“…und ich war nie in der Schule”: Geschichte eines glücklichen Kindes (André Stern)

Hier kaufen und weitere Informationen…

Schlagworte:

21 Kommentare zu „“…und ich war nie in der Schule”: Geschichte eines glücklichen Kindes (André Stern)“

  1. Suleima sagt:

    Für alle anregend
    Ein interessantes Buch, das einen Beitrag zur heutigen Schuldiskussion leistet. Es bringt die Leser zum Nachdenken.

    Diese originell und gelungen gestaltete Geschichte zeigt aus erster Hand und auf einzigartige Weise, wie ein Kind, das keinen Zwängen unterworfen ist, ganz individuell seine Interessen und Talente entwickelt und verfolgt.

    Dieses Buch ist ein bewegendes Zeugnis für die wunderbare Kraft der Freiheit und ihrer Unterstützung durch die Eltern.

  2. Gerard sagt:

    Habe mehr erwartet…
    Das Buch hat einen interessanten Titel, doch nach den ersten gelesenen Seiten hatte ich das Gefühl, dass er doch lieber wenigstens ein paar Jahre in der Schule hätte verbringen sollen. Wenigstens um zu lernen, wie man eine Geschichte -in diesem Fall das Buch- ordentlich gliedert. Der Gesamteindruck des Buches ist für mich unorganisiert. Der Preis für das Buch ist zu hoch angesetzt, auch wenn es sich um eine gebundene Ausgabe handelt.

  3. Eberhard sagt:

    Außergewöhnlich

    Es ist eine supergute Beschreibung, wie ein Mann sein Leben erlebte. Dass Andre seine Geschichte, seine Familie so klar darstellte ist für jeden Erzieher, Lehrer und für alle Eltern lesenswert.

    Denkt doch jeder ohne Schule geht es nicht, sollte er begreifen, dass die Eltern im Prinzip am Wichtigsten für ein gelingendes Leben sind.

    Begabungen so zu Leben und verfolgen, fünf Sprachen lernen,

    seine musikalisches Interesse sind erfolgekrönt. Er lernte aus eigenem Antrieb und konnte immer seine Neigungen ausleben, mit Erfolg !!!

  4. Della sagt:

    denn mein leben ist lernen
    ist der titel eines buches,welches schon vor etwa zehn jahren recht ausführlich leben und lernen in der familie stern vorstellte.

    und obwohl somit mancherlei von dem was andre stern in seinem eigenen buch beschreibt nicht neu ist, bin ich doch wieder beeindruckt von der beschriebenen art und weise sein leben sowohl als kind als auch erwachsener weitestgehend selbstbestimmt und frei zu gestalten.

    die essenz des buches ist meines erachtens nach in einem kleinen gewaltigen nebensatz zu finden : “ich habe mich nie irgendwo aus versehen wiedergefunden, sondern immer aus passion” (S.166). - welcher mensch kann das schon allen ernstes von sich und seinem, wie auch immer ‘erfolgreichen’, leben behaupten ?

    P.S. jemandem, der mit dem buch gut etwas anfangen kann, empfehle ich noch zusätzlich ‘das teenager befreiungs handbuch’ von grace llewellyn .

  5. Gian-Marco sagt:

    kann man sich sparen
    Dieses Buch ist der selbstverliebte Erguss eines Menschen, dem Mutter und Vater alle Steine aus dem Weg des Lebens geräumt haben. Nach der Lektüre dieses Buches ist man mehr denn je davon überzeugt, dass es besser für die Lebenstüchtigkeit eines Menschen ist, wenn er neben einer Förderung im Elternhaus auch noch von anderen Menschen mit geprägt wird und auch mit den Unbillen des Lebens schon als Kind konfrontiert wird.

    Schade, ich hätte mir deutlich mehr Substanz von diesem Buch erhofft.

  6. Elia sagt:

    Mut andere Wege zu gehen
    Dem Autor Andre` Stern gelingt es mit einfachen Worten

    und einem sehr schönen Erzähl-Stil seine Geschichte mit uns zu teilen.

    Eine Geschichte, die Mut macht auch ungewöhnliche Wege zu gehen. Er zeigt sehr glaubwürdig auf, wie Wertvoll es ist an das kreative Potential in uns und vor allem in unseren Kindern zu glauben und dem zu Vertrauen.

    N. Costantini Diplom Pädagogin

  7. Bjorn sagt:

    Ein Lob für alle Mutigen, die ihren Kindern Freilernen ermöglichen
    Wir erleben hier die Geschichte eines jungen Menschen, sehr feinfühlig und stimmig geschrieben, unterteilt in nachvollziehbare Themen und Kapitel. Insbesondere haben uns der Respekt und die Achtsamkeit, die allen Tätigkeiten und Beschäftigungen gewidmed werden fasziniert und begeistert. Auch die allgegenwärtige Präsenz von Musik und Tanz als harmonisches und verbindendes Element im Leben ist mehr als erfrischend.

