Blood River: Ins dunkle Herz des Kongo (Tim Butcher)

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11 Kommentare zu „Blood River: Ins dunkle Herz des Kongo (Tim Butcher)“

  1. Alois sagt:

    Eine Reise ohne aus dem Haus zu gehen
    Dieser Reisebericht ist fantastisch, auch wenn man sich über die Historie der D.R.Kongo nicht bewußt ist. Ich war begeistert das jemand so mutig war in dieser Zeit dies doch noch recht gefährliche Land zu besuchen, geil. Ich fühlte mich als wäre ich am Ufer des Kongos umgeben von Stechmücken, Schwüle und natürlich Kongolesen.Anbei sind schöne Bilder, Vergleiche mit Menschen die den selben Weg gegangen sind, mit einer anderen Intervention, bringen einem die Geschichte dieses beeindruckenden Landes näher. Es sollte mehr so unkomplizierte, unterhaltsame, aktuelle Berichte geben,wäre ich ein Mann würde ich mich sofort auf den selben Weg machen, aber als Frau wird dieser Weg wohl noch eine Weile unerreichbar bleiben.Super Tim Butcher, nice one.

  2. Wjatscheslav sagt:

    Spannend und erschreckend zugleich
    Tim Butcher war als Afrikakorrespondent des Daily Telegraph ein Nachfolger des legendären Afrikaforschers Henry M. Stanley. Vor diesem Hintergrund kam er auf die Idee, Anfang des 21. Jahrunderts die Congo-Expedition Stanleys nachzuahmen.

    Das Problem: nach jahrzehntelangem Bürgerkrieg herrscht im Congo absolute Anarchie, und die Reise ist für den modernen Reisenden im Zweifel noch gefährlicher und unvorhersehbarer als die Originalexpedition.

    Wo sonst auf der Welt gibt es die Situation, das Enkelkinder ungläubig den Geschichten ihrer Großeltern über Technik und Zivilisation lauschen, die die Kinder nie erlebt haben…

  3. Kalwa sagt:

    take care
    ich hab’s auf englisch gelesen und mit weniger bildern und die schwarz-weiss: das schadet eher nicht: buch ist gut (sehr gut), aber besser man liest sowas nicht in der glanzpapier-farbbild-fassung: die geilheit auf abenteuer-lese von regionen der welt, die von der gier niedergeritten sind nimmt genau in dem masze zu, wie das leben im abendland sich abschottet, reglementiert wird, und orwells 1984 um lichtjahre toppt… . butcher hat viel riskiert und hält sich meist englisch-spröde im verhältnis zur potentiellen auschlachtung des ‘objektes’ - das ist sehr angenehm und hilfreich.

    take care 1: da müsste man mal aufräumen, gell? :nix kapieren ist für den ohnehirnpinsel immer möglich.

    take care 2: liest sich sehr gut am pool und ersetzt wunderbar den thrill, der dem it-angestellten-leben fehlt. fördert also abstruser(?)weise das reihenhaus und die allgemeine gleichschaltung (worüber wiederum th. bernhard lachen und weinen würde.)

    take care 3: wenn sie’s gut finden, dann überlegen sie sich mal, was sie selber so leben, nicht leben lassen, und wieviel einfalt und glaube(!) in all dem, was sie leben steckt.

    take care 4: logisch, so moralischer schmarren ist unmodern, fahrmer weiter….

  4. Reiner sagt:

    Reise in die Abgründe des Herzens Afrikas
    Der Journalist Tim Butcher beschließt auf den Spuren des Afrikaforschers Stanley Zaire von Ost nach West zu durchqueren. Um den Kongofluss zu erreichen, muss er erst Provinzen durchqueren, die seit mehr als vierzig Jahren in einem Zustand der dauernden Rebellion sind, wo Kannibalismus so real sind wie damals im 19. Jahrhundert und sich niemand hin traute, aus Angst aufgefressen zu werden. Und selbst wenn er dann den Fluss erreicht haben sollte, hätte er noch immer 2500 km flussabwärts, um den Atlantik zu erreichen. Eine Strecke, auf der es keine offiziellen Verkehrsverbindungen mehr gibt. Es stellte sich dann heraus, dass die Reise noch viel Nerven aufreißender sein würde als er es sich je vorstellen konnte.

