrung für das Klischee über den “abgehobenen” Vorstandschef mit gut gefülltem Konto: sicherlich. Fundiert für den Kenner oder gar hilfreich, um die Damen und Herren und deren Handlungen in den obersten Etagen besser zu verstehen: ganz sicher nicht. Immer wieder kommen während der Lesung Fragen aus dem Publikum, wie die Autorin die Stimmungen der Manager hinsichtlich Personalabbau und Finanzkrise bewertet, wie sich in diesen Themen Frauen und Männer in den Top-Etagen unterscheiden. Aber darauf findet die Autorin an diesem Abend keine Antworten. Unsicher weicht sie aus, blättert in ihrem Buch und sucht nach geeigneten Textabschnitten. Warum bloß wurde dieses Buch für den Deutschen Wirtschaftsbuchpreis nominiert? Die Welt der Vorstandsvorsitzenden ist im wahren Leben viel komplexer, als es die Stuttgarter Lokalwirtschaftsredakteurin auf diesen 200 Seiten erfassen kann. Einen realen Einblick in diese Welt gibt dieses Buch jedenfalls nicht.