Ausser Dienst: Eine Bilanz (Helmut Schmidt)

Eine kürzliche Umfrage ergab, dass, wäre der Mann nicht definitiv zu alt, sich 80 Prozent aller Deutschen Helmut Schmidt als idealen Kanzler vorstellen könnten. Wenn dies, 25 Jahre nach dem Rückzug aus allen politischen Ämtern, keine Auszeichnung ist! Der Altkanzler, dessen unglaublicher 90. Geburtstag bevorsteht, rangiert im Bewusstsein der Deutschen immer noch als Staatsmann par excellence. Und eine solch hochrangige Persönlichkeit erlaubt es sich, eine „außerdienstliche“ Bilanzierung seines politischen Erfahrungsschatzes vorzulegen. „Denn“, so Schmidt verschmitzt bescheiden, „vielleicht könnte doch einer von den Jüngeren daraus einen Nutzen ziehen.“ — Nichts wäre mehr zu wünschen, Herr Bundeskanzler! Eines vorab: Es handelt sich hier nicht um die autobiografische Rückblende auf ein politisches Lebens- und Gesamtwerk. Im Gegenteil. Schmidt, der Pragmatiker, möchte seine in aktiver Zeit gewonnenen Erfahrungen angesichts einer völlig veränderten politischen Weltlage zur Verfügung stellen. Immer im Gepäck, die großen philosophischen Fragen: Welchen Leitbildern sollten wir folgen? Was lässt sich aus Geschichte lernen? Im Spiegel gerade dieser Frage reflektiert der Altkanzler über die Unvorstellbarkeit eines Auslandseinsatzes der Bundeswehr in Afghanistan noch zu seinen Zeiten. Gelegenheit für einen historischen Ausflug und die noch immer problematische Stellung Deutschlands im politisch-militärischen Weltgefüge. Natürlich holt der Wirtschaftsfachmann Schmidt zu einem satten Referat über die Finanzmärkte aus. Beklagt wird die verschlafene „Modernisierung unseres zerklüfteten Bankensystems“, gewarnt wird vor Spekulantentum und Heuschreckenflügen. Betrauert die große Zeit des von der RAF ermordeten Freundes Herrhausen und seiner Deutschen Bank. Institutionen, so Schmidt, an die sich eine Bundesregierung in ökonomischen Fragen noch vertrauensvoll wenden konnte. Wie anders heute. Der Kanzler wird (in Maßen) privat. Erstaunt vernehmen wir, dass Schmidt die „Guillaume-Affäre“ als Rücktrittsgrund Willy Brandts im Mai 1974 völlig inakzeptabel fand und ihm die eigene künftige Kanzlerschaft große Sorgen bereitete. Risiken und Chancen der Globalisierung. Der „Sonderfall“ der Neuen Bundesländer. Die radikal veränderte Rentensituation, die ebenso radikal veränderte Maßstäbe verlangt. Ein kleiner Seitenhieb auf Lafontaine und seine „Sekundärtugenden“. Eine Schulung bei den antiken Rhetorikern. Spurensuche nach eigenen Fehlern. In einem der letzten Sätze seiner klugen Reflexion appelliert der Altkanzler mit einer römischen Weisheit an die heutige Politikerkaste: Im Zweifelsfalle sei das Gemeinwohl höherzustellen als die eigene Karriere. Um schließlich witzelnd, aber nicht ohne Wehmut festzustellen: „Die meisten meiner Weggefährten haben schon endgültig ihre Adresse gewechselt.“ - Das können Sie sich aus dem Kopf schlagen, Herr Bundeskanzler. Die Republik braucht Sie noch! -Ravi Unger 

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66 Kommentare zu „Ausser Dienst: Eine Bilanz (Helmut Schmidt)“

  1. zo sagt:

    Jeder sollte dieses Buch gelesen haben. Sehr interessant

    Was ich auch noch empfehle als geheimtipp ist Richard Goldmans Buch

    Die Strategien der Börsenmillionäre, sollte man auch unbedingt mal gelesen habenDie Strategien der Börsenmillionäre: Wie man an der Börse die erste Million macht - Bestseller

  2. zo sagt:

    Helmut Schmidts Werk: “Außer Dienst” ist eine würdige Bilanz eines außerordentlichen Staatsmannes. Dabei äußert er sich zu zentralen Problemen unserer Zeit. Er verweist auf die Wichtigkeit von Verlässlichkeit und Vertrauen in der Politik. Deutsche sollten aus ihrer Geschichte lernen und sich auch künftig mindestens dreier entscheidender Lehren aus dieser Geschichte bewußt zu bleiben: der Hypothek der Judenvernichtung, der bleibenden Aufgabe guter Nachbarschaft zu den uns umgebenenden Nationen und der gleichfalls bleibenden Aufgabe einer verlässlichen Balance zwischen Bund und Ländern (S. 143). Eigene Fehler - etwa die Fehlprognosen in der Rentenpolitik 1976, dem Nachgeben in der Lorentz-Entführung gesteht Schmidt unumwunden ein.

    Deutschland stehe vor neuen Herausforderungen in Europa aber auch in Bezug auf die Herausforderungen der Globalisierung. Auch in diesem Buch geht er mit dem sogenannten “Raubtierkapitalismus” scharf ins Gericht.

    Nun sind die Feststellungen Schmidts nicht neu. Sie sind in früheren Publikationen und in seinen journalistischen Artikeln und Beiträgen in der Wochenzeitung “Die Zeit” ausführlich geäußert worden. Auch wirkt sein Schwanken in der Frage, ob “deficit Spending” und keynianistische Wirtschaftsrezepte richtige Antworten in der heutigen Finanz- und Wirtschaftskrise darstellen, nicht immer konsistent.

    Insgesamt jedoch zeigt sich das Buch eines Politikers, der viel zu sagen hat, über moralische Grundlagen und Maßstäbe verfügt - seine Vorbilder sind nicht umsonst Kant, Popper oder Mark Aurel - und immer das eigene Gewissen als höchse Instanz anmahnt.

    Insofern insgesamt ein faszinierendes Buch - über die reine Tagesaktualität hinaus. Für mich daher eines der wichtigsten Bücher dieses Jahres 2008. Unbedingt lesenswert.

  3. zo sagt:

    Trotz seines nun doch schon hohen Alters Beweist Helmut Schmidt immer noch eine Weisheit und Einsicht, die vielen unseren aktuellen Politkern fehlt. Der größte Teil des Buches ist zwar mehr eine Rückschau auf die Arbeit und Wirken als er Politiker war. Aber immer zeigt er auf, wie sein Arbeit und sein Wirken unser Politik auch heute noch beeinflusst. Und dies alles zusammen gefasst in einem wirklich schnell und gut zu lesenden Buch.

  4. zo sagt:

    Mit großem Gewinn lese ich das Buch von Helmut Schmidt. Er schafft es, die Geschichte mit der Gegenwart zuverbinden und es ist zu Weilen erschreckend, wie wenig wir daraus gelernt haben. Doch Helmut Schmidt ist nachsichtig und zuversichtlich, für ihn ist Demokratie kein Zustand sondern ein Prozess, was mich auch wieder nachsichtig stimmt. Beeindruckt hat mich seine parteiübergreifende Wertschätzung gegenüber Andersdenkenden. Er ist auch heute noch mit 90 Jahren eine Lernender und alles andere als ein “Besserwisser”, er steht zu seinen Schwächen und sagt ganz klar, dass er nicht zum Vorbild tauge und dies auch nie seine Absicht gewesen sei, wahrscheinlich ein Grund weshalb er so authentisch ist. Seinen Ergeiz begründet er in dem Wunsch nach Anerkennung und vergleicht sich darin mit Schauspielern und Künstlern. Das zeugt von Ehrlichkeit, ohne sich hinter altruistischen Motiven zu verstecken oder als “Weltverbesserer” aufzutreten.

    Zudem ist er ein Zeitzeuge mit viel Lebenserfahrung, politisch und persönlich, und einem immer offenem Geist.

    Als Helmut Schmidt 1918 das Licht der Welt erblickte gab es noch Postkutschen, Autos waren eine Seltenheit, ganz zu schweigen von der heutigen Technologie. Er hat den Hitler-Wahnsinn miterlebt und überlebt, hat schmerzliche Verluste durchlitten. Was mir natürlich auch bewusst ist und ich glaube ihm selbst auch, das seine Frau die tragende Stütze in seinem Leben ist, das gibt es in der heutigen Generation der emanzipierten Frauen so nicht mehr und das ist auch gut so. Der Spruch “hinter jedem starken Mann, steht ein starke Frau” hat keine Gültigkeit mehr. Das ist auch Helmut Schmidt klar und in seinem Buch drückt er auch ganz klar aus, das es hier kein zurück mehr gibt und er auch keinen Sinn darin sieht. Auch wenn Helmut Schmidt auf den ersten Blick emotional “hanseatische” kühl wirkt, spürt man beim Lesen zwischen den Zeilen seine Liebe zu den Menschen. die ihm nahe standen und stehen.

    Dieses Buch hat mich bereichert und zugleich meine Seele tiefberührt.

    Vielen Dank, lieber Helmut Schmidt

  5. zo sagt:

    Helmut Schmidt hat einmal gesagt, ein Autobiograf laufe immer Gefahr, sich schöner darzustellen, als er sei, und deshalb werde es von ihm nie Memoiren geben. Laut Untertitel handelt es sich bei seinem neuen Buch daher um eine Bilanz, nicht um Memoiren.

    Altkanzler Helmut Schmidt hat im Vorfeld seines 90. Geburtstages sein neues Buch »Außer Dienst« veröffentlicht. Doch Schmidt ist alles andere als das. Als ehemaliger Bundeskanzler und Staatsmann mit Weitblick mischt er sich auch im hohen Alter in die Politik ein und kommentiert aktuelle Entwicklungen. Helmut Schmidt hat auch in diesem Buch wieder einiges zu sagen, hält Rückschau auf sein bewegtes Politikerleben und zieht dabei eine persönliche Bilanz.

    »Außer Dienst« ist ein Werk der Rückschau mit einer Prognose in die Zukunft sowie des panoramahaften Überblicks über mehrere Jahrzehnte politischer Zeitgeschichte - durch den Blick des Staatsmannes. Über weite Passagen beschränkt sich »Außer Dienst« jedoch nicht auf die Rückschau, sondern beschäftigt sich intensiv mit drängenden Zukunftsproblemen - vom internationalen “Raubtierkapitalismus” bis hin zum Aufbau Ostdeutschlands. Als würde der Autor noch für weitere Legislaturperioden Verantwortung tragen.

    Helmut Schmidt verfolgt und analysiert gewohnt gekonnt mit sicherer Urteilskraft das politische Geschehen, kommentiert aktuelle Vorgämge und gibt seine Ratschläge. Er macht sich in dem Buch seine Gedanken über die historische Bedeutsamkeit des 20. Jahrhunderts (deutsche und europäische Geschichte, EU etc.), dem Zustand und dem Fortwirken des 21. Jahrhunderts. Dabei stellt er immer den in der Verantwortung stehenden Menschen in den Mittelpunkt seines Handelns und Wissens.