    Für uns, als Eltern mit freilernenden Kindern, ist ein solcher Bericht Balsam und eine wertvolle Unterstützung auf unserem Weg

  8. Aurel sagt:

    Das ist die erstrebenswerte Lösung…
    Lieber André Stern,

    ich habe Sie in einer Wiederholung der Talk-Runde Nachtcafe gesehen. Fasziniert von Ihren Schilderungen aus Ihrem Leben habe ich mir gleich Ihr Buch bestellt. Gestern kam es bei mir an und ich habe es gleich ausgelesen. Hier meine persönliche Sicht dazu:

    Ein ganz dickes fettes DANKE dafür. Ihre Geschichte hat mich berührt und fasziniert.

    Meine Kindheit war durchsetzt von physischer und psychischer Gewalt. Der einzige Ort, wo ich mich damals wohlfühlte, war die Schule. Ich konnte gut lernen. Somit hatte ich niemals Probleme mit dem Lehrer in unserer Zwergenschule. Gleichwohl bemerkte ich bereits als Schülerin, dass der Lehrer an Schülerinnen und Schülern, die mit dem Lernen nicht so gut klar kamen, Gewalt anwandte. Das bedrückte mich auch sehr, zumal davon auch meine beste Freundin betroffen war.

    Später fiel mir auf, dass aus den Schülerinnen und Schülern, die nicht so gut lernen konnten, auch was Vernünftiges geworden ist, wie zum Beispiel auch Handwerksmeister.

    Sehr jung bekam ich mein erstes Kind. Ein Sohn. Ich bekam ein Buch über Summerhill in die Hand. Mein Kind sollte nunmehr antiautoritär erzogen werden. Das gestaltete sich allerdings für mich als junge Frau mit haufenweise miserablen Konditionierungen als nicht immer einfach. Mein Hauptleitsatz war, Kinder brauchen Liebe und Güte.

    Nach drei Jahren kam mein zweiter Sohn.

    Die Schulzeit war der blanke Horror. Meine Kinder waren nunmehr freier erzogen, als andere und passten nicht sehr gut in das Schulbild. Sie stellten die aufgestellten Regeln in Frage. Ich musste mehrmals zu Klassenkonferenzen wegen irgendwelcher unsinnigen Angelegenheiten.

    Der erste Sohn ist mit einem Fachabitur vom Gymnasium entlassen worden. Der zweite ohne höheren Abschluss von der Hauptschule. Ich war froh, als dieser Krampf vorbei war.

    Der älteste Sohn hatte sich bereits noch während der Schulzeit selbständig gemacht in der Computerbranche. Er hat sein Wissen und Können gleichzeitig mit dem Beginn der Homecomputerzeit entwickelt. So, wie ich konnte, habe ich ihm immer wieder die Neuerungen auf dem Computermarkt gekauft. Seit ca. zwei Jahrzehnten hat er nun eine eigene Firma, und bildet selber Lehrlinge aus.

    Der zweite Sohn war im Wald tätig, um Bäume zu fällen, bei einem Maurer, Anstreicher, Dachdecker, Tiefbau, Schweißer, und noch einiges andere. Nirgendwo konnte er die Lehre machen. Es scheiterte immer an den Regeln und unsinnigen Anweisungen, die ein Lehrling ausführen musste. Auch er hat sich irgendwann selbständig gemacht und hat heute eine erfolgreiche Firma.

    Heute hat er sehr viel davon, dass er ein paar Monate in den verschiedensten Berufen war. Entscheidende Fertigkeiten hat er dort, trotz Probleme mit Gesellen, die ihre Machtspielchen trieben, in wenigen Monaten gelernt, die hilfreich für seinen Betrieb sind. Die 3jährige Lehrzeit ist somit Verschwendung, wenn man in dem Beruf nicht bleiben möchte.

    Mein ältester Sohn wollte damals mit 12 nicht mehr in die Schule gehen, weil dort alles so unsinnig ist. Ich musste ihm sagen, dass wir hier in Deutschland die Schulpflicht haben, und er daher gehen müsse. Das fand er zwar nicht gut, hat aber gemerkt, dass da nichts zu machen ist.

    Irgendwo in meinem tiefsten Inneren habe ich immer gespürt, dass das Schulsystem völlig daneben ist. Das Kinder gebremst, statt gefördert werden. Gespräche mit Schülern, die heute die verschiedensten Schulen besuchen, bestätigen mir das immer wieder.

    Nach dem Lesen Ihres Buches ist mir klar geworden, wie die Lösung aussieht. Natürlich bin ich auch genau wie Sie der Meinung, dass man nicht einfach so die Schule abschaffen kann. Aber die Form des Zusammenlebens Ihrer Familie, Freunden und verschiedenen Bekannten ist überhaupt die Form, die ein friedliches Zusammenleben für die gesamte Menschheit zur Folge haben würde.