    Man muss dazu wissen, dass Zaire seitdem die Kolonialmacht das Land in den sechziger Jahren verlassen hat, immer weiter heruntergewirtschaftet wurde. Die gesamte Infrastruktur, Eisenbahn, Straßen, Fähren, Schifffahrt ist zusammengebrochen und ganz gleich welche Etappe des Weges man wählt, sie ist nicht nur abenteuerlich sondern auch gefährlich, weil marodierende Banden das Land durchstreifen, die eine Spur des Terrors und der Verwüstung hinter sich lassen. Was der Autor vor hat und durchführt ist tollkühn. Seine Reise unterscheidet sich nicht viel von den Reisen, die Forschungsreisende im 19. Jahrhundert in diesem Gebiet unternommen haben.

    Butcher hat einen angenehmen Schreibstil, er neigt nicht zu Übertreibungen. Das hat er gar nicht nötig. Die Geschehnisse sprechen für sich. Er versteht die politischen und wirtschaftlichen Hintergründe, die Zaire zu dem gemacht haben, was es jetzt ist. Da wird nichts beschönigt. Die Weißen haben das Land ausgebeutet, aber auch aufgebaut, damit die Ausbeutung vorangetrieben werden konnte. Die Schwarzen haben Land und Menschen noch viel mehr ausgebeutet und dabei den Ruin noch viel mehr vorangetrieben. Die Menschen haben keine Perspektive, ihr Herz ist gebrochen und verroht.

    Das Gebiet das Stanley für den belgischen König Leopold in Besitz nahm, wurde Zeuge von dem ersten Genozid der Neuzeit, als Millionen von Kongolesen zu Tode geknechtet wurden, damit die unstillbaren Bedürfnisse ihrer weißen Herrscher befriedigt werden konnten. Und seit der Unabhängigkeit haben weiterhin fremde Mächte mit dem Kongo herumgespielt, die Bodenschätze ausgebeutet und die strategische Position ausgenutzt, ohne dass auf die Befindlichkeiten der leidenden Bevölkerung Rücksicht genommen wurde. Zu jedem Zeitpunkt ihrer blutigen Geschichte haben Fremde die Kongolesen als Untermenschen betrachtet, die es nicht wert sind so behandelt zu werden wie man es für sich selber erwartet hätte.

    Der Autor trifft auf seiner Reise immer wieder Augenzeugen von Massakern, Vergewaltigungen, Plünderungen und anderen Verbrechen. Der sicherste Platz für einen Kongolesen ist der Wald, in den er flüchtet, wenn Marodeure wieder einmal das Dorf heimsuchen. Und auch Butcher findet gefallen an der Wildnis, die so viel wohnlicher ist als die trostlosen Dörfer und zerfallenen Städte. Es gibt bei Butcher auch keine peinlichen Verbrüderungsszenarien oder Okkultorgien wie z.B. bei Hanlon. Butcher geht es um Menschlichkeit und Vernunft, um Aufbauhilfe für die Kongolesen, damit sie zu einem menschenwürdigen Leben finden.

    Die Kriege bewirkten, dass es nur noch zwei Optionen gab für einen Kongolesen. Vorher gab es Schulen, ein funktionierendes Transportsystem und ein Gesundheitswesen. Aber das war alles zerstört so dass man nur noch zwei wirkliche Möglichkeiten hatte - einer Kirche beizutreten, das war nämlich die einzige verbliebene Organisation, die eine Bildung und einen Weg nach oben ermöglichte oder man trat einer der Milizen bei, um vom Krieg zu profitieren.”

