Der Fürst (Niccolo Machiavelli)
Niccolò Machiavellis 1532 erschienene Schrift “Il Principe” ist unter dem Titel Der Fürst Weltliteratur geworden. In seiner Radikalität, in seiner scharfen Trennung zwischen rein politischem Handeln und den Entscheidungen des Einzelnen, überstrahlt Machiavellis Werk die politiktheoretischen Schriften aller seiner Zeitgenossen. Machiavelli will klären, “was das oberste politischen Amt sei, wie viele Arten es davon gibt, wie und wann man es behält, und wie und wann man es verliert”. Es geht ihm dabei um die Herrschaftsbildung und Herrschaftssicherung, um die Bewahrung des principato. Sämtliche Handlungen des Fürsten werden an ihrem politischen Zweck der Erhaltung der Herrschaft gemessen. Entscheidend für den Erfolg ist nicht der moralische Wert sondern allein die Wirkung des Verhaltens. Dieser ausschließlich erfolgsorientierte amoralische Zweckrationalismus war es, der viel seiner Zeitgenossen zutiefs verstörte. Schon vor Jahrhunderten wurde “Machiavellismus” zu einem Synonym für Verschlagenheit und Hinterlist, für Amoral und Rücksichtslosigkeit in der Politik. Man hat sich angewöhnt, jede skrupellose Machtpolitik als “machiavellistisch” zu bezeichnen, jene berühmte oder vielmehr berüchtigte “Realpolitik”, die sich auf Machiavellis “Il Principe” berufen zu können glaubt. Jedes Jahrhundert hat Machiavellis Schrift anders ausgelegt. In jüngster Zeit wurde sie, wie viele andere Klassiker der Staats- und Kriegskunst auch, erfolgreich von der Managementlehre adaptiert. Ob unternehmerische Führungsstrategien oder persönliche Karriereplanung, an Machiavellis und Anti-Machiavellis herrscht auf dem Buchmarkt kein Mangel. Dennoch lohnt sich ein Blick ins Original, denn Der Fürst ist eine realistische, und in seiner Art zeitlose Diagnose der Politik, in der die Interessen des Staates stets Vorrang vor allen ethischen Überlegungen hatten. –Stephan Fingerle
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Schlagworte: Niccolo Machiavelli
17. Mai 2010 um 11:00 Uhr
So aktuell, als ob es in diesem Jahrzehnt geschrieben worden wäre
Das Buch ist, trotz seines Alters, sehr aktuell. Man kann vom Machiavelli noch heute sehr viel lernen!
17. Mai 2010 um 11:00 Uhr
Machiavelli
Von der Diktion her schwierig zu lesen da sie sich eng an die Übersetzung hält. Zum Inhalt: hier werden die Mechanismen der Politik sehr gut dargestellt. An zahllosen Beispielen wird der wahrscheinlich erfolgreiche “Fürst” dargestellt und gleichzeitig die Meschanismen eventuellen Scheiterns angeführt, desgleichen für den Versagenden.Dieses läßt sich zwanglos auf heute übertragen. Machiavelli hält die Darstellung in der permanenten Gegenläufigkeit bis zum Schluß durch. Liest man dieses Werk aus der heutigen Sicht wird klar warum die Attentate wie geplant auf Hitler nicht funktionieren konnten. Beim lesen, dieses wirklich sehr eindrucksvollen Buches, muß man sich immer wieder vor Augen führen, dass es trotz seiner bestechend logischen Folge vor der Aufklärung und vor dem Humanismus geschrieben wurde. zusammengefaßt sehr lesens wert
17. Mai 2010 um 11:00 Uhr
Machtspiele müssen gelernt werden
So bitter das ist - hätte ich dieses Buch rechtzeitiger gelesen, wäre mir als sogenannter ‘Gutmensch’ so manches erspart geblieben. Macchiavellies Werk ist nicht an allen Stellen zeitgemäß, weder sprachlich noch inhaltlich. Dennoch, die Mechanismen greifen noch heute, und man sollte sie kennen, wenn man in die höheren Spheren des klassischen Managements eintreten möchte. Aus meiner Sicht ein Muss für jeden, der Machgefüge und -verhalten verstehen will.