    Der Staatsmann Helmut Schmidt stellt neben sittlichem Handeln, Verwantwortungs- und Pflichtbewußtsein den in der Verantwortung stehenden Menschen in den Mittelpunkt seines Handelns. Er weiß dabei aufgrund seiner politischen Erfahrung und seiner sicheren Urteilskraft zu überzeugen. In seinen Vorschlägen und Äußerungen mit Weitblick wird stets der Vernunft und der Verantwortung im Bezug auf die zu erfordernde Moralität im gemeinschaftlichen Zusammenleben der Vorrang eingeräumt, was ihn zu einer gewissen Vorbildfunktion charakterisiert - gerade im gegenwärtigen Zustand mangelnder Vorbilder.

    Helmut Schmidt’s Bilanz ist eine lesenswerte Mischung aus Grundkurs Politik, Erinnerungen und Einschätzungen, religionsphilosophischer Meditation und einem bemerkenswerten Kapitel, in dem Schmidt über die eigenen Fehler nachdenkt. Es ist ein lebendiges Buch voller Gedanken und Erinnerungen, sorgfältiger Analysen und kleiner Anekdoten, ein Buch, das als die Summe eines reichen Politikerlebens gelten kann.

  6. zo sagt:

    Herr Schmidt macht sich im hohen Alter die Mühe, uns einen politischen Ratgeber als Fazit eines engagierten Lebens zum Wohle der Bewohner dieses Landes zu hinterlassen. Bleibt zu hoffen, dass er in Politik und Gesellschaft gelesen und in bestimmten Entscheidungen berücksichtigt wird. Es gibt m.W. keine prägnantere Darstellung unserer Situation.

    Leider tragen wir mit zunehmender Gleichgültigkeit als Mitbürger und Wähler selbst zur diversen Fehlentwicklungen bei. Dieses Buch vor der Wahl 2009 lesen um durch den üblichen Wahlkampfmumpitz hindurch seriöse Meilensteine nachhaltiger Politik erkennen zu können!

  7. zo sagt:

    Ein Interview mit dem neunundachtzigjährigen Schmidt im Jahr 2008 in dem ich keinen alten Greis erlebte, sondern einen hochintelligenten Menschen, der trotz hohen Alters so klar bei Verstand zu sein schien als ob die Zeit völlig spurlos an ihm vorübergegangen wäre, machte mich auf seine Person aufmerksam und veranlasste mich mich näher mit ihm auseinanderzusetzen. Dieses Buch stellte dabei eine willkommene Möglichkeit dar sich mit seinem Denken und Wirken zu beschäftigen.

    Dabei kann ich nur zu dem Schluss kommen, dass dieses Buch ausserordentlich ist. Es fasziniert mich wie ein Mensch in diesem Alter klar und präzise seine Ansichten darlegt und eine Weitsicht demonstriert, die der durchschnittliche heutige aktive Politiker nicht einmal annährend in seinem gesamten Leben erreichen wird. Schmidt ist dabei bescheiden und nicht belehrend und in jedem seiner Sätze merkt man ganz genau, dass hier ein sehr intelligenter, weltoffener, erfahrener Mensch spricht, der ständig bis ins hohe Alter bereit war Neues zu lernen, zu reflektieren und aus seinen Fehlern zu lernen - ein Politiker, dessen wiedergegebene Meinung zu 100% seiner eigenenen entspricht und nicht einer Partei oder Ideologie zuliebe angepasst wird und die nicht aus kritiklosem Wiederkäuen der Ansichten anderer entsteht, sondern durch nichts Anderes als der kritischen Reflexion und der sorgfältigen Prüfung aller relevanten Aspekte.

    Als Österreicher kann ich nur betonen wie sehr ich die deutschen Nachbarn beneide diesen Idealtyp eines Politikers als Kanzler gehabt zu haben.

  8. Severin sagt:

    Empfehlenswert. Auch zur Bewertung der Wahlkampfthemen 2009.
    Herr Schmidt macht sich im hohen Alter die Mühe, uns einen politischen Ratgeber als Fazit eines engagierten Lebens zum Wohle der Bewohner dieses Landes zu hinterlassen. Bleibt zu hoffen, dass er in Politik und Gesellschaft gelesen und in bestimmten Entscheidungen berücksichtigt wird. Es gibt m.W. keine prägnantere Darstellung unserer Situation.

    Leider tragen wir mit zunehmender Gleichgültigkeit als Mitbürger und Wähler selbst zur diversen Fehlentwicklungen bei. Dieses Buch vor der Wahl 2009 lesen um durch den üblichen Wahlkampfmumpitz hindurch seriöse Meilensteine nachhaltiger Politik erkennen zu können!

  9. Arno sagt:

    schrecklich ignorant und selbstgerecht
    ich habe das buch nach 200 seiten enttäuscht zur seite gelegt. schmidt lässt jegliche selbstreflexion vermissen, eine lobeshymne an seinen brillianten geist und sein urteilsvermögen reiht sich an die andere. unlesbar!

  10. Clarimonda sagt:

    Ein Fazit mit Schliff
    Das von Herrn Schmidt manifestierte Buch ist außerordentlich fesselnd. Er neigt zwar durchweg von seinen persönlichen Fehlern abzulenken oder sie auf die schwierige Zeit/Situation zu projizieren, jedoch auf ehrliche Art und Weise. Auch stellt er den politischen Alltag, meines Erachtens nach, wahrheitsgetreu dar und wägt jederzeit einzelne Entscheidungen aller ab. - Für jene, die Ehrlichkeit und Einsicht bei Politikern wie Herrn Schmidt als Märchen halten, denen sei gesagt: Besser jetzt, als nie!

    Ich glaube das sein Buch in moralischer Hinsicht einen Meilenstein (unter Politikern) darstellt. Auch die Deutsche Geschichte kommt nicht zu kurz und wird in keinster Weise faktisch falsch oder unzureichend behandelt. So lege ich es, der gerade mal 21 ist, jedem nahe, sich dieses Werk als Leitfaden für die (demokratisch!) politische Entscheidungsfindung zu Gemüte zu führen!

    Danke für’s lesen.

  11. Wilhelm sagt:

    Deutschland liebt seinen Helmut Schmidt
    Das deutsche Volk liebt seinen Bundeskanzler a.D. Helmut Schmidt, es bewundert dessen Vernunft, aber hat es den Mut, ihm zu folgen?

    Schmidts Buch könnte das wichtigste werden, das ein deutscher Politiker für sein Land geschrieben hat. Wichtig in doppeltem Sinn: Zum ersten wegen der aktuellen Bedeutung seines Inhaltes und zum zweiten wegen seiner Reichweite, denn der Altbundeskanzler genießt wie kaum ein anderer Politiker die Aufmerksamkeit der Deutschen. Wer, außer Helmut Schmidt - würde es nicht sein Alter verhindern - hätte die Aussicht noch einmal gewählt zu werden? Er ist ein Publikumsliebling bei Fernsehauftritten und Interviews. Seine Zeitungsbeiträge und Buchpublikationen sind gefragt, wie auch diese hier mit dem herrlich ironischen Titel “AUSSER DIENST”, denn freilich hat Schmidt den Dienst für Deutschland nie aufgegeben.

    Das Schmidtsche Pflichtbewußtsein und seine preußisch-hanseatische Ernsthaftigkeit stoßen nicht bei allen Deutschen auf den gleichen Respekt. Während Schmidt also noch hochkonzentriert im Dienst ist, wollen andere längst wieder spaßig sein. “Ohne Schmidt und seine Weisheiten würde das ZEIT-Magazin jeden Donnerstag ungelesen auf Deutschlands Couchtischen gestapelt.” nörgelte die FAZ. Zu seinem 90. Geburtstag bezeichnete sie ihn leicht herablassend als den “ewigen Kanzler” und als “liebenswerten Oldtimer mit Ecken, Kanten und Marotten - und lebenslanger Richtlinienkompetenz”.

    Dabei hat Schmidt mehr zu sagen als mancher Redakteur denkt. Seine Agenda für Deutschland und Europa, die er in seinem Buch darlegt, verdient es, gelesen und ernsthaft diskutiert zu werden. Natürlich geht es Schmidt auch darum, ein persönliches Gesamtbild seines bisherigen Lebens zu zeichnen, aber das Leitmotiv des Buches ist das deutsche Volk in Europa, seine Geschichte, seine Chancen, seine Interessen und sein zukünftiger Weg. Es ist nicht weiter verwunderlich, daß Schmidt auf die Rolle des Staates und der Staatsbürokratie genauer eingeht. Dem Staat weist der Marktwirtschaftler Schmidt eine Ordnungsfunktion zu, warnt aber ausdrücklich und mehrfach vor den Gefahren einer bürokratischen Überregulierung des Gemeinwesens. Jede Bürokratie habe die Tendenz, ihre Befugnisse unzulässig auszudehnen und durch unkontrolliertes Wachstum ineffizient zu werden. Das Paradebeispiel einer Behörde, die ohne rechte Vernunft und parlamentarische Kontrolle agiert, ist für ihn die KMK, die Kultusministerkonferenz, die das deutsche Rechtschreibchaos angerichtet hat. Schmidt warnt außerdem vor einer Machtverschiebung zwischen Parlament und Bürokratie. Sie entstehe durch die Gesetzgebungspraxis, den bürokratischen Apparat zum Erlaß von Verordnungen zu bevollmächtigen, was dem Lobbyismus Tür und Tor öffne. Mit größerer Sorge betrachtet Schmidt die aufgeblähte EU-Bürokratie und die durch übereilte Erweiterung quasi gelähmte Europäische Union.

    Schmidts Einschätzungen mögen sich durch neue Fakten vielleicht etwas ändern, aber seine Methodik der unsentimentalen Lage-Analyse und des rationalen Entscheidungskalküls auf verantwortungsethischer Grundlage bleibt zeitlos. Dafür bewundern ihn alle, aber viele dürften ahnen, daß dafür ein Preis zu zahlen ist. Schmidts kaltblütige Fragen nach den realistischen Möglichkeiten und den tatsächlichen Interessen Deutschlands führen nämlich regelmäßig zu ganz vernünftigen Antworten. Und die können klein, bescheiden, unglamourös, geradezu unangenehm sein: Keine wilhelminischen Ausflüge in die Weltpolitik, kein Streben nach einem deutschen Sitz im UN-Sicherheitsrat, keine humanitär bemäntelten Kriegseinsätze, und auch keine Hofierung des Dalai Lama, sondern Konzentration auf die deutsche Position in Europa. Schmidts Haltung, Ethik und Methodik gründet auf seinen Lieblingsphilosophen Marc Aurel, Immanuel Kant und Karl Popper. Von Popper hat Schmidt gelernt, daß die große Vision praktisch nicht realisierbar ist, sondern daß der Fortschritt nur in kleinen Schritten erreichbar ist.

    AUSSER DIENST ist ein Buch der Vernunft und wir müssen es lesen, weil wir nach Schmidt “eine gefährdete Nation bleiben und daher zur Klugheit, das heißt zur Vernunft verpflichtet, sind.”

  12. Saphira sagt:

    Etwas anderes erwartet
    Ich kann nur jedem empfehlen, der sich mit der Biografie von Helmut Schmidt beschäftigen möchte, dieses Buch nicht zu kaufen. Es gibt fast keine Rückblicke, amüsante Ankedoten oder unbekannte Verweise auf andere berühmte Köpfe. Es wird nicht aus dem Nähkästchen geplaudert oder der Leser auf andere Weise bei der Stange gehalten. Wer einen Abriß zu allen aktuellen Themen möchte, eine klare Vision für die Zukunft und eine fundierte Einschätzung der Weltlage ist hier allerdings goldrichtig. Man kann sich gar nicht alles merken, was man sich gerne merken möchte, um zu überprüfen ob Helmut Schmidt recht behält. Ein sehr interessantes Buch, dass die Weltsicht eines zweifellos erfahrenen Mannes wiederspiegelt, der es nicht nötig hat, seine Leser durch gefälligen Schreibstil bei Laune zu halten.

  13. Conner sagt:

    Lesen!
    Ein großer Mann bringt einem gelassen und vernunftbezogen den Sinn und die Klippen der praktischen Politik bei. Dargestellt an persönlichen Erlebnissen und Reflexionen seines privaten und politischen Lebens. Sehr lesenswert und ein Muss für jeden Politikinteressierten.

  14. Ammon sagt:

    Würdige Bilanz
    Folgt man Churchills Aphorismus: “Ein Politiker denkt an die nächste Wahl, ein Staatsmann an die nächste Generation”, so ist Helmut Schmidt ohne jeden Zweifel den Staatsmännern zuzuordnen. Er unterscheidet sich damit wohltuend von (zu) vielen Politikern, die ggw. das Schicksal unseres Landes bestimmen. Die würdige, angelsächsische Bezeichnung “Elder Statesman” ist in seinem Fall uneingeschränkt begründet.

    Jenseits allen politischen Instinkts und seiner Erfahrung gewinnt Schmidt mit diesem Buch aber auch persönliche Sympathien. Nicht unfehlbar, nicht nachträglich beschönigend, gesteht er politische und menschliche Fehler ein. Obwohl spürbar ist, dass er im frostigen Klima der Politik auch persönliche Verletzungen hat hinnehmen müssen, wird er seinerseits nie persönlich verletztend und zollt selbst dem ehemaligen politischen Gegner Hochachtung.

    Ein gutes, lesenswertes Buch, welches zeigt, dass intellektuelle Schärfe und menschliche Größe Hand in Hand gehen können.

  15. Gavin sagt:

    Pflichtlecktüre
    Ausser Dienst: Eine Bilanz

    Ein schonungslos offenes Buch. Sollte jeder mit Verantwortung lesen. Nicht nur Politiker.

  16. Deik sagt:

    Unglaublich interessant
    Ausser Dienst von Herrn Schmidt war eins meiner ersten politischen Bücher und ich muss sagen es hat mich begeistert. Dieses Buch ist in einer Sprache geschieben die auch ein “nicht Politiker” ohne Probleme verstehen wird. Dieses Buch gibt Rückblicke und Ausblicke und regt zum Denken an.

    Das Buch sollte man einfach gelesen haben. Die Aussagen des Buches treffen haarscharf zu, es ist ein Werk welches in 90 Jahren geschrieben wurde.

  17. Delphine sagt:

    Außer Dienst: Eine Bilanz
    25 Jahre nach dem Ende seiner Tätigkeit als Kanzler der alten Bundesrepublik gefällt mir besonders wie dieser immer integere und unbestechliche Politiker den Raubtierkapitalismus geißelt, die Rolle Europas in seiner besonderen Beziehung zu den USA analysiert und Deutschlands Rolle vor dem Hintergrund seiner besonderen Geschichte darstellt. Daneben hat Helmut Schmidt noch viele persönliche Anekdoten erwähnt und sehr eingehend beschrieben, welche politischen Entscheidungen ihn besonders belastet haben. Ein Buch, das auch und gerade für Menschen geeignet ist, die diesen Politiker aufgrund ihres jungen Alters nicht mehr in Aktion erlebt haben.

  18. Adonija sagt:

    Helmut Schmidt - Außer Dienst
    Dieses Buch ist für jeden der sich für die deutsche - europäische Politik interessiert, sehr zu empfehlen. Es erklärt viele Zusammenhänge die man als Normalbürger vielleicht wenig beachtet. Für angehende Politiker sollte dieses Buch ein “Muß” sein - leider haben die meisten Politiker heutzutage nicht den Charakter und die Aufrichtigkeit dem Land mit Liebe und Umsicht zu dienen - ein Kaliber wie Helmut Schmidt ist weit und breit nicht in Sicht -leider.

  19. Daphne sagt:

    Empfehlenswert!
    Dieses Buch ist höchst lesenswert, ich kann es jedem politisch bzw. historisch Interessierten nur sehr empfehlen!

  20. Bart sagt:

    Begeistert
    Mein Vater war von dem Buch absolut begeistert.

    Daher kann ich es auch anderen, die sich für Helmut Schmidt interessieren, sehr empfehlen.

  21. Gregorio sagt:

    Leider nicht das, was man erwarten würde
    Unbestreitbar ist, dass Helmut Schmidt ein Künstler der Selbstinzenierung ist. Und genauso liest sich dieses Buch. Eine (wenn auch nicht chronologische) Aneinanderreihung von Erfahrungen und Erlebnissen aus seiner Amtszeit und der Zeit danach und wie er sie “gemeistert” hat. Jedoch hätte ich mir von einem Autor wie Schmidt mehr Input erwartet. Etwas mehr Input in Form von Ratschlägen, Tips und Co. welche mir persönlich mehr mitgeben als lediglich jene historischen Aufarbeitungen. Aber evtl. hab ich es ja nur nicht geschafft zwischen den Zeilen zu lesen. Dann möge man mir hier meine infantile Haltung entschuldigen. Nur Schmidt gibt sich gern selbst als der Lehrmeister in Persona, doch geht dies in dem Buch völlig unter.

    Ausser Dienst war für mich eine unterhaltsame Lektüre um den Kopf abzuschalten, aber leider nicht mehr.

  22. Kate sagt:

    Gute Qualität
    Die Lieferung erfolgte zügig, es gab keine Beanstandungen. Die Information zwischen Verkäufer und Käufer war sehr gut. Die Qualität des Artikels ist wie neu. Nehme den Vrkaüfer in meine Liste der bevorzugten Mitglieder auf

  23. Sara sagt:

    Sehr gute Bücher für weniger Geld
    Ich habe dieses Buch bei Ebay ersteigert, weil ich etwas Geld sparen wollte. Der Preis für einen Neukauf liegt bei 22.95 ?, ich habe einschließlich des Portos weniger bezahlt. Dieses Buch ist sehr gut erhalten war ein Weihnachtsgeschenk für meinen Mann, der ein großer Verehrer des Autors ist. Es gibt in diesem Fall nichts was mir nicht gefallen hat. mfg ziemsi

  24. Amey sagt:

    Superbuch über Helmut Schmidt
    Ich habe das Buch bisher nur angelesen , aber mein erster Eindruck ist hervorragend . Kein Wunder , das dieses Buch nach kurzer Zeit ausverkauft war .
    Es ist jedem Leser nur zu empfehlen .
    Ich habe keine negative Berichte . Der Verkäufer schickte es superschnell ab , das ich es nach 3 ( Drei !) Tagen erhalten hatte !

  25. Boto sagt:

    Außer Dienst / Helmut Schmidt
    Mir gefällt Helmut Schmidt im Ganzen gut . Das Buch habe ich meinem Schwiegervater zu Weihnachten geschenk - und hoffe damit seinen Geschmack getroffen zu haben.

  26. Alvan sagt:

    Helmu Schmidt
    nicht besonders interessant geschrieben, entspricht teilweise auch nicht den fakten, wichtiges fehlt komplett

  27. Heiko sagt:

    Hervorragendes Buch
    Mein Entschluß dieses Buch zu kaufen war sehr spontan, aber ich bereue es nicht,
    denn einen Menschen wie Helmut Schmidt, der während seiner ganzen politischen Laufbahn ein weltweiten sehr guten Ruf hat, im Gegensatz zu den heutigen Politikern.
    Ich wollte einfach mehr über seine Laufbahn wissen.Das Buch ist solocker und anschaulich geschrieben, nun muss ich allerdings dazu sagen, daß ich mich sehr mit der Politik befasse.
    Ich kann nur das Buch weiter empfehlen, so lernt man auch gleich die Hintergründe, Ablauf in der Politik.

  28. Magda sagt:

    Langweilig und nichtssagend
    Ich habe das Buch geschenkt bekommen und hätte es sonst nicht gelesen. Da ich - Jahrgang 1982 - aber bisher einen positiven Eindruck von Helmut Schmidt gewonnen hatte und ihn für einen interessanten Politiker halte, habe ich das Buch gelesen. Ich hatte auf interessante Anekdoten zu den letzten Jahrzehnten sowie interessante Analysen zur aktuellen politischen Lage gehofft. Leider wurde ich sehr enttäuscht. Das Buch ist einfach langweilig. Herr Schmidt erzählt dieses und jenes, aber alles so oberfläch und nichtssagend, überhaupt nicht spannend oder interessant. Es werden viele Themen angerissen, keines wird aber tiefergehend behandelt. Ich habe das Buch bis zum Ende durchgelesen, da zumindest sein Schreibstil gut ist und man sich nicht quälen muss (daher auch die 2 Sterne). Ich muss sagen, dass ich in z.B. Wochenzeitungen/-zeitschriften interessantere Beiträge zur Zeit seit 1945 bzw. zur aktuellen politische Lage vorfinde. Das Buch ist insgesamt überflüssig.

  29. Arney sagt:

    nicht beeindruckend, aber besser als die meisten Politiker-Bücher
    Eine Bilanz verspricht der Untertitel und wenn man mit dieser Erwartung den Band liest, wird man enttäuscht: Ansatz, Argumentationstiefe und Aufbau des Buchs erinnern eher an eine aktualisierte Zusammenstellung kürzerer Zeitungstexte denn an eine überzeitliche, zusammenfassende, durchagumentierte Lebensbilanz. Aber wenn man das Ganze als Schmidt-Zusammenfassung liest, funktioniert der Band ganz gut. Klare Meinung, im Stil von US-Politikern mit persönlichen Anekdoten erzählt. Die Sprache ist zum größten Teil angehm schlank und frei von Worthülsen. Allerdings ist so manche Argumentation und so manches Sprachbild dann doch zu flach für ein mit “Bilanz” untertiteltes Buch - wenn Schidt Investmentbanker “Raubrittertum” nennt, ist das nun wirklich kein Erkenntnisgewinn. Statt Stammtischsprüchen wäre hier etwas tiefere Analyse des Systems anstatt der wenig erhellenden Personaliserung angebracht. Insgesamt: Nicht beeindruckend, aber besser als das meiste, was man von deutschen Politikern in Buchform so lesen kann.

  30. Anaxagoras sagt:

    Abrechnung ?
    Hier sprechen ( schreiben ) 90 Jahre Erfahrung.

    Schmidt nimmt kein Blatt vor den Mund, und zeigt uns sehr deutlich wo es stinkt. Wo können wir, wo sollen wir ansetzen, um unser Zusammenleben mit anderen Ländern und unter uns Deutschen zu verbessern.

    Immer wieder zeigt uns Schmidt ganz klar auf, wir sollen, ja wir müssen uns sogar viel mehr mit der Geschichte beschäftigen.

    Dieses Buch könnte für viele ein Anfang sein…. 90 Jahre Erfahrung…

  31. Hermann sagt:

    Außer Dienst von Helmut Schmidt
    der preis war gut,neue ware und das doch etliches günstiger.
    war ein wunsch von einem freund, neu war es mir zu teuer, aber so konnte ich es ersteigern und jemanden eine grosse freude machen.

  32. Ger sagt:

    Bei Schmidt wird Lebenserfahrung zu Weltwissen
    Ein schlichtweg faszinierendes Buch! Es ist der beste Beweis, dass etwas Distanz zu den Dingen der täglichen Politik oft einen klareren Blick ermöglicht. Es zeigt, dass ausführliche Analyse, die Zeit in Anspruch nimmt, besser ist, als hektisches Herumgeplapper. Es führt Beweis, dass erst das sorgfältige abwägen von Informationen zu Wissen - und hier zu Weltwissen - führt, nicht das schnelle, unreflektierte weiterstreuen. Und was das angenehmste und vielleicht auch weiseste dieses Buches ist: Das Buch ist der Beweis, was Politik - und damit jeder einzelne Politiker - erreichen kann, wenn er sich selbst nicht so wichtig nimmt, sondern die Sache oder das Ziel im Vordergrund steht.

    All das klingt wenig nach Autobiographie eines Ex-Kanzlers. Aber genau das ist der Punkt: Schmidt resümiert und schwadroniert nicht. Es sind also keine Erinnerungen, sondern der Extrakt, der aus Erfahrung resultiert. Das Buch verliert sich nicht in Anekdoten, sondern kommt auf den Punkt. So könnte Politik funktionieren. Wirklich lohnenswert zu lesen!

  33. Amrei sagt:

    Helmut Schmidt Außer Dienst
    “Außer Dienst”ist ein hervorragendes Buch von Helmut Schmidt.Ich schätze ihn und seine Bücher sehr.Obiges Buch ist spannend und interessant und für die gegenwärtige Politik sehr empfehlenswert.Dieses Buch kann man “ohne abzusetzen” lesen,es wird nicht langweilig.

    Mfg. Wolfgang Hennig

  34. Rocky sagt:

    Lesenswert
    Da ich die Geschichte selber miterlebt habe, fand ich das Buch besonders lesenswert. Es kommen vile Erinnerungen an das was so passiert ist.

  35. Aubert sagt:

    Danke…
    …für das politische Wissen, welches hier und da vielleicht ein wenig polemisch, aber nichts desto trotz schlüssig daherkommt. Mein politisches Gewissen ist durch dieses Buch wiederbelebt worden. Hatte schon ganz vergessen wie das ist, etwas interessantes über Politik zu lesen…

  36. Ute sagt:

    Schmidt ist von sich überzeugt.
    Der Altbundeskanzler ist von sich überzeugt. Und das ist auch gut so. Selbst die eigene Fehleranalyse, der ein gesondertes Kapitel gilt, wirkt ehrlich und aufrichtig. Man muss allerdings sagen: die paar Fehler waren Peanuts. Zu einer Beichte würden sie kaum ausreichen. Das Buch ist flott geschrieben. Manche der Rezensenten bemängeln das Fehlen von analytischem Tiefgang. Ist richtig. Es ist aber gerade Schmidts Stärke, im Stil des gehobenen Journalismus schwierige Sachverhalte verständlich darzustellen. Wenn ihn keiner verstehen würde und früher keiner verstanden hätte, wäre er nicht als großer Politiker in die Geschichte eingegangen. Es wird auch gern Schmidts Allgemeinbildung in Geschichte und Wirtschaft hervorgehoben. Im Grunde ist das nicht viel mehr, als ein guter Abiturient auch wissen sollte. Das geniale ist aber, das Schmidt seine Kenntnisse an der richtigen Stelle zu nutzen weiß. Eins ist klar: man wird es nur dann mit Gewinn lesen können, wenn man sich in der Nachkriegsgeschichte so einigermaßen auskennt. Dann kommt es zu vielen Aha-Effekten, die ein Buch spannend machen.

  37. Caroline sagt:

    Sehr empfehlenswert!
    Politik mag zwar komplex und schwer sein, jedoch versucht Schmidt auf recht einleuchtende Art und Weise zu erläutern, was, wie und warum falsch läuft und wie es verhindert werden kann. Denn Schmidt geht in seiner Autobiografie, die er keineswegs als solche verstanden haben möchte, auf unzählige Erfahrungen aus politischem Alltag, Zeitgeschichte, Wirtschaft, diplomatischen Verhandlungen sowie Auseinandersetzungen mit Freund und Feind ein. Ebenso lässt sich ohne Frage anmerken, dass er es über die Jahre verstanden hat zu erkennen, wie sich Menschen in gewissen Situationen verhalten bzw. wie sie agieren sollten, weshalb “Außer Dienst” eine Lesebereicherung für quasi jeden Politikinteressierten sein sollte.

    Helmut Schmidt gilt noch heute, 27 Jahre nach seiner Amtszeit als Bundeskanzler, für viele als der populärste und fähigste deutscher Kanzler. Trotz seiner kühlen, nordischen Art, verkörpert der gebürtige Hamburger den idealen Staatsmann. Das allgemeine Wohl des Staates war und ist noch heute stets sein “suprema lex” (oberstes Gesetz).

    Schmidt gelingt es die auf den ersten Blick für die meisten Deutschen recht unverständliche Welt der Politik auf sehr einleuchtende Weise zu erläutern. “Außer Dienst” ist untergliedert in sechs Oberkapitel und sechsundzwanzig Unterkapitel.

    Ein gewisses Fingerspitzengefühl für die ein oder andere Streitfrage und eine grundlegende Allgemeinbildung bleiben allerdings erforderlich, da das ein oder andere Mal Ereignisse nur knapp erwähnt werden oder bspw. französische und lateinische Sätze zitiert werden.

    Wie bereits erwähnt plädiert der Altkanzler in “Außer Dienst” dafür im Sinne des staatlichen Wohles zu handeln. Ein entscheidender Aspekt dies zu erreichen sei es, sich mit allen Dingen und Problemsituation auf offene, objektive Weise zu befassen, um Rückschlüsse, die zu Einsicht und Verbesserung führen, ziehen zu können. Dazu sei es stets unbedingt notwendig die Vernunft als oberste Tugend des Menschen anzusehen, denn nur durch die Vernunft, die laut Schmidt im Gewissen ihren Ursprung hat und Grundlage jeglicher Moral ist, kann im Wohle des Staates agiert werden.

    Aufbauend auf diesen Grundlegenden Kompetenzen, denen sich ein Politiker bewusst sein sollte, erläutert “Schmidt Schnauze” was wir Deutschen aus der Geschichte lernen müssen, welche Schwerpunkte unsere Außenpolitik haben sollte, die Beziehungen zu unseren Nachbarländern, das Problem des wirtschaftlichen Rückstandes der Ostdeutschen Länder, die Chancen und Risiken der Globalisierung, die Kernprobleme der Finanzkrise sowie die nicht vorhandene religiöse Toleranz, die zu einem der größten Gefahren der heutigen Zeit werden könnte.

    Bei all den Einblicken in Helmut Schmidts politische Erfahrungen und Einsichten lässt sich aber auch ohne weiteres die sozialdemokratische Einstellung des Autors herauslesen.

    So werden sein mitentworfener Nato-Doppelbeschluss oder bspw. die Verdienste des ehemaligen US-Präsidenten George Bush Sen. als herausragende Gründe für die deutsche Einheit genannt, wohingegen CDU-Kanzler Kohl völlig zu kurz kommt.

    “Außer Dienst” kann man nur dringend jedem, der sich für die deutsche und europäische Politik interessiert, empfehlen. Aber auch für politische Laien sollte dieses Buch zum guten und gesunden Einstieg in die Welt der Politik dienen können, denn Schmidts Ausführungen erläutern viele Dinge, die der all-abendliche Tagesschauzuschauer noch nicht unbedingt verstanden hat.

    Alles in allem kann man dieses Buch als Meilenstein zum heutigen politischen deutschen Verständnis bezeichnen. Jeder Deutsche, egal ob Politiker oder Bundesbürger, sollte dieses Buch gelesen haben.

    Die deutschen Eliten sollten sich auf dieses Meisterwerk sozialen, demokratischen Denkens und seine Intention Moral und Vernunft walten zu lassen einlassen!

  38. Inka sagt:

    Dokument der Zeitgeschichte
    Für den Ungebildeten wird es sich lesen wie die Selbstbeweihräucherung eines Pensionärs. Wer aber die deutsche und europäische Geschichte kennt, erkennt die Bilanz eines Politikers, dem unser Land und unsere Demokratie enorm viel zu verdanken hat und der ohne jegliche Arroganz stolz darauf sein kann.

    Als jemand der wenige Jahre vor Beginn seiner Amtszeit als Bundeskanzler geboren wurde und der die (heutige) politische Gesinnung seiner Partei nicht im geringsten teilt, verneige ich mich voller Respekt vor den Leistungen von Helmut Schmidt.

    Das Buch “Außer Dienst” ist ein Dokument der Zeitgeschichte.

  39. Carlo sagt:

    Bilanz des Pragmatikers
    Der erste Satz in Helmut Schmidts persönlicher Bilanz ist Programm: “Gegen Ende des Lebens wollte ich einmal aufschreiben, was ich glaube, im Laufe der Jahrzehnte politisch gelernt zu haben”. Dieses Werk ist folgerichtig Lagebericht und scharfsinnige Analyse zugleich, aber auch ein Appell an den gesunden Menschenverstand und den Einsatz der Vernunft.

    Was das Buch wohltuend unterscheidet von vergleichbaren Lektüren wie beispielsweise Helmut Kohls oder Gerhard Schröders Memoiren ist das Fehlen von persönlicher Abrechnung oder kleinkritteliger Rechtfertigung. Hier teilt ein Elder Statesman seine Erfahrungen, seinen Sachverstand und auch sein Weltbild mit dem Leser mit dem Ziel, diesen zu sensibilisieren für eine Auseinandersetzung mit den gegebenen Zusammenhängen, seien sie ökonomischer oder kultureller Natur, und ihn zu wappnen gegen den um sich greifenden Opportunismus: “Ein Politiker muß nicht alles sagen was er weiß, aber was er sagt muß seine Wahrheit sein” - und nicht das was den Massen oder dem Zeitgeist gefällt.

    Sollte dieses Buch sein letztes sein (was eigentlich undenkbar wäre), so liegt hier das Vermächtnis eines großen Mannes auf dem Büchertisch - in exakt dem Stil in dem er sich uns in der Erinnerung präsentiert: Pragmatisch, hanseatisch-nüchtern, ungebrochen klar. Und höchst erkenntnisreich.

    Unbedingte Leseempfehlung!

  40. Tammes sagt:

    Überflüssig
    Vorab dies: Schmidts rationale, aufgeklärte, aufrichtige Politik, Schmidts Reden und vor allem seine letzte Rede als Bundeskanzler waren Grund genug für mich, damals stets seine Partei zu wählen, 1982, nach seiner Abwahl, mich dem Fackelzug zu seinem Haus in Langenhorn anzuschließen und ihm auch heute noch für seine Verdienste um Deutschland meine Hochachtung auszusprechen.

    Sein Buch “Außer Dienst” kann meiner Begeisterung für den Menschen, Redner und Politiker allerdings nichts hinzufügen, eher etwas davon wegnehmen. Ich konnte keinen einzigen originellen oder neuen Gedanken darin finden, keine Vision, auch kein Detail aus seiner Amtszeit, nichts, das nicht längst in der Öffentlichkeit breitgetreten worden ist. Schmidts Aussagen in diesem Buch mögen überwiegend richtig oder zumindest gut begründet sein, banal bleiiben sie trotzdem. Und welche Meinung Helmut Schmidt zu Fragen hat, bei denen man mit guten Argumenten unterschiedlicher Auffassung sein kann, wie z.B. der, ob Politiker eher mehr oder eher weniger verdienen sollen, ob das Mehrheitswahlrecht besser ist oder das Verhältniswahlrecht oder ob die Bundeswehr besser aus Afghanistan rausbleiben sollte, interessiert mich so lange nicht, wie er solchen Fragen keine neuen Aspekte abgewinnen kann.

    Fazit: eine ziemlich bräsig-oberlehrerhafte Tour d’horizon über die Welt, wie sie Schmidt sah. Überflüssig.

  41. Charlotte sagt:

    Es führt kein Weg an diesem Werk vorbei!
    Schmidts Buch könnte meiner Meinung nach das wichtigste sein, was er für sein Land getan hat. Wichtig in doppeltem Sinn: Zum ersten wegen der aktuellen Bedeutung seines Inhaltes und zum zweiten wegen seiner Reichweite, denn der Altbundeskanzler genießt wie kaum ein anderer Politiker die Aufmerksamkeit der Deutschen.

    Seine Agenda für Deutschland und Europa, die er in seinem Buch darlegt, verdient es, gelesen und ernsthaft diskutiert zu werden. Natürlich geht es Schmidt auch darum, ein persönliches Gesamtbild seines bisherigen Lebens zu zeichnen, aber das Leitmotiv des Buches ist das deutsche Volk in Europa, seine Geschichte, seine Chancen, seine Interessen und sein zukünftiger Weg.

    Schmidts Einschätzungen mögen sich durch neue Fakten vielleicht etwas ändern, aber seine Methodik der unsentimentalen Lage-Analyse auf verantwortungsethischer Grundlage bleibt zeitlos. Dafür bewundern ihn alle, aber viele dürften ahnen, daß dafür ein Preis zu zahlen ist. Schmidts kaltblütige Fragen nach den realistischen Möglichkeiten und den tatsächlichen Interessen Deutschlands führen nämlich regelmäßig zu ganz vernünftigen Antworten.

    Und die können klein, bescheiden, unglamourös, geradezu unangenehm sein: Keine wilhelminischen Ausflüge in die Weltpolitik, kein Streben nach einem deutschen Sitz im UN-Sicherheitsrat, keine humanitär bemäntelten Kriegseinsätze, und auch keine Hofierung des Dalai Lama, sondern Konzentration auf die deutsche Position in Europa. Schmidts Haltung, Ethik und Methodik gründet auf seinen Lieblingsphilosophen Marc Aurel, Immanuel Kant und Karl Popper. Von Popper hat Schmidt gelernt, daß die große Vision praktisch nicht realisierbar ist, sondern daß der Fortschritt nur in kleinen Schritten erreichbar ist.

    Fazit:

    AUSSER DIENST ist ein Buch der Vernunft was wir lesen müssen, weil wir nach Schmidt “eine gefährdete Nation bleiben und daher zur Klugheit, das heißt zur Vernunft verpflichtet, sind.”

  42. Iris sagt:

    Sehr lesenswert
    Ein sehr lesenwertes Buch unseres Altkanzlers, das ich sehr gerne und aufmerksam gelesen habe. Ich werde dieses Buch in absehbarer Zeit bestimmt noch einmal lesen. In dem Buch gibt es auch viel Wissenwertes was ich vorher noch nicht wußte. Das Buch ist kurzweilig geschrieben und man ist immer gespannt was noch alles kommt.

  43. Simonetta sagt:

    Helmut Schmidt
    Vernünftiger Preis, schnelle Lieferung, netter Kontakt! Gerne wieder da bislang bei ebay nur positive Erfahrungen gemacht wurde.

  44. Kaspar sagt:

    Ein interessantes Weltbild
    Es ist sehr interessant einmal einen weiten Blick über den Tellerrand zu wagen, mit einem Hintergrundwissen, dass nur ein sehr lebenserfahrener (aufgrund seines Alters) Vollblutpolitiker liefern kann.

    Man muss nicht immer seiner Meinung sein, aber der Blickwinkel ist größer und man sieht vieles auch mal mit anderen Augen.

    Ich kann das Buch für jeden, der politik- und geschichtsinteressiert ist, außerordentlich empfehlen.

  45. Afra sagt:

    Ausser Dienst
    In der Helmut-Schmidt-Welle ist Außer Dienst” sicherlich die beste Publikation zu dieser herausragenden Persönlichkeit neuerer deutschen Geschichte. Es gab und gibt derzeit relativ viele Biographien deutscher Politiker, Fischer, Schröder und Wowereit, um einige zu nennen, von denen Außer Dienst” zweifelsohne die am besten lesbare und auch interessanteste ist. Der sprachliche Stil ist gut, das Buch lässt sich sehr gut lesen und zieht im wahrsten Sinne des Wortes Bilanz- was im Falle eines nicht mehr aktiven Politikers auch sinnvoll ist. Schmidt beschreibt bzw. lässt beschreiben, nichts wird beschönigt oder gerechtfertigt, sondern neutral dargestellt. Schmidts Stil spiegelt dabei Abstand und Bescheidenheit wieder, in dem er aufschreibt”, was er glaubt politisch gelernt zu haben”. Schade ist jedoch, dass es sich weniger um eine chronologische, als denn um eine thematische Abhandlung handelt. Der Leser muss sich also genau zurückerinnern, wann welche Situation war. Dies führt zu zeitlichen Sprüngen und irritiert genauso wie die Tatsache, dass Helmut Schmidt Themen der Jetztzeit kommentiert- dies ist sicherlich logisch, da er auf eigene Erfahrungen in der (politischen) Geschichte verweist, verwirrt jedoch zusätzlich, da dadurch Themen eher als Bereiche und heutiger Analyse dargestellt werden und nicht- wie man es bei einer Bilanz vermutet- als eher chronologisch aufgebauter Verlauf einer politischen Karriere. Dennoch sehr lesenswert!

  46. Sixt sagt:

    Außer Dienst - Gedanken eines Kanzlers a.D.
    Helmut Schmidt, der oft als letzter wahrer Sozialdemokrat oder als Politiker in der falschen Partei bezeichnet wird, lässt sich zu seinem 80. Geburtstag noch einmal tief ins Innere blicken. Neben national- aber auch weltpolitischen Beobachtungen und Empfehlungen, beschreibt er auch seine Einstellung zum Glauben und den Religionen.

    Es ist sicher kein Werk, um sich neue politische Fakten anzueignen, sondern vielmehr ein tiefer Blick in die Denkweisen eines Bundeskanzlers a.D., der in einer für Deutschland historisch und politisch sehr relevanten Zeit lebte und handelte.

    Das Buch ist besonders für all diejenigen zu empfehlen, die bereits ein gefestigtes Faktenwissen über diese Zeit und diesen Menschen besitzen, denn nur dann kann man viele seiner Gedanken nachvollziehen.

  47. Wibke sagt:

    Erstklassig!
    Endlich wieder ein Buch von Helmut Schmidt! Ich habe mich sehr auf Helmut Schmidts neues Buch gefreut und wurde nicht enttäuscht. Er reflektiert über sein bisheriges Leben und Wirken, nicht nur in den Zeiten nach seiner Kanzlerschaft, sondern auch währenddessen und vorher. Er äussert sich zu aktuellen politischen Themen auf seine gewohnte Art. Für mich der sich zur jüngeren Generation zählt(geb. 1980) waren einige politisch historische Dinge unbekannt. Auch tauchten einige mir bisher unbekannte Personennamen auf. Dadurch musste ich gelegentlich das Lesen unterbechen und mir diese Ereignisse anlesen. Dies macht das Buch jedoch nicht weniger interessant. Im Gegenteil, ich bin nun wesentlich informierter über damalige politsiche und historische Ereignisse. Auch seine Ansichten über weltweite aktuelle Themen werden in dem Buch klar beschrieben und begründet. Ich kann das Buch wirklich jedem empfehlen.

  48. Benita sagt:

    Eine Hommage an sein Leben
    Es fällt auf, dass alle Bekanntschaften die Helmut Schmitt in seinem Leben hatte er nun als Freunde und zwar ausdrücklich als Freunde bezeichnet. Das macht ihn zunehmend sympatisch. Wenn man die Geschichte nicht kennt, würde man nie vermuten, das solch ein weiser Mann etwas mit der SPD zu tun gehabt haben soll. Zumindest nicht mit der SPD die sich heute so nennt. Er nennt Dinge beim Namenm die selbst heute von Politikern als politisch unkorrekt verargumentiert werden würden und fordert so meinen Respekt ab. Ein Rückblick auf sein Leben, sein Tun und Menschen die an seinem Leben teil gehabt haben. Einblicke in Hintergründe und Geschehnissen die gerade jüngeren eine bessere Sicht vermitteln. Tolles Buch eines tollen Mannes

  49. Bonifacius sagt:

    Politischer Rückblick eines großen Mannes
    Das Buch liest sich besonders für diejenigen, die Helmut Schmitt als Bundeskanzler erlebt haben, fast schon spannend. Es ist hochinteressant. So viel Wissen und die Übermittlung von Erfahrung und Lebensweisheit, ohne jede Andeutung von Schulmeisterei ist einfach toll.

    Sehr empfehlenswert.

    G.B.

  50. Sibylla sagt:

    mit Vorsicht zu genießen
    Das Buch stellt ein interessantes Konglomerat an politischen Ansichten und neueren geschichtlichen Ereignissen dar. In sich logisch aufgebaut und rhetorisch schlüssig formuliert.

    Auch wenn man vielen der dargelegten Gedankengänge ohne weiteres folgen kann, ob man derselben Meinung ist, sollte bei objektiver Betrachtung nebensächlich bleiben, so sollte man doch die Kritikfähigkeit an dem Geschriebenen nicht verlieren. Manche Ansichten und auch manche Darstellung entsprechen nach meiner Auffassung nicht einmal den Tatsachen, mancher Personenkult ist für mich gänzlich unverständlich.

    Beispiel Deng: Deng Xiaoping ist verantwortlich für das Tian`anmen Massaker von 1989. Damit rangiert er für mich in einer Riege mit Hitler, Stalin und Mladic und ist keinerlei Hochachtung würdig, sondern er ist ein Verbrecher, auch an Menschlichkeit und Menschenwürde - und gerade diese Würde des Menschen streicht Helmut Schmidt als eine der größten Errungenschaften des Grundgesetzes heraus; das passt für mich nicht wirklich zusammen.

    Auch der Protektionismus gegenüber den russischen Machthabern der letzten Jahre scheint mir einer objektiven Betrachtung nicht stand zu halten. So stellt Schmidt die Behauptung auf, die USA sei in den letzten Jahren die einzige Großmacht mit expansionistischen und insbesondere von der UNO nicht ratifizierten Angriffskriegen gewesen. Offensichtlich hat er hier den Tschetschenien-Konflikt und andere militärische Auseinandersetzungen mit “abtrünnigen” Republiken verdrängt. Sinn und Rechtmäßigkeit des Irakkrieges ungeachtet, haben sich die politischen und geographischen Grenzen der USA auch durch diesen Krieg nicht verändert.

    Dass man auf politischer Ebene auch und gerade mit unliebsamen Machthabern verhandeln muss - aus einer politischen und wirtschaftlichen Kooperation kann man meiner Meinung nach eher einen nach unserem Verständnis positiven Einfluss ausüben als mit Konfrontation und Sanktion - so sollten diese Kontakte doch auch rein politisch bleiben.

    Trotz allem handelt es sich um ein lesenswertes Buch, auch wenn Schmidt in diesem Werk nichts wahrhaft Neues veröffentlicht, vielmehr ist es die Quintessenz eines langen privaten und politischen Lebens. Nicht mehr und nicht weniger kündigt er an. Helmut Schmidt ist eine faszinierende und in höchstem Maße glaubwürdige Persönlichkeit und man neigt dazu, seine Meinung und seine Aussagen etwas unreflektiert als “Wahrheit” zu akzeptieren. Wenn es einem gelingt, sich dieser Elder-Statesman-Doktrin zu widersetzten, kann man aus diesem Buch zahlreiche eigene neue Erkenntnisse gewinnen und/oder bestehende festigen.

  51. Celestino sagt:

    Sehr gutes Sachbuch
    Ich habe diese Buch im Urlaub “verschlungen”. Nach meiner Auffassung müsste dieses Buch allen Bundestagsabgeordneten vorgeschrieben werden. Denn was hier geschrieben wurde zeigt, das einige der Abgeordneten nicht wissen wovon sie reden.

  52. Axel sagt:

    Altkanzler Helmut Schmidt wurde 90
    In Krisenzeiten wünscht man sich Krisenmanager. Helmut Schmidt, der am 23. Dezember seinen 90. Geburtstag feierte, war und ist dies in aller erster Linie gewesen einer, der standhält, der sich gegen den Mainstram und die Political Correctnes durchsetzte, auch und oft gegen den Willen der eigenen Partei. Daß ihm dieser Rigorismus, sein oftmals zelebrierter Alleingang, obwohl sich Schmidt selbst als Teamplayer versteht, auch Feindseligkeiten bescherte, ist letztendlich nur zwingend für einen charismatischen Politiker, der nicht den Lobbyisten wohlgefällig das Wort redet, sondern gerade im Lobbyismus, den er auf Schärfste kritisiert, den zu bekämpfenden Gegner Nummer Eins sieht.

    Krisen, die der Altkanzler während seiner Regentschaft als leitender Angestellter, wie er sich gern bezeichnete, in unruhigen Gewässern durchfahren mußte, gab es viele: die Sturmflut, die Ölkrise, die festgefahrene Ost-West Politik, den RAF-Terrorismus und den NATO-Doppelbeschluß. Auch heute geht Schmidt keineswegs mit dem Zeitgeist konform. So hält er mit aller Nachdrücklichkeit daran fest, daß das Prinzip der Nichteinmischung in die Angelegenheiten souveräner Staaten nicht verletzt werden darf, die Verweigerung Deutschlands beim Irak-Krieg ist aus seiner Sicht daher moralisch tadellos. Deshalb wirft er der Außenpolitik der USA und ihren ständigen Invasionen weltweit, Doppelmoral vor. Einerseits kämpfen sie gegen die Achse des Bösen, gegen die Zellen des Terrorismus, andererseits arrangieren sie sich mit jenen ölfördernden Staaten, die letztendlich auch die Terrornetze finanzieren. Auch ist der Gründer der G 7 skeptisch, was die Resultate der G 8 Gipfel betrifft, die er als reine Medienspektakel begreift, deren vordringliches Ziel es vielmehr sein müßte, China, Indien, die großen Erdöl-Exporteure und Entwicklungsländer mit einzubeziehen. Zu den dringenden Fragen und zu den größten Herausforderungen, die die Politik heutzutage zu bewerkstelligen habe, zählt der Altbundeskanzler die Bewältigung von Ernährungs- und Energiefragen, wenngleich er der derzeit in den Medien immer wieder schlaglichtartig zum Thema Nummer Eins erhobenen Klimapolitik, die den ökologischen Gau als Horrorszenario beschwört, eine klare Absage erteilt. Wenn Schmidt die Debatte um die globale Erwärmung als reine Hysterie abtut heißt aber nicht, daß er diese Thematik zur randständigen Sache erklärt. Das Gegenteil ist der Fall, wenn er fordert, daß die Europäische Union es sich zur Pflicht machen muß, den CO 2 Ausstoß zu verringern. Ebenfalls betrachtet er die Erweiterung der Europäischen Union und die Einbeziehung der Türkei als nicht besonders geschickt. Das Ideal einer multikulturellen Gesellschaft bleibt für ihn eine Illusion von Intellektuellen.

    Schmidt, der 1918 in ärmlichen Verhältnissen geboren wurde und der die Zeit des Nationalsozialismus als Offizier erlebte, maßgeblich am demokratischen Neuaufbau der Bundesrepublik beteiligt war, ist ein Urgestein parlamentarischer Demokratie. Wie einst Hans Georg Gadamer zum lebenden Symbol einer ganzen Philosophieepoche wurde, ist Schmidt ein medialer Lichtpunkt unter den sonst so traurigen Politikgestalten. Der Politiker ist aus anderem Karat als Angela Merkel und Frank-Walter Steinmeier. Er ist ein Kämpfer, der auch unliebsame Maßnahmen für die Mehrheit der Bürger in Kauf nahm, einer, der immer wieder Themen wie Verantwortung, Gewissen und Vernunft glaubwürdig und ohne Emotionalität äußerte. Von allen Bundeskanzlern war er sicherlich der philosophischste, der auf die Kraft der Vernunft, der kritischen Vernunft, vertraute, die mit dem unbedingten inneren Gewissen gleich zu gehen habe. So nimmt es nicht wunder, daß ihm der Königsberger Kosmopolit Immanuel Kant zum Leitbild politischer Verantwortung wurde, denn von ihm übernahm er nicht nur das kategoriale Gebot sittlichen Handelns, das sich die selbstgesetzgebende praktische Vernunft auferlegt, sondern auch Kants Idee eines ewigen Friedens, den dieser als zu verwirklichendes Idealbild und politische Maxime seiner politischen Philosophie voranstellte. Daß die Realisierung dieser Idee nicht gegeben, sondern aufgegeben ist, daran hält auch Schmidt mit allem Nachdruck fest. Friedenssicherung war daher eine der politischen Leitlinien seiner Amtszeit, dies nicht und zuletzt auch resultierend aus seinen Erfahrungen an der Ostfront.

    Der römische Stoiker und Kaiser Marc Aurel, dessen Selbstbetrachtungen millionenfach gelesen wurden, war Schmidts Ratgeber in lebensweltlich brisanten Lebenssituationen, so im Zweiten Weltkrieg. Auch bei Aurel wird die alles bestimmende Vernunft zum absoluten Paradigma sittlicher Selbstbestimmung, sie erweist sich als das Beständigste in der Welt, denn ihr dringlichstes Gebot es ist, sich gegen die anstürmenden Leidenschaften und Gefühle zu behaupten. Gleichmut und Gelassenheit im Aufscheinen des Absurden diese Gelassenheit zu lernen und sich zu bewahren, darin wird Schmidt Aurel folgen. Bei allen Widrigkeiten des Lebens besteht, so Schmidt die Aufgabe, daß der Mensch verantwortlich für die Erfüllung seiner Pflichten ist. Ein bloßes anything goes bleibt ihm ein Greuel. Eine reine Gesinnung, die nicht auf die Folgen der Handlung abzielt, diese nicht kritisch beleuchtet und abwägt, lehnt er wie der Philosoph Hans Jonas ab. Es verwundert daher nicht, daß Schmidt sich als moralischen Politiker begreift, der, wie er selbst bekennt, viel von Max Webers einschlägiger Schrift Politik als Beruf aus dem Jahr 1919 gelernt hat. Leidenschaft, Verantwortungsgefühl und Augenmaß, Qualitäten, die Weber dem Idealbild des Berufspolitikers vorausgestellt hat, sind für Schmidt zu Tugenden geworden, zu Primärtugenden, die er gern um die drei Grundwerte der deutschen Sozialdemokratie, Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität, wie sie im Godesberger Grundsatzprogramm von 1959 verankert wurden, erweitert wissen will. Lautere Gesinnung verträgt sich nicht mit dem moralischen Anspruch des verantwortlichen Politikers, dem das eigene Gewissen oberste Instanz ist. Die Generation der 68er hat er damals als reine Gesinnungsethiker kritisiert.

    So heißt es bei Schmidt: Je mehr ein Politiker sich gesinnungsethisch von einer vorab fixierten Theorie oder Ideologie leiten läßt, je mehr er bei einer Entscheidung dem Machtinteresse seiner Partei folgt, je weniger er im Einzelfall alle erkennbaren Faktoren abwägt, desto größer ist die Gefahr von Irrtümern, von Fehlern und Fehlschlüssen. In jedem Fall trifft ihn die Verantwortung für die Folgen und oft genug kann die Verantwortung durchaus bedrückend sein. Eine gute Absicht oder eine lautere Gesinnung allein kann ihn von seiner Verantwortung nicht entlassen. Also muß der Politiker seine Vernunft anstrengen, um sein Handeln und dessen Folgen vor seinem Gewissen verantworten zu können. Deshalb empfinde ich Max Webers Plädoyer für die Verantwortungsethik im Gegensatz zur Gesinnungsethik immer noch als gültig.

    Über sein kritisch-distanziertes Verhältnis zur Religion und Religionsgeschichte, seine kritischen Äußerungen zum Christentum hat Schmidt nie einen Hehl gemacht. Gott gehört nicht ins Parlament. Was ihm die Religion an sich verbrämt, ist die erlebte Geschichte und die Frage Hiobs: Wie kann Gott das zulassen? Denn konnte der Krieg wirklich Gottes Wille sein? Und wieso hatte Gott den in meinen Augen größenwahnsinnigen Führer als Obrigkeit geduldet? Gerade vor dem Hintergrund seiner Kriegserfahrungen, des Holocausts, den Schmidt zu den grausamsten Verbrechen der Menschheitsgeschichte zählt, mag er sich nicht mit der Rechtfertigungslehre anfreunden und abfinden. So begreift er es auch als eine große Errungenschaft der Demokratie, daß Kirche und Staat getrennt sind, denn einer Instrumentalisierung der Religion zur Legitimation der Macht mißtraut Schmidt aus tiefstem Herzen, was ihm zum kritischen Imperativ führt, der da lautet: Mißtraue jedem Politiker, jedem Regierungs- oder Parteichef, der seine Religion zum Instrument seines Machtstrebens macht, und halte Abstand von allen, die eine auf das Jenseits orientierte Religion mit sehr diesseitigen politischen Interessen zu verbinden suchen. Um richtig zu handeln, bedarf es weder einer Religion noch einer christlich fundierten Ethik, wenngleich er auch betont, daß die moralischen Grundwerte der Demokratie ohne das Christentum undenkbar wären, sondern eben der gesetzgebenden Vernunft und dem inneren Gewissen als oberster Gerichtshof. Hier folgt er Kant, der sein Leben lang über die Grundwerte des Gewissens nachgedacht hat, ohne daß die Religion dabei eine Rolle spielte. Die im Grundgesetz verbriefte Unantastbarkeit der Würde des Menschen ist als Leitbild sittlichen Handelns richtungweisend und grundlegend. Auch plädiert Schmidt immer wieder für wechselseitige Toleranz. Wer diese mißachtet, verstößt gegen die Freiheit und Würde des Andersgläubigen. Auf die moralische Kraft der Religionen gerade im Kampf der verschiedenen Religionen und Zivilisationen, dem clash of civilizations Huntingtons gibt er wenig, auch dies wieder aus seiner eigen erlebten Geschichte heraus. So schreibt er rückblickend auf das Jahr 1945: Jedenfalls war 1945 der christliche Glaube bei weitem nicht so fest in der Seele des Volkes verankert, daß die Kirchen in der Lage gewesen wären, eine neue, moralisch fundierte Gesellschaftsordnung ins Leben rufen. Das hat sich bereits im Laufe der späten vierziger Jahre deutlich gezeigt und bedeutete für mich eine empfindliche Enttäuschung.

    Die Notwendigkeit der Toleranzausübung, des interreligiösen Dialoges, ist es dann, die Schmidt für das Projekt Weltethos des Tübinger Theologen Hans Küng emphatisch werden läßt. Diese Sympathie gegenüber dem Reformtheologen des Zweiten Vatikanischen Konzils veranlaßt Schmidt im Jahr 2007 dazu, die 7. Weltethosrede in Tübingen zu halten. Auch Schmidt bekennt, daß kein Zusammenleben auf unserem Globus ohne ein globales Ethos, daß kein Frieden unter den Nationen ohne Frieden unter den Religionen, daß kein Frieden unter den Religionen ohne Dialog zwischen den Religionen, daß kein Dialog zwischen den Religionen und Kulturen ohne Grundlagenforschung, daß kein globales Ethos ohne Bewußtseinswandel von Religiösen und Nicht-Religiösen möglich ist.

    Schmidt als Gewissen der Nation zu betrachten, ist keine Übertreibung. Auch in Krisenzeiten, wie der derzeitigen Wirtschaftsrezession, die von Schmidt lange schon vorausgesagt wurde, die sich mit Notwendigkeit aus einem uferlosen Raubtierkapitalismus ergeben mußte, behält Schmidt Überblick, benennt Fakten und führt keine Verschleierungstaktiken, wie die regierende Kanzlerin, die aufgrund ihres unentschlossenen Auftretens in der Rezession auch viele Wählerstimmen derzeit verliert. Schmidt war es, der einem rein am Profit sich orientierenden Kapitalismus anprangerte, der den finanziellen Kollaps der USA und die Probleme der Bundesrepublik Deutschland, des deutschen Absatzmarktes, frühzeitig diagnostizierte. Wenn wir alle anfangen Geld zu drucken, wie Schmidt in einem Interview betonte, ist die sich daraufhin abzeichnende Rezession eine notwendige Folgeerscheinung einer aus dem Ruder gelaufenen Finanzpolitik. So verwundert es nicht, daß er Verkehrsregeln für die Wirtschaft unter dem Dach des Internationalen Währungsfonds fordert.

    Für viele ehemalige DDR-Bürger war Schmidt immer eine Lichtgestalt, um dessen Gesundheitszustand 1981 gebangt wurde, als er aufgrund von Adams-Stokes-Anfällen zweimal wiederbelebt werden mußte. Um den westdeutschen Bundeskanzler hatte man hierzulande mehr Angst, als um die Gesundheitszustände jener kurzatmigen Gestalten des Politbüros. Schmidt konnte selbst aus der Ferne überzeugen, im Gegensatz zum autoritären Auftreten des vergreisten SED-Politbüros. Das Charakterbild, das Schmidt über Honecker zeichnet, wenn er ihn als verschüchterten und letztendlich uneigenständigen Politiker vorstellt, der weder über die gebotene Vernunft noch über ein gebotenes Freiheits- und Demokratieverständnis verfügt habe, teilten viele DDR Bürger.

    Schmidts politisches Geschick, seinen Argumenten mit Kraft Nachhaltigkeit zu verleihen, liegt nicht zuletzt daran, daß er ein glänzender Rhetoriker ist, der mit seinem breit gefächerten Allgemeinwissen nicht nur Zuschauer, sondern auch seine Leser begeistern kann. Er, der große Vorzeige-Intellektuelle, der präzise argumentiert, hat auch als älteres Semester seine Authentizität und seinen kühlen Charme nicht verloren, er ist ganz hanseatisch geblieben.

    Es scheint, daß sich sein Charisma im Alter noch verstärkt. Dabei ist der erfolgsverwöhnte Ex-Kanzler und Krisenmanager keineswegs bescheiden. Schmitt bilanziert kühl, Fehler der anderen kann er nicht verzeihen in dieser Beziehung ist er rigoros und eitel. Eigene Schwächen gesteht er ungern ein. Erst spät, wie er äußert, lernte er, daß er die Leistung der anderen Mitmenschen und Mitarbeiter in seinem Stab zu achten habe, daß ein Lob beflügeln kann. Auch räumt er ein, daß er während seiner Zeit als Bundeskanzler die großen Probleme der Gegenwart, die Globalisierung und die demographische Entwicklung, nicht ausreichend bedacht hat. Dies sei im nachhinein ein Fehler gewesen.

    Nunmehr hat er als Lebensrückblick sein politisches und persönliches Vermächtnis vorgelegt. Daß Ausser Dienst die Bestsellerlisten anführt, ist keineswegs verwunderlich, denn keiner prägte den Geist der Bundesrepublik neben Adenauer so wie Schmidt, all seine Publikationen, die er vor und nach seiner Amtzeit veröffentlichte, wurden millionenfach gelesen. Der erste und der fünfte Kanzler werden als Vorbilder auch die Seiten kommender Geschichtsbücher ausfüllen.

    Ausser Dienst ist aber mehr als eine Retrospektive, es ist gerade in Zeiten, wo eine Hiobsbotschaft die andere ablöst, wo das Jahr 2009 mit düsteren Prognosen angekündigt wird, von einem belebenden Optimismus. Schmidts Alterswerk ist keineswegs resignierend, sondern im höchsten Grade affirmativ. Was man von ihm lernen kann, und was das Buch so lesenswert macht, ist Vertrauen in die Zukunft. Krisen, so weiß der Manager Schmidt, sind Herausforderungen, ihnen Standzuhalten, Tugenden wie Loyalität, Solidarität und Zuverlässigkeit zu bewahren, ist nicht nur eine Pflicht für den Verantwortungsethiker, sondern diese gehören zur Selbstbehauptung des Politikers zwangsläufig dazu. Darin bleibt sich der Altbundeskanzler treu, der in einem Interview auf die ihm gestellte Frage, ob es das Amt des Bundeskanzlers gern ausgeübt hatte, antwortete: Eigentlich nicht sonderlich gern, nein, ganz dem römischen Staatsmann und Philosophen Marc Aurel verpflichtet. Auch die Goldene Regel, die sich schon bei Konfuzius findet, dessen Lehren er viel Aufmerksamkeit schenkt, verinnerlicht Schmidt wenn er schreibt: Ich soll mich so benehmen, daß die meinem Tun unterliegenden Prinzipien jederzeit von allen anderen auch akzeptiert werden können. Diese Maxime wurde für Schmidt stets zum Leitbild seiner Verantwortung als Moralist.

  53. Dewitt sagt:

    Interessant trotz Fehler
    Insgesamt fand ich das Buch sehr interessant, gut geschrieben und insbesondere hilfreich den Werdegang Europas zu verstehen. Leider ist mir ein gravierender Fehler aufgefallen, so wird von den Entführern der Landshut Maschine als islamistischen Terroristen geschrieben. Das ist schlichtweg falsch. Bei der Volksfront zur Befreiung Palästinas die sich für diese und andere Flugzeugentführungen verantwortlich zeichnet, handelt es sich um eine marxistisch linke (daher auch die Zusammenarbeit mit der RAF) Terrororganisation, die von einem christlichen Palästinenser gegründet und über Jahrzehnte geführt wurde. Da Altkanzler Schmidt zu dieser Zeit im Amt war, hätte ich doch erwartet, dass er zu unterscheiden weiß und nicht populistisch von islamistischem Terrorismus schreibt.

  54. Adolphina sagt:

    Sehr gute Bücher für weniger Geld
    Ich habe dieses Buch bei Ebay ersteigert, weil ich etwas Geld sparen wollte. Der Preis für einen Neukauf liegt bei 22.95 ?, ich habe einschließlich des Portos weniger bezahlt. Dieses Buch ist sehr gut erhalten war ein Weihnachtsgeschenk für meinen Mann, der ein großer Verehrer des Autors ist. Es gibt in diesem Fall nichts was mir nicht gefallen hat. mfg ziemsi

  55. Bonifatius sagt:

    Außer Dienst: Eine Bilanz
    Mit seiner Biographie gibt Helmut Schmidt einen beeindruckenden Ausblick über die Politik des vergangenen Jahrhunderts und seinen Lebensweg in dieser Zeit

  56. Geppert sagt:

    Hinter den großen Erwartungen zurück
    Als Österreicher bin ich auf den Politiker - vielleicht sogar Staatsmann - Helmut Schmidt durch den sehr gelungenen Film “Mogadischu” aufmerksam geworden. Seine darin geschilderte Art der Entscheidungen, sein strategisches Denken und Handeln waren Auslöser, mehr über ihn wissen zu wollen. Von “Außer Dienst” habe ich mir dann letztlich mehr erwartet, als man von und über ihn und vor allem über die allgemein zugängliche Berichterstattung bisher erfahren konnte. Es fehlen die ganz persönlichen Zugänge, die exemplarischen Nöte eines Staatenlenkers, die persönlichen Krisen, vielleicht auch etwas mehr über den Privatmann Schmidt. Das eine oder andere Aha-Erlebnis war sehr wohl gegeben und auch der eine oder andere Hinweis, den man jedem Politiker ins Stammbuch schreiben möchte. Indem sich das Buch schlüssig und gut liest, gibt es immerhin 3 Sterne.

  57. Gerwin sagt:

    Ein Mann der Mitte! Weise, Gebildet und Scharfsinnig
    Schon von Anfang an stellt der Altkanzler klar, dass es sich nicht um eine Biografie handelt, sondern vielmehr um eine Sammlung von Ansichten, Erfahrungen und Erlebnissen, die das Leben dieses außergewöhnlichen Mannes prägten.

    Er beschreibt die komplizierte und wechselhafte Geschichte Deutschlands und dessen Verhältnis zu seinen Nachbarn ebenso präzise und umfassend wie wichtige Themen der Weltpolitik.

    Besonders beeindruckend an Helmut Schmidt finde ich jedoch seine Fähigkeit überparteilich zu denken und zu urteilen. Er ist absolut über den Verdacht erhaben nur positiv über seine sozialdemokratischen Genossen zu urteilen und alle Anhänger der politischen Gegnerschaft abzuwerten.

    Teil dieser Einstellung ist auch die Akzeptanz und manchmal sogar Respekt für autoritäre und diktatorische Regimes. Zwar fühlt sich Schmidt immer der Demokratie und der Menschenrechte verpflichtet, doch weiß auch er, dass in vielen Länder die rechtsstaatlichen Maßstäbe, wie sie heute in Deutschland herrschen, nicht einfach zu verwirklichen sind.

    Sein Interesse an anderen Kulturen, besonders China und Länder des Nahen Ostens, sind ebenso bemerkenswert wie sein ökonomisches Verständnis.

    Er sieht sich selbst immer eindeutig als Sozialdemokrat und das Lob von den Christdemkraten, er wäre der richtige Mann in der falschen Partei, ist für ihn kein Kompliment sondern wird von ihm als Mißverständnis seiner politischen Rivalen interpretiert.

    Kritik äußert er ebenso gegenüber dem aufgeblähten Sozialstaat, wie den exzessiven Managerboni. Abgerundet wird das Buch noch durch seine geistig - philosophische Einstellung, auch im Bezug auf seinen christlichen Glauben.

    FAZIT: Dieses Buch hat mir einen großen Staatsmann nähergebracht. Der Altkanzler wäre für eine breite Schicht aus dem politischen Spektrum noch heute wählbar. Leider endete seine Regentschaft 8 Jahre zu früh… und so wurde ein anderer Helmut zum Kanzler der Einheit. Ein Verdienst zu dem Schmidt sicherlich auch beigetragen hat. Wenn für einen Politker das Prädikat “Mann der Mitte” vergeben werden sollte, dann für Helmut Schmidt.

  58. Claudia sagt:

    Ein Mann der Mitte! Weise, Gebildet und Scharfsinnig
    Schon von Anfang an stellt der Altkanzler klar, dass es sich nicht um eine Biografie handelt, sondern vielmehr um eine Sammlung von Ansichten, Erfahrungen und Erlebnissen, die das Leben dieses außergewöhnlichen Mannes prägten.

    Er beschreibt die komplizierte und wechselhafte Geschichte Deutschlands und dessen Verhältnis zu seinen Nachbarn ebenso präzise und umfassend wie wichtige Themen der Weltpolitik.

    Besonders beeindruckend an Helmut Schmidt finde ich jedoch seine Fähigkeit überparteilich zu denken und zu urteilen. Er ist absolut über den Verdacht erhaben nur positiv über seine sozialdemokratischen Genossen zu urteilen und alle Anhänger der politischen Gegnerschaft abzuwerten.

    Teil dieser Einstellung ist auch die Akzeptanz und manchmal sogar Respekt für autoritäre und diktatorische Regimes. Zwar fühlt sich Schmidt immer der Demokratie und der Menschenrechte verpflichtet, doch weiß auch er, dass in vielen Länder die rechtsstaatlichen Maßstäbe, wie sie heute in Deutschland herrschen, nicht einfach zu verwirklichen sind.

    Sein Interesse an anderen Kulturen, besonders China und Länder des Nahen Ostens, sind ebenso bemerkenswert wie sein ökonomisches Verständnis.

    Er sieht sich selbst immer eindeutig als Sozialdemokrat und das Lob von den Christdemkraten, er wäre der richtige Mann in der falschen Partei, ist für ihn kein Kompliment sondern wird von ihm als Mißverständnis seiner politischen Rivalen interpretiert.

    Kritik äußert er ebenso gegenüber dem aufgeblähten Sozialstaat, wie den exzessiven Managerboni. Abgerundet wird das Buch noch durch seine geistig - philosophische Einstellung, auch im Bezug auf seinen christlichen Glauben.

    FAZIT: Dieses Buch hat mir einen großen Staatsmann nähergebracht. Der Altkanzler wäre für eine breite Schicht aus dem politischen Spektrum noch heute wählbar. Leider endete seine Regentschaft 8 Jahre zu früh… und so wurde ein anderer Helmut zum Kanzler der Einheit. Ein Verdienst zu dem Schmidt sicherlich auch beigetragen hat. Wenn für einen Politker das Prädikat “Mann der Mitte” vergeben werden sollte, dann für Helmut Schmidt.

  59. Adolfina sagt:

    Bilanz und Ausblick
    Vorneweg: Bei Helmut Schmidts neuestem Werk “Außer Dienst” handelt es sich nicht um eine Biografie, sondern eher um lose verknüpfte Erinnerungen mit Betrachtungen der Zukunft. Und trotzdem oder vielleicht gerade deshalb ist “Außer Dient” eines der lesenswertesten politischen Bücher der letzten Jahre.

    Dabei ermahnt Schmidt die heutige Politikergeneration zur Moral, wirft einen Blick auf die Mächte der Zukunft USA und China. Vergisst dabei aber nicht die EU. Und immer wieder gelingt dem Altkanzler der kluge Rückblick auf die Vergangenheit und deren Verflechtungen mit den heutigen Herausforderungen.

  60. Vinzenez sagt:

    Bilanz und Ausblick
    Vorneweg: Bei Helmut Schmidts neuestem Werk “Außer Dienst” handelt es sich nicht um eine Biografie, sondern eher um lose verknüpfte Erinnerungen mit Betrachtungen der Zukunft. Und trotzdem oder vielleicht gerade deshalb ist “Außer Dient” eines der lesenswertesten politischen Bücher der letzten Jahre.

    Dabei ermahnt Schmidt die heutige Politikergeneration zur Moral, wirft einen Blick auf die Mächte der Zukunft USA und China. Vergisst dabei aber nicht die EU. Und immer wieder gelingt dem Altkanzler der kluge Rückblick auf die Vergangenheit und deren Verflechtungen mit den heutigen Herausforderungen.

  61. Archard sagt:

    Helmu Schmidt
    nicht besonders interessant geschrieben, entspricht teilweise auch nicht den fakten, wichtiges fehlt komplett

  62. Vanja sagt:

    Schmidt at its best…
    Die Bilanz eines langen Politikerlebens. Das Buch zeigt, dass bei Helmut Schmidt die grauen Zellen auch mit über 90 noch bestens funktionieren. Lesenswert!

  63. Franz sagt:

    sehr informativ
    hallo an alle

    dieses buch kann man nur allen empfehlen

    gut geschrieben man kann richtig” mitgehen”

    es ist auch für absolut jedes alter verständlich,

    mit großer u.wachsender begeisterung gelesen.

    und auch hier wieder das wohl unvermeidliche lob an amazon(wie davor schon erwähnt)

    schon beschrieben)

    gruß sabine

  64. Bob sagt:

    sehr informativ
    hallo an alle

    dieses buch kann man nur allen empfehlen

    gut geschrieben man kann richtig” mitgehen”

    es ist auch für absolut jedes alter verständlich,

    mit großer u.wachsender begeisterung gelesen.

    und auch hier wieder das wohl unvermeidliche lob an amazon(wie davor schon erwähnt)

    schon beschrieben)

    gruß sabine

  65. Asta sagt:

    Peter Ustinov der Politik
    In diesem Buch teilt uns Helmut Schmidt seine Sicht der politischen Bühne der Vergangenheit und Gegenwart mit. Man muss mit seinen Ansichten (z.B. Atompolitik, multikulturelle Gesellschaftsentwicklung) nicht immer konform gehen, der offene und pragmatische Umgang mit sozialen, wirtschaftlichen und weltpolitischen Fragen machen Helmut Schmidt mit seinen Kommentaren auch nach seinem Ausstieg aus der aktiven Politik zu einem wichtigen und wertvollen Teil der Öffentlichkeit. Beeindruckend ist auch die Eigenschaft, eigene Fehler einzugestehen und die Analyse mit interessierten Lesern und Zuhörern zu teilen. Das Buch geht, wie in anderen Rezensionen bereits beschrieben, nicht in die Tiefe, gibt aber einen guten Überblick über viele Fragen, die politisch interessierte Menschen beschäftigen. Für mich ist das Werk ein fundierter Beitrag zur persönlichen Meinungsbildung.

  66. Rodhlann sagt:

    Peter Ustinov der Politik
    In diesem Buch teilt uns Helmut Schmidt seine Sicht der politischen Bühne der Vergangenheit und Gegenwart mit. Man muss mit seinen Ansichten (z.B. Atompolitik, multikulturelle Gesellschaftsentwicklung) nicht immer konform gehen, der offene und pragmatische Umgang mit sozialen, wirtschaftlichen und weltpolitischen Fragen machen Helmut Schmidt mit seinen Kommentaren auch nach seinem Ausstieg aus der aktiven Politik zu einem wichtigen und wertvollen Teil der Öffentlichkeit. Beeindruckend ist auch die Eigenschaft, eigene Fehler einzugestehen und die Analyse mit interessierten Lesern und Zuhörern zu teilen. Das Buch geht, wie in anderen Rezensionen bereits beschrieben, nicht in die Tiefe, gibt aber einen guten Überblick über viele Fragen, die politisch interessierte Menschen beschäftigen. Für mich ist das Werk ein fundierter Beitrag zur persönlichen Meinungsbildung.

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