    Der Zusammenbruch des Staates brachte also mit sich, dass die Leute entweder auf die Mildtätigkeit von Außen vertrauten oder auf die Gewalt.

    Aber die Hauptlektion, die ich auf meinem Zug durch das Zentrum Afrikas lernte,” schreibt der Autor, war, dass der wertvollste Vermögenswert, den man dem Kongo wegstahl, die Souveränität der Bevölkerung war.”

    Bevor Stanley und die Weißen herrschten, hatten die Kongolesen einen Sinn für lokale Machtausübung. Die Gesellschaft war stammesgemäß und die Autorität lag in den Händen der Dorfhäuptlinge. Kein Häuptling konnte es sich leisten über den Willen seiner Untergebenen hinwegzusehen. Entscheidungen wurden zumindest teilweise im Einverständnis mit ihnen getroffen. Dann kamen die Weißen, nahmen ihnen alle Souveränität weg und gaben sie nie wieder zurück.

    Einer der größten Fehlschlüsse über die weiße Herrschaft in Afrika war, dass, als sie endete, die Macht an die Schwarzen zurückgegeben worden wäre.”

    Stattdessen wurde sie von einer verkommenen Elite an sich her gerissen, die zwar in der Öffentlichkeit behauptete, im Interesse der Allgemeinheit zu handeln, tatsächlich aber nur ihre eigenen Interessen vertraten. In Zaire war es Mobutu, der die Pflichten eines Staatsoberhaupts gegenüber seinem Volk ignorierte. Diktaturen und undemokratische Regime verbergen ihre eigene niederträchtige Verwaltung und Bestechlichkeit, indem sie für sich allein Souveränität beanspruchen. Sie ummanteln sich mit diesem Anspruch, um jedem Außenstehenden das Recht absprechen zu können, dass er sich einmischen dürfte oder sie zur Rechenschaft ziehen könnte.

    Ich kann dieses Buch nur jedem empfehlen. Es schließt eine Lücke im Verständnis dieser Region und der Probleme des schwarzen Kontinents. Es ist zugleich ein spannendes Reisebuch durch eine der entlegensten und unzugänglichsten Gegenden dieser Erde. Aber versuchen Sie nicht, auf seinen Spuren zu wandeln!

  5. Cliff sagt:

    Eine atemberaubende Reise durch den Kongo
    Tim Butcher ist keinen Moment langweilig. Ich bewundere seinen Mut zu dieser heute gefährlichen Reise, auf den Spuren Stanley’s. Sein umfassendes geschichtliches Wissen, welches er dabei weitergibt, hilft die jetzige Situation besser zu verstehen. Ich habe wundervolle Jahre von 1962-1964 mit meiner Famile in Kinsha verbracht, als man noch einigermaßen gefahrlos reisen konnte. Bei Butcher’s Erlebnissen am Kongofluß kam so etwas wie Heimweh in mir auf.Blood River: Ins dunkle Herz des Kongo

  6. Leo sagt:

    Eine atemberaubende Reise durch den Kongo
    Tim Butcher ist keinen Moment langweilig. Ich bewundere seinen Mut zu dieser heute gefährlichen Reise, auf den Spuren Stanley’s. Sein umfassendes geschichtliches Wissen, welches er dabei weitergibt, hilft die jetzige Situation besser zu verstehen. Ich habe wundervolle Jahre von 1962-1964 mit meiner Famile in Kinsha verbracht, als man noch einigermaßen gefahrlos reisen konnte. Bei Butcher’s Erlebnissen am Kongofluß kam so etwas wie Heimweh in mir auf.Blood River: Ins dunkle Herz des Kongo

  7. Romeo sagt:

    blood river
    Schade, dass das Buch offensichtlich nicht mehr ohne weiters zu haben ist. Ich habe es geschenkt bekommen und gerade zu Ende gelesen und finde es absolut spannend und lesenswert, - für jeden der sich für den afrikanischen Kontinent interessiert!!! Leider ist die Übersetzung nicht toll und die sprachliche Überarbeitung hätte sicher besser sein können, aber nichtsdestotrotz schreibt Tim Butcher unglaublich fesselnd - einerseits sehr persönlich und andererseits gibt er viele differenzierte Einblicke in die Komplexität der Verhälnisse im Kongo.