    Ich habe immer an dem Satz überlegt, wo kämen wir denn hin, wenn jeder machen würde, was er wollte (vorwurfsvoll). Mein Diskussionsbeitrag war immer, wenn jeder machen würde, was er wollte, dann wäre er friedlich. Er arbeitete nach seinen Vorlieben und Neigungen und würde mit seinem eigenen Ding die Gesellschaft bereichern. Das ist es, was ich immer innerlich gefühlt habe. Sie können sich sicherlich gut vorstellen, dass ich mit dieser Ansicht alleine war.

    Ich selber habe mir nie die Bremse im Kopf gemacht, dass man nicht immer alles lernen kann, was man möchte. 2006 habe ich mit der Ölmalerei angefangen. Seit Jahren schaue ich mir die Natur an und verschiedene andere Motive und habe immer gedacht, das müsste man doch malen können. Im zweiten Schuljahr hatte mal eine Lehrerin zu einem gemalten Bild von mir gesagt: Was ist das schon, so toll ist das nicht. Konditioniert auf Lob und Tadel war das für mich ein ganz schrecklicher Tag. Ich hatte mir für diesen Baum, den ich gemalt hatte, richtig Mühe gegeben. Er sah total echt aus. Und der Akt des Malens hatte mir damals viel Spaß gebracht. Von da an habe ich nicht mehr gemalt. Meine Aussage war immer: Ich kann leider nicht malen.

    Mit diesen Schilderungen wollte ich Ihnen sagen, dass durch meine Erlebnisse, Hinterfragen und Lesen von tausenden Büchern, (was allerdings erst viel später bei mir anfing als bei Ihnen, weil ich ja in die Schule musste, Lehre machen musste, und erst die Arbeit, dann das Vergnügen machen musste ;o), erspürt habe, dass es was anderes geben muss.

    Die Fragen, die Ihnen immer wieder gestellt werden, stellen sich mir überhaupt nicht. Ich habe immer nach einer Lösung gesucht für das Schuldilemma.

    Das Lebensmodell Ihrer Familie ist für mich eindeutig die Lösung. Ich würde es für die gesamte Menschheit mit offenem Herzen annehmen.

    Sagen Sie Ihren Eltern von mir auch ein dickes fettes Danke.

    Ich wünsche Ihnen weiterhin, ein glückliches Kind zu sein. Ihrer gesamten Familie mit Freunden und Bekannten wünsche ich alles Liebe und Gute dieser Welt.

  9. Tiberius sagt:

    Furcht oder Vertrauen
    Ein einfaches Buch, dass sehr lesbar und angenehm leicht ist, da sich jeder mit der Geschichte in irgendeiner Form identifizieren kann. Entweder man nimmt eine Haltung pro Andre als Kind ein oder tut dies nicht, weil man die Idee als Gesamtes nicht nachfühlen kann oder will.

    Und das ist es worum das Buch eigentlich geht. Es ist zwar “nur” die Beschreibung des möglichen Lebens einer Person und die Absicht der Eltern und die vielen kleinen Details seines Alltags aber in Wirklichkeit rührt in uns, das Dogma, das lange Jahre unangetastete und nicht hinterfragte Paradigma, dass ein Kind am Besten ausschliesslich in der Schule lernen könne und müsse.

    Und nun sind Eltern vor die innere Frage gestellt, ob sie diesem Dogma mit Furcht oder mit Vertrauen ihrem eigenen Kind gegenüber stehen. Hier spricht ein Mensch, der zeigt, dass die Natur des Lebens selber einen Weg für jeden von uns bereit hält.. und dieser Weg ist nicht willkürlich und er führt definitiv nicht zu asozialem Verhalten oder Analphabethismus, wie auch die vielen Fallbeispiele im Buch: “Denn mein Leben ist lernen.” aufzeigen.

    Viel mehr existieren seriöse wissenschaftliche Daten (z.B. Vera von Birkenbihl), die beweisen, dass unsere Schulen nicht den optimalen Weg für die Entwicklung des Gehirns bedeuten, ja, dass sie sogar schädlich sein können und effektiv das Lernen und Denken beeinträchtigen, da Menschen sehr viel unterschiedlicher sind, als eine Schule heute sein kann. Die Gleichrichtung der Schule ist kontraproduktiv und das zeigt dieses Buch am echten Leben, wenn man liest, wie unbeschwert Andre war und wie viel Motivation er stets hatte (und noch hat!), wenn er sich ein neues Gebiet erschliessen wollte.

    Das Buch stärkt den Mut derjenigen, die schon lange mit dem Gedanken spielen, dass etwas für den Weg ihrer Kinder verändert werden müsse. Es ist für die Menschen, die den Mut haben gegen einen Strom zu schwimmen, der in die falsche Richtung fliesst und es ist für die Menschen die nicht grundsätzlich alles schon wissen und mit einer vorgefertigten Meinung durchs Leben gehen. Einer vorgefertigten Meinung, die sie gar nicht selber entwickelt, sondern vom vorgegebenen System übernommen haben.

    Das Buch beschreibt, dass wenn man ein Kind nicht zwingt und nicht gleichrichtet und ihm nicht permanent Bewertungen aufdrängt (auch keine Bravo Bravo gut gemacht Aussagen der Eltern); es seinen Weg sehr wohl selbt bestimmt und dabei sehr viel mehr lernen wird, weil seine Motivation stets voll da ist.

    Das Buch ist ein Apell an das Vertrauen unseren Kindern gegenüber.

  10. Eberhard sagt:

    Leben ist Lernen!
    Von Andre Sterns Leben zu lesen, hat mich sehr ermutigt und mich auf meinem Weg als Mutter von Freilernern (11, 8, 4) unterstützt. Noch immer ist es dieses unser Leben ohne Schule, welches die Menschen meiner Umgebung am meisten irritiert und auch in mir selbst manchmal (wenn auch immer seltener) Zweifel hochkommen lässt.

    Andre Stern zeigt an seinem Beispiel, dass es auch ohne Schule geht - und nicht nur das: in seinem Buch spürt man die Lebendigkeit und Wirklichkeit, Selbstverständlichkeit, Natürlichkeit, die Liebe und Schönheit des Lebens eines ohne Zwang und Druck aufgewachsenen Menschen, der seinen Interessen folgen durfte.

    Besonders hilfreich fand ich auch das letze Kapitel, in welchem Andre auf die ihm häufigsten gestellten Fragen antwortet.

    Für alle Menschen, die das Thema interessiert und die Vertrauen in von Liebe begleitetes, natürliches Wachstum haben.

  11. Bart sagt:

    Befreiend!
    Es ist befreiend für mich André Sterns Bericht zu lesen und bestätigt meine innerste Überzeugung:

    Die Tatsache, dass (fast) alle dasselbe tun - nämlich ihre Kinder auf eine Schule schicken - heißt noch lange nicht, dass dies die einzige oder sogar beste Möglichkeit ist! Für viele mag die Schule der richtige Weg sein und dann ist es auch gut so. Aber es gibt auch eine andere Möglichkeit: Bedingungsloses Vertrauen ins Leben, in dieses kleine Menschenkind, das so unendlich wissensdurstig zu uns auf die Welt kommt. Wenn wir diesem Kind unsere Liebe und unser Vertrauen schenken, seine Interessen wahrnehmen und ihm die Möglichkeit geben, diesen Interessen nachzugehen, dann kann das geschehen, was André Stern in seinem Buch beschreibt: dass da ein glücklicher Mensch heranwächst, der sein Leben nicht in “Arbeit und Freizeit”, nicht in “Vor- und Nachteile” zu unterteilen braucht, weil er erfüllt ist von dem, was er tut und sein Leben liebt; ein Mensch, der nicht vergleicht, abwertet und anderen seine Sicht der Welt überstülpt; ein Mensch, der durch sein Leben unsere Welt wohl ein Stückchen lebenswerter macht, in dem Sinne wie André Stern am Schluss seines Buches schreibt: “Wer seine Überzeugungen respektiert, in vollem Bewusstsein eigene Entscheidungen trifft, seine Einzigartigkeit achtet und seine Zukunft selbst in die Hand nimmt, trägt implizit mehr zum Fortschritt der Welt und der Entstehung neuer Paradigmen bei als diejenigen, die versuchen, die Massen zu indoktrinieren.”

    Ich wünsche allen Familien, die ihre Kinder auf eine so liebevolle und individuelle Art und Weise aufwachsen lassen wollen, dass sie den Mut haben, dies auch umzusetzen - selbst wenn der Rest der Welt es anders macht!

  12. Konrad sagt:

    André Stern: “… und ich war nie in der Schule”
    Endlich ist sie da: die Geschichte eines erfolgreichen und glücklichen Menschen, der sich selbst bilden durfte und diesen Prozess genau beschreibt.

    Das knapp 200 Seiten umfassende Buch des Parisers André Stern ist kürzlich beim Zabert Sandmann Verlag erschienen. Das Werk ist in drei Teile gegliedert. Zuerst stellt der Autor seine Eltern und deren familiäre Umgebung vor. Im mittleren Teil berichtet er detailliert über seinen selbstbestimmten Bildungsweg. Zum Schluss rundet er sein Buch mit den Antworten auf Fragen ab, die ihm während seiner Vorträge am häufigsten gestellt werden.

