Vatikan AG: Ein Geheimarchiv enthüllt die Wahrheit über die Finanz- und Politskandale der Kirche (Gianluigi Nuzzi)

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29 Kommentare zu „Vatikan AG: Ein Geheimarchiv enthüllt die Wahrheit über die Finanz- und Politskandale der Kirche (Gianluigi Nuzzi)“

  1. Aljoscha sagt:

    Endlich Klarheit
    …für viele, die schon immer hinter die Kulissen einer der größten und mächtigsten “AG”`s der Welt blicken wollten. Auf Polit-und Finanzebene erfährt man hier Erstaunliches. Ebenso erstaunlich wie empfehlenswert wäre in diesem Zusammenhang Das Geheimnis des Schöpfers: Erschaffe dein Leben neu!für jene, die nach all den harten, kühlen Fakten den Glauben an eigene wie universelle Kräfte verloren zu haben schienen und deshalb Erbauung benötigen.

  2. Sevim sagt:

    Die kriminelle Finanzwelt des Heiligen Stuhls
    Ein aufsehenerregendes Buch voller Fakten, die dokumentieren, mit welcher Scheinheiligkeit der Vatikan sein Glaubensimperium, das durch die aktuellen Missbrauchsenthüllungen ins Wanken gerät, diktatorisch regiert. Der bewundernswert mutige Autor Gianluigi Nuzzi hatte Zugang zu Tausenden von bisher unveröffentlichten Dokumenten des Heiligen Stuhls, die Licht in die Jahrzehnte langen Verdunklungsstrategien bringt und die Ströme von Schmiergeldern offenlegt, die durch die Vatikanbank IOR (Institut für die Werke der Religion) geschleust wurden. Es ist der unverhüllte Blick hinter die Kulissen eines kriminell betriebenen Finanzsystems der Heiligen Römischen Katholischen Kirche.

    Ich selbst erinnere mich noch sehr gut an den Morgen des 18. Juni 1982 in London, wo ich damals nahezu wöchentlich war. Von der Blackfriars Bridge (”Brücke der schwarzen Mönche”) herab baumelte ein korpulenter, kleiner Mann in eleganter Kleidung über der Themse. Um seinen Hals hing ein rötliches Seil. Die Polizei fand Ziegelsteine, Tausende Dollar und einen gefälschten Pass in den Taschen des Toten. Der italienische Konsul identifizierte ihn als Roberto Calvi, auch als der Bankier Gottes” bekannt. Der Präsident des Mailänder Geldinstituts Banco Ambrosiano alias die “Bank der Priester” hatte Selbstmord begangen - befanden die Polizei in London und die Justiz in Mailand. Doch nun urteilte ein Schwurgericht in Rom: Roberto Calvi wurde ermordet. Zugleich sprachen die Richter fünf Verdächtige aus Mangel an Beweisen frei. Eines der großen Rätsel Italiens bleibt vorerst ungelöst. Calvis Fall verbindet bis heute viele Mächte und Mysterien des Landes: die Hochfinanz, die Politik und die Mafia, die Geheimdienste, den geheimen Freimaurer-Verband “Loge Propaganda 2″ und den Vatikan. Sie alle pflegten Kontakte zum Chef des Banco Ambrosiano, sie profitierten von ihm, und er profitierte von ihnen. Den Staatsanwälten zufolge soll Calvi Abermillionen der Cosa Nostra über sein Geldinstitut gewaschen haben. Mit der Vatikanbank IOR und deren damaligem Leiter, dem zwielichtigen amerikanischen Erzbischof Paul Casimir Marcinkus (1922 - 2006), betrieb er waghalsige Geschäfte in Italien und Lateinamerika. Wenn ich singe, stürzt der Vatikan ein”, soll er vor seinem Tod gesagt haben. Politiker schmierte er kräftig, und die Mitgliedschaft in der Geheimloge bewirkte, dass seine eigenen Geschäfte lange wie geschmiert liefen. Dem Banco Ambrosiano kam das alles nicht zugute. Es ging kurz nach Calvis Tod in Konkurs. Es war die größte Bankenpleite der italienischen Geschichte.

    Offensichtlich hatte der Bankier Gottes” Unsummen für eigene Zwecke abgezweigt. Als er 1982 in London abtauchte, stand ihm das Wasser längst bis zum Hals. Der Selbstmord an der Themse erschien da folgerichtig. Doch die Zweifel wollten nicht weichen. 1998 wurde Calvis Leiche exhumiert. Die Gerichtsmediziner befanden: Der Banker wurde erdrosselt und danach ein Selbstmord fingiert. Überläufer der Cosa Nostra sagten aus, die Mafia habe sich an Calvi gerächt, weil er ihr Geld schlecht und treulos verwaltet habe. Zudem habe der Mann einfach zu viel über die Machenschaften der Mächtigen gewusst.

    Ende der achtziger Jahre schien mit dem Crash der Ambrosiano-Bank, der rätselhaften Ermordung Roberto Calvis und Michele Sindonas und dem Rückzug von Erzbischof Marcinkus aus der Leitung des IOR der Schlussstrich unter ein unrühmliches Kapitel der Vatikanbank gezogen. Marcinkus, ein enger Vertrauter von Papst Johannes Paul II., musste auf Druck der Regierung Italien verlassen und ging nach Sun City/Arizona, wo er den Rest seines mit Golfspielen verbrachte.

    Man glaubte und hoffte, in der Finanzwelt des Vatikans sei wieder Ruhe und Ordnung eingekehrt. Das Buch “VATICANO S.p.A.” erschien erstmals im Mai 2009 und kam für die Kirchenhierarchie wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Von den Medien wurde es bewusst monatelang totgeschwiegen und dennoch wurden innerhalb von 6 Monaten 11 Auflagen gedruckt. Im Apostolischen Palast wurde über das brisante Buch gesprochen, aber niemand gab es zu, es gekauft zu haben. Die Kardinäle schickten ihre Pförtner in die Buchhandlungen, und viele trugen das Buch bei ihrer Rückkehr in den Vatikan in unauffälligen weißen Plastiktüten.

    Nur eins von vielen Beispielen: unter dem Vorwand der Wohltätigkeit wurde im Steuerparadies der British Virgin Islands die “St. Francis of Assisi Foundation” gegründet, über die Milliardenbeträge ihren Weg in undurchsichtige Kanäle machten.

    Die Kirche lebt von Reichtum und Glanz, viele ihrer Gläubigen in kaum zu beschreibender Armut. Der amtierende Papst Benedikt XVI. führt einen erkennbar aufwendigen und luxuriösen Lebensstil - Jesus würde das Kombinationsmodell aus abstrakt-metaphysischer Theologie und einem raffinierten, kriminell betriebenen Finanzsystem als Missbrauch seiner Frohen Botschaft aufs Schärfste verurteilen und die Kirchenfürsten fristlos entlassen.

    Das Buch von Gianluigi Luzzi kommt zur rechten Zeit, wo in allen Bereichen des Lebens das Licht der Wahrheit die Dunkelheit zu durchdringen versucht. In seiner Bergpredigt sagte Jesus: “Ihr könnt nicht beiden dienen: Gott und dem Mammon!” (Matthäus 6, 24)

    Roland R. Ropers

    Religionsphilosoph & Publizist

  3. Caja sagt:

    Geldwäsche hinter den vatikanischen Mauern?
    Die Entstehungsgeschichte dieses Buches, das wochenlang die italienische Bestseller-Liste dominierte, liest sich wie ein Teil eines Thrillers. Renato Dardozzi (1922-2003) nahm über 20 Jahre lang an den geheimen Sitzungen der engsten päpstlichen Mitarbeiter teil, weil er in dieser Zeit eine leitende Position in der Verwaltung der Kirchenfinanzen innehatte. Offenbar lebte er in einem schweren Konflikt zwischen Treue und Gewissen, denn er schaffte in dieser Zeit umfangreiches Material beiseite, das die unglaublichen Machenschaften der Vatikanbank (IOR, Instituto per le Opere di Religione, dt.: Institut für die Werke der Religion) bewies. Er lagerte dieses Archiv im Keller eines Tessiner Bauernhauses und verfügte, dass es nach seinem Tode dem Autor dieses Buches zufallen solle. Dieser brachte es dann nach Italien zurück, schrieb im Geheimen und zeigte das Manuskript erst einige Tage vor der Veröffentlichung einem der Bosses des IOR, der daraufhin leichenblass wurde.

    Der Autor wird nicht müde zu betonen, dass sich sein Buch nicht gegen den Heiligen Stuhl richtet, sondern gegen die Sünder in der Vatikanbank. Angesichts des Handelns von Paul VI., der Todesumstände von Johannes Paul I. und der folgenlosen Kenntnisse seines Nachfolgers über die Machenschaften des IOR, lässt sich der Heilige Stuhl jedoch nur schwer aus dem Geschehen heraushalten. Es ist Benedikt XVI. zu verdanken, dass ein klarer Schlussstrich gezogen wurde, für den dieses Buch der Anlass war. Insofern hat es der katholischen Kirche letztendlich genutzt.

    Nachdem 1968 die Kapitalerträge des Vatikans wieder der Besteuerung durch den Italienischen Staat unterworfen wurden, hatte die Kirche auf einen Schlag eine Milliarde Euro (nach heutigem Wert) nachzubezahlen. Daraufhin beauftrage Paul VI. einen Geistlichen und einen der Mafia nahe stehenden Laien enorme Beträge ins rettende Ausland zu transferieren. Damit und mit einigen in diesem Zusammenhang stehenden Todesfällen beginnt das Buch. Wenig später erfahren wir, dass das IOR bis 1. Januar 2010 wie eine Offshore-Bank mitten in Europa gewirkt hatte. Sie war unkontrollierbar und stand außerhalb der Gesetze Italiens und der EU. Auf diese Weise konnten nicht nur fromme Spender, sondern auch merkwürdige Stiftungen, die es in Wirklichkeit gar nicht gab, Nummernkonten errichten, Geld in bar einzahlen und dann zum Beispiel in die Schweiz transferieren. Für eines dieser Konten war der mehrmalige italienische Regierungschef Andreotti zeichnungsberechtigt, dessen enge Beziehungen zur Mafia inzwischen kein Geheimnis mehr sind.

    Darüber hinaus entwickelte der damalige Chef des IOR eine raffinierte doppelte Buchführung, die es gestattete, dass auch Gelder von Konten der Kirche zweckentfremdet nutzbar gemacht werden konnten. Schließlich wurde das IOR zu einer riesigen Geldwaschanlage für Schmiergelder im italienischen Politsumpf. Was bereits auf den ersten hundert Seiten dieses Buches zu lesen ist, steht in einem solch krassen Widerspruch zu den Moralpredigten der katholischen Kirche, dass man es kaum glauben will. Selbst als 1992 italienische Staatsanwälte der Geldwäsche auf die Spur kamen, blockierte der Vatikan die Ermittlungen in seiner Bank wo immer er konnte oder gab verzerrt nur so viel preis, wie nötig war. Andererseits führten die weltlichen Ermittlungen zu einem Machtkampf im Vatikan, der sich langsam wenigstens zugunsten einer inneren Aufarbeitung im IOR entschied.

    Doch selbst als der Vatikan auch noch nach der Schmiergeldaffäre immer wieder durch das IOR und sein merkwürdiges Geschäftsgebaren in Schwierigkeiten kam, blieb er bei seiner Geheimniskrämerei nach außen. Über einige dieser Baustellen berichtet der Autor am Ende des ersten Teils des Buches. Dort erfahren wir auch, dass die Päpste einen großen Teil ihrer ihnen zur alleinigen Verfügung bereitgestellten Mittel aus den Gewinnen des IOR beziehen, über dessen Aktivitäten sie sehr wohl informiert werden. Jedenfalls war das unter Johannes Paul II. so.

    Auf den letzten 50 Seiten widmet sich der Autor dann zwei Themen, die abseits des Geheimarchivs von Dardozzi liegen. Dabei geht es um den gescheiterten Versuch, nach 1992 eine neue große Partei der Mitte in Italien zu gründen und um die Dreiecksbeziehungen zwischen der sizilianischen Mafia, der Politik und dem IOR.

    Fazit.

    Wenn man dieses Buch gelesen hat, ist man entweder schockiert oder bekommt eine Bestätigung für seine Vermutungen. Die Vatikanbank IOR agierte bis wenigstens in die 1990er Jahre keineswegs wie eine Aktiengesellschaft, sondern wie eine Offshore-Bank. Denn im Unterschied zu einer öffentlichen AG ist eine Offshore-Bank eine Geldwaschanlage, die unkontrolliert im Geheimen arbeitet. Obendrein gab es in diesem Institut auch noch eine doppelte Buchführung, die es selbst den späteren vatikanischen Aufklärern erschwerte, den Transaktionen dieser Bank zu folgen. Das Buch ist relativ spannend geschrieben. Da der deutsche Leser jedoch nicht immer mit den innenpolitischen Gegebenheiten Italiens vertraut ist, hat er möglicherweise an manchen Stellen ein paar Schwierigkeiten, den geschilderten Abläufen und Figuren zu folgen. Dem Autor und seinem Buch ist es zu verdanken, dass die katholische Kirche als Institution einmal mehr gezwungen wurde, sich von ihrer mittelalterlichen Geheimniskrämerei zu lösen. Denn mit Botschaften der Bibel war das Wirken des IOR gewiss nicht zu vereinbaren.

  4. Arvis sagt:

    Dieses Buch ist gefährlich
    In Italien wurde dieses Buch trotz seines ungeheuren wirtschaftlichen Erfolges machtvoll totgeschwiegen. Denn dieses Buch ist gefährlich. Es erlaubt nicht, als eine der vielen Verschwörungstheorien der Kirche feindlich gesinnter Kreise abgetan zu werden. Denn nichts davon ist Dichtung oder Spekulation. Es basiert ausschließlich auf den nachgelassenen Originalaufzeichnungen eines, der es wissen musste, war er doch selbst Teil des Systems. Als ich das italienische Original in Händen hatte, hielt ich es für unübersetzbar. Bedauerlich - denn wären Monsignore Dardozzis Enthüllungen einem größeren Personenkreis zugänglich, die Kirche stünde vor einer massiveren Austrittswelle als es die vertuschten Missbrauchsfälle je vermocht hätten. Nun liegt die deutsche Ausgabe vor und ich bin beeindruckt: hier ist dem deutschsprachigen Verleger und seinen Übersetzerinnen ein Meisterwerk gelungen, das das Original noch übertrifft.

    Eine klare und schonungslose Sprache lässt die Zusammenhänge deutlich werden. Der umfangreiche, sorgfältig recherchierte Kommentarteil erlaubt auch dem nicht in vatikanische Gepflogenheiten Eingeweihten, die Hintergründe zu begreifen.

    Löblich auch das Personenregister, das sich wie das Who-is-Who der geheimen Schaltstellen kirchlicher Macht liest. Wer jemals hinter die Mauern der Porta Sant’Anna geschaut hat, wird hier viele alte Bekannte wiedertreffen.

    Dieses Buch hat Suchtpotential. Es ist verstörend. Es liest sich süffig in einer Nacht und doch wünscht man sich am Morgen, nicht ganz so tief in die Abgründe geschaut zu haben.

  5. Melina sagt:

    Aus dem Nachlass von Renato Dardozzi, einem engen Berater des Papstes
    Das Buch liest sich wie ein Verschwörungsroman von Dan Brown.

    “Das Archiv lag sicher verwahrt im Keller eines entlegenen Bauernhofs im schweizerischen Tessin, dessen Bewohner gar nicht wussten, was sich in ihrem Haus befand. … Der gefährlichste Teil des gesamten Unternehmens bestand darin, die Originalunterlagen nach Italien zu bringen. Im Spätsommer 2008 brach ich in aller Frühe von Mailand auf. Jenseits der Grenze warteten zwei Samsonite-Koffer mit 40 Kilogramm Inhalt auf mich. Ich trank einen Kaffee mit der alten Bäuerin, die zum Glück nie in den Keller ihres Hauses gestiegen war.”

    Es geht um Geld- und Machtgier und die Schwarzgelder von Mafiosi und korrupten Politkern. Und mittendrin: Johannes Paul II.

  6. Pia maibaum sagt:

    Nach wie vor sind die wahren Informationen über die Finanzen des Vatikan im Verborgenen

    “Dieses Stillschweigen schützt das Vertrauensverhältnis zu den Gläubigen, um Schäden wie die der jüngsten Vergangenheit zu vermeiden. Nicht zuletzt nützt diese Verschwiegenheit aber auch den Seilschaften der Kardinäle und hilft ihnen, ihre Machtposition weiter zu festigen.”

    Nein, in diesem Buch über den Vatikan geht es nicht über die Haltung der Kirchenführung zum sexuellen Missbrauch, der in zahllosen kirchlichen Einrichtungen und in vielen Ländern über Jahre verübt und bis in die Gegenwart hinein vertuscht wird, es geht um Enthüllungen der Finanzen und des Finanzgebarens der “Vatikan-AG”. Doch das, was wir aktuell in der Missbrauchsdebatte sehen können, hat der italienische Journalist Gianluigi Nuzzi bei seinen Forschungen zu Finanz- und Politskandalen auch entdeckt.

    Zwei Koffer voller geheimer Dokumente hat er ausgewertet, die im Keller eines abgelegenen Bauernhauses im Tessin versteckt waren. “Als ich die Papiere sah, habe ich gleich erkannt, dass davon mehr zu machen war, als ein Artikel für das Magazin”. Schon 1982 hatte der Zusammenbruch des Ambrosiano-Bank gezeigt, wie undurchsichtig die Finanzgeschäfte des Vatikan waren. Aber obwohl Besserung gelobt wurde, “die Dokumente belegten, dass die Machenschaften noch besser getarnt weitergingen.”

    Die geheimen Dokumente stammen aus dem Nachlass von Monsignore Renato Dardozzo, der bis Ende der 90 er Jahre eine führende Figur in der Verwaltung der Kirchenfinanzen war. Sie fördern Unglaubliches zutage, Verstrickungen mit der Mafia, Geldwäsche und Stiftungen, die nur auf den Papier mit zynischen Namen existieren. Im Italien wurde dieses Buch nach seinem Erscheinen 2009 totgeschwiegen, doch Angelo Caloia, der 20 Jahr an der Spitze der Vatikanbank IOR stand, wurde vorzeitig entlassen.

    Nach wie vor sind die wahren Informationen über die Finanzen des Vatikan im Verborgenen. Das vorliegende Buch wird alle bisherigen scharfen Kritiker der Katholischen Kirche bestätigen und die einfachen Gläubigen und Priester, die schon in der Missbrauchsdebatte erheblich in Schleudern geraten sind, in noch größere Loyalitätskonflikte stürzen.

    Was ist nur aus der Lehre des Jesus von Nazareth geworden ?

  7. Amabel sagt:

    Nach wie vor sind die wahren Informationen über die Finanzen des Vatikan im Verborgenen

    “Dieses Stillschweigen schützt das Vertrauensverhältnis zu den Gläubigen, um Schäden wie die der jüngsten Vergangenheit zu vermeiden. Nicht zuletzt nützt diese Verschwiegenheit aber auch den Seilschaften der Kardinäle und hilft ihnen, ihre Machtposition weiter zu festigen.”

    Nein, in diesem Buch über den Vatikan geht es nicht über die Haltung der Kirchenführung zum sexuellen Missbrauch, der in zahllosen kirchlichen Einrichtungen und in vielen Ländern über Jahre verübt und bis in die Gegenwart hinein vertuscht wird, es geht um Enthüllungen der Finanzen und des Finanzgebarens der “Vatikan-AG”. Doch das, was wir aktuell in der Missbrauchsdebatte sehen können, hat der italienische Journalist Gianluigi Nuzzi bei seinen Forschungen zu Finanz- und Politskandalen auch entdeckt.

    Zwei Koffer voller geheimer Dokumente hat er ausgewertet, die im Keller eines abgelegenen Bauernhauses im Tessin versteckt waren. “Als ich die Papiere sah, habe ich gleich erkannt, dass davon mehr zu machen war, als ein Artikel für das Magazin”. Schon 1982 hatte der Zusammenbruch des Ambrosiano-Bank gezeigt, wie undurchsichtig die Finanzgeschäfte des Vatikan waren. Aber obwohl Besserung gelobt wurde, “die Dokumente belegten, dass die Machenschaften noch besser getarnt weitergingen.”

    Die geheimen Dokumente stammen aus dem Nachlass von Monsignore Renato Dardozzo, der bis Ende der 90 er Jahre eine führende Figur in der Verwaltung der Kirchenfinanzen war. Sie fördern Unglaubliches zutage, Verstrickungen mit der Mafia, Geldwäsche und Stiftungen, die nur auf den Papier mit zynischen Namen existieren. Im Italien wurde dieses Buch nach seinem Erscheinen 2009 totgeschwiegen, doch Angelo Caloia, der 20 Jahr an der Spitze der Vatikanbank IOR stand, wurde vorzeitig entlassen.

    Nach wie vor sind die wahren Informationen über die Finanzen des Vatikan im Verborgenen. Das vorliegende Buch wird alle bisherigen scharfen Kritiker der Katholischen Kirche bestätigen und die einfachen Gläubigen und Priester, die schon in der Missbrauchsdebatte erheblich in Schleudern geraten sind, in noch größere Loyalitätskonflikte stürzen.

    Was ist nur aus der Lehre des Jesus von Nazareth geworden ?

  8. Clementine sagt:

    Unheilige Geschäfte unterm Kreuz
    Der Kirchenstaat als Zentrale von Finanzskandalen, ein Steuerparadies hinter vatikanischen Mauern. Gianluigi Nuzzi hat den Nachlass eines Beamten der einzigen vatikanischen Bank durchforstet: 5.000 Dokumente, die belegen, dass zu ihren geheimen Kunden auch Giulio Andreotti und Mitglieder der Mafia zählten. Nuzzis Buch wurde von den etablierten italienischen Medien totgeschwiegen - und trotzdem zum Bestseller.

    Ostern war noch nie so kurzweilig und aufschlußreich.

    Hannes Koch, Hamburg

  9. Paloma sagt:

    Unheilige Geschäfte unterm Kreuz
    Der Kirchenstaat als Zentrale von Finanzskandalen, ein Steuerparadies hinter vatikanischen Mauern. Gianluigi Nuzzi hat den Nachlass eines Beamten der einzigen vatikanischen Bank durchforstet: 5.000 Dokumente, die belegen, dass zu ihren geheimen Kunden auch Giulio Andreotti und Mitglieder der Mafia zählten. Nuzzis Buch wurde von den etablierten italienischen Medien totgeschwiegen - und trotzdem zum Bestseller.

    Ostern war noch nie so kurzweilig und aufschlußreich.

    Hannes Koch, Hamburg

  10. Sofia sagt:

    Im Namen des Herrn
    So ein bisschen trocken liest sich der Hauptteil des Buches ja schon. Aber vielleicht muss es ja genau so sein. Jemand hat mal gesagt, dass das wirklich Böse erschreckend banal sei. Und vielleicht haben wir ja genau dafür hier ein Beispiel vor der Nase.

    Geldwäsche ist ein recht abstraktes Delikt. Es besteht darin, dass man Erträge aus illegalen Einkünften, wie sie zum Beispiel die Mafia so hat, über ein System von Unternehmen und Konten einer produktiven, meist legalen Verwendung zuführt. Wie bereits vor diesem Buch bekannt war, war die Vatikanbank an einer Bank namens Banco Ambrosiano beteiligt, die in die Geldwäsche für die organisierte Kriminalität involviert war. Diese Bank ging dann Anfang der 80er Jahre öffentlichkeitswirksam pleite, wobei dann auch die Rolle von einigen Mitarbeitern der Vatikanbank sowie deren Intransparenz, Naivität und Bereitschaft zu halblegalen Geschäften offengelegt wurden.

    Was dieses Buch sehr gut erläutert, dass sind zwei Dinge. Erstens lernt man, dass das Leben in Italien und der Vatikanbank genauso weiter ging wie zuvor. Der Skandal hat also kaum jemanden wirklich nachhaltig beeinflusst. Und zweitens gibt dieses Buch - und das ist eigentlich der wirklich spannende Punkt - einen guten Einblick in die Entscheidungsprozesse und die Persönlichkeiten, die hinter dieser merkwürdigen Organisation namens Vatikan stehen. Dieser ist nämlich nicht nur das organisatorische Zentrum aller Katholiken auf dieser Welt, sondern auch noch eine vormoderne, absolute Wahlmonarchie, die in diese Welt nicht mehr passt. Und deshalb gibt es neben der wiederholten Geldwäsche auch noch einen Haufen anderer Geschäftsaktivitäten, die nicht viel weniger zweifelhaft, aber vor allem auch völlig intransparent und unkontrollierbar sind.

    Man muss sich den Spaß machen, und sich die hier abgedruckten Dokumente mal genau ansehen. Da schreiben alte Männer, die offenbar hochintelligent und gebildet sind, aber dennoch eine beschränkte Sicht auf diese Welt haben. Und die meinen, dass die Außenwelt letztendlich etwas Manipulierbares wäre. Spannend ist deshalb auch die Quelle dieser Informationen: Da arbeitet ein Geistlicher über lange Jahre innerhalb der Bank, um die Vorgänge aufzuklären, unterstützt aber durchaus in kritischen Situationen eine Politik der scheibchenweisen Aufdeckung der Wahrheit, um dann nach seinem Tod die gesammelte Dokumentation seiner Tätigkeit einem Journalisten zu übergeben. Treu zum System sein ganzes Leben lang, um dann nach seinem Tod noch für den großen Knall zu sorgen. Für mich deutet das darauf hin, dass er wohl zu Lebzeiten keine Chance auf eine Änderung der Verhältnisse sah. Und darauf, dass den Insidern der Mut fehlt, wirklich etwas zu ändern.

    Hat man das Buch gelesen, so ist einem weit besser klar, warum der Vatikan mit einer Aufklärung von noch problematischeren Punkten in seiner Geschichte auch nicht klarkommt - wie die aktuellen Missbrauchsvorwürfe und auch die Rolle der Kirche während des zweiten Weltkriegs. Kurz: Eigentlich bräuchten wir dringend mal wieder eine Reformation. Doch diesmal sollten vielleicht auch die Kollegen in Rom selbst mitmachen.

  11. Laurentius sagt:

    Im Namen des Herrn
    So ein bisschen trocken liest sich der Hauptteil des Buches ja schon. Aber vielleicht muss es ja genau so sein. Jemand hat mal gesagt, dass das wirklich Böse erschreckend banal sei. Und vielleicht haben wir ja genau dafür hier ein Beispiel vor der Nase.

    Geldwäsche ist ein recht abstraktes Delikt. Es besteht darin, dass man Erträge aus illegalen Einkünften, wie sie zum Beispiel die Mafia so hat, über ein System von Unternehmen und Konten einer produktiven, meist legalen Verwendung zuführt. Wie bereits vor diesem Buch bekannt war, war die Vatikanbank an einer Bank namens Banco Ambrosiano beteiligt, die in die Geldwäsche für die organisierte Kriminalität involviert war. Diese Bank ging dann Anfang der 80er Jahre öffentlichkeitswirksam pleite, wobei dann auch die Rolle von einigen Mitarbeitern der Vatikanbank sowie deren Intransparenz, Naivität und Bereitschaft zu halblegalen Geschäften offengelegt wurden.

    Was dieses Buch sehr gut erläutert, dass sind zwei Dinge. Erstens lernt man, dass das Leben in Italien und der Vatikanbank genauso weiter ging wie zuvor. Der Skandal hat also kaum jemanden wirklich nachhaltig beeinflusst. Und zweitens gibt dieses Buch - und das ist eigentlich der wirklich spannende Punkt - einen guten Einblick in die Entscheidungsprozesse und die Persönlichkeiten, die hinter dieser merkwürdigen Organisation namens Vatikan stehen. Dieser ist nämlich nicht nur das organisatorische Zentrum aller Katholiken auf dieser Welt, sondern auch noch eine vormoderne, absolute Wahlmonarchie, die in diese Welt nicht mehr passt. Und deshalb gibt es neben der wiederholten Geldwäsche auch noch einen Haufen anderer Geschäftsaktivitäten, die nicht viel weniger zweifelhaft, aber vor allem auch völlig intransparent und unkontrollierbar sind.

    Man muss sich den Spaß machen, und sich die hier abgedruckten Dokumente mal genau ansehen. Da schreiben alte Männer, die offenbar hochintelligent und gebildet sind, aber dennoch eine beschränkte Sicht auf diese Welt haben. Und die meinen, dass die Außenwelt letztendlich etwas Manipulierbares wäre. Spannend ist deshalb auch die Quelle dieser Informationen: Da arbeitet ein Geistlicher über lange Jahre innerhalb der Bank, um die Vorgänge aufzuklären, unterstützt aber durchaus in kritischen Situationen eine Politik der scheibchenweisen Aufdeckung der Wahrheit, um dann nach seinem Tod die gesammelte Dokumentation seiner Tätigkeit einem Journalisten zu übergeben. Treu zum System sein ganzes Leben lang, um dann nach seinem Tod noch für den großen Knall zu sorgen. Für mich deutet das darauf hin, dass er wohl zu Lebzeiten keine Chance auf eine Änderung der Verhältnisse sah. Und darauf, dass den Insidern der Mut fehlt, wirklich etwas zu ändern.

    Hat man das Buch gelesen, so ist einem weit besser klar, warum der Vatikan mit einer Aufklärung von noch problematischeren Punkten in seiner Geschichte auch nicht klarkommt - wie die aktuellen Missbrauchsvorwürfe und auch die Rolle der Kirche während des zweiten Weltkriegs. Kurz: Eigentlich bräuchten wir dringend mal wieder eine Reformation. Doch diesmal sollten vielleicht auch die Kollegen in Rom selbst mitmachen.

  12. Amanda sagt:

    hinter die Kulissen schauen
    Wer gern einmal hinter die Kulissen der Glaubenswelt des Vatikan, sozusagen in die harte Finanzwelt des Vatikanstaates hineinschauen möchte, der kommt ab sofort, nicht mehr an diesem Buch vorbei.

    Man muss sich wirklich den Spaß gönnen, und die im Buch abgedruckten Dokumente genau ansehen. Da schreiben alte Männer, die offenbar hochintelligent und gebildet sind, aber dennoch eine beschränkte Sicht auf diese Welt haben. Und die meinen, dass die Außenwelt letztendlich etwas Manipulierbares wäre. Spannend ist deshalb auch die Quelle dieser Informationen.

    Da arbeitet ein Geistlicher über lange Jahre innerhalb der Bank, um die Vorgänge aufzuklären, unterstützt aber durchaus in kritischen Situationen eine Politik der scheibchenweisen Aufdeckung der Wahrheit, um dann nach seinem Tod die gesammelte Dokumentation seiner Tätigkeit einem Journalisten zu übergeben. Treu zum System sein ganzes Leben lang, um dann nach seinem Tod noch für den großen Knall zu sorgen. Für mich deutet das darauf hin, dass er wohl zu Lebzeiten keine Chance auf eine Änderung der Verhältnisse sah. Und darauf, dass den Insidern der Mut fehlte, etwas zu ändern.

    Hat man dieses Buch gelesen, denkt man einen Krimi bewältigt zu haben, aber die beschriebene Welt in diesem Buch ist Realität. Und die, die diese Welt regieren, für sie verantwortlich sind, haben an Aufarbeitung kein Interesse. Das ist meine klare Meinung nachdem ich dieses Buch gelesen habe.

  13. Marie sagt:

    hinter die Kulissen schauen
    Wer gern einmal hinter die Kulissen der Glaubenswelt des Vatikan, sozusagen in die harte Finanzwelt des Vatikanstaates hineinschauen möchte, der kommt ab sofort, nicht mehr an diesem Buch vorbei.

    Man muss sich wirklich den Spaß gönnen, und die im Buch abgedruckten Dokumente genau ansehen. Da schreiben alte Männer, die offenbar hochintelligent und gebildet sind, aber dennoch eine beschränkte Sicht auf diese Welt haben. Und die meinen, dass die Außenwelt letztendlich etwas Manipulierbares wäre. Spannend ist deshalb auch die Quelle dieser Informationen.

    Da arbeitet ein Geistlicher über lange Jahre innerhalb der Bank, um die Vorgänge aufzuklären, unterstützt aber durchaus in kritischen Situationen eine Politik der scheibchenweisen Aufdeckung der Wahrheit, um dann nach seinem Tod die gesammelte Dokumentation seiner Tätigkeit einem Journalisten zu übergeben. Treu zum System sein ganzes Leben lang, um dann nach seinem Tod noch für den großen Knall zu sorgen. Für mich deutet das darauf hin, dass er wohl zu Lebzeiten keine Chance auf eine Änderung der Verhältnisse sah. Und darauf, dass den Insidern der Mut fehlte, etwas zu ändern.

    Hat man dieses Buch gelesen, denkt man einen Krimi bewältigt zu haben, aber die beschriebene Welt in diesem Buch ist Realität. Und die, die diese Welt regieren, für sie verantwortlich sind, haben an Aufarbeitung kein Interesse. Das ist meine klare Meinung nachdem ich dieses Buch gelesen habe.

  14. Amalie sagt:

    “Der Staat im Staate”
    Fast so interessant wie die Fakten in diesem Buch sind die Umstände rund um sein Erscheinen: Monsignore Renato DARDOZZI (1922 - 2003) hatte von 1974 bis Ende der 90er Jahre eine leitende Position in der Verwaltung der kirchlichen Finanzen inne. Diese Position ermöglichte es ihm, rund 4000 Dokumente zur Seite zu schaffen und auf einem Bauernhof im Schweizer Tessin zu “bunkern”. Die Erben des Monsignore machten diese Dokumente dem Autor zugänglich; so entstand dieses Buch.

    Damit ist das “Drumherum” um dieses Buch aber noch nicht zu Ende: Das Werk wurde in Italien totgeschwiegen; vor allem das Fernsehen berichtete nicht darüber - dabei informieren sich 80% der Italiener ausschließlich (!) über dieses Medium. Trotzdem erreichte das Buch in Italien eine hohe Auflage.

    Das Buch hat auch bei uns das Zeug zum Bestseller (zeichnet sich bereits ab), obwohl es alles anders als leicht lesbar ist. Um offensichtlich ja nicht geklagt zu werden, hält sich der Autor streng an die Dokumente. Diese zu widerlegen war offensichtlich sogar dem Vatikan unmöglich.

    Worum geht es? Die Vorwürfe des Autors sind heftig: Über den Vatikan liefen illegale, als karitative Werke getarnte Geschäfte; es gab fiktive Stiftungen; der Vatikan war ein Steuerparadies; über Konten der Vatikan-Bank IOR liefen Schmier- und Mafiagelder.

    Möglich war das u.a. deswegen, weil die italienische Öffentlichkleit und die Medien gegenüber dem Vatikan “in ehrfürchtiger Unterwürfigkeit” verharrten. Dazu passt, dass der Vatikan nie ein Rechtshilfeabkommen mit anderen Staaten unterzeichnet hat …

    Dieser Vatikan - so der Autor - sei “ein Staat im Staate” (real und im übertragenen Sinn), der dem italienischen Steuerzahler jährlich rund 6 Milliarden ? koste.

    Manches hat sich inzwischen geändert (die Vorwürfe beziehen sich im Wesentlichen auf die letzten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts); trotzdem muss die Frage erlaubt sein: Wann konzentriert sich der Vatikan auf seine eigentliche Aufgabe? Dass die Kirche für diverse Zwecke Geld braucht, wird kein vernünftiger Mensch bestreiten; dass aber etwa Priester, die nach staatlichen Gesetzen zu bestrafen gewesen wären, vom Vatikan “gedeckt” wurden, versteht wahrscheinlich niemand.

    Trotzdem ist der aktuelle Missbrauchsskandal (und wie Rom damit umgeht) wahrscheinlich der weit größere Skandal!

  15. Stanek sagt:

    “Der Staat im Staate”
    Fast so interessant wie die Fakten in diesem Buch sind die Umstände rund um sein Erscheinen: Monsignore Renato DARDOZZI (1922 - 2003) hatte von 1974 bis Ende der 90er Jahre eine leitende Position in der Verwaltung der kirchlichen Finanzen inne. Diese Position ermöglichte es ihm, rund 4000 Dokumente zur Seite zu schaffen und auf einem Bauernhof im Schweizer Tessin zu “bunkern”. Die Erben des Monsignore machten diese Dokumente dem Autor zugänglich; so entstand dieses Buch.

    Damit ist das “Drumherum” um dieses Buch aber noch nicht zu Ende: Das Werk wurde in Italien totgeschwiegen; vor allem das Fernsehen berichtete nicht darüber - dabei informieren sich 80% der Italiener ausschließlich (!) über dieses Medium. Trotzdem erreichte das Buch in Italien eine hohe Auflage.

    Das Buch hat auch bei uns das Zeug zum Bestseller (zeichnet sich bereits ab), obwohl es alles anders als leicht lesbar ist. Um offensichtlich ja nicht geklagt zu werden, hält sich der Autor streng an die Dokumente. Diese zu widerlegen war offensichtlich sogar dem Vatikan unmöglich.

    Worum geht es? Die Vorwürfe des Autors sind heftig: Über den Vatikan liefen illegale, als karitative Werke getarnte Geschäfte; es gab fiktive Stiftungen; der Vatikan war ein Steuerparadies; über Konten der Vatikan-Bank IOR liefen Schmier- und Mafiagelder.

    Möglich war das u.a. deswegen, weil die italienische Öffentlichkleit und die Medien gegenüber dem Vatikan “in ehrfürchtiger Unterwürfigkeit” verharrten. Dazu passt, dass der Vatikan nie ein Rechtshilfeabkommen mit anderen Staaten unterzeichnet hat …

    Dieser Vatikan - so der Autor - sei “ein Staat im Staate” (real und im übertragenen Sinn), der dem italienischen Steuerzahler jährlich rund 6 Milliarden ? koste.

    Manches hat sich inzwischen geändert (die Vorwürfe beziehen sich im Wesentlichen auf die letzten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts); trotzdem muss die Frage erlaubt sein: Wann konzentriert sich der Vatikan auf seine eigentliche Aufgabe? Dass die Kirche für diverse Zwecke Geld braucht, wird kein vernünftiger Mensch bestreiten; dass aber etwa Priester, die nach staatlichen Gesetzen zu bestrafen gewesen wären, vom Vatikan “gedeckt” wurden, versteht wahrscheinlich niemand.

    Trotzdem ist der aktuelle Missbrauchsskandal (und wie Rom damit umgeht) wahrscheinlich der weit größere Skandal!

  16. Kari sagt:

    Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr als das ein Reicher in den Himmel kommt
    Zwei Teile hat das Buch. Ein Zitat von Joseph Ratzinger von 1968 eröffnet Teil 2 des Buches von Gianluigi Nuzzi: “Und so ist die Kirche für viele heute zum Haupthindernis des Glaubens geworden. Sie vermögen nur noch das menschliche Machtstreben [...] in ihr zu sehen.”. Eine weise Erkenntnis. Und ein Grund warum mich dieses Buch nicht wirklich überrascht und gefesselt hat. Die Verbindung von Mafia und Vatikan? Zwielichtige Finanzgeschäfte? Glaub ich alles auch ohne das Geheimarchiv des Monsignor Renato Dadozzi, das für dieses Buch ausgewertet wurde. Wer es genauer wissen will findet Abdrucke einiger Originaldokumente inklusive deutscher Übersetzungen und auf 356 Seiten zahlreiche Details aus der Geschichte der Vatikanbank. Auf der Homepage des Vatikans sei diese Bank gar nicht erwähnt, schreibt der Autor. Im Vorwort wird stolz darauf hingewiesen, dass dieses Buch 2009 eines der bestverkauften in Italien war. Das sich in Italien 80 % der Bevölkerung ausschliesslich über das (wie immer wieder betont wird: stark von Staatspräsident Silvio Berlusconi beeinflusste) Fernsehen informiert, stimmt nachdenklich und wirbt gleichzeitig für die Möglichkeiten der Printmedien.

    Vatikan AG sei kein Buch dessen Zweck es sei die Kirche im allgemeinen abzulehnen. Wäre das der Anspruch der Autoren würde man es im Vatikan ohnehin nicht ernst nehmen, so das Vorwort. Offensichtlich wurde das Buch auch von Entscheidungsträgern im Vatikan gelesen und Konsequenzen wurden gezogen, Mitarbeiter entlassen und über Reformen beraten.

    Wirklich packend fand ich das Buch nicht, eher wie eine Panorama- oder Monitor-Sendung. Viele Seiten habe ich quergelesen, da bin ich ehrlich. Roberto Savianos Gomorrha hat mich mehr beeindruckt.

    Für Menschen, die der Kirche ohnehin sehr skeptisch gegenüberstehen kein wirklich überraschendes Buch. Für Leser, die sich fundiert und ausführlich mit der Vatikanbank beschäftigen möchten sehr empfehlenswert. Keine Blasphemie, sondern eine Erinnerung daran, dass es im Christentum eigentlich darum gehen sollte, erst gar keine Reichtümer anzuhäufen. Welch naive, aber schöne Idee…

  17. Lamprecht sagt:

    sehr aufschlussreich
    dass es im vatikan nicht sehr heilig zugeht, weis man inzwischen durch bestimmte vorfälle mittlerweile auch.

    auch dort arbeiten nur menschen mit all ihren fehlern, leider stehen die wenigsten dazu und stolpern oft genug über ihre dargestellte frömmigkeit.

    was allerdings eine moralische instanz wie die kirche mit immobilien und irrsinnig viel geld zu tun hat, bleibt einem auch nach diesem sehr spannenden buch ein rätsel.

    christus sprach von einer armen und bescheidenen kirche–was man im vatikan reichlich missverstanden hat–auch schon seit altersher.

    die vorfälle, die darin beschrieben werden, lassen einen fast nicht schlafen.

    wenn auch nur die hälfte von dem stimmt, was der autor schreibt, so sträuben sich einem immer noch die haare.

    schade, dass die kirche den auftrag christi in eine schmutzige gasse lenkt, sich an dingen bereichert, von denen sie die finger lassen sollten und mit eben diesen fingern auf nichtgeistliche zeigt, sich als schlafzimmerkontolleure aufführen und den kirchensteuer zahlendem volk alles verbietet (oder besser verbieten möchte, wie es vor einigen hundert jahren noch möglich war–hallo!!!willkommen im 21 jahrhundert!!)

    man kann nur hoffen, dass diese kriminellen machenschaften, die in dem buch zu lesen sind, irgendwann und bald ein ende finden und die kirche samt ihrer mitarbeiter wieder zu dem finden, was sie für die menschen sein sollten.es wäre auch schön und man könnte es als christlich einstufen, wenn schon so viel reichtum und geld vorhanden ist, man es den wirklich armen geben und damit manches elend auf der welt verhindern könnte

    schade, dass es ein paar schwarze schafe im vatikan gibt, die der gier den vorzug geben. leider halten gerade diese leute sich nicht an die gebote…

    dieses buch ist auf jeden fall empfehlenswert und gibt einblicke, die uns allen verwehrt bleiben.

  18. Paolo sagt:

    Erschreckende Wahrheiten aus dem Vatikan
    Seit über 25 Jahren bin ich selbst als Berichterstatter über vatikanische Angelegenheiten tätig. Den Journalisten Gianni Nuzzi kannte ich allerdings nicht. So informierte ich mich bei Kollegen, bevor ich im Juni 2009 eine erste Rezension der italienischen Ausgabe des Buches schrieb. Ich war skeptisch, denn allzu viele Journalisten aller politischer Couleur versuchen sich auf dem Rücken der vatikanischen Kirchenzentrale zu profilieren, ohne sie je wirklich mit dem Thema eingehend befasst zu haben. Dann begann ich das Buch zu lesen und zu analysieren. Fast alle Protagonisten des Werkes hatte ich im Lauf der Jahre selbst kennengelernt. Deshalb wage ich ein Urteil zu schreiben. In Tat und Wahrheit ist der eigentliche Autor des Werks ein frommer Priester, der jahrzehntelang zu Schweigen verurteilt war. Nie hätte er es wagen können, zu Lebzeiten sein Wissen weitergeben zu können. Zudem stand dieser Priester der konservativen Kirchenbewegung OPUS DEI nahe, die für ihre Schweigsamkeit bestens bekannt ist. Aussergewöhnlich auch die Tatsache, dass dieser Mann im Hintergrund vor seinem Eintritt in den Klerikerstand ein erfolgreicher Manager gewesen war, zuletzt sogar einer der Generaldirektoren der staatlichen Telefongesellschaft SIP (heute Telecom Italia). Wenn man all dies berücksichtigt, so erhält das Buch von Gianluigi Nuzzi eine hohe Brisanz.

    Als nun die deutschsprachige Ausgabe herauskam, nahm ich mir die Mühe das ganze Werk nochmals durchzulesen. Mich überraschte die Tatsache, dass es Nuzzi verstand, jegliche Polemik gegen Kirch und Vatikan beiseite zu legen. Nuzzi kommt aus dem rechten Lager der italienischen Publizistik und steht der Politik von Silvio Berlusconi nahe. Heute arbeitet er als investigativer Journalist im liberalen Blatt LIBERO. Aus diesem Grunde müsste er eigentlich vorsichtiger mit der Kritik umgehen, tut es aber nicht, denn er gilt in Journalistenkreisen als ein Spezialist für organisierte Kriminalität, mit guten Kontakten zu den italienischen Sicherheitsorganen.

    Das Buch ist ein Schock für den Vatikan. Einer der engsten Vertrauten des mächtigen Kardinalstaatssekretärs Agostino Casaroli “entwendet” im Laufe seiner Karriere höchst geheime Dokumente, um sie dann zu kopieren und im Ausland zu verstecken. Auch sein Nachfolger, Angelo Sodano, nimmt Renato Dardozzi in seinen Dienst und gibt dem hochintelligenten Monsignore Aufgaben in die Hand, die nur wenige Insider kannten. Jede Aussage im Buch von Gianluigi Nuzzi ist durch kopierte Dokumente belegt. Als ich, kurz nach Erscheinen der italienischen Ausgabe des Buches den Pressechef des Vatikans, Federico Lombardi, anlässlich eines gemeinsamen Nachtessens im Jesuitenhaus auf die Brisanz des Inhalts aufmerksam machte, zuckte dieser nur mit den Schultern. Auch er wusste, dass die Prälaten des Vatikans nichts gegen das Werk unternehmen konnten. Die sonst für den Vatikan übliche “Verniedlichung” blieb aus, denn fast jeder im Vatikan wusste, dass gegen die im Werk beschriebenen Fakten kaum etwas entgegenzuhalten war. Im Gegensatz zum früher erschienen Buch von Mons. Luigi Marinelli (Im Vatikan - vom Winde verweht, Aufbau Verlag) konnte gegen Nuzzi kein kirchliches Strafverfahren wegen Geheimnisverrats eingeleitet werden. Dem päpstlichen Kader verblieb betretenes Schweigen. Ob Papst Benedikt XVI. je über das erstmals 2009 erschienene Werk informiert wurde, bleibt fraglich. Auch für ihn gilt der Scherz, den ich vor vielen Jahren aus dem Mund des Schulfreunds von Karol Woityla gehört hatte. Kardinal André Marie Deskur, ein schlauer Fuchs im Vatikan, der fast jeden Sonntag mit seinem Freund Johannes Paul II. zu Mittag ass, erklärte mir einmal die wirkliche Bedeutung des berüchtigten “Segreto Pontificio” (höchste päpstliche Geheimstufe). “Dies ist das am besten gehütete Geheimnis des Vatikans. Aber alle kennen es, mit Ausnahme des Papstes”.

    Wer einen Einblick in die wahre Welt des Vatikans nehmen will, mit den Namen jener Protagonisten, die die letzten beiden Päpste an der Nase herumzuführen versuchten, um ihre eigene Karriere zu stützen, dem empfehle ich das Buch wärmstens. Allerdings darf nie vergessen werden, dass in der römischen Kirchenzentrale Hunderte von frommen und fleissigen Priestern, Nonnen und Laien arbeiten, zu einem erbärmlichen Hungerlohn, die nie und nimmer mit den im Buch beschriebenen, kriminellen Akten zu tun hatten. Der Vatikan ist und bleibt eine politische Machtzentrale, die auch Menschen anzieht, die besser dort nicht zu suchen hätten. Der berühmte Exorzist Gabriel Amorth, der vom Papst selbst in dieses Amt eingesetzt wurde, schockierte vor wenigen Wochen in einem Interview, dass “der leibhaftige Teufel im Vatikan Einzug gehalten habe”. Schon Papst Paul VI. hatte vor Jahrzehnten Ähnliches gesagt. Hoffen wir, dass er hiermit nicht recht hatte und dass nur einige geldgierige Menschen die Schwäche der vatikanischen Organisationsstruktur dazu nutzen wollten, sich und ihre Familien bereichern. MF

  19. Feli sagt:

    sehr aufschlussreich
    dass es im vatikan nicht sehr heilig zugeht, weis man inzwischen durch bestimmte vorfälle mittlerweile auch.

    auch dort arbeiten nur menschen mit all ihren fehlern, leider stehen die wenigsten dazu und stolpern oft genug über ihre dargestellte frömmigkeit.

    was allerdings eine moralische instanz wie die kirche mit immobilien und irrsinnig viel geld zu tun hat, bleibt einem auch nach diesem sehr spannenden buch ein rätsel.

    christus sprach von einer armen und bescheidenen kirche–was man im vatikan reichlich missverstanden hat–auch schon seit altersher.

    die vorfälle, die darin beschrieben werden, lassen einen fast nicht schlafen.

    wenn auch nur die hälfte von dem stimmt, was der autor schreibt, so sträuben sich einem immer noch die haare.

    schade, dass die kirche den auftrag christi in eine schmutzige gasse lenkt, sich an dingen bereichert, von denen sie die finger lassen sollten und mit eben diesen fingern auf nichtgeistliche zeigt, sich als schlafzimmerkontolleure aufführen und den kirchensteuer zahlendem volk alles verbietet (oder besser verbieten möchte, wie es vor einigen hundert jahren noch möglich war–hallo!!!willkommen im 21 jahrhundert!!)

    man kann nur hoffen, dass diese kriminellen machenschaften, die in dem buch zu lesen sind, irgendwann und bald ein ende finden und die kirche samt ihrer mitarbeiter wieder zu dem finden, was sie für die menschen sein sollten.es wäre auch schön und man könnte es als christlich einstufen, wenn schon so viel reichtum und geld vorhanden ist, man es den wirklich armen geben und damit manches elend auf der welt verhindern könnte

    schade, dass es ein paar schwarze schafe im vatikan gibt, die der gier den vorzug geben. leider halten gerade diese leute sich nicht an die gebote…

    dieses buch ist auf jeden fall empfehlenswert und gibt einblicke, die uns allen verwehrt bleiben.

  20. Ulf sagt:

    Erschreckende Wahrheiten aus dem Vatikan
    Seit über 25 Jahren bin ich selbst als Berichterstatter über vatikanische Angelegenheiten tätig. Den Journalisten Gianni Nuzzi kannte ich allerdings nicht. So informierte ich mich bei Kollegen, bevor ich im Juni 2009 eine erste Rezension der italienischen Ausgabe des Buches schrieb. Ich war skeptisch, denn allzu viele Journalisten aller politischer Couleur versuchen sich auf dem Rücken der vatikanischen Kirchenzentrale zu profilieren, ohne sie je wirklich mit dem Thema eingehend befasst zu haben. Dann begann ich das Buch zu lesen und zu analysieren. Fast alle Protagonisten des Werkes hatte ich im Lauf der Jahre selbst kennengelernt. Deshalb wage ich ein Urteil zu schreiben. In Tat und Wahrheit ist der eigentliche Autor des Werks ein frommer Priester, der jahrzehntelang zu Schweigen verurteilt war. Nie hätte er es wagen können, zu Lebzeiten sein Wissen weitergeben zu können. Zudem stand dieser Priester der konservativen Kirchenbewegung OPUS DEI nahe, die für ihre Schweigsamkeit bestens bekannt ist. Aussergewöhnlich auch die Tatsache, dass dieser Mann im Hintergrund vor seinem Eintritt in den Klerikerstand ein erfolgreicher Manager gewesen war, zuletzt sogar einer der Generaldirektoren der staatlichen Telefongesellschaft SIP (heute Telecom Italia). Wenn man all dies berücksichtigt, so erhält das Buch von Gianluigi Nuzzi eine hohe Brisanz.

    Als nun die deutschsprachige Ausgabe herauskam, nahm ich mir die Mühe das ganze Werk nochmals durchzulesen. Mich überraschte die Tatsache, dass es Nuzzi verstand, jegliche Polemik gegen Kirch und Vatikan beiseite zu legen. Nuzzi kommt aus dem rechten Lager der italienischen Publizistik und steht der Politik von Silvio Berlusconi nahe. Heute arbeitet er als investigativer Journalist im liberalen Blatt LIBERO. Aus diesem Grunde müsste er eigentlich vorsichtiger mit der Kritik umgehen, tut es aber nicht, denn er gilt in Journalistenkreisen als ein Spezialist für organisierte Kriminalität, mit guten Kontakten zu den italienischen Sicherheitsorganen.

    Das Buch ist ein Schock für den Vatikan. Einer der engsten Vertrauten des mächtigen Kardinalstaatssekretärs Agostino Casaroli “entwendet” im Laufe seiner Karriere höchst geheime Dokumente, um sie dann zu kopieren und im Ausland zu verstecken. Auch sein Nachfolger, Angelo Sodano, nimmt Renato Dardozzi in seinen Dienst und gibt dem hochintelligenten Monsignore Aufgaben in die Hand, die nur wenige Insider kannten. Jede Aussage im Buch von Gianluigi Nuzzi ist durch kopierte Dokumente belegt. Als ich, kurz nach Erscheinen der italienischen Ausgabe des Buches den Pressechef des Vatikans, Federico Lombardi, anlässlich eines gemeinsamen Nachtessens im Jesuitenhaus auf die Brisanz des Inhalts aufmerksam machte, zuckte dieser nur mit den Schultern. Auch er wusste, dass die Prälaten des Vatikans nichts gegen das Werk unternehmen konnten. Die sonst für den Vatikan übliche “Verniedlichung” blieb aus, denn fast jeder im Vatikan wusste, dass gegen die im Werk beschriebenen Fakten kaum etwas entgegenzuhalten war. Im Gegensatz zum früher erschienen Buch von Mons. Luigi Marinelli (Im Vatikan - vom Winde verweht, Aufbau Verlag) konnte gegen Nuzzi kein kirchliches Strafverfahren wegen Geheimnisverrats eingeleitet werden. Dem päpstlichen Kader verblieb betretenes Schweigen. Ob Papst Benedikt XVI. je über das erstmals 2009 erschienene Werk informiert wurde, bleibt fraglich. Auch für ihn gilt der Scherz, den ich vor vielen Jahren aus dem Mund des Schulfreunds von Karol Woityla gehört hatte. Kardinal André Marie Deskur, ein schlauer Fuchs im Vatikan, der fast jeden Sonntag mit seinem Freund Johannes Paul II. zu Mittag ass, erklärte mir einmal die wirkliche Bedeutung des berüchtigten “Segreto Pontificio” (höchste päpstliche Geheimstufe). “Dies ist das am besten gehütete Geheimnis des Vatikans. Aber alle kennen es, mit Ausnahme des Papstes”.

    Wer einen Einblick in die wahre Welt des Vatikans nehmen will, mit den Namen jener Protagonisten, die die letzten beiden Päpste an der Nase herumzuführen versuchten, um ihre eigene Karriere zu stützen, dem empfehle ich das Buch wärmstens. Allerdings darf nie vergessen werden, dass in der römischen Kirchenzentrale Hunderte von frommen und fleissigen Priestern, Nonnen und Laien arbeiten, zu einem erbärmlichen Hungerlohn, die nie und nimmer mit den im Buch beschriebenen, kriminellen Akten zu tun hatten. Der Vatikan ist und bleibt eine politische Machtzentrale, die auch Menschen anzieht, die besser dort nicht zu suchen hätten. Der berühmte Exorzist Gabriel Amorth, der vom Papst selbst in dieses Amt eingesetzt wurde, schockierte vor wenigen Wochen in einem Interview, dass “der leibhaftige Teufel im Vatikan Einzug gehalten habe”. Schon Papst Paul VI. hatte vor Jahrzehnten Ähnliches gesagt. Hoffen wir, dass er hiermit nicht recht hatte und dass nur einige geldgierige Menschen die Schwäche der vatikanischen Organisationsstruktur dazu nutzen wollten, sich und ihre Familien bereichern. MF

  21. Mathilde sagt:

    Ein italienischer Skandal-Bestseller
    Seit den Skandalen um die Banco Ambrosiano und der Ermordung Robert Calvis sind die Aktivitäten der Vatikanbank Ziel von Spekulationen und Verschwörungstheorien gewesen. In VATIKAN AG lüftet Gianluigi Nuzzi nun den Schleier den die Kirchenführung über diese pikanten Affären gelegt hat. Möglich wird ihm dies durch zahlreiche beiseite geschaffte Originaldokumente Monsignore Renato Dardozzis, der selbst jahrelang in den höchsten Zirkeln der vatikanischen Finanzwelt dem Portfolio des Papstes gedient hat. Dank Dardozzis Dokumenten, die im vorliegenden Buch erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird es erstmals möglich sich ein akkurates Bild von jahrzehntelang verschwiegenen Transaktionen zu machen, die zwischen Korruption, Veruntreuung und Finanzierung des organisierten Verbrechens schwanken. Dass das Buch allerdings in der italienischen Öffentlichkeit totgeschwiegen wird, ist dem nach wie vor enormen innenpolitischen Gewicht der katholischen Nomenklatura in Italien anzurechnen. Dennoch hat es sich in zig Auflagen verkauft und durch Mundpropaganda einen enormen Bekanntheitsgrad erlangt, so dass sich auch die purpurtragenden Herren damit auseinandersetzen mussten und bereits einige Schritte in die richtige Richtung unternommen wurden.

    Nuzzi will sein Buch allerdings nicht als Kritik an der gesamten katholischen Kirche und ihren Institutionen verstanden wissen, sondern nennt konkrete Personen und ihre Verfehlungen. In Zeiten wo “Kirchen-Bashing” den Absatz enorm fördert, wird das gerne übersehen. Auch dass die Vatikanbank im Unterschied zu ihren weltlichen Gegenstücken, vor allem dazu dient die Schatulle des Papstes zu füllen, um etwa wie Papst Johannes Paul II. Millionen in Projekte wie die Unterstützung der polnischen Solidarnosc zu pumpen. Aus moralischer Entrüstung also die Abschaffung der Vatikanbank zu fordern ist äußerst unüberlegt, geht es doch um die Verwendung von deren Geldern und die laxe moralische Haltung angesichts des Standards den der Vatikan und seine Institutionen gegenüber der Öffentlichkeit behaupten. Kommt noch hinzu dass Bücher über “Banken-Skandale” in wirtschaftlichen Depressionen explosive Lektüre sind, die gerne Emotionen überschwappen lassen. Das gemeinsam mit dem klar definierten italienischen Zielpublikum macht VATIKAN AG zu keiner allzu einfachen Lektüre für Nicht-Italiener, auch weil vielfach die Rede von Lire-Beträgen in Millionenhöhe ist, die man erst auf bedeutend geringere Euro-Beträge umrechnen sollte.

    Denn gerade die innenpolitische Brisanz dieses Buches wird drastisch unterschätzt und war bereits in Curzio Malteses “SCHEIHEILIGE GESCHÄFTE: DIE FINANZEN DES VATIKAN” (Kunstmann 2009) absehbar. Denn Italien ist eben anders, hier hat die Kirche noch politische und mediale Einflussmöglichkeiten, die im übrigen Europa kaum mehr wahrgenommen werden. Während hierzulande ein Aufstand der Bischöfe gegen bestimmte Gesetze wenig aussichtsreich erscheint, in Italien können Regierungen daran zerbrechen. Daher folgt auch Nuzzi prinzipiell dem Grundsatz, es ist besser mit der Kirche Lösungen zu suchen, als ohne sie, denn ihre Macht wird sie so schnell nicht aufgeben. Bereits das Totschweigen von Nuzzis Buch aus dem Selbstschutzreflex der Kirchenführung bezeugt die hohe innenpolitische Macht des Vatikans, als Staat im Staat. Dessen ungeachtet hat VATIKAN AG durchaus bereits Impulse gefördert und es bleibt zu hoffen, dass es zu heilsamen Erneuerungen hinter den Mauern des Vatikan kommt.

    Resümee:

    Nicht ganz jener “Thriller” der einem versprochen wird, gerade weil die Zielgruppe eben eine italienische ist und man die zahllosen Lire-Beträge unumgerechnet serviert bekommt (1 Euro = 1936,27 Italienische Lira). Zudem ist das Werk nicht gerade überragend spannend geschrieben und das explosive Potential beschränkt sich auf einige kurz gehaltene Kapitel zur Korruption, Joint ventures mit der Mafia und Vereuntreuung. Der Rest, also die breite Masse der Seiten, ist eine höchst detailreiche Offenlegung “der Vatikanbank-Affären” unter Bischof Marcinkus, in deren Hintergründe Renato Dardozzi Einsicht hatte. So detailreich dass hier mit Namen, Beträgen und Geschehnissen um sich geworfen wird, dass einem schon schwindlig werden kann, wenn man sich nicht seit Jahren mit den geheimen Geschäften des Vatikans auseindergesetzt hat. Also ein Buch bei dem vorher genau wissen sollte, was man sich davon erwartet.

  22. Jochen sagt:

    Schlafmittel
    Der Werbeslogan “Spannend wie ein Krimi und fesselnd bis zum letzen Augenblick” kann nur für Buchhalter gelten. Ich habe es noch nicht geschafft, dieses Buch bis zum Ende zu lesen, weil es einfach absolut langweilig ist. Wie es so oft passiert: eine simple Tatsache (in diesem Fall: dass es auch im Vatikan Gauner und Gaunereien gibt) aufgeblasen auf rund 350 Seiten und als Krimi vermarktet. Schade um das Geld, das ich für diese lahme Ente ausgab.

  23. Roman sagt:

    Ein italienischer Skandal-Bestseller
    Seit den Skandalen um die Banco Ambrosiano und der Ermordung Robert Calvis sind die Aktivitäten der Vatikanbank Ziel von Spekulationen und Verschwörungstheorien gewesen. In VATIKAN AG lüftet Gianluigi Nuzzi nun den Schleier den die Kirchenführung über diese pikanten Affären gelegt hat. Möglich wird ihm dies durch zahlreiche beiseite geschaffte Originaldokumente Monsignore Renato Dardozzis, der selbst jahrelang in den höchsten Zirkeln der vatikanischen Finanzwelt dem Portfolio des Papstes gedient hat. Dank Dardozzis Dokumenten, die im vorliegenden Buch erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird es erstmals möglich sich ein akkurates Bild von jahrzehntelang verschwiegenen Transaktionen zu machen, die zwischen Korruption, Veruntreuung und Finanzierung des organisierten Verbrechens schwanken. Dass das Buch allerdings in der italienischen Öffentlichkeit totgeschwiegen wird, ist dem nach wie vor enormen innenpolitischen Gewicht der katholischen Nomenklatura in Italien anzurechnen. Dennoch hat es sich in zig Auflagen verkauft und durch Mundpropaganda einen enormen Bekanntheitsgrad erlangt, so dass sich auch die purpurtragenden Herren damit auseinandersetzen mussten und bereits einige Schritte in die richtige Richtung unternommen wurden.

    Nuzzi will sein Buch allerdings nicht als Kritik an der gesamten katholischen Kirche und ihren Institutionen verstanden wissen, sondern nennt konkrete Personen und ihre Verfehlungen. In Zeiten wo “Kirchen-Bashing” den Absatz enorm fördert, wird das gerne übersehen. Auch dass die Vatikanbank im Unterschied zu ihren weltlichen Gegenstücken, vor allem dazu dient die Schatulle des Papstes zu füllen, um etwa wie Papst Johannes Paul II. Millionen in Projekte wie die Unterstützung der polnischen Solidarnosc zu pumpen. Aus moralischer Entrüstung also die Abschaffung der Vatikanbank zu fordern ist äußerst unüberlegt, geht es doch um die Verwendung von deren Geldern und die laxe moralische Haltung angesichts des Standards den der Vatikan und seine Institutionen gegenüber der Öffentlichkeit behaupten. Kommt noch hinzu dass Bücher über “Banken-Skandale” in wirtschaftlichen Depressionen explosive Lektüre sind, die gerne Emotionen überschwappen lassen. Das gemeinsam mit dem klar definierten italienischen Zielpublikum macht VATIKAN AG zu keiner allzu einfachen Lektüre für Nicht-Italiener, auch weil vielfach die Rede von Lire-Beträgen in Millionenhöhe ist, die man erst auf bedeutend geringere Euro-Beträge umrechnen sollte.

    Denn gerade die innenpolitische Brisanz dieses Buches wird drastisch unterschätzt und war bereits in Curzio Malteses “SCHEIHEILIGE GESCHÄFTE: DIE FINANZEN DES VATIKAN” (Kunstmann 2009) absehbar. Denn Italien ist eben anders, hier hat die Kirche noch politische und mediale Einflussmöglichkeiten, die im übrigen Europa kaum mehr wahrgenommen werden. Während hierzulande ein Aufstand der Bischöfe gegen bestimmte Gesetze wenig aussichtsreich erscheint, in Italien können Regierungen daran zerbrechen. Daher folgt auch Nuzzi prinzipiell dem Grundsatz, es ist besser mit der Kirche Lösungen zu suchen, als ohne sie, denn ihre Macht wird sie so schnell nicht aufgeben. Bereits das Totschweigen von Nuzzis Buch aus dem Selbstschutzreflex der Kirchenführung bezeugt die hohe innenpolitische Macht des Vatikans, als Staat im Staat. Dessen ungeachtet hat VATIKAN AG durchaus bereits Impulse gefördert und es bleibt zu hoffen, dass es zu heilsamen Erneuerungen hinter den Mauern des Vatikan kommt.

    Resümee:

    Nicht ganz jener “Thriller” der einem versprochen wird, gerade weil die Zielgruppe eben eine italienische ist und man die zahllosen Lire-Beträge unumgerechnet serviert bekommt (1 Euro = 1936,27 Italienische Lira). Zudem ist das Werk nicht gerade überragend spannend geschrieben und das explosive Potential beschränkt sich auf einige kurz gehaltene Kapitel zur Korruption, Joint ventures mit der Mafia und Vereuntreuung. Der Rest, also die breite Masse der Seiten, ist eine höchst detailreiche Offenlegung “der Vatikanbank-Affären” unter Bischof Marcinkus, in deren Hintergründe Renato Dardozzi Einsicht hatte. So detailreich dass hier mit Namen, Beträgen und Geschehnissen um sich geworfen wird, dass einem schon schwindlig werden kann, wenn man sich nicht seit Jahren mit den geheimen Geschäften des Vatikans auseindergesetzt hat. Also ein Buch bei dem vorher genau wissen sollte, was man sich davon erwartet.

  24. Ottilie sagt:

    Schlafmittel
    Der Werbeslogan “Spannend wie ein Krimi und fesselnd bis zum letzen Augenblick” kann nur für Buchhalter gelten. Ich habe es noch nicht geschafft, dieses Buch bis zum Ende zu lesen, weil es einfach absolut langweilig ist. Wie es so oft passiert: eine simple Tatsache (in diesem Fall: dass es auch im Vatikan Gauner und Gaunereien gibt) aufgeblasen auf rund 350 Seiten und als Krimi vermarktet. Schade um das Geld, das ich für diese lahme Ente ausgab.

  25. Alonso sagt:

    Hochgelobtes Buch, das “?” aufwirft…
    .. doch von Anfang an:

    Ich habe mir dieses Buch gekauft, weil es in der Presse so hoch gelobt worden war.

    Bis ich auf Seite 113 ankam, war ich auch erschlagen von der ‘Genauigkeit der Recherche’,

    von der Vielzahl von - z.T. auch für den Laien ( in doppeltem Wortsinne… nämlich a) als ‘Nicht-Kleriker’ und b)

    als Nicht-Banker ) nachvollziehbaren Quellen etc.

    Doch angekommen auf Seite 113 stockte ich kurz, lass nochmal…. dachte nach und habe den Abschnitt dann 3x durchgelesen

    um dann zu einer für mich enttäuschenden Konklusion zu kommen: da stimmt was nicht!!

    Hier der Abschnitt: (Seite 113 )

    “Als 1981 in der Villa Gellis, des Gründers der Freimaurerloge Propagande Due (P2), in Castiglion Fibocchi, einer kleinen Gemeinde

    in der Provinz Arezzo, deren Mitgliederlisten sichergestellt wurden, kam ans Licht, dass Bisignani seit 1997 mit der Mitgliedsnummer 1689 geführt wurde…”

    Hallo?

    Warum lese ich überall nur hervorragende Rezensionen, warum lese ich hier bei Amazon nur ‘wie toll’ das Buch sei, wenn hier derartige Fehler enthalten sind?

    Im Jahre 1981 wird eine Liste beschlagnahmt in der ein Mitglied ab 1997 geführt wird?

    Ist das wirklich noch keinem aufgefallen? Und falls doch, warum wird dies nicht erwähnt?

    Ich habe den Originaltext nicht, kann also nicht sagen ob das dort auch schon so falsch steht.

    Aber: Selbst wenn es ‘nur’ in der Übersetzung falsch ist, dann ist dies für mich in einem Buch, dass den Anspruch hat ‘aufzuklären’ und die ‘Wahrheit’

    an das Licht zu bringen ein Armutszeugnis.Denn dies zeigt mir, dass das Lektorat ‘geschlafen’ hat und sich offensichtlich niemand um Qualität bemüht hat.

    Wäre bei so vielen Zahlen und Daten viel verlangt?

    Ja und Nein! Ja, weil es nur noch so von Zahlen und Daten wimmelt. Nein, weil gerade von einem solchen Buch würde ich ‘Qualität’ aufgrund des eigenen

    Anspruches des Buches erwarten. Was nun? Was kann man nun von diesem Buch halten? Nun, bis ich zur Seite 113 kam fand ich das Buch gut, nun bin ich mir nicht sicher was sich noch für Fehler bzw Fehlübersetzungen darin befinden. Insofern lese ich dieses Buch als FIKTIVEN WIRTSCHAFTSKRIMI weiter.

    Den Anspruch “Enthüllung” zu sein hat es verwirkt. Ich weiß, mag ‘Kleingeist’-mässig klingen, aber das Buch / der Autor / der Verlag hat den Anspruch selber erzeugt, nun muß er mit dieser Meinung leben.

    PS: Dennoch lesenswert, als Wirtschaftskrimi.

    Dafür aber nur 2 Punkte, weil die Ursprungsintention für mich nicht die war einen Krimi zu kaufen.

  26. Celestino sagt:

    Hochgelobtes Buch, das “?” aufwirft…
    .. doch von Anfang an:

    Ich habe mir dieses Buch gekauft, weil es in der Presse so hoch gelobt worden war.

    Bis ich auf Seite 113 ankam, war ich auch erschlagen von der ‘Genauigkeit der Recherche’,

    von der Vielzahl von - z.T. auch für den Laien ( in doppeltem Wortsinne… nämlich a) als ‘Nicht-Kleriker’ und b)

    als Nicht-Banker ) nachvollziehbaren Quellen etc.

    Doch angekommen auf Seite 113 stockte ich kurz, lass nochmal…. dachte nach und habe den Abschnitt dann 3x durchgelesen

    um dann zu einer für mich enttäuschenden Konklusion zu kommen: da stimmt was nicht!!

    Hier der Abschnitt: (Seite 113 )

    “Als 1981 in der Villa Gellis, des Gründers der Freimaurerloge Propagande Due (P2), in Castiglion Fibocchi, einer kleinen Gemeinde

    in der Provinz Arezzo, deren Mitgliederlisten sichergestellt wurden, kam ans Licht, dass Bisignani seit 1997 mit der Mitgliedsnummer 1689 geführt wurde…”

    Hallo?

    Warum lese ich überall nur hervorragende Rezensionen, warum lese ich hier bei Amazon nur ‘wie toll’ das Buch sei, wenn hier derartige Fehler enthalten sind?

    Im Jahre 1981 wird eine Liste beschlagnahmt in der ein Mitglied ab 1997 geführt wird?

    Ist das wirklich noch keinem aufgefallen? Und falls doch, warum wird dies nicht erwähnt?

    Ich habe den Originaltext nicht, kann also nicht sagen ob das dort auch schon so falsch steht.

    Aber: Selbst wenn es ‘nur’ in der Übersetzung falsch ist, dann ist dies für mich in einem Buch, dass den Anspruch hat ‘aufzuklären’ und die ‘Wahrheit’

    an das Licht zu bringen ein Armutszeugnis.Denn dies zeigt mir, dass das Lektorat ‘geschlafen’ hat und sich offensichtlich niemand um Qualität bemüht hat.

    Wäre bei so vielen Zahlen und Daten viel verlangt?

    Ja und Nein! Ja, weil es nur noch so von Zahlen und Daten wimmelt. Nein, weil gerade von einem solchen Buch würde ich ‘Qualität’ aufgrund des eigenen

    Anspruches des Buches erwarten. Was nun? Was kann man nun von diesem Buch halten? Nun, bis ich zur Seite 113 kam fand ich das Buch gut, nun bin ich mir nicht sicher was sich noch für Fehler bzw Fehlübersetzungen darin befinden. Insofern lese ich dieses Buch als FIKTIVEN WIRTSCHAFTSKRIMI weiter.

    Den Anspruch “Enthüllung” zu sein hat es verwirkt. Ich weiß, mag ‘Kleingeist’-mässig klingen, aber das Buch / der Autor / der Verlag hat den Anspruch selber erzeugt, nun muß er mit dieser Meinung leben.

    PS: Dennoch lesenswert, als Wirtschaftskrimi.

    Dafür aber nur 2 Punkte, weil die Ursprungsintention für mich nicht die war einen Krimi zu kaufen.

  27. Aurica sagt:

    Nummernkonten im Vatikan
    Dass es, wie in allen Institutionen, auch unter den Gottesmännern schwarze Schafe gibt, muss nicht Wunder nehmen. Schließlich sind die Strukturen, die sich im Zusammenleben zeigen, zu allererst in den Menschen selbst angelegt. Skrupellose Machenschaften der Finanzwelt, wie sie Geldanlegern und Steuerzahlern in den vergangenen Jahren schmerzlich zu schaffen machten, waren auch in der Bank des Vatikan, die seit 1942 existiert, üblich. Unseriöse Operationen dreister Akteure schädigten den Fiskus, Insider und vertrauensselige Gläubige. Verflechtungen der Vatikan-Bank zum wechselseitigen Nutzen (oder auch Schaden) reichten von der Mafia bis zur Politik, um nur zwei der involvierten “Instanzen” zu nennen. Tarnung und “Rechtfertigung” verschafften Bezeichnungen wie “Spenden”, “karitative Stiftungen” und das “Leben in Armut”.

    “Das Schreiben fiel schwer, auch die Erkenntnis, dass das Vertrauen vieler Menschen in ihre Kirche missbraucht wurde”, äußerte der Autor bei der Vorstellung der deutschen Übersetzung in München. Das Werk ist dennoch flüssig lesbar und spannend bis zur letzten Seite.

    Die Enthüllungen aus der Finanzwelt des Vatikan offenbaren Prinzipien, Methoden und Auswüchse, die sehr “weltlich” anmuten und aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft wohlbekannt sind: Intrigen, Korruption, Betrug, Erpressung, Unterschlagung, Veruntreuung, Verleumdung, Verschleierung, Vertuschung, doppelte Rechnungslegung, Geldwäsche und mangelndes “Erinnerungsvermögen”. Wo es geboten erschien, wurde beschwichtigt und behauptet, für größtmögliche Transparenz und “rückhaltlose Aufklärung” sorgen zu wollen; meist dort, wo gerade das Gegenteil angestrebt wurde. Denn es ging um Eigeninteressen und Klüngelei; schließlich Einflussnahme auf die Weltwirtschaft und Weltpolitik. Was hier verschärfend hinzukommt: die Immunität vieler Beteiligter, die ungeahnte Möglichkeiten eröffnet und ein Maß an Vertraulichkeit gewährleistet, das auch dunkle Kräfte magisch anzieht. Dass bei alledem mit der Sprache der Kirche und der Wohltätigkeit operiert wird, das hat an mancher Stelle etwas geradezu Amüsantes.

    Nun mögen, eben wie im “richtigen Leben”, in vielerlei Hinsicht auch Verschwiegenheit, Nachlässigkeit, Blauäugigkeit, mangelnde Kontrolle, Unfähigkeit und daraus resultierende Prozesse in verhängnisvolle Abgründe geführt haben, ohne dass man allen Beteiligten echtes Verschulden anlasten könnte. Und selbst bei den schwärzesten Schafen gibt es Beispiele von karitativem Engagement und Nächstenliebe, auch wenn diese sich in verhältnismäßig engen Grenzen halten mögen oder gar nur als Vorwand dienen. Woher umfangreiche Summen kamen und in welchem Ausmaß Opfer zu beklagen sind, kann oft nur vermutet werden. Ob Papst Benedikt XVI. die Macht hat, sich gegen Kräfte von innen und außen zu behaupten und Veränderungen, die er eingeleitet hat, dauerhaft zum Besseren zu führen, wird sich zeigen.

    Dipl.-Kfm. Gerlinde Böbel

    Journalistin in München

  28. Beline sagt:

    Nummernkonten im Vatikan
    Dass es, wie in allen Institutionen, auch unter den Gottesmännern schwarze Schafe gibt, muss nicht Wunder nehmen. Schließlich sind die Strukturen, die sich im Zusammenleben zeigen, zu allererst in den Menschen selbst angelegt. Skrupellose Machenschaften der Finanzwelt, wie sie Geldanlegern und Steuerzahlern in den vergangenen Jahren schmerzlich zu schaffen machten, waren auch in der Bank des Vatikan, die seit 1942 existiert, üblich. Unseriöse Operationen dreister Akteure schädigten den Fiskus, Insider und vertrauensselige Gläubige. Verflechtungen der Vatikan-Bank zum wechselseitigen Nutzen (oder auch Schaden) reichten von der Mafia bis zur Politik, um nur zwei der involvierten “Instanzen” zu nennen. Tarnung und “Rechtfertigung” verschafften Bezeichnungen wie “Spenden”, “karitative Stiftungen” und das “Leben in Armut”.

    “Das Schreiben fiel schwer, auch die Erkenntnis, dass das Vertrauen vieler Menschen in ihre Kirche missbraucht wurde”, äußerte der Autor bei der Vorstellung der deutschen Übersetzung in München. Das Werk ist dennoch flüssig lesbar und spannend bis zur letzten Seite.

    Die Enthüllungen aus der Finanzwelt des Vatikan offenbaren Prinzipien, Methoden und Auswüchse, die sehr “weltlich” anmuten und aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft wohlbekannt sind: Intrigen, Korruption, Betrug, Erpressung, Unterschlagung, Veruntreuung, Verleumdung, Verschleierung, Vertuschung, doppelte Rechnungslegung, Geldwäsche und mangelndes “Erinnerungsvermögen”. Wo es geboten erschien, wurde beschwichtigt und behauptet, für größtmögliche Transparenz und “rückhaltlose Aufklärung” sorgen zu wollen; meist dort, wo gerade das Gegenteil angestrebt wurde. Denn es ging um Eigeninteressen und Klüngelei; schließlich Einflussnahme auf die Weltwirtschaft und Weltpolitik. Was hier verschärfend hinzukommt: die Immunität vieler Beteiligter, die ungeahnte Möglichkeiten eröffnet und ein Maß an Vertraulichkeit gewährleistet, das auch dunkle Kräfte magisch anzieht. Dass bei alledem mit der Sprache der Kirche und der Wohltätigkeit operiert wird, das hat an mancher Stelle etwas geradezu Amüsantes.

    Nun mögen, eben wie im “richtigen Leben”, in vielerlei Hinsicht auch Verschwiegenheit, Nachlässigkeit, Blauäugigkeit, mangelnde Kontrolle, Unfähigkeit und daraus resultierende Prozesse in verhängnisvolle Abgründe geführt haben, ohne dass man allen Beteiligten echtes Verschulden anlasten könnte. Und selbst bei den schwärzesten Schafen gibt es Beispiele von karitativem Engagement und Nächstenliebe, auch wenn diese sich in verhältnismäßig engen Grenzen halten mögen oder gar nur als Vorwand dienen. Woher umfangreiche Summen kamen und in welchem Ausmaß Opfer zu beklagen sind, kann oft nur vermutet werden. Ob Papst Benedikt XVI. die Macht hat, sich gegen Kräfte von innen und außen zu behaupten und Veränderungen, die er eingeleitet hat, dauerhaft zum Besseren zu führen, wird sich zeigen.

    Dipl.-Kfm. Gerlinde Böbel

    Journalistin in München

  29. Mafalda sagt:

    Sehr mässig
    Als ich das Buch gelesen haben, war ich schier erschlagen. Unzählige italienische Namen werden genannt. Teilweise werden Protokolle die abgebidelt sind, nochmals im Text wortwörtlich wiederholt. Handlungen werden nur sehr schwer nachvollziehbar dargestellt.

    Der Erzählverlauf ist sehr holprig. Sicherlich ist die Recherche sehr genau, aber man kann dieses Buch eigentlich nur dann lesen, wenn man sich Seite für Seite Notizen macht, um den Gesamtzusammenhang weiter zu verstehen. Ansonsten liest man und liest man und weiss nicht mehr, was vor drei Seiten geschrieben war.

    Ich kenne andere Sahbücher, die wesentlich interessanter geschrieben sind als dieses.

    Daher nur einen Punkt.

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