    Das Buch läßt sich lesen wie ein Krimi, und dabei erfährt man nebenbei ein Menge über die Geschichte und die ökonomisch-politischen Verstrickungen dieses riesigen zentralafrikanischen Landes.

    Kein literarisch hochwertiges Werk, aber ein absolut super spannender und interessanter Reisebericht!

  8. Hektor sagt:

    take care
    ich hab’s auf englisch gelesen und mit weniger bildern und die schwarz-weiss: das schadet eher nicht: buch ist gut (sehr gut), aber besser man liest sowas nicht in der glanzpapier-farbbild-fassung: die geilheit auf abenteuer-lese von regionen der welt, die von der gier niedergeritten sind nimmt genau in dem masze zu, wie das leben im abendland sich abschottet, reglementiert wird, und orwells 1984 um lichtjahre toppt… .

    butcher hat viel riskiert und hält sich meist englisch-spröde im verhältnis zur potentiellen auschlachtung des ‘objektes’ - das ist sehr angenehm und hilfreich. die lektüre macht mehr realität sichtbar als man glaubt.

  9. Zenobia sagt:

    take care
    ich hab’s auf englisch gelesen und mit weniger bildern und die schwarz-weiss: das schadet eher nicht: buch ist gut (sehr gut), aber besser man liest sowas nicht in der glanzpapier-farbbild-fassung: die geilheit auf abenteuer-lese von regionen der welt, die von der gier niedergeritten sind nimmt genau in dem masze zu, wie das leben im abendland sich abschottet, reglementiert wird, und orwells 1984 um lichtjahre toppt… .

    butcher hat viel riskiert und hält sich meist englisch-spröde im verhältnis zur potentiellen auschlachtung des ‘objektes’ - das ist sehr angenehm und hilfreich. die lektüre macht mehr realität sichtbar als man glaubt.

  10. Anton sagt:

    Spannend und erschreckend zugleich
    Tim Butcher war als Afrikakorrespondent des Daily Telegraph ein Nachfolger des legendären Afrikaforschers Henry M. Stanley. Vor diesem Hintergrund kam er auf die Idee, Anfang des 21. Jahrunderts die Congo-Expedition Stanleys nachzuahmen.

    Das Problem: nach jahrzehntelangem Bürgerkrieg herrscht im Congo absolute Anarchie, und die Reise ist für den modernen Reisenden im Zweifel noch gefährlicher und unvorhersehbarer als die Originalexpedition.

    Wo sonst auf der Welt gibt es die Situation, das Enkelkinder ungläubig den Geschichten ihrer Großeltern über Technik und Zivilisation lauschen, die die Kinder nie erlebt haben…

  11. Fidelia sagt:

    Spannend und erschreckend zugleich
    Tim Butcher war als Afrikakorrespondent des Daily Telegraph ein Nachfolger des legendären Afrikaforschers Henry M. Stanley. Vor diesem Hintergrund kam er auf die Idee, Anfang des 21. Jahrunderts die Congo-Expedition Stanleys nachzuahmen.

    Das Problem: nach jahrzehntelangem Bürgerkrieg herrscht im Congo absolute Anarchie, und die Reise ist für den modernen Reisenden im Zweifel noch gefährlicher und unvorhersehbarer als die Originalexpedition.

    Wo sonst auf der Welt gibt es die Situation, das Enkelkinder ungläubig den Geschichten ihrer Großeltern über Technik und Zivilisation lauschen, die die Kinder nie erlebt haben…

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