17. Mai 2010 um 11:00 Uhr
Für den Preis optimal.
Also eigendlich kann man sich bei einem Preis von 4,95 nicht beschweren.
Das gebundene Buch an sich ist in einem super Zustand.
Aber wenn man liest, so erscheinen jemanden Rechtschreibfehler, über die man nicht wegsehen kann.
Es folgen Sätze wie “… ,daß dem Fürst nichts andres übrig bleibt…”
Für Leute die einen kleinen Geldbeutel haben, nicht auf Hardcover-Bücher zwischen ihren Taschenbüchern verzichten und es nicht genau auf die Rechtschreibung anlegen, kann ich dieses Buch nur empfehlen.
Aber für Leute, die sich dieses Buch in ihrer eigenen kleinen Bibliothek aufbewahren möchten rate ich nur; kauft euch lieber ein Taschenbuch der neueren Ausgabe, als ein Hardcover-Buch, welches die Rechtschreibung von Marx’s Zeiten benutzt.
Mich persönlich hat es sehr gestört aber durch dem Preis noch 3 Sterne.
17. Mai 2010 um 11:00 Uhr
Pragmatisches aus alter Zeit
Das Ziel heiligt die Mittel. So könnte das Fazit lauten. Wenn man an die Macht will und diese dann auch noch behalten, sind Ethik, Fairness und Menschlichkeit fehl am Platz. Taktisches handeln, Ausnutzung der Psychologie der Massen und Schwächen der Gegner ohne Rücksicht auf Verluste. Wer Schwächen zeigt, zieht den Kürzeren.
Es geht aber nicht um die Verherrlichung der Diktatoren und Schreckensherrscher. Machiavelli ist ein völlig sachlicher Beamter und Pragmatiker und beschreibt, ohne Wertung und Emotionen, welche Aktion zum Ziel führt an Hand von geschichtlichen Ereignissen. Mr. Spock als Managementtrainer.
Klingt negativ, ist aber durchaus lehrreich und lesenswert, da
1. es darüber hinaus natürlich auch ethischere Wege zur Macht gibt
2. man vieles in der heutigen Zeit wiedererkennt, vielleicht sogar bei
Entscheidungen des Managements der eigenen Firma.
22. Mai 2010 um 15:51 Uhr
Neue Frische im fürstlichen Blätterwald
Nach Fehlkauf einer Billigausgabe (Übersetzung von Anno Tuk!) nun die von Rabaka-Publishing. Und ich wurde nicht enttäuscht. Die Aktualität, Frische und interpretative Kreatürlichkeit Machiavellis wurde von Löffler intentional und akkurat übersetzt, was bei diesem Buch eine echte Leistung ist. Fußnoten erläutern multipel ausdeutbare Zusammenhänge und Wörter, Machiavelli kann nach einhundert Jahren Schweigen im deutschen Blätterwald endlich wieder gelesen werden.
Der stehende Begriff “Machiavellismus” muss und wird einen neuen Bedeutungshorizont erhalten, und so mancher Großkapitalist, der sich für einen Machiavellisten hält, wird sich zu den (letztlichen) Verlierern zählen müssen. Aktuelle Gewinne sind gar nichts. Klugheit, langfristiges Planen, menschlich-vernünftiger Umgang mit seinen Streit- und Weggenossen - das sind die Werte, die Machiavelli predigt. Sein Fürst ist ein vorausschauender Mensch, dessen ethische Maximen zwar die Flexibilität eines Gummibands haben mögen, die nichtsdestotrotz aber auch nicht gebrochen werden können. Denn: Handle unmoralisch, und früher oder später zeigt dir die Welt die rote Karte. Machiavelli mag die Chuzpe eines Cesare Borgia bewundern, zum Beispiel erhebt er diesen Herrschertypus allerdings nicht.