    Durch die genauen Erklärungen und Illustrationen hat der Leser den Eindruck, die Entwicklung André Sterns aus der Nähe zu verfolgen. Aufgrund der sehr vielfältigen parallelen und miteinander verwobenen Interessen des Autors in den verschiedenen Abschnitten wird die Chronologie seines Lebens den Themen untergeordnet. Der Leser merkt, dass manche Bereiche, etwa Musik, den Autor sein Leben lang begleiten, mit anderen hingegen beschäftigt er sich nur kurze Zeit.

    Seine Eltern waren aufmerksame Begleiter und stets präsent, ohne aufdringlich zu sein oder Druck auszuüben. Das Vertrauen in die Entwicklung ihres Sohnes hat ihnen erlaubt, ihren eigenen Weg zu gehen und dabei ihre Kinder gegebenenfalls einzubeziehen. Die nicht besonders wohlhabende Familie hatte zahlreiche Kontakte zu anderen Menschen sowie ein ausgeprägtes kulturelles Interesse. An manchen Stellen wird angemerkt, was die Eltern nicht gemacht haben, nämlich ihren Sohn in eine von ihnen bestimmte Richtung zu weisen. Sie haben seine Aktivitäten mit Anteilnahme verfolgt und unterstützt.

    Stern erwähnt immer wieder, wie die Impulse aufkamen, sich in ein Thema zu vertiefen. Manchmal waren es nebensächliche Kleinigkeiten, an denen er Feuer fing. Um bestimmte Interessen zu verfolgen, musste er selten lange warten, bis er das richtige Material oder die richtige Person gefunden hatte. Auffällig ist die Zuversicht, dass seine Wünsche in Erfüllung gehen werden: Er ließ sich nie entmutigen, wenn etwas nicht klappte.

    Stern beschreibt und analysiert seine Lernprozesse ziemlich detailliert. Es ist kaum zu glauben, dass er sich noch so gut daran erinnert, wie und was er damals gelernt hat. Dazu merkt er zum Schluss an: Ein lebendiges, frei erworbenes Wissen erlischt oder erstarrt nicht. Ich habe nichts von dem vergessen, was ich so energisch gelernt habe.

    Alles in allem bekommt der Leser den Eindruck von einer harmonischen Familie, in der ein aufrichtiges Interesse am Anderen besteht. Durch sein selbstbewusstes Auftreten, und sein ernsthaftes Engagement wurde André Stern selbst in jungen Jahren auch außerhalb der Familie als Gesprächspartner auf gleicher Höhe empfunden. Er durfte wirklich von Anfang an ein Mensch sein. Er fand stets Leute, die ihn mit Freude in seinem Vorhaben unterstützten und sich geehrt fühlten, einem so jungen Menschen zu helfen. Heute noch wenden sich Verwandte an ihn, wenn sie einen Rat beim Autokauf brauchen ein Bereich, den er sich vor sehr vielen Jahren erarbeitet hat. Seine heutigen beruflichen Aktivitäten sind so vielfältig wie seine Themenauswahl damals war und immer noch ist. Sie bewegen sich im künstlerischen Rahmen. Tatsächlich wird die Kreativität bei der Beschäftigung mit den im Leben spontan aufkommenden Themen besonders gefördert. Manche werden einwenden, dass auch routinemäßige Aufgaben ausgeführt werden müssten. Es sei unmöglich für die Gesellschaft, wenn alle Menschen Künstler würden. Die Vorstellung, Arbeit müsse anstrengend sein und der Spaß käme danach, ist sehr verbreitet und fest.

    Das Buch liest sich schnell, weil es lebendig und spannend geschrieben ist. Wie der Autor in der Einführung erwähnt, handelt es sich nicht um eine Biographie: Er beschränkt sich auf seinen Bildungsweg. Insgesamt entsteht ein Bild eines glücklichen und erfolgreichen Menschen, der von Anfang an mit Verantwortung und Unterstützung gelebt hat und auf ein weites Netzwerk von hilfsbereiten Menschen zurückgreifen kann. Eine Ausnahme? Ein Hochbegabter? Beides verneint Stern. Ein Beispiel, wohin ein Leben in Freiheit führen kann.(Eva Formaggio)

  13. Raino sagt:

    KEIN Beitrag zur Schuldiskussion!!
    Lieber Andre!

    Es gibt Kinder, die nicht in einem multikulturellen, kosmopolitischen, intelektuellen Milieu aufwachsen.

    Es gibt Kinder, die nicht mit ihrer Mutter Vorlesungen an der Universität besuchen, die nicht von ihren Eltern Musik-, Fotografie-, Tanzkurse … bezahlt bekommen.

    Es gibt Kinder, die nicht einfach Fachzeitschriften abonnieren können, deren Väter nicht wertvolle Bücher mit nach Hause bringen, die weder eine Spielzeugeisenbahn, noch Legotechnik oder Gitarren zuhause vorfinden.

    Es gibt Kinder, die sich nicht daheim eine Dunkelkammer einrichten können, deren Eltern keinerlei pädagogische Ausbildung haben.

    Seien Sie Ihren Eltern dankbar für die unendlich privilegierten Möglichkeiten, die sie in ihrer Kindheit hatten. Schreiben Sie meinetwegen ein Buch darüber.

    ABER verkaufen sie dieses Buch nicht als “Beitrag zur Schuldiskussion”. Das ist in einem hohen Maße unseriös!!! Ihre Sozialisation ist mit all den Privilegien, die sie hatten, kein gangbarer Weg für die Mehrheit!

    Ich habe das Buch nur deswegen gekauft, weil ich an der Schuldiskussion interessiert bin. Daher bin ich maßlos enttäuscht.

  14. Diana sagt:

    Dieses Buch ist ein Geschenk !
    Als ich dieses Buch gelesen habe, stieg meine Begeisterung von Seite zu Seite und ein tiefes Gefühl des Verstehens beginnt… Gerade die letzten Seiten, in denen die Eltern von André Stern und er selbst nochmal zu Wort kommen, finde ich besonders wertvoll. Es erinnert mich von der Grundaussage an das Buch aus den 70er Jahren von Jean Liedloff “Auf der Suche nach dem verlorenen Glück”.

    Die Selbstverständlichkeit, ein Kind in seiner individuellen Einzigartigkeit zu akzeptieren und zu fördern, auf Stärke aufzubauen, und nicht auf Schwäche … das ist meines Erachtens nach der Schlüssel in einer Eltern/Kind Beziehung. Dieses unerschütterliche Vertrauen in das Lerntempo des Kindes … dass es z.B. schon Lesen und Schreiben lernen wird, aber eben alles zu seiner Zeit, beeindruckt mich. Der Leistungsdruck in unserem Schulsystem, die “Auslese”, die schon in der Grundschule stattfindet (wer schafft es auf ein Gymnasium, wer nur zu Hauptschule)- kann für Kinder extrem demotivierend sein. Warum legen Eltern fest, was aus ihren Kindern werden soll? Schon sehr früh werden diese kleinen Menschen in eine Rolle gepresst: Man trainiert, coacht, treibt sie in eine bestimmte Richtung, die den Eltern entspricht, aber entspricht das auch dem Wesen des Kindes??

    Junge Eltern sind in Alarmbereitschaft, wenn das kleine Kind mit 8 Jahren noch nicht flüssig lesen und schreiben kann; chnell wird eine Lernschwäche diagnostizert…mit diesem “Stempel” verliert manches Kind das Vertrauen in sich selbst. Ist ein Kind “auffällig” aktiv, bekommt es die Diagnose ADHS und das “kranke” Kind wird mit dem Medikament “Ritalin” gedoped.

    Was ist los mit den Eltern, die nicht mehr ihren natürlichen Instinkten vertrauen, die ihnen doch sagen, wie sie ihr Kind vertrauensvoll “begleiten” und “leiten” sollen …

    Deshalb ist dieses Buch von André Stern ein wertvoller Beitrag für Eltern, Lehrer und Pädagogen… vielleicht einen Weg zurück zum “Urvertrauen” zu finden.

    Sandra Schuster-Böckler-www.diestimmenunsererkinder.de

  15. Maria sagt:

    … und ich hab mich noch nie so angesprochen gefühlt
    Wer die Zufriedenheit dieses Kindes André Stern spüren möchte, tut gut daran dieses Werk zu lesen …

    Eine berührende Schilderung vom Kind sein dürfen, von der Offenheit der Eltern ihrem Kind gegenüber, vom Zulassen der ursprünglichen kindlichen Neugierde, dem selbständigen Forscherwesen im Kind, dem natürlichsten Weg zu lernen(!!) und dem uneingeschränkten Sein dürfen … ohne sich jemals die Frage der gesellschaftlichen Erlaubnis zu stellen.

    Eine Erzählung, die den Leser auf Abwege und andere Möglichkeiten bringt, als sie in unserer vorgegebenen gesellschaftspolitischen Struktur für alleingültig gehalten werden!

    Petra

  16. Sigfried sagt:

    Kinder fliegen von alleine
    Dieses Buch erreichte mich kaum über den Intellekt, es berührte von Beginn an auf der Herzensebene. Es wurde mir schmerzhaft bewusst, wie die Enge meiner Erziehung Spontaneität, Kreativität und Lebensfreude einengte. Wie mir heute, mit 73 Jahren, beim Lesen dieses Buches die Tränen kamen über das in meiner Kindheit verlorene Potential.

    Dieses Buch ist jedem zu empfehlen, der den Mut hat, unser so genanntes Erziehungssystem in Frage zu stellen.

  17. Lara sagt:

    Geschichte eines Individualisten
    Der Autor wurde auf eine sehr spezielle Weise erzogen: Ohne Schule durfte er seinen Interessen selbst nachgehen. Seine Eltern haben ihm Lernmaterialien bereitgestellt, ohne ein Programm oder Lernstoff festzulegen.

    Aus reiner Neugierde konnte sich André so eine Menge Fähigkeiten selbst beibringen: Technik, Musik, Gitarrenbau usw. Als Kind bekam er die Chance, wie ein Student zu lernen, und er hat diese Chance genutzt. Seine Eltern vermittelten ihm unter privilegierten Bedingungen alles was nötig ist, um Spitzenleistungen zu erbringen:

    - Zeit: Um in ein Thema wirklich einzudringen, braucht man reichlich Zeit

    - Ruhe: Zur Konzentration ist zeitweise Abgeschiedenheit nützlich

    - Gute Lernmaterialien: je besser die Lehrer, Bücher und Werkzeuge, desto besser die Ergebnisse

    - Dinge richtig machen oder bleiben lassen, keine Oberflächlichkeit zulassen

    - Aufgeschlossenheit gegenüber anderen Menschen und neuen Themen, ständige Lernbereitschaft

    Natürlich zahlt er dafür auch einen Preis, auch wenn er das selbst vielleicht nicht so sieht:

    - für ein konventionelles Berufsleben ist er verdorben, er ist halt mehr Wildschwein als Hausschwein

    - seine Kompromisslosigkeit dürfte normale Menschen in seiner Umgebung gewaltig nerven

    - er kann sich nicht hineinversetzen in Leute, die gewöhnliche Probleme haben, weil er sie nicht hat

    Manche ärgern sich über den Autor, weil er ihnen zu elitär und arrogant vorkommt und weil sie ihm unterstellen, er wolle seinen persönlichen Weg als Lösung für alle verallgemeinern. Doch das beansprucht er nicht, er berichtet nur von seinen eigenen Erfahrungen. André Stern ist hoffnungslos unpolitisch. Er hat von Schule wirklich keine Ahnung. Ahnung hat er stattdessen von seiner eigenen, individuellen Lernmethode, und er freut sich verständlicherweise über seine Erfolge.

    Schulpolitisch sitzt der Autor zwischen allen Stühlen:

    - Konservative freuen sich über seinen individualistischen Ansatz, seine konservative, bildungsbürgerliche Orientierung und seine Ignoranz für gesellschaftliche Fragen - gleichzeitig ärgern sie sich über seinen bockigen Unwillen, sich unterzuordnen

    - Linke freuen sich über seinen Anarchismus und seine Kritik an einer autoritären Erziehung - ärgern sich aber seine 100%ig individuelle Herangehensweise, die eine politische Diskussion so gut wie unmöglich macht

    Als “Beitrag zur Schulpolitik” ist das Buch somit nicht zu gebrauchen, das beansprucht der Autor auch nicht für sich. Das Buch ist nicht mehr und nicht weniger als die Autobiographie von jemandem, der von Kind auf selbstbestimmtes Lernen gewohnt ist. Es zeigt, welche Stärke in dieser Lernmethode liegt.

  18. Amabel sagt:

    Authentisch wachsen
    Dieses Buch zu lesen, war für mich ein wirkliches Geschenk.

    André Stern beschreibt in einer leichtfüßigen, oft poetischen Sprache eindrücklich, wie es gelingen kann, ein Kind in seiner Entwicklung so zu stärken, dass es ein großes Selbst-Vertrauen und Bewusstsein in und um seine eigenste authentische Kraft und Wesensart entwickelt. Ein Buch, das einen Weg aufzeigt, wie Kinder in ihrer Persönlichkeitsbildung gefördert werden können, ohne Wertung und Bevormundung wie es den meisten Erziehungsversuchen zu eigen ist.

    Ein Gegenentwurf scheint hier auf: Eine Alternative zu Leistungsdruck und dem “Schneller, höher, weiter” - Trend, der teilweise bereits in der Erziehung von Kleinstkindern stattfindet.

    Ein Buch, das Mut macht und einen Weg aufzeigt, wie Menschen an ihre authentische Kraft herangeführt werden können, um ein im eigentlichsten Sinne reiches Leben zu führen.

  19. Berenger sagt:

    …beinahe ein Märchen
    Vor ein paar Wochen habe ich die letzten Seiten in André Sterns Buch gelesen und zum zweiten Mal hat mich diese Geschichte tief berührt. Das erste Mal ist schon bald 10 Jahre her, als ich über die Sterns in Olivier Kellers Denn mein Leben ist lernen” gelesen habe. Diese Geschichte, Andrés Geschichte liest sich wie ein Märchen für mich, seine Hingabe und seine Passion, sein Dasein sind etwas Großes.

    Was ich besonders schön finde ist, dass Andrés Eltern keine Schule daheim gemacht haben. Sie haben ihre beiden Kinder beobachtet und sie nicht nur gesehen, sondern auch gehört und auf ihre Vorlieben und Interessen, auf ihre Pläne und ihre Ideen mit Freude und eigenem Forschungsdrang reagiert. Diese Präsenz der Eltern ist meiner Meinung nach eine wunderbare seltene Gabe.

    Ich habe mich persönlich intensiv mit den verschiedensten Richtungen der Pädagogik auseinandergesetzt, da ich Lehrerin bin und wahrscheinlich deshalb bin ich wirklich beeindruckt von den Lernprozessen, die André so leicht, so selbständig und zur richtigen Zeit gemacht hat, Lernprozesse, die an seinen wirklichen Bedürfnissen orientiert waren und bestimmt immer noch sind. Genau dieses Erleben wünsche ich mir für meine Kinder, nein für alle Kinder…

    Und doch passieren diese Lernprozesse nur sehr selten in der Schule. Andrés Buch wird den Weg meiner Kinder nicht ändern, sie werden ziemlich sicher zur Schule gehen, für mich ist sein Buch aber ein Schlüssel, das System Schule endlich endlich zu verändern! Liebe LehrerInnen, lest dieses Buch und ihr werdet über euren Unterricht nachdenken müssen!

    Als ich fast am Ende des Buches angelangt war, dachte ich mir, was ist mit den Kindern, deren Eltern gewalttätig, drogensüchtig, verzweifelt und krank sind? Und dann lese ich André Sterns Meinung dazu, er schreibt: es ist ein individueller Weg. Eigentlich ganz einfach. Für mich ist aber dennoch klar, dass möglichst allen Kindern ein Lernweg geboten werden sollte, der ihnen gerecht wird und an ihren Bedürfnissen orientiert ist. Vielleicht müssen wir daran glauben, damit Veränderungen geschehen können… Ich wünsch es mir.

    Andrés Geschichte ist wunderbar, sie zu lesen macht glücklich…

    Evi Hagen

  20. Tabea sagt:

    Glücklich ohne Schule - Andre Stern und Rafael Sion machen es vor
    Interessant ist, wenn man Andre Stern und Rafael Sion vergleicht, dass Rafael durch das deutsche Schulpflichtgesetz gezwungen wurde in die Schule zu gehen

    und in Frankreich man sich dem entziehen kann ohne Bußgelder oder Misshandlungen und Drohungen zu ernten wie Rafael Sion. Andre schreibt daher nichts neues und Rafael kam ihn da schon

    zuvor, aber dennoch äußerst wichtig zu erkennen, wie leicht es gehen kann oder wie schwer, wenn man in einer falschen Familie hineingeboren wird. Andre blieb das alles erspart…

    Andres Eltern hatten immer Vertrauen zu ihren Kindern, aber wenn das nicht der Fall ist, weil das Verstehen der Eltern fehlt, dann machen Kinder eine Hölle durch.

    Andre Stern bezeichnet sich selbst nicht als Schulfeind Nr.1 aber Rafael Sion wird immer in rebellischer Weise dieser Feind sein bzw. deklariert dazu. Der eine beschreibt den leichten Weg mit viel Unterstützung seitens der Familie und Geschwister um privat und beruflich sich etablieren zu können und der andere Autor beschreibt den Höllenweg zum Paradies, der ohne Schulzeugnisse, Schulausbildung sich den Lebensunterhalt bitter erkämpfen muss. Beide Autoren beschreiben sehr gut die Möglichkeiten und Fähigkeiten, die aus so einem Leben resultieren.

    Ich kann nur empfehlen, beide Autoren zu lesen….

  21. Frederic sagt:

    Anre´Stern -Bericht
    Dieses Buch, das noch nicht so lange auf dem Markt ist, erwarb ich zu einem Drittel des Buchoriginalpreises. Es kam in ausgezeichnetem Zustand hier an. Besonders gefiel mir, daß es aus einem Nichtraucherhaushalt stammt! Diese Angabe ist immer von Vorteil und sollte mehr Beachtung finden bei der Einstellung von Büchern! Alles hat wunderbar geklappt, wie bisher von ebay-Verkäufern gewohnt.
    Befremdet hat mich im Zusammenhang mit d i e s e m Buch “und ich war nie in der Schule, daß sog. Sofortverkäufe den Originalpreis plus Porto verlangen, da komme ich ja teuerer weg, als wenn ich in die Buchhandlung gehe. Na, ich glaube mal, darauf wird auch niemand bieten….

Kommentieren

Sie müssen angemeldet sein, um kommentieren zu können.