Drei Ausgaben verglichen, ist diese die beste. Oder besser ausgedrückt: Es ist die einzige, die neu ist, die kommentiert ist, die in unsere Zeit passt.
Einsteiger in die Thematik finden vom österreichischen Machiavelli-Experten Horvath ein fundamentales und dennoch leicht verständliches Vorwort.
28. Mai 2010 um 08:34 Uhr
Der beste Fürst
Bücher von Rabaka kann ich mittlerweile blind kaufen. Da bin ich jedesmal angenehm überrascht. Das gilt auch für Der Fürst. Ralf Löffler legt mit diesem Buch eine Übersetzung vor, die ihresgleichen sucht. Kommentare helfen über schwierige Stellen hinweg und erläutern die Tiefe der übersetzten Begriffe. Das macht auch dieses Buch von Rabaka mal wieder zu etwas Besonderem. So lässt sich Der Fürst lesen und verstehen. Das Vorwort von Patrick Horvath hat mir den Einstieg noch leichter gemacht, und zum Frontbild seines Vaters kann man nur sagen: Fantastisch. Werner Horvath ist einer der ganz Großen der Neuzeit, seine neokonstruktivistische Kunst sucht ihresgleichen.
Der Fürst ist mehr als nur Geschichtswissen oder Managerliteratur. Das Buch zeigt eine praktische Weisheit, von der man sich einiges abschneiden kann. Wer gewinnen will, der muss denken können.
Insgesamt kann ich nur sagen, dass das ein herrliches Buch ist, das so schwer zu lesen gar nicht ist. Man erwartet den gespreizten Sprachstil, den man ansonsten von alten Büchern kennt. Weit gefehlt. Löffler gelang der Kunstgriff, Machiavelli modern zu übersetzen, ohne ihn dabei zu vergewaltigen. “Mehr davon” will man dazu sagen! Meine Pocket-Reihe ist fast vollständig und ich werde ganz sicher noch mehr davon lieben und besprechen. Man wird doch glatt zum Fan.
28. Mai 2010 um 08:34 Uhr
Der beste Fürst
Bücher von Rabaka kann ich mittlerweile blind kaufen. Da bin ich jedesmal angenehm überrascht. Das gilt auch für Der Fürst. Ralf Löffler legt mit diesem Buch eine Übersetzung vor, die ihresgleichen sucht. Kommentare helfen über schwierige Stellen hinweg und erläutern die Tiefe der übersetzten Begriffe. Das macht auch dieses Buch von Rabaka mal wieder zu etwas Besonderem. So lässt sich Der Fürst lesen und verstehen. Das Vorwort von Patrick Horvath hat mir den Einstieg noch leichter gemacht, und zum Frontbild seines Vaters kann man nur sagen: Fantastisch. Werner Horvath ist einer der ganz Großen der Neuzeit, seine neokonstruktivistische Kunst sucht ihresgleichen.
Der Fürst ist mehr als nur Geschichtswissen oder Managerliteratur. Das Buch zeigt eine praktische Weisheit, von der man sich einiges abschneiden kann. Wer gewinnen will, der muss denken können.
Insgesamt kann ich nur sagen, dass das ein herrliches Buch ist, das so schwer zu lesen gar nicht ist. Man erwartet den gespreizten Sprachstil, den man ansonsten von alten Büchern kennt. Weit gefehlt. Löffler gelang der Kunstgriff, Machiavelli modern zu übersetzen, ohne ihn dabei zu vergewaltigen. “Mehr davon” will man dazu sagen! Meine Pocket-Reihe ist fast vollständig und ich werde ganz sicher noch mehr davon lieben und besprechen. Man wird doch glatt zum